Gastbeitrag
Folgt die EZB weiterhin ihrem Preisstabilitätsziel?

Vor dem Hintergrund hoher und sich festsetzender Inflation im Euroraum hat die Europäische Zentralbank (EZB) am 9. Juni 2022 ihre jüngsten geldpolitischen Entscheidungen getroffen. Sie wird ihre Netto(!)-Anleihekäufe zum 1. Juli 2022 einstellen; kündigt jedoch an, dass sie Netto-Käufe im Rahmen des Pandemie-Kaufprogramms PEPP jederzeit wieder aufnehmen werde, falls sie dies für erforderlich halte. Ferner sollen die Leitzinsen im Juli um 0,25 Prozentpunkte steigen; d.h. die Zinsen auf Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB bleiben weiter negativ.

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Gastbeitrag
Zur Überlegenheit der CO2-Bepreisung
Konsequente Bepreisung von Treibhausgasen hilft eher als regulatorische Vorschriften, das Pariser Klimaziel zu erreichen

Der Titel dieses Beitrags wird bei Ihnen womöglich Stirnrunzeln auslösen: «Eine Bepreisung von CO2-Emissionen? Bei den Energiepreisen? Seid ihr wahnsinnig? Habt ihr nun komplett die Bodenhaftung verloren?». Nein haben wir nicht. Doch dazu mehr gegen Textende.

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Zur Überlegenheit der CO2-Bepreisung
Konsequente Bepreisung von Treibhausgasen hilft eher als regulatorische Vorschriften, das Pariser Klimaziel zu erreichen
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Das blinde Auge der Angst
Warum fürchten wir keine atomare Antwort Putins auf Wirtschaftssanktionen?

Der Krieg in der Ukraine zeigt in vielerlei Hinsicht Wirkung auf unsere Gesellschaft. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die stete und in praktisch allen Medien ausgetragene Diskussion, wie sich Deutschland in diesem Konflikt verhalten soll bzw. konkret, welche Maßnahmen zur Unterstützung der Ukraine zu ergreifen sind.

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Warum fürchten wir keine atomare Antwort Putins auf Wirtschaftssanktionen?
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Immobilienpreise in Deutschland
Wachsende Abwärtsrisiken

Ende 2021 warnten Autoren der Schweizer Großbank UBS, dass die Wohnungspreise in Frankfurt am Main am stärksten von ihren fundamental gerechtfertigten Werten entfernt seien – weltweit. In einer ähnlich konzipierten Studie aus dem Jahr 2019 wurde München als die Stadt mit den weltweit größten Verwerfungen auf den Wohnungsmärkten ausgewiesen, die Autoren sprechen selbst von den größten Risiken für Immobilienblasen. Von einer Immobilienblase wird üblicherweise dann gesprochen, wenn die realisierten Preise für eine durchschnittliche Immobilie nicht mehr durch fundamentale Bestimmungsfaktoren wie Einkommensentwicklung, Bevölkerungsentwicklung, Zinsentwicklung oder Fertigstellungszahlen erklärt werden können. Häufig wird als zusätzliches Merkmal herangezogen, dass aufgrund dieser Dynamik Immobilien zunehmend mit Fremdkapital finanziert werden müssen.

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Wachsende Abwärtsrisiken
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Totales Energie-Embargo oder russischer Vasallenstaat?
Ein Plädoyer für massive Militär(sofort)hilfe an die Ukraine

„Insgesamt ist es wie bei früheren Krisen auch: Es passiert etwas Unvorhergesehenes am Markt, die Preise gehen hoch, und dann sehen neue Anbieter ihre Chance, die Lücke zu füllen. Wir sind jetzt in der Phase zwischen Preisschocks und neuen Angeboten.“ (Marcus M. Keupp)

Die Ukraine steht militärisch mit dem Rücken zur Wand. Es ist ihr zwar gelungen, den russischen Angriff auf Kiew zu stoppen. Ansonsten sieht es allerdings nicht gut aus. Der Donbass ist fast vollständig von den Russen besetzt, die russische Landbrücke zur Krim ist geschaffen, der letzte verbliebene Zugang der Ukraine (Odessa) zum Schwarzen Meer ist in Gefahr (Abbildung 1). Westliche Sanktionen haben den russischen Vormarsch nicht aufhalten können. Militärische Hilfe für die Ukraine ist weiter defizitär. Die USA und Großbritannien helfen, Deutschland steht auf der Bremse, Frankreich versteckt sich und sorgt sich um die “Demütigung” von Putin. Kein Wunder, dass sich die militärische Übermacht der Russen nach und nach durchsetzt.  Der Ruf nach härteren wirtschaftlichen Sanktionen wird lauter. In Deutschland wird über ein totales Energie-Embargo gegen Russland gestritten. Umstritten ist der Import von russischem Gas. Die Befürworter wollen verhindern, dass die sanktionierenden Länder die russische Kriegskasse ständig weiter füllen. Weniger Devisen würden das russische militärische Potential schwächen. Immerhin hat die deutsche Industrie in den zwei Monaten seit Ausbruch des Krieges über 8,3 Mrd. Euro für russische Energie ausgegeben, die EU über 39 Mrd. Euro. Die Gegner verweisen dagegen auf die hohen Kosten für die systemrelevante energieintensive heimische Industrie. Bei einem totalen Energie-Embargo drohe eine  wirtschaftliche Kernschmelze.

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Gastbeitrag
Kommt jetzt eine US-Rezession?

Amerikaner haben miese Stimmung…
Die Stimmung in der US-Wirtschaft hat sich zuletzt deutlich eingetrübt. Einige regionale Umfragen zum Geschäftsklima in der Industrie sind im Mai unter die Marke von null Punkten gefallen, den niedrigsten Stand seit der Corona-Krise im Frühjahr 2020. Das Verbrauchervertrauen hat einen noch deutlicheren Schlag versetzt bekommen und liegt noch tiefer als zu Zeiten von Corona (Abbildung 1).

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Warum das Auto eine großartige Zukunft haben wird

Viele halten den Automobilverkehr nicht für zukunftsfähig. Mitunter denken sie, der Klimawandel würde einen schnellen Umstieg auf den öffentlichen Verkehr notwendig machen. So wird derzeit auch von Teilen der politischen Entscheidungsträger in Deutschland das „9-Euro-Ticket“ als Autoalternative propagiert, das für drei Monate einen nachhaltigen Umstieg auf den ÖPNV attraktiv machen solle.

Doch ob dem Auto oder dem öffentlichen Verkehr die Zukunft gehört, hängt stark von Kosten-Nutzen-Überlegungen der Nutzer ab. Im Gegensatz zur Meinung mancher Politiker und Aktivisten dürfte der öffentliche Verkehr mit Bus oder Bahn aufgrund von einfachen ökonomischen Gründen gegenüber dem Auto bald stark an Bedeutung verlieren. Autonom fahrende, elektrische Autos könnten das Kosten-Nutzen-Kalkül grundlegend und dauerhaft zugunsten des Autos verändern.

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Gastbeitrag
Hunger durch Agrarspekulation?
Lessons (not) learned*

Nun ist es gut zehn Jahre her, dass zivilgesellschaftliche Organisationen Alarm schlugen und davor warnten, dass bestimmte Terminmarktgeschäfte mit Agrarrohstoffen, vor allem Weizen, eine übertrieben preistreibende Wirkung entfalten, Lebensmittel verteuern und zahlreiche Menschen in armen Ländern in existenzielle Bedrängnis bringen. Damals war von „Hungermachern“ die Rede.

Mittlerweile wissen wir: Dieser Alarm war ein Fehl-Alarm.[1] Die Vorwürfe waren nicht berechtigt. Die seinerzeitigen Preissteigerungen waren realwirtschaftlich verursacht. Die Spekulation traf also keine Schuld. Sie war nicht die Verursacherin, sondern nur die Überbringerin der Botschaft, dass die Nachfrage nach Getreide größer war als das Angebot. Insbesondere Indexfonds, die damals an den Pranger gestellt wurden, sind intensiv untersucht worden – ohne den Verdacht bestätigen zu können, dass sie zu Recht am Pranger standen.[2]

Heute ist es wieder so weit. Erneut wird Alarm geschlagen. Diesmal ist von „Hungerprofiteuren“ die Rede. Doch die Vorwürfe sind weitgehend identisch: Agrarspekulanten werden angeklagt, an den Rohstoffbörsen zu „zocken“, auf Hunger zu „wetten“, sich mit verantwortungslosem „Glücksspiel“ an der Not armer Menschen zu bereichern.[3]

Was ist diesmal davon zu halten? – Eine Antwort auf diese Frage wird in drei Schritten entwickelt. Erstens erläutert dieser Artikel den ökonomischen Sachverhalt, wie die Kassamärkte und Terminmärkte für Weizen funktionieren und zusammenhängen. Zweitens begründet er, warum die gegenwärtige Datenlage nicht dafür spricht, dass eine exzessive Spekulation durch künstliche Verknappung (= Weizenhortung) exzessive Preissteigerungen ausgelöst hat. Drittens wird aus wirtschaftsethischer Sicht Stellung genommen zur erneuten Kampagne zivilgesellschaftlicher Organisationen. Hier geht es um einen konstruktiven Versuch, die Kritiker zu kritisieren und darauf hinzuweisen, dass die Selbstkorrekturkräfte des zivilgesellschaftlichen Sektors gestärkt werden sollten.

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Hunger durch Agrarspekulation?
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Podcast
Die Macht der Narrative

Narrative – also Erzählungen – sind zu einem wichtigen Instrument in der Politik geworden. Mit ihnen lassen sich Wähler für politische Botschaften und Konzepte gewinnen, ohne dass die Wähler die dahinter stehenden Problemlagen selbst verstehen müssen. Ihnen reicht oft eine plausible bzw. glaubwürdige Erzählung. Doch wie muss ein Narrativ gestrickt sein, um damit möglichst viele Menschen zu überzeugen?

Dr. Jörn Quitzau (Berenberg) im Gespräch mit Prof. Dr. Joachim Weimann (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg).

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Pro & Contra
Bleibt die Inflation dauerhaft erhöht?

Der Inflationsdruck in Deutschland und Europa ist auch 2022 sehr hoch. Zum Jahreswechsel gab es kein Abflauen, obwohl das manche aufgrund von Einmaleffekten prognostiziert hatten. So lag die Inflationsrate in Deutschland im Februar wieder bei über 5%. Europaweit betrug sie sogar knapp 6%. Gründe sind vor allem explodierende Energiepreise und steigende Ausgaben für Lebensmittel. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft der Menschen und nagt an den Ersparnissen.

Der Ukraine-Krieg dürfte den Preisdruck im Sommer weiter nicht so schnell abebben lassen – nicht nur wegen steigender Energiepreise, sondern auch aufgrund von Materialmangel und Lieferengpässen. Doch was passiert danach? Die Ökonomen Gunther Schnabl und Sebastian Dullien sind unterschiedlicher Meinung, ob die Inflation dauerhaft erhöht bleibt und inwieweit ein Eingreifen der Politik, allen voran der EZB, geboten ist. 

Pro & Contra
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