Negative externe Effekte von Windkraft
Windräder vernichten Immobilienvermögen

Bei den Technologien zur Stromerzeugung wird häufig Schwarz-Weiß- oder, besser gesagt, Schwarz-Grün-Malerei betrieben: Auf der einen Seite gelten konventionelle Technologien, vor allem Atom- und Kohlekraftwerke, als veraltet und gefährlich für Mensch und Umwelt. Dementsprechend ist das Ende der Atomkraft in Deutschland schon seit langem auf das Jahr 2022 festgesetzt und die Tage der Kohlekraftwerke sind mit der Empfehlung der „Kohlekommission“, den Kohleausstieg bis spätestens zum Jahr 2038 zu vollziehen, ebenfalls gezählt. Andererseits werden sogenannte regenerative Technologien wie die Photovoltaik und Windkraftanlagen als scheinbar makellos angesehen und genießen große Sympathien bei der Mehrheit der Bevölkerung.

Dabei wird oft übersehen, dass auch regenerative Technologien erhebliche Nachteile aufweisen. Abgesehen von ihrem geringen Beitrag zur Versorgungssicherheit und ihrer mangelnden Kosteneffizienz, welche die Stromverbraucher mittlerweile mit mehr als 25 Mrd. Euro pro Jahr teuer zu stehen kommt, hat jede der grünen Technologien ihre spezifischen Nachteile. So sorgen Windkraftanlagen für Lärmbelästigung, gefährden Fledermäuse und Vögel und beeinträchtigen das Landschaftsbild. Und allein die bloße Existenz der Anlagen sorgt für gravierende Vermögensverluste bei den unmittelbaren Anwohnern, weil deren Grundstücke und Immobilien mit der Errichtung von Windkraftanlagen in ihrer Nähe erheblich an Wert verlieren. Die große Zahl von rund 1000 Bürgerinitiativen gegen die Windkraft, die es mittlerweile in Deutschland gibt, ist ein starkes Indiz für derartige negative externe Effekte.

Bislang fehlte jedoch eine systematische Untersuchung und Quantifizierung der Vermögensverluste. Nun zeigt eine Studie des RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung, dass Windkraftanlagen zu sinkenden Preisen von Einfamilienhäusern in unmittelbarer Umgebung führen können. Der Wert eines Hauses in einem Kilometer Entfernung zu einer Windkraftanlage sinkt demnach im Durchschnitt um gut 7 Prozent. Die Installation einer Windkraftanlage kann für Hausbesitzer also einen Vermögensverlust von mehreren zehntausend Euro bedeuten.

Für die Studie hat das RWI 2,7 Millionen Verkaufsangebote ausgewertet, die zwischen 2007 und 2015 auf dem Online-Portal Immoscout24 erschienen sind. Die Auswirkungen auf Immobilienpreise wurden dabei mittels eines hedonischen Preismodells geschätzt, das neben vielen Eigenschaften der Häuser und der sozioökonomischen Umgebung die exakte Distanz zwischen den Windkraftanlagen und den betrachteten Einfamilienhäusern berücksichtigt.

Mit zunehmendem Abstand von der Windkraftanlage verringert sich der Effekt. Bei einem Abstand von acht bis neun Kilometern haben Windkraftanlagen keine Auswirkungen mehr auf die Immobilienpreise. Wie die RWI-Studie zudem zeigt, erleiden nicht alle Immobilien den gleichen Wertverlust: Am stärksten betroffen sind alte Häuser in ländlichen Gebieten. Hier kann der Wertverlust innerhalb des Ein-Kilometer-Radius sogar 23 Prozent betragen. Dagegen verlieren Häuser in Stadtrandlage bei gleicher Entfernung zu einer Windkraftanlage kaum an Wert. Dies könnte daran liegen, dass in städtischen Gebieten Störungen des Landschaftsbildes oder Lärm weniger auffallen als auf dem Land.

Angesichts der wichtigen Rolle, die der Windkraft für die Energiewende zugedacht ist, sollte die Politik Konsequenzen aus diesen Ergebnissen ziehen. So sollte über weit größere Mindestabstände von Windkraftanlagen zu Siedlungen nachgedacht werden, um die negativen externen Effekte auf die Anwohner zu minimieren. Aktuell sind Investitionen in Windkraftanlagen, von denen lediglich einige wenige profitieren, wofür aber alle privaten Stromverbraucher die Lasten zu tragen und worunter viele Anwohner in erheblichem Maße zu leiden haben, kein sozialverträgliches Modell für eine nachhaltige Stromversorgung. Daher sollte auf deren weiteren Ausbau verzichten werden, solange die Windkraft noch nicht wettbewerbsfähig ist. Und sollte diese eines Tages konkurrenzfähig sein, dann sollte dafür gesorgt werden, dass die negativen Auswirkungen des Windkraftausbaus auf die Anwohner möglichst gering ausfallen.

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