Nobelpreis (1)
Die industrieökonomische Revolution

1. Einführung und Überblick

Die königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat sich entschieden, den Preis der schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften zum Gedenken an Alfred Nobel im Jahre 2014 an den französischen Wissenschaftler Jean Tirole zu vergeben. Nach George Stigler (1982) ist dies das zweite Mal, dass der Preis an einen Forscher vergeben wurde, der sich mit industrieökonomischen Fragen auseinandersetzt. Bemerkenswert ist auch, dass die Akademie nach Paul Krugman (2008) den Nobelpreis zum ersten Mal wieder einem einzigen Wissenschaftler verliehen hat. Jean Tirole erhält den Preis für seine Arbeiten zu den theoretischen Grundlagen der Wettbewerbs- und Regulierungsökonomik. Als er Anfang der 80-er Jahre mit seinen Untersuchungen begann, standen sowohl im Gebiet der Spieltheorie als auch im Gebiet des Mechanism Design neue analytische Werkzeuge zur Verfügung. In dieser Zeit nutzten einige Forscher dieses neue Instrumentarium, um u.a. alte Fragen der Wettbewerbs- und Regulierungspolitik neu zu untersuchen, aber Jean Tirole ragt in Bezug auf logische Stringenz und Breite der Analysen heraus. Sein Buch „The Theory of Industrial Organization“ von 1988, das bis heute eine Standardreferenz für jeden ist, der sich mit Marktmachtphänomenen und Unternehmensstrategien beschäftigt, und sein Buch zusammen mit Jean-Jacques Laffont „The Theory of Incentives in Procurement and Regulation“ von 1993, das dieselbe Rolle im Bereich der Regulierung einnimmt, geben davon Zeugnis.

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