Der Chefvolkswirt
Die DIHK-Konjunkturumfrage als Instrument der wirtschaftspolitischen Beratung

1. Einleitung

Wirtschaftspolitiker haben es mitunter schwer, genauso schwer wie Unternehmer oder Konsumenten. Denn sie alle treffen Entscheidungen häufig unter großer Unsicherheit. Daran ändert auch die Fülle an Informationen nichts, seien es statistische Daten, Expertenmeinungen oder Analysen, die heutzutage zur Verfügung stehen. Zu sehr stützen sie sich auf die Vergangenheit, Statistik ist stets der „Blick zurück“, Meinung und Faktum kommen nur sehr vage unterscheidbar daher.

Der Chefvolkswirt
Die DIHK-Konjunkturumfrage als Instrument der wirtschaftspolitischen Beratung”
weiterlesen

Der Chefvolkswirt
Deutsche Reformerfolge als Blaupause für Europa

In diesem Beitrag werden die wichtigsten Reformen der vergangenen zehn Jahren in Deutschland kurz beschrieben. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Maßnahmen sich als besonders erfolgreich und effektiv erwiesen haben. Die Erfahrungen mit den Reformen in Deutschland geben dabei wertvolle Hinweise für heutige europäische Krisenländer wie etwa Italien.

Der Chefvolkswirt
Deutsche Reformerfolge als Blaupause für Europa”
weiterlesen

Occupy the NBA- „we want the 52.5 percent!“
Auswirkungen von Spielergewerkschaften im Sport

Aufgrund eines Streiks verschiebt sich das für den 1. November 2011 terminierte erste Spiel der NBA-Saison zwischen den Dallas Mavericks und den Chicago Bulls bis auf weiteres. Seit dem 1.06.2011 ringen die Spielergesellschaft NBPA (National Basketball Players Association) unter NBPA-Präsident Derek Fisher und die Teambesitzer der NBA unter Liga-Commissioner David Stern um einen neuen Tarifabschluss (o.V., 2011a). Nachdem nunmehr alle Novemberspiele abgesagt wurden, zieht sich die Zwangspause nach neuerlichem Abbruch der Vertragsverhandlungen mindestens bis Mitte Dezember hin. Selbst bei einer verkürzten Vorbereitungsphase dürften somit die beliebten Spiele während der Weihnachtsfeiertage ausfallen (o.V., 2011b).

“Occupy the NBA- „we want the 52.5 percent!“
Auswirkungen von Spielergewerkschaften im Sport
weiterlesen

Gastbeitrag
Arbeitskräftemobilität in der Eurozone

Zu den wesentlichen Symptomen der Krisenlagen im Eurogebiet gehört das Auseinanderlaufen der Trends an den Arbeitsmärkten. In den stark verschuldeten GIPS-Ländern, also den südlichen Staaten und Irland, ist die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren rasant gestiegen. So verzeichnet Spanien aktuell mit 21,2% (August 2011, Eurostat) sowie auch für das Jahr 2010 (mit 20%) die weitaus höchste Arbeitslosenquote in der EU. Auch in Portugal, Irland und Griechenland liegen die Quoten (mit zuletzt 12,3%, 14,6% und 16,7%) auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Im Gegensatz dazu befinden sich die Arbeitsmärkte in anderen Teilen des Eurogebietes in besserer Verfassung. Neben Österreich und den Niederlanden gilt das vor allem auch für Deutschland. Hier ist die Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Jahren sogar gesunken und befindet sich derzeit (August 6,0%) auf dem tiefsten Stand seit 1991. In einigen Branchen herrscht sogar Mangel an Fachkräften.

Gastbeitrag
Arbeitskräftemobilität in der Eurozone”
weiterlesen

Gastbeitrag:
Mindestlohn in der Pflege – Der Schatten wächst

Seit August 2010 gilt in der Pflegebranche ein Mindestlohn von 8,50 €/Std. in Westdeutschland und 7,50 €/Std. in Ostdeutschland. Dies erstaunt bei oberflächlicher Betrachtung umso mehr, als dass gerade in der Pflege ein ausgesprochener Mangel an Arbeitkräften besteht und der Pflegenotstand vielerorts tägliche Realität darstellt.

