Warum zwei Prozent?
Zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank

Seitdem sich die Inflation in Europa auf dem Rückzug befindet, wächst die Kritik an der geldpolitischen Strategie der Europäischen Zentralbank, weil diese versucht, die Preissteigerungsrate im Eurowährungsgebiet mittelfristig auf einem Wert von unter (aber nahe bei) 2 Prozent zu stabilisieren. Während einige Stimmen die völlige Aufgabe von Inflationszielen empfehlen, fordern andere Beobachter, die Zielinflationsrate deutlich (etwa auf 4 Prozent) anzuheben und die Politik der quantitativen Lockerung so lange fortzusetzen, bis dieses Ziel erreicht ist (Blanchard, Dell’Ariccia, Mauro, 2010).

„Warum zwei Prozent?
Zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank
weiterlesen

Achtung Statistik
Verschwörungen

Hat die Mondlandung vielleicht gar nicht stattgefunden? Ist der Klimawandel eine Erfindung einer Gruppe von Wissenschaftlern? Oder verheimlicht die Pharmaindustrie seit Jahren eine wirkungsvolle Krebstherapie? Diese und ähnliche Verschwörungstheorien kursieren seit langem, speziell seit es das Internet gibt. Und für den Einzelnen ist es in der Regel unmöglich, diese selbst nachzuprüfen. Trotzdem glauben die meisten Menschen nicht an solche Theorien. Ein wesentlicher Grund ist wohl, dass man davon ausgehen kann, dass bei vielen Verschwörungen so viele Personen involviert sein müssten, so dass früher oder später einer von ihnen die Wahrheit preisgeben würde.

Achtung Statistik
Verschwörungen“
weiterlesen

Achtung Statistik
Verwirrung um Sterbetafeln

Die Lebensversicherungen werden oft als der Deutschen liebste Anlageform bezeichnet. Trotz aller Diskussionen aufgrund der momentan niedrigen Zinsen spielen sie bei der Altersvorsorge nach wie vor eine wichtige Rolle. Dabei erscheint es uns heute völlig normal, dass unterschiedliche Kunden unterschiedliche Beiträge zahlen müssen. Ein wichtiger Faktor ist dabei natürlich das Alter. Das war aber nicht immer so. So wurden noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts Leibrenten in der Regel unabhängig vom Alter des Käufers ausgegeben, was dazu führte, dass Nachfrager und Anbieter konträre Interessen hatten. Und so bildete die Frage, wie man den Preis solcher Versicherungsprodukte zumindest vom Alter des Versicherten abhängig machen sollte, eine der wesentlichen Triebfedern der modernen Statistik. Es wurden in der Folge an unterschiedlichen Stellen in Europa Statistiken zu den Todesfällen nach Alter differenziert erstellt.

Achtung Statistik
Verwirrung um Sterbetafeln“
weiterlesen

Achtung: Statistik
Mehrwertsteuer in Griechenland

Seit Anfang der Woche gelten in Griechenland für viele Produkte und Lebensmittel höhere Mehrwertsteuersätze der Höhe 6, 13 und 23 Prozent. So müssen für verpackte und verarbeitete Lebensmittel und für Getränke und Mahlzeiten in Cafés und Restaurants nun 23 Prozent statt bisher 13 Prozent Mehrwertsteuer entrichtet werden. In den Medien kursieren seitdem Berichte über die konkreten Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung. So lässt sich zum Beispiel von gestiegenen Butterpreisen von 1,50 auf 1,90 Euro und von um 20 Cent teureren Schokoriegeln lesen. Außerdem wird berichtet, dass der Handel die Preissteigerungen durch die Mehrwertsteuererhöhung insgesamt auf rund 20 Prozent schätzt. Aber können die genannten Preissteigerungen tatsächlich alleine auf die Mehrwertsteuererhöhung zurückgeführt werden?

Achtung: Statistik
Mehrwertsteuer in Griechenland“
weiterlesen

Achtung:Statistik
Aussagen in der Werbung

„9 von 10 Ärzten empfehlen…“ So oder ähnlich beginnen viele Klassiker des Lügens mit Statistik in der Werbung. Nun gibt es aber schon seit einigen Jahren auch in Deutschland rechtliche Regelungen, die irreführende Werbung unterbinden sollen. Und in der Tat scheint es so, als habe die Zahl offensichtlich falscher Werbeversprechen seitdem abgenommen. Aber immer wieder finden sich trotzdem bemerkenswerte Aussagen, so etwa diese: „Wussten Sie, dass etwa 80% aller Steinschläge in der Frontscheibe kurzfristig reißen?“

Achtung:Statistik
Aussagen in der Werbung“
weiterlesen

Achtung: Statistik
Woher kommt die falsche Zahl?

Bei Statistiken, die sehr oft und über lange Zeit wiederholt werden, neigt man leicht dazu, diese irgendwann als bestätigte Wahrheiten hinzunehmen und nicht weiter zu hinter- fragen. So auch bei der folgenden: „Frauen erbringen 66% der Arbeit, erzeugen 50% der Nahrungsmittel, erhalten aber nur 10% des Einkommens und besitzen nur 1% aller Immobilien.“ Bekannt geworden ist diese Statistik vor allem durch die massenhafte Verbreitung durch seriöse Organisationen wie dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) oder Oxfam, einem Verbund von verschiedenen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen. Auch von deutschen Medien werden die Zahlen – besonders vor dem Hintergrund des kürzlich stattgefundenen Weltfrauentags – immer wieder aufgegriffen. Und in der Tat ist diese Zusammenstellung ja auch aufrüttelnd und einprägsam.

Achtung: Statistik
Woher kommt die falsche Zahl?“
weiterlesen

Kurz kommentiert
Von Waschmaschinen, Obsoleszenz und fragwürdigen Zahleninterpretationen

Das Umweltbundesamt und das Öko-Institut e.V. haben am Wochenende eine Pressemitteilung verbreitet, die in den Medien breite Berücksichtigung gefunden hat. Unter der Überschrift „Faktencheck Obsoleszenz“ wurde u.a. die Schlagzeile „Mehr Waschmaschinen, Wäschetrockner und Kühlschränke innerhalb von 5 Jahren defekt (…)“ verbreitet. Ein Ziel der zweiteiligen Studie, zu der jetzt der erste Teil veröffentlicht wurde, liegt in der Überprüfung, ob Obsoleszenz – also der herstellerseitig geplante vorzeitige Verschleiß – bei Hausgeräten zu beobachten ist. Im ersten Schritt wurden dazu Verbraucher bei Ersatzkauf eines Haushaltsgroßgerätes nach dem Ersatzgrund befragt, differenziert nach dem Alter der Geräte. Die Befragung fand dabei 2004 und 2012/2013 statt. Ein zentrales Ergebnis liegt darin, dass bei Haushaltsgroßgeräten bis 5 Jahren 2004 3,5% der Befragten angaben, dass das alte Gerät kaputt gegangen sei, 2012/2013 hingegen dieser Anteilswert auf 8,3% gestiegen ist. Genau auf diesen Ergebnissen beruht auch die abgeleitete Schlagzeile „Mehr Waschmaschinen, Wäschetrockner und Kühlschränke innerhalb von 5 Jahren defekt (…)“.

Kurz kommentiert
Von Waschmaschinen, Obsoleszenz und fragwürdigen Zahleninterpretationen“
weiterlesen

Drei statistische Anmerkungen zur Ebola-Epidemie

Die Ebola-Epidemie in Westafrika verschlimmert sich in diesen Wochen in einem rasanten Maße, sodass uns immer neue Schreckensmeldungen erreichen. Auch die mediale Aufmerksamkeit ist enorm. Sowohl aktuelle Meldungen als auch Hintergrundinformationen findet man täglich an den unterschiedlichsten Stellen. Klar ist dabei, dass die zur Prognose der Krankheitsausbreitung verwendeten statistischen Modelle nicht ausführlich erläutert werden können. Dies scheint auch für die breite Öffentlichkeit nicht nötig zu sein. Es ist allerdings erstaunlich, dass einige ganz elementare, aber zentrale mathematische und statistische Aspekte kaum genannt werden, die zum Verständnis der Situation beitragen können. Drei davon werden im Folgenden aufgegriffen.

„Drei statistische Anmerkungen zur Ebola-Epidemie“ weiterlesen

VGR-Revision 2014 – Sind wir jetzt reicher?

Die Deutschen sind seit Anfang September 2014 statistisch erheblich reicher, denn sie haben ein deutlich höheres BIP je Einwohner. Das Volkseinkommen je Einwohner ist aber kaum gestiegen.

Anfang September 2014 wurden revidierte Daten für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) vorgestellt. Die VGR – ein, wenn nicht sogar das zentrale Informationssystem für die wirtschaftswissenschaftliche Analyse – unterliegt beständigen Überarbeitungen. Dabei werden neue Basisdaten, neue Berechnungsmethoden, aber vor allem neue Konzepte eingearbeitet. Die sich im Zeitablauf wandelnde ökonomische Realität – zum Beispiel durch eine intensivere internationale Arbeitsteilung – erfordert auch Anpassungen der statistischen Konzepte, um den Anschluss an die ökonomische Realität nicht zu verlieren. Eine evidenzbasierte Wirtschaftspolitik braucht aussagekräftige Daten.

„VGR-Revision 2014 – Sind wir jetzt reicher?“ weiterlesen

BücherMarkt
„Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet“

Wenn die Namen Gerd Gigerenzer und Walter Krämer als Autoren eines neuen populärwissenschaftlichen Buches fallen, liegt der Verdacht nahe, dass es im weitesten Sinne um Statistik gehen dürfte, denn beide sind hinlänglich als Bestsellerautoren zu diesem Thema bekannt. Man mag sich also die Frage stellen: „Warum ein weiteres Buch? Ist nicht schon alles zu diesem Thema geschrieben worden?“

BücherMarkt
„Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet““
weiterlesen