E-Mail 'Ordnungspolitische Denker heute (3)
Was wir von Wilhelm Röpke lernen sollten – und was lieber nicht.' To A Friend


Warning: Illegal string offset 'yourname' in /www/htdocs/w007ea6c/wordpress/wp-content/plugins/wp-email/wp-email.php on line 1170

Warning: Illegal string offset 'youremail' in /www/htdocs/w007ea6c/wordpress/wp-content/plugins/wp-email/wp-email.php on line 1176

Email a copy of 'Ordnungspolitische Denker heute (3)
Was wir von Wilhelm Röpke lernen sollten – und was lieber nicht.'
to a friend

* Required Field






Separate multiple entries with a comma. Maximum 5 entries.



Separate multiple entries with a comma. Maximum 5 entries.


E-Mail Image Verification

Loading ... Loading ...

5 Antworten auf „Ordnungspolitische Denker heute (3)
Was wir von Wilhelm Röpke lernen sollten – und was lieber nicht.“

  1. Für mich ist das ein ausgesprochen anregender Beitrag. Mit den meisten Askepten bin ich völlig einverstanden, insbesondere mit der Meta-Aussage von Herrn Hank, dass für Liberale gerade bei Röpke eine differenzierte Sicht auf einzelne Bausteine seiner Ökonomik und Sozialphilosophie notwendig erscheint.

    Bei drei Punkten bin ich nicht ganz d’accord:

    – “Ohnehin ist es kaum möglich, den Ordo-Begriff als einen „lupenreinen“ liberalen Begriff zu labeln.” Abgesehen davon, dass ich glaube, gerade Liberale sollten nicht unbedingt nach dem “Lupenreinen” suchen, zeigen etwa die Doktorarbeit von Andrea M. Schneider “Ordnungsaspekte der Nationalökonomik” und andere neuere Publikationen, dass sich ähnliche Ordnunngsvorstellungen auch schon bei den Schotten im 18. Jahrhundert wiederfinden.

    – “Woher sonst kommen die Schwärmereien der Freiburger von einem Dritten Weg?” Die kommen m.E. aus der Zeit und dem Zustand des fast nicht existenten Liberalismus in den 1930ern und 1940ern. Weil Liberalismus landläufig mit laissez-faire verbunden wurde, wollten ihm die Freiburger gerade seine Ordnung “zurückgeben”. Das trifft gerade auch auf Hayek zu, der zu der Zeit immer wieder beißende Kritik am laissez-faire-Verständnis von Liberalismus vorträgt und selbst nach einem neuen Liberalismus sucht, den er unmittelbar an die Freiburger und “Old Chicagoer” Gedanken anknüpft. Die Ordoliberalen versuchen für mich nichts andereres als den Übergang weg vom laissez-faire hin zu einem “laissez-faire within rules” als Credo und nehmen damit ein Stück weit Buchanans Constitutional Economics-Ansatz vorweg, wie er vor seinem Tod immer wieder selbst betonte.

    – “eine gedanklichen Nähe zur konservativen Revolution der 30er Jahre.” Es ist sicher richtig, dass die Ordoliberalen in der Weimarer Zeit nicht immer von der realexistierenden Demokratie begeistert waren, das hat Uwe Dathe in seinem hevorragenden Beitrag “Walter Euckens Weg zum Liberalismus (1918-1934)” in Ordo 2009 eindrucksvoll gezeigt, und sie hatten sicherlich (in unterschiedlichem Ausmaße) konservative Züge als Persönlichkeiten und Wissenschaftler. Von einer Nähe zur konservativen Revolution kann aus meiner Sicht trotzdem nicht die Rede sein, obwohl diese These schon seit Dieter Haselbachs Buch von 1991 zum autoritären Liberalismus zirkuliert und die Manow wiederaufgreift. Röpke hat den “Tat-Kreis” in den letzten Weimarer Jahren aufs Bitterste bekämpft, auch Euckens harte Auseinandersetzungen mit Heidegger im Freiburger Senat 1933-34 sind gut überliefert.

    In einem zentralen Punkt will ich Herrn Hank insbesondere Recht geben: Über die Freiburger Schule sind in der Tat ziemlich viele, vielleicht auch zu viele Hagiographien geschrieben worden, was bedauerlich ist. Das Wilhelm-Röpke-Institut versucht im Gegensatz dazu stets eine kritische wissenschaftliche Sicht zu bieten, was sowohl bei unseren Tagungen als auch bei Publikationen unserer Mitglieder sichtbar ist. Besonders deutlich erkennt man diese Haltung in der 5. Wilhelm-Röpke-Vorlesung von Dr. Karen Horn (http://roepke.hwwi.de/index.php?id=6088) sowie in der Publikation unseres Gründungsmitglieds Prof. Dr. Heinz Rieter im Merkur vom September 2010 zu Röpkes “Jenseits von Angebot und Nachfrage”.

    Erfreulichweise ist der Ordoliberalismus wieder im Gespräch. Hoffentlich bleibt es so, möglichst weiterhin so tiefgründig wie in diesem Blogbeitrag.

