Der Bieterkampf um Hapag-Lloyd: Sind hanseatische Politiker die besseren Unternehmer?

Der geplante Verkauf von Hapag-Lloyd hat beim Hamburger Senat unternehmerische Instinkte geweckt. Die Container-Reederei gehört bislang noch zum TUI-Konzern, der sich aber unter dem Druck von Großaktionären von seiner Schifffahrtssparte trennen will, um mit dem Verkaufserlös seine Schulden abzubauen und sein Tourismusgeschäft auszubauen. Zu den interessierten Bietern gehört eine Gruppe Hamburger Kaufleute, die es gegenüber der Öffentlichkeit zur hanseatischen Ehrensache erklären, dass die Traditionsreederei nach über zehn Jahren unter TUI-Kontrolle wieder in Hamburger Hände kommt.

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Das Märchen von der Königin Angela, der Strukturpolitik und der sozialen Gerechtigkeit

Es war einmal ein König, der hieß Ludwig E. Der war politisch mutig und ökonomisch weise. In dessen Land gab es viele Straßen. Und diese Straßen hatten viele, viele Kurven. Und in diesem Land fuhren viele Leute mit ihren Autos herum. Und diese Autos waren recht mobil und wurden immer mobiler, denn sie hatten  ausgezeichnete Lenkungen. Und immer mehr Autos bekamen sogar Servolenkungen. Die Autos nahmen alle Kurven, Ecken und Abzweige elegant und reibungslos. Die einen schneller, die anderen langsamer. Das spornte die Fahrer der Letzteren an, es denen der Ersteren gleichzutun. So strengte jeder sich an, und keiner jammerte über die vielen Biegungen. Der Wohlstand im Lande vermehrte sich sichtbar.

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Varianten des Kapitalismus
Globalisierung und Sozialstaat
Wettbewerb oder Koordination?

Im Motorsport gilt das geflügelte Wort, Rennen werden „auf der Bremse“ entschieden. Das ist übertrieben, ohne kräftigen Motor geht nichts. Die Kombination aus beidem macht den Erfolg aus. Das gilt auch für die Globalisierung. Unbestritten sind weltweit offenere Märkte ein bärenstarker Motor des wirtschaftlichen Wohlstandes. Die Empirie ist eindeutig. Umsonst ist allerdings wachsender Wohlstand nicht. Offenere Märkte beschleunigen den Prozess der „schöpferischen Zerstörung“. Den wirtschaftlichen Akteuren wird einiges an Anpassung abverlangt: „There is no gain without pain“. Die Menschen sind eher bereit, auch hohe Kosten der Veränderung auf sich zu nehmen, wenn sie sicher sein können, im Falle des wirtschaftlichen Scheiterns nicht ins Bodenlose zu fallen. Der Sozialstaat soll helfen, dass dies nicht geschieht, ohne den Motor des Wohlstandes abzuwürgen. Wie sich die Menschen zur Globalisierung stellen, hängt auch davon ab, was sie dem Sozialstaat zutrauen. Je effizienter er ist, je geringer seine Nebenwirkungen sind, desto schneller kann auch die wohlstandssteigernde weltweite Öffnung der Güter- und Faktormärkte voranschreiten.

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Von wegen “Die Mitte schrumpft”
Weltweit wachsen die Mittelschichten. Und die Ungleichheit nimmt ab.

Mittelschichten explodieren: Bis zum Jahr 2030 werden zwei Milliarden Menschen mehr auf der Welt ein bürgerliches Leben führen. Und die weltweite Ungleichheit wird zurück gehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs.

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Zur Ordnungspolitik der Transplantationsmedizin

Noch ein Gespenst geht um in Europa, es ist das Gespenst der „Kommodifizierung des menschlichen Körpers“. Die Gespensterseher verschiedener Lager haben sich die Brüsseler Hintertreppe hinaufgeschlichen, um jeden Ansatz zu einer Auflockerung von „Kommerzialisierungsverboten“ menschlicher Gewebe oder Organe im Keim unterbinden zu können. Auf europäischer Ebene sollen unter dem Deckmantel der Harmonisierung und des Schutzes vorgeblich höchster Werte bestimmte weltanschauliche Auffassungen auf Dauer zementiert werden. Dieses durchaus typische Vorgehen wird im Erfolgsfalle dazu führen, dass in Zukunft in keinem der Mitgliedsstaaten mehr mit anderweitigen Regelungen experimentiert werden kann. Jetzt schon wird jede Bestrebung, noch so milde Formen finanzieller Anreize im Bereich der Gewebe- und Organspende zu benutzen, mit Verweis auf die übergeordnete Brüsseler Regelung als aussichtslos klassifiziert.

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Ehegattensplitting – eine von vielen Merk-würdigkeiten des progressiven Einkommensteuer-systems

Familien werden in Deutschland als wirtschaftliche Einheiten gesehen. Das dürfte neben seiner normativen Basis auch schlicht die gesellschaftliche Realität widerspiegeln – spätestens, wenn Kinder im Spiel sind. Der Realität entspricht es auch, dass es in aller Regel die Eltern sind, die das Haushaltseinkommen erwirtschaften, entweder jeweils zu einem Teil oder – im Rahmen einer eher traditionellen Rollenteilung – durch einen Ehepartner allein. Insoweit ist es nicht ganz abwegig, wenn der Fiskus das insgesamt erwirtschaftete Familieneinkommen im Rahmen des Ehegattensplittings zunächst einmal zusammen rechnet, und zwar unabhängig davon, wer wie viel zum Familieneinkommen beigetragen hat. Erst dann wird ein gemeinsamer Steuersatz auf das gesamte Einkommen angewendet. Auf diese Weise kann die Familie dann ganz nach eigenem Gusto entscheiden, wer welche Rolle einnimmt, wer also in welchem Maße das Geldeinkommen erwirtschaftet und wer sich in welcher Weise um andere Dinge kümmert. So lange der Staat die Familie als eine wirtschaftliche Einheit betrachtet, sorgt die Zusammenrechnung des Einkommens der Ehepartner dafür, dass die Rollenverteilung innerhalb einer Familie allein den persönlichen Vorlieben der Eheleute folgt und die Besteuerung darauf keinen Einfluss nimmt.

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Eine Strategie gegen die große Inflation

Die sogenannte Kreditkrise, die mit Zahlungsausfällen im amerikanischen Markt für Hypothekenkredite mit geringer Bonität („Subprime“) ihren Ausgang genommen hat, hat die Fehlkonstruktion des staatlich kontrollierten Papiergeldsystems offen gelegt: Das systemimmanente Auftürmen von immer mehr Kredit manövriert die Volkswirtschaften in die Überschuldung – an deren Ende unweigerlich eine große Inflation stehen wird.

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Die Erholung in Deutschland –
Hintergründe, Gewinner und Verlierer

Deutschland ist im Aufschwung. Trotz einer Reihe von konjunkturellen Querschlägern – hohe Öl- und Rohstoffpreise, Euroaufwertung und die Bremseffekte infolge der US-Immobilien- und Finanzmarktkrise – wird das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,5 Prozent zulegen. Damit ist die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung in preisbereinigter Rechnung seit dem Erholungsbeginn im Jahr 2004 um insgesamt fast 9 Prozent gestiegen. In nominalen Größen steigt das Bruttoinlandsprodukt von 2004 bis einschließlich 2008 voraussichtlich um 320 Milliarden Euro auf über 2.530 Milliarden Euro an. Auch der Arbeitsmarkt wurde im Gefolge dieses wirtschaftlichen Aufschwungs deutlich belebt. Im Jahresdurchschnitt 2007 waren mit fast 39,8 Millionen insgesamt fast 1 Millionen Menschen mehr erwerbstätig als zwei Jahre zuvor. Dabei entstanden vorwiegend sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Zum Jahresende 2007 waren sogar erstmals in Deutschland mehr als 40 Millionen Menschen erwerbstätig. Die Arbeitslosigkeit, die sich im Jahresverlauf 2005 zum Teil auf über 5 Millionen Menschen belief, konnte bis zum Frühsommer 2008 auf unter 3,3 Millionen zurückgeführt werden. Als Folge wachstumsbedingter Mehreinnahmen sowie nur noch moderaten Ausgabenzuwächse konnte auch das in Deutschland über weite Zeit chronische Staatsdefizit abgebaut werden. Nach Finanzierungslücken von mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts konnten im Jahr 2007 erstmals seit dem Jahr 1989 – ohne Berücksichtigung der UMTS-Einnahmen im Jahr 2000 – ein ausgeglichener Staatshaushalt realisiert werden.

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Wirtschaftliche Freiheit in Deutschland:
Versuch einer historischen Erklärung
(Teil 2: Das amerikanische Erbe)

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die wirtschaftliche Freiheit in Deutschland eine neue Chance. Die amerikanische Militärregierung versuchte, Deutschland diesmal auf die Schiene zum wirtschaftlichen Erfolg zu setzen, ihm eine freiheitliche Wirtschaftsordnung zu geben. Das galt nicht – jedenfalls nicht in gleichem Umfang – für die anderen Besatzungsmächte: die Sowjetunion beutete Ostdeutschland nach Kräften aus, Frankreich eröffnete eine groß angelegte Demontagekampagne und die englische Labour-Regierung führte in der britischen Zone die Montanmitbestimmung ein. Die Amerikaner dagegen wollten verhindern, dass sich Versailles wiederholen würde. Westdeutschland sollte ein Bollwerk gegen den Sowjetkommunismus werden. Sichtbarster Ausdruck dieser Hilfsbereitschaft war der Marshall-Plan.

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Armes Deutschland?

Ein Achtel aller Bundesbürger lebt in Armut. Ohne staatliche Transfers wäre es sogar ein Viertel. Dies ist die zentrale Botschaft des jüngsten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. In den Augen vieler hat die Armut in Deutschland mittlerweile eine Größenordnung erreicht, die den sozialen Frieden gefährdet und auf längere Sicht sogar den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft bedroht. Politisches Gegensteuern sei deshalb nicht nur im Interesse der Armen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt erforderlich.

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