Erwartungen bei Yen und Yuan außer Kontrolle

Der Druck auf die chinesische Dollar-Bindung ist wieder einmal stärker geworden. US-Finanzminister Geithner hat den Bericht über die Wirtschafts- und Währungspolitik der Handelspartner, der China als “Währungsmanipulator” einstufen soll, zwar verschoben. Doch das Ultimatum läuft. Spätestens im Juni soll das G20-Treffen auf mulitlateraler Ebene den Durchbruch zu mehr Wechselkursflexibilität, d.h. Yuan-Aufwertung, bringen. Gelingt das nicht, kann sich die Regierung in Washington unter Umständen nicht mehr dem Druck des Kongresses zu Handelssanktionen entziehen. Spätestens der Handelsboykott sollte China zu dem bewegen, was dem Rest der Welt schon lange einleuchtet: Der Yuan muss aufwerten. Zum Besten für die Welt – und für China selbst!

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Gastbeitrag:
Regulierung ist ein Krisentreiber

„Die Vorstellung, staatliche Einmischungen seien eine ‘Lösung’ für wirtschaftliche Probleme, bewirkt in jedem Land Zustände, die zumindest äußerst unbefriedigend und oft geradezu chaotisch sind. Wenn der Staat nicht rechtzeitig damit aufhört, führen solche Eingriffe unvermeidlich zum Sozialismus.“ konstatierte Ludwig von Mises 1959 in Buenos Aires während seiner Vorlesung „Interventionismus“. Dokumentiert in dem Band „Vom Wert der besseren Ideen“ zeigt sie mit großer Klarheit den destruktiven Charakter staatlicher Eingriffe in die spontane Ordnung des Marktes auf.

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Der Bailout für Griechenland:
Schäuble setzt sich über Merkels Vorgaben hinweg

Die Finanzminister des Euro-Raums haben am Sonntag beschlossen, dass Griechenland im Falle eines Falles im ersten Jahr einen Dreijahreskredit von bis zu 30 Milliarden Euro zu einem Zins von etwa 5 Prozent erhalten soll. Finanzminister Schäuble hat dem zugestimmt. Der Beschluss ist unvereinbar mit der Erklärung der Staats- und Regierungschefs vom 25. März. Dort heißt es:

“Die Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets sind bereit, im Rahmen eines Pakets, das eine erhebliche Finanzierung durch den Internationalen Währungsfonds und einen Mehrheitsanteil aus europäischen Finanzmitteln umfasst, zu koordinierten bilateralen Darlehn beizutragen. Dieser Mechanismus, der die Finanzierung durch den Internationalen Währungsfonds ergänzt, ist als Ultima Ratio zu betrachten, was insbesondere bedeutet, dass die Finanzierung über den Markt nicht ausreicht … Die Zinssätze werden nicht-konzessionär sein, d.h. sie werden kein Subventionselement enthalten.”

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Schäuble setzt sich über Merkels Vorgaben hinweg“
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Vom Regen in die Traufe
Die monetäre Versuchung staatlicher Verschuldung

„By a continuing process of inflation, government can confiscate, secretly and unobserved, an important part of the wealth of their citizens” (John Maynard Keynes)

Ein Gespenst geht um in der entwickelten Welt, das Gespenst der Inflation. Das verwundert, zumindest auf den ersten Blick. An der Preisfront für Güter und Dienste herrscht nirgends inflationärer Alarm. Struktureller Wandel und der Verlust des Arbeitsplatzes sind momentan die größere Gefahr. Und doch fürchten sich die Menschen vor künftiger Inflation. Was ihnen Angst macht, ist die explodierende staatliche Verschuldung. Ein Blick in die Geschichte zeigt, diese Angst ist begründet. Viel zu oft hat die Politik versucht, die reale Schuldenlast des Staates inflationär zu verringern. Hohe staatliche Defizite und ein wachsender Schuldenberg nähren die Befürchtung, dass die Politik auch dieses Mal der monetären Versuchung nicht widerstehen kann. Inflationäre Entwicklungen sind wahrscheinlich. Tatsächlich löst Inflation aber kein einziges Problem, sie schafft nur neue.

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Warum gibt es keine Konkurrenz zur Fußball-Bundesliga?

Die Fußball-Bundesliga produziert eine Unterhaltungsdienstleistung, die von den Konsumenten sehr hoch geschätzt wird, was an den Zuschauerzahlen im Stadion und an den Zuschauern vor dem Fernsehen deutlich wird. Zwar existieren Substitutionsprodukte auf dem Unterhaltungssektor, aber insbesondere die Attraktivität anderer deutscher Profi-Sportligen oder ausländischer Fußballigen scheint für den deutschen Zuschauer eher gering zu sein. Nun läßt sich beobachten, daß der Markt für „Fußballspiele“ offenbar wenig bestreitbar ist; dies zeigt sich daran, daß im Fußball keine Konkurrenzligen auf dem höchsten Spielniveau auftreten, geschweige denn sich durchsetzen können.

