Kein Potenzial für Wünsche

Die deutsche Volkswirtschaft steht auf den ersten Blick gar nicht so schlecht da, sie wirkt erstaunlich robust. Nach dem Rendezvous mit der Stagnation in den Jahren 2012 und 2013 legte das reale Bruttoinlandsprodukt hierzulande in den vergangenen beiden Jahren um deutlich mehr als 1 ½ Prozent zu. Für dieses Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 1 ½ Prozent und für das kommende Jahr ein etwas schwächerer Zuwachs von gut 1 ¼ Prozent erwartet (IW-Forschungsgruppe Konjunktur, 2016).

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Fokus auf die Marktwirtschaft
Argumente gegen eine Überfrachtung der VGR

Innovationen erscheinen in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen oftmals nicht rechtzeitig und vollständig. Vielmehr sind dort nur die negativen Substitutionseffekte sichtbar. Ist dies jedoch ein Marktphänomen, dann sollte sich dies auch in einer schwächeren Marktproduktion und Produktivität sowie in einem engeren Verteilungsspielraum zeigen. Um die mit der digitalen Revolution entstehenden privaten neuen Gütern und die damit verbundenen Wohlstandseffekte zu berücksichtigen, bietet sich eine gesonderte Analyse in einer Satellitenrechnung an. Damit kann eine Überfrachtung des wichtigen BIP-Konzepts verhindert werden.

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Was zu tun und was zu lassen ist
Wirtschaftspolitik in Zeiten “säkularer Stagnation”

Die Mehrzahl der Unternehmen erwartet eine anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Sie begründen dies in erster Linie mit angebotsseitigen Anpassungslasten: Fachkräftemangel sowie Arbeits-, Energie- und Regulierungskosten. Dies spricht für eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und nicht für eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik.


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Vermeintliche Königswege
Industrie oder Dienstleistungen?

Es gibt verschiedene Wege zum Wohlstand. Länder mit einem vergleichsweise hohen Dienstleistungsanteil haben keinen Wohlstandsvorsprung. Auch beim Strukturwandel ist kein eindeutiges Vorteilsmuster für Dienstleistungs- oder Industrieökonomien zu erkennen. Politisch gewünschter Strukturwandel – egal in welche Richtung – birgt die Gefahr einer leeren Versprechung.

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Re-Industrialisierung in Europa – sieht man schon was?

Im Gefolge der Staatsschuldenkrise in Europa stehen auch die Wirtschaftsstrukturen der einzelnen Länder verstärkt im Blickfeld. Dabei wird die Bedeutung der Industrie erheblich positiver beurteilt, als dies oftmals in den vergangenen Dekaden der Fall war. Es wird sogar eine Reindustrialisierung Europas gewünscht – um Wachstum und Wohlstand zu generieren. Wie stark unterscheiden sich die Länder Europas überhaupt in ihrer Wirtschaftsstruktur und welche Richtung hat der Strukturwandel zuletzt eingenommen?

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VGR-Revision 2014 – Sind wir jetzt reicher?

Die Deutschen sind seit Anfang September 2014 statistisch erheblich reicher, denn sie haben ein deutlich höheres BIP je Einwohner. Das Volkseinkommen je Einwohner ist aber kaum gestiegen.

Anfang September 2014 wurden revidierte Daten für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) vorgestellt. Die VGR – ein, wenn nicht sogar das zentrale Informationssystem für die wirtschaftswissenschaftliche Analyse – unterliegt beständigen Überarbeitungen. Dabei werden neue Basisdaten, neue Berechnungsmethoden, aber vor allem neue Konzepte eingearbeitet. Die sich im Zeitablauf wandelnde ökonomische Realität – zum Beispiel durch eine intensivere internationale Arbeitsteilung – erfordert auch Anpassungen der statistischen Konzepte, um den Anschluss an die ökonomische Realität nicht zu verlieren. Eine evidenzbasierte Wirtschaftspolitik braucht aussagekräftige Daten.

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Keine Angst vor der Globalisierung!
Erfahrungen mit der EU-Osterweiterung

Zum 1. Mai 2004 traten acht Länder aus Mittel- und Osteuropa – Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, Slowakische Republik, Tschechische Republik, Ungarn – sowie die Mittelmeerstaaten Malta und Zypern der Europäischen Union (EU) bei. Die wirtschaftliche Integration der mittel- und osteuropäischen Länder war schon zur Jahrtausendwende weit vorangekommen. Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den Ländern Mittel- und Osteuropas wurden bereits in den 1990er Jahren weit ausgebaut. Deutsche Unternehmen waren zudem schon vor der formellen EU-Osterweiterung im Jahr 2004 mit Produktionsstätten vor Ort vertreten.

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Deutsche Wirtschaft im Schatten politischer Unsicherheiten

Die deutsche Wirtschaft löste sich im Jahresverlauf 2013 mehr und mehr von der Schwächephase, die sich vor allem im Jahr 2012 und auch noch im ersten Quartal 2013 zeigte. Die Staatsschulden- und Wirtschaftskrise in Europa hatte dem deutschen Export und der inländischen Investitionstätigkeit deutlich zugesetzt. Bei den Investitionen wurde im Verlauf des Jahres 2013 die Trendwende vollzogen und auch der Außenbeitrag trug wieder positiv zum Wirtschaftswachstum bei. Die Erholung der deutschen Exporte ging mit dem im vergangenen Jahr einsetzenden Auftrieb der Weltwirtschaft einher. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Jahren sorgten dabei die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wieder zunehmend für konjunkturelle Impulse. Die US-Konjunktur zeigt sich robust. Europa hat offensichtlich die Talsohle nach dem Einbruch infolge der Staatsschulden- und Bankenkrise durchschritten. Die Tiefstände bei der gesamtwirtschaftlichen Produktion und die Höchststände bei der Arbeitslosigkeit werden langsam hinter sich gelassen.

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Export und Wachstum
Verwirrung und Entwirrung

Die Ökonomen machen es der breiten Öffentlichkeit manchmal wirklich nicht leicht. Zum einen dreht derzeit folgende Meldung die Runde: Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr einen neuen Rekord beim Leistungsbilanzüberschuss. Zum anderen wird fast zeitgleich gemeldet, dass der Außenbeitrag im Jahr 2013 das Wirtschaftswachstum in Deutschland gebremst hat. Wie passt das zusammen?

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