Gastbeitrag:
Mindestlohn in der Pflege – Der Schatten wächst”
weiterlesen

Vorwärts in die Vergangenheit: Widerstand gegen die Rente mit 67
Deutsche Gewerkschaften, französische Jugendliche und bayerische Ministerpräsidenten


– Zum Vergößern bitte auf die Grafik klicken –

Was haben deutsche Gewerkschafter, französische Jugendliche und der bayerische Ministerpräsident gemeinsam? Sie sind gegen ein höheres Rentenzugangsalter. Die deutschen Gewerkschaften haben die Entscheidung der Großen Koalition, die Regelaltersgrenze schrittweise auf 67 anzuheben, nur mit der Faust in der Tasche hingenommen. Nach dem Verlust der Regierungsbeteiligung stellen SPD und Gewerkschaften die Rentenreform nun auch öffentlich in Frage. In Frankreich gehen Sozialisten gemeinsam mit Gewerkschaften gegen die Rentenreform von Nicolas Sarkozy auf die Straße. Unterstützt werden sie von der nachwachsenden Generation, den Jugendlichen. Die Sozialisten kämpfen inzwischen auch vor dem Verfassungsgericht gegen die Reform. Auch der bayerische Ministerpräsident hat seinen Widerstand gegen die Rente mit 67 lautstark angekündigt. Er werde sie entschieden bekämpfen, wenn sich die Lage der Älteren auf den Arbeitsmärkten nicht nachhaltig bessere.

“Vorwärts in die Vergangenheit: Widerstand gegen die Rente mit 67
Deutsche Gewerkschaften, französische Jugendliche und bayerische Ministerpräsidenten
weiterlesen

Verkehrte Welt: Eurosklerosis in Amerika, Wirtschaftswunder in Deutschland?
Arbeitsmarktmodelle im Wettbewerb

„Es steht außer Frage, dass die Arbeitslosenzahlen in angelsächsischen Ländern stärker schwanken. Im Trend der letzten 20 Jahre sind sie in Amerika aber geringer als unsere […]. Daher wäre ich […] vorsichtig mit der Behauptung, dass wir besser sind.“ (Hans-Olaf Henkel)

Die Finanzkrise hat die Welt auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr so, wie es einmal war, fast nichts. Aus Gewinnern wurden Verlierer, Verlierer stiegen wie Phönix aus der Asche. Die USA scheint es besonders hart erwischt zu haben. Der wirtschaftliche Erfolg der Vergangenheit ist wie weggeblasen. Die Volkswirtschaft wächst anämisch, die Arbeitslosigkeit erreicht Werte aus wirtschaftlich dunklen Zeiten. Notorische Kritiker der USA stimmen freudig den Abgesang an. Ganz anders ist die Lage in Deutschland. Der lange kranke Mann Europas erholt sich schnell. Die Wirtschaft wächst mit hohen Raten, ein Aufschwung XXL eben. Ehemals sklerotische Arbeitsmärkte scheinen nur so vor Kraft zu strotzen. Die Arbeitslosigkeit erreicht immer neue Tiefstwerte. Ist das eine ökonomische Zeitenwende? Hat das amerikanische Modell abgewirtschaftet? Erlebt Deutschland ein neues Wirtschaftswunder?

“Verkehrte Welt: Eurosklerosis in Amerika, Wirtschaftswunder in Deutschland?
Arbeitsmarktmodelle im Wettbewerb
weiterlesen

Lohn- und Tarifpolitik nach der Finanzkrise
Werden Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände überflüssig?

„Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt – er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.“ (Henry Ford)

Die Finanzkrise hat die Welt an den Rand einer Depression geführt. In vielen Unternehmen drohten 2009 die Lichter auszugehen. Das alles scheint vergessen. Auf den deutschen Arbeitsmärkten ist der Einbruch des Bruttoinlandsprodukts glimpflich verlaufen. Nun nimmt auch das wirtschaftliche Wachstum wieder Fahrt auf. Es scheint also wenig Grund zu geben, Grundlegendes zu ändern. Das sagen sich wohl auch die Tarifpartner. In der Lohn- und Tarifpolitik läuft alles wie immer. Die Tarifpartner üben sich in einem medienwirksamen, archaischen Ritual. Gewerkschaften fordern nach den Entbehrungen der letzten Jahre einen kräftigen Schluck aus der Pulle. Bei Widerstand droht Streik. Arbeitgeberverbände sehen die zarte Pflanze des Aufschwungs ernsthaft in Gefahr. Sie drohen mit einem Abbau von Arbeitsplätzen. Beide Seiten bringen ihren Wirtschaftsweisen in Stellung. Es ist wie immer, nur die Realität ist eine andere.

“Lohn- und Tarifpolitik nach der Finanzkrise
Werden Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände überflüssig?
weiterlesen

Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben
Arbeitsmärkte in Zeiten der Finanzkrise

„Wissenschaft hat etwas Faszinierendes an sich. So eine geringfügige Investition in Fakten liefert so einen reichen Ertrag an Voraussagen.“ (Mark Twain)

In der Finanzkrise wird die zweite Runde eingeläutet. Aus der Krise des Finanzsektors ist eine Staatsschuldenkrise geworden. Längst ist der finanzielle Tsunami auch auf den realen Sektor übergeschwappt. Das reale Sozialprodukt in der reichen Welt ist überall eingebrochen, teilweise drastisch. Allerdings sind die realen Einbrüche unterschiedlich stark. Manche Länder kamen glimpflich davon, andere traf es hart. Die heterogenen Schocks schlagen allerdings nicht Eins-zu-Eins auf die Arbeitsmärkte durch. Vor allem das „amerikanische Modell“ („leben um zu arbeiten“) sieht in der Finanzkrise alt aus. Dort stieg die Arbeitslosigkeit stärker als das Sozialprodukt einbrach. Das „europäische Modell“ („arbeiten um zu leben“) scheint wieder an Boden zu gewinnen, das „deutsche“ strahlt in neuem Glanz. Hierzulande ging die Arbeitslosigkeit seit Ausbruch der Krise sogar leicht zurück, obwohl das Sozialprodukt spürbar gesunken ist.

“Leben um zu arbeiten oder arbeiten um zu leben
Arbeitsmärkte in Zeiten der Finanzkrise
weiterlesen

Schwarz-Gelb III:
Falsche Arbeitsanreize und fehlende Äquivalenz
Eine neue Koalition gegen den Markt?

„Wir haben ein System, das zunehmend Arbeit besteuert und Erwerbslosigkeit bezuschusst.“ (Milton Friedman)

Allen Unkenrufen zum Trotz verläuft die weltwirtschaftliche Krise am Arbeitsmarkt in Deutschland bisher eher glimpflich. Das ist erstaunlich, ist doch der Absatz in einigen Branchen drastisch eingebrochen. Das hat der Beschäftigung nicht gut getan, die Arbeitslosigkeit ist aber seit Ausbruch der Krise dennoch kaum gestiegen. Im vergangenen September sind die Arbeitslosenzahlen sogar noch einmal spürbar zurückgegangen. Das muss allerdings in Zukunft nicht so bleiben. Die hohe Zahl an Kurzarbeitern zeigt, wie groß die Probleme am deutschen Arbeitsmarkt tatsächlich sind. Hellt sich die wirtschaftliche Lage nicht bald nachhaltig auf, kommt das dicke Ende erst noch. Kein Wunder, dass auf der neuen schwarz-gelben Bundesregierung viele Hoffnungen ruhen. Der Koalitionsvertrag gibt erste Hinweise, wohin die arbeitsmarktpolitische Reise gehen wird.

Schwarz-Gelb III:
Falsche Arbeitsanreize und fehlende Äquivalenz
Eine neue Koalition