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Staatshilfen für Opel: Europäische Zwickmühlen

Ende vergangenen Jahres hatte es bereits den Anschein, als sei die Subventionierung der deutschen Opel-Standorte vom Tisch. In beispielloser Offenheit hatte der Mutterkonzern General Motors versucht, die Regierungen der Länder, in denen Opel und Vauxhall präsent sind, gegeneinander auszuspielen, um möglichst hohe Staatszuschüsse zu seinem Restrukturierungsprogramm herauszuholen. Damals war es die EU-Kommission, die alle beteiligten europäischen Regierungen an einen Tisch holte und sie gemeinsam dazu brachte, mit einer Stimme die Erpressungsversuche aus Detroit abzuwehren. Ein Nutznießer war der damals frischgebackene Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, dem damit ein nationaler Alleingang gegen die Subventionsbegehren aus Detroit erspart blieb.

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Saldenmechanik, Wirtschaftslenkung, Zentralisierung
Die schleichende Dominanz französischen Wirtschaftsdenkens in der EU

Die mit der Einführung des Euro implizierte Abschaffung der nominalen Wechselkurse innerhalb der Euro-Zone wird  nach wie vor – trotz Griechenland-Krise  – vielfältig gepriesen. Die höchste Eloge bezieht sich auf die einheitliche Währung als Garant für den Frieden in Europa: „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Währung, weil Länder mit einer gemeinsamen Währung nie mehr Krieg gegeneinander führen“ (Kohl und Waigel). Wenn dem tatsächlich so wäre, dann müßten wir wohl schleunigst alle Länder dieser Welt in die EWU aufnehmen. Eine solche militärische Wechselkurstheorie der Einheitswährung ist natürlich absurd. Man könnte sogar fragen, ob nicht die gegenwärtige Euro-Krise mit und um Griechenland demonstriert, daß gerade die Abschaffung von Wechselkursänderungen friedensrelativierende bürgerkriegsähnliche Eruptionen im Land der Antike hervorgebracht hat, die immerhin mit dem Verbrennen von EU-Fahnen einherging. Jedenfalls zeigt sich jetzt nicht nur theoretisch, daß die Abschaffung von Wechselkursänderungen ihren Preis hat.

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Gastbeitrag
Keusch und reich
Warum die katholische Kirche am Zölibat festhält

So frech wie Gregor von Montelongo ist wohl kein Zweiter gewesen. Freilich hatten es auch andere mit dem Zölibat nicht so genau genommen. Bischof Heinrich von Basel zum Beispiel hinterließ bei seinem Tod im Jahre 1238 20 Kinder; beim Kollegen Heinrich von Lüttich, der 1281 starb, sollen es sogar 61 gewesen sein. Gregor von Montelongo aber, offensichtlich dem Humor zugeneigt, setzte sich über das Zölibat-Gesetz des Papstes auf ganz besondere Weise hinweg. “Si non caste tamen caute”, ließ der Oberhirte der Lombardei 1251 als Wahlspruch in sein Wappen setzen: „Wenn nicht keusch, so doch wenigstens vorsichtig.“

Gastbeitrag
Keusch und reich
Warum die katholische Kirche am Zölibat festhält
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BlogDialog
Karl-Heinz Paqué über den Aufbau Ost
Der Wirtschaftsprofessor und Minister a.D. im Interview

Herr Professor Paqué, war die Wiedervereinigung ein Erfolg oder ist sie gescheitert?

Paqué: Die Wiedervereinigung war ein Teilerfolg. Das, was erreichbar war, ist erreicht worden. Das, was nicht erreichbar war, ist nicht erreicht worden. Das Problem in der öffentlichen Wahrnehmung waren die viel zu hohen Erwartungen.

Hätte es eine Alternative zu der eingeschlagenen Genese eines vereinten Deutschlands gegeben?

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Karl-Heinz Paqué über den Aufbau Ost
Der Wirtschaftsprofessor und Minister a.D. im Interview
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Gastbeitrag:
Öffentlich-rechtliches Fernsehen ohne Werbung?

Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, hat vorgeschlagen, Werbung und Sponsoring bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten schrittweise zu vermindern, um letztendlich ganz darauf zu verzichten. Die Finanzierung des Ausstiegs aus der Werbung könnte über die Erhebung der Vollgebühr für PCs vorgenommen werden. Diejenigen, die bisher nur die Grundgebühr von 5,76 Euro zahlen, müssten dann den vollen Betrag von monatlich 17,98 Euro abführen. Gewinner dieser möglichen neuen Finanzierungsstruktur wären zum einen die Öffentlich-Rechtlichen, da sie nun unabhängig davon, welches Empfangsgerät von einer Person genutzt wird, den vollen Betrag der Gebühr einnehmen könnten. Damit würde die Gebühr noch stärker als eine Steuer wahrgenommen, da die Zahl derjenigen, die weder ein Fernsehgerät, noch ein Radio oder ein sogenanntes „neuartiges Rundfunkgerät“ (wie etwa einen entsprechenden PC oder ein Smart Phone mit Empfangsmöglichkeit) besitzen, langsam aber sicher gegen Null gehen dürfte.

Gastbeitrag:
Öffentlich-rechtliches Fernsehen ohne Werbung?“
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