  2. Gerne würde, lieber Herr Kolev, ich eine ideen- und begriffsgeschichtliche Untersuchung über den Gebrauch des Ordo-Begriffs in den 30er Jahren ausloben. Dazu sollte man sich unbedingt die Münchner Dissertation des Philosophen Hermann Krings anschauen, die 1938 unter dem Titel “Ordo. Philosophisch-Historische Grundlegung einer abendländischen Idee” bei Fritz-Joachim von Rintelen vorgelegt wurde. Krings wurde in den sechziger Jahren der Begründer einer transzendentalphilosophischen Freiheitslehre, die freilich von der neoliberalen Freiheitstheorie meilenweit entfernt ist. Dass die Schotten auch von Ordo redeten, überzeugt mich nicht. Auch Bonaventura hat davon geredet und bei Nikolaus Cusanus heißt es “Ubi non est ordo, ibi est confusio”. Aber in den 30er Jahren eignet er sich eben auch für alle Demokratieenttäuschten, ihre Vision einer konservativen Stände-Lehre darauf zu projizieren. Und in den 30er Jahren in Deutschland musste man bei diesem Begriffe auch keine Angst haben, vorsichtig gesprochen, damit als regimekritisch aufzufallen. Dass der Begriff Ordnungspolitik im angelsächsischen Ausland nicht vorkommt, dünkt mich nicht nur ein Übersetzungsproblem zu sein.

  3. Ein schöner Beitrag, dessen überdurchschnittliche Länge auch durchaus nicht stört – im Gegenteil: Gerade im letzten Absatz hätte ich mir etwas mehr Differenzierung gewünscht!
    Wenn Herr Hank schreibt “Röpkes Liberalismus wird gespeist aus einer antiliberalen Tradition” klingt das viel oberflächlicher und schaler als die noch zu Beginn des Kapitels vorgenommene Frage, ob Märkte als Moralverzehrer oder Moralgenerierer anzusehen sind. Jenseits des gerade von Liberalen ungewünschten Einheitsmenschen müssen der Freiheit angesichts konfligierender Präferenzen Grenzen gesetzt werden. Dass diese Grenzen nicht allein aus einem Wunsch nach Freiheit zu definieren sind, sollte ebenfalls auf wenig Widerspruch stoßen.
    Nach Maßgabe dessen kann es nur noch darum gehen, eine Abwägung zu ziehen, in welchem Maße andere Ziele als Freiheit den Ordnungsrahmen für Input und Output von Märkten bestimmen. Wertkonservative oder gar religiöse Liberale in den pauschalen Schatten einer antiliberalen Tradition zu stellen, wird weder ihnen noch der ansonsten zu konstatierenden Qualität des Beitrags gerecht.

  4. Sehr geehrter Herr Hank,

    vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag, auf den ich durch Zufall stieß.

    Vielen Dank auch für den Hinweis auf Mankow – ich scheue es fast zu schreiben -, der mir trotz meines theologischen Interesses bis dato unbekannt war.

    Dennoch möchte ich meinem Freund Kolev beispringen und weitere Kritik an Ihrer Röpke-Kritik vortragen.

    Der Konservativen Revolution, wenn man denn den Mohlerschen Begriff akzeptieren will, stand Röpke zu deren Weimarer Hochzeit fern. Neben der von Hn Kolev erwähnten Auseinandersetzung als Ulrich Unfried mit der Tat denke ich weiter an Röpkes Verhalten während des Kapp-Putsches (s. Vogel-Beitrag in Wort und Wirkung) und seine DDP-Mitgliedschaft (bin mir nicht sicher, ob er nicht gar deren Fusion mit dem Jungdeutschen Orden abgelehnt hat, was Röpkes Antiposition gegenüber der KR noch stärker verdeutlichen würde, müsste bei Hennecke stehen).

    Auch beim späten kulturkritischen Röpke sind m.E. keine Wurzeln der Konservativen Revolution, deren Apologet Mohler übrigens dezidiert anti-kirchlich war, auszumachen. Hier muss man genau schauen, aus welchen Quellen sich Röpkes Konservatismus speist. Diese sind weniger konservativ-revolutionärer denn christlich-abendländischer und anglo-amerikanischer Natur. Michael Wohlgemuth und ich haben das in dem von ihn netterweise zitierten Beitrag indirekt durch die Beziehungen zu Otto von Habsburg und William Schlamm (S. 232/233) zu zeigen versucht. Als weitere zeitgenössische Freude könnte man Kuehnelt-Leddihn und Russell Kirk nennen. Diese Linien lassen sich auch über die von Röpke zitierten Denker des 19. Jhd. ziehen. Tocqueville, Burke, Acton sind ja gerade Vertreter eines westlichen liberalen Konservatismus. Auch, um auf das Kolevsche Argument zu kommen, meine ich mich zu erinnern, dass sich Röpke noch in Briefen an Rüstow in den 1950er Jahren über Ferdinand Zimmermann lustig gemacht. Er hat dann ja auch erst recht spät in der Welt (War Zehrer da noch Chefredakteur?) publiziert und demgegenüber FAZ und NZZ als Organe vorgezogen.

    Auch teheologiegeschichtlich lässt sich Ihre Protestantismusthese an Röpke gerade nicht beweisen. Er steht ja eher in einer Tradition eines frühneuzeitlichen-christlichen Humanismus – gegenüber Kuehnelt-Leddihn nannte er seinen Glauben “erasmisch”. Die Kontinuität von Antike und Christentum kommt bei ihm immer wieder zum Tragen (vgl. http://www.kas.de/upload/dokumente/2010/06/60_Years_SME/petersen.pdf , S. 54/55). Demgegenüber hat er Luther in seiner “Deutschen Frage” sehr befehdet.

    Ein Satz noch zum Ordo-Begriff: Da scheint mir Eucken in seinen geistesgeschichtlichen Wurzeln etwas diffus zu sein (Augustinus, Thomas, die Physiokraten), als dass da irgendwelche Ableitungen in Hinblick auf die “Konservative Revolution” gemacht werden könnten.

    In der Hoffnung, nicht zu sehr genervt zu haben,

    grüßt freundlich
    Ihr Tim Petersen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.