Mit Positivismus und Empirismus gegen die Freiheit

I.

In der Volkswirtschaftslehre hat der empirisch-quantitative Ansatz die Oberhand gewonnen. Warum das wissenschaftstheoretisch kein Fortschritt ist, und warum gerade diese – irreführend als „modern“ bezeichnete – Orientierung freiheitsfeindliche Politiken (schein)legitimieren und befördern kann, soll im Folgenden erörtert werden. – Dieser Beitrag verbreitet keine Neuigkeiten, sondern macht auf entscheidende Argumente aufmerksam, die derzeit im „Methodenstreit“ über den Kurs der Volkswirtschaftslehre kaum oder keine Beachtung finden.

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Märkte sind unvollkommen. Nutzen wir sie!
Mehr Markt am Arbeitsmarkt

“No one spends someone else’s money as carefully as he spends his own.” (Milton Friedman)

Was seit langem befürchtet wurde, wird nun leider wahr: Die Wirtschaftskrise kommt auf den Arbeitsmärkten an. Ein schrumpfendes BIP lässt die Arbeitslosenquoten in die Höhe schnellen. Noch wird das wahre Ausmaß der Krise auf den Arbeitsmärkten verdeckt. Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik, wie etwa die Kurzarbeit, verhindern offiziell das Schlimmste. Der  wahre Zustand auf den Arbeitsmärkten lässt sich aber nicht mehr lange verheimlichen. Kein Wunder, dass die Politik in Panik gerät. In den USA wird ein drittes Konjunkturprogramm gefordert. Explodierende Arbeitslosenzahlen werden auch hierzulande mit der Nähe zur Bundestagswahl ihre Wirkung auf  die Politik entfalten. Der industriepolitische Deutschland-Plan der SPD  gibt einen Vorgeschmack.  Vielleicht verhindert die Angst der Bevölkerung vor den inflationären Folgen einer weiteren staatlichen Verschuldung noch Schlimmeres.

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Ordnungsruf:
Krise am Finanzmarkt – Krise auch im Elfenbeinturm?

Reflektiert die aktuelle Finanzkrise eine Krise der Ökonomik? Selbstverständlich tut sie das, wie zuletzt der „Economist“ anhand des gegenwärtigen Zustands der Makroökonomik dargelegt hat. Der „Methodenstreit“, den sich die deutsche Ökonomenzunft gerade wieder gegönnt hat, hat dazu beigetragen, einen Aspekt dieser Krise zu beleuchten: Ökonomen vernachlässigen nach wie vor die institutionellen Rahmenbedingungen des Wirtschaftens. Die Finanzkrise wirft nun ein grelles Licht auf mindestens ein weiteres Defizit ökonomischer Theoriebildung: Ökonomen vernachlässigen die Determinanten und die Rationalität realen menschlichen Verhaltens.

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Wahlrecht, Populisten und irrationale Politik
Warum der Glaube an den Weihnachtsmann die Politik bestimmt

Das Grundgesetz der Bundesrepublik gilt zu Recht als ein Glücksfall, denn es hat nach den Jahren der Nazibarbarei die Prinzipien der Menschenwürde und der offenen Gesellschaft tief in unserer Gesellschaft verankert. Wer hätte das 1945 für möglich gehalten? Das ändert aber nichts daran, dass das Grundgesetz jenseits seiner unumstößlichen Grundsätze nicht auch Gegenstand öffentlicher Diskurse sein darf und muss. Auch das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich einen Beitrag dazu geliefert, indem es die Überhangmandate für verfassungswidrig erklärte. Diese sind bekanntlich die Folge der deutschen Mischung von Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht. Auch wenn eine substantielle Änderung des Wahlrechts politisch aussichtslos ist, so darf das Urteil rein sachlich betrachtet doch Anlass sein, sich ein paar grundsätzliche Gedanken zum Wahlrecht und seine Folgen zu machen.

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Rettet die Zentralbanken!
Die Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank ist in Gefahr

Es kommt nicht selten vor, daß die Unabhängigkeit von Zentralbanken kritisiert wird. Normalerweise hört man Forderungen nach einer stärkeren politischen Kontrolle von Zentralbanken dann, wenn ihre Kritiker das Zinsniveau für zu hoch halten. In fast jeder Aufschwungsphase findet man jemanden, der meint, die Zinserhöhungen kämen viel zu früh und würden die gerade einsetzende Erholung abwürgen. Und in jeder Abschwungsphase gibt es Kritiker, die schon nach den ersten schlechten Nachrichten Deflationsgespenster sehen und nach einer stärker expansiven Geldpolitik rufen. Diese Kritiker meinen dann oft, daß institutionelle Reformen zu einer – aus ihrer Perspektive – besseren Geldpolitik führen würden. Stur auf das Preisniveau fixierte, unabhängige Zentralbankiers müßten durch politischen Druck dazu gebracht werden, das Ziel der Stabilität des Geldwertes etwas niedriger, und andere Ziele etwas höher zu gewichten.

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Metapher statt Prophetie
Was Ökonomen von Geisteswissenschaftlern lernen können

Der Anforderungskatalog, den John Maynard Keynes für gute Ökonomen aufstellte, hat es in letzter Zeit (auch in diesem Blog) zu einiger Berühmtheit gebracht. Keynes schreibt über seinen Lehrer Alfred Marshall (und kennt in seiner eigenen Person gewiss zumindest noch einen Ökonomen, auf den all das zutrifft): „Er (i.e. ein Meisterökonom) muss einen hohen Standard in mehreren verschiedenen Richtungen erreichen und Talente miteinander kombinieren, die man nicht oft zusammen findet. Er muss Mathematiker, Historiker, Staatsmann, Philosoph sein – bis zu einem gewissen Grad. Er muss Symbole verstehen und in Worten sprechen. Er muss das besondere im Zusammenhang mit dem Allgemeinen begreifen, und Abstraktes wie Konkretes im selben Gedankengang ertasten. Er muss die Gegenwart im Lichte der Vergangenheit studieren für die Zwecke der Zukunft. Kein Teil der menschlichen Natur oder seiner Institutionen darf sich völlig außerhalb seines Blickes befinden.“

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Krise! Welche Krise?
Fußballboom in Europa!

„Geld schießt keine Tore” (Otto Rehhagel)

Die Welt ist seit dem Fall von Lehman Brothers wirtschaftlich aus den Fugen geraten. Eine Branche nach der anderen kommt in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten. Trotz vielfältiger staatlicher Hilfe gehen Unternehmen reihenweise Pleite. Die Angst vor massenhafter Arbeitslosigkeit geht um. Spätestens nach den Bundestagswahlen wird sich zeigen, die Party ist endgültig vorbei. Nach jahrelangen Exzessen in der Finanzbranche herrscht nun reale Katerstimmung. Überall ist Krise, nur nicht im europäischen Fußball. Die Fans strömen weiter in Scharen in die Stadien, Vereine geben das Geld wie bisher mit vollen Händen aus, Transfersummen erreichen immer neue Rekordhöhen. Viele europäische Spitzenclubs drehen weiter ein großes finanzielles Rad. Die Partystimmung ist ungebrochen.

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Berlin und Brüssel können Bürgerinteressen nicht genug vertreten:
Es lebe die Karlsruher Republik!

Gysi und Gauweiler sei Dank! Starbatty sowieso. Sie, die Dissidenten des politischen „mainstream“ – als Linke, Rechte und Liberale – haben in „Karlsruhe“ gegen „Lissabon“ geklagt und gegen „Berlin“ gewonnen. Die Sache ist kompliziert, aber auch aufschlussreich. Ebenso wie das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG). Ich bin nun kein Jurist, habe mich aber, wie es sich für einen Ordnungsökonomen gehört, durch die 75 Seiten Urteilsbegründung gekämpft und fand darin etliche ordnungspolitische, Argumente. Das Karlsruher Urteil, die Berliner Reaktion, die Brüsseler Realität: all das ist für die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen der Zukunft überaus relevant. Das ist nur ein weiterer Anlass für einen sinnvollen Dreiklang in unserer Disziplin, der fordert, dass sich Ökonomen nicht nur für das interessieren sollten, was sich ökonometrisch oder modellhaft rechnen lässt, sondern auch für das, womit rechtlich-institutionell zu rechnen ist.

Berlin und Brüssel können Bürgerinteressen nicht genug vertreten:
Es lebe die Karlsruher Republik!”
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Gastbeitrag:
Die private Krankenversicherung darf nicht überfordert werden

Die vom Verfassungsgericht bestätigten Regeln passen nicht zum Geschäftsmodell der privaten Krankenversicherung. Politische Bestrebungen, die gesetzlichen Krankenkassen zu Lasten der privaten zu stärken, gehen fehl. Sie führen zu weniger statt zu mehr Nachhaltigkeit.

Gastbeitrag:
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Der MBA-Eid
Modewelle oder ernsthafte Initiative?

Am  3. Juni diesen Jahres leisteten mehr als 400 Studenten der Harvard Business School einen so genannten MBA-Eid. Bei der Veranstaltung handelte sich um eine Initiative der Absolventen, der sich mehr als die Hälfte der Harvard Absolventen des Jahrgangs anschloss. Die Absolventen beeideten u.a. feierlich, dass sie sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und mit größter Integrität handeln würden. Sie würden nicht ihre eigenen eng definierten Ambitionen auf Kosten des Unternehmens und der Gesellschaft, der dieses Unternehmen dient, verfolgen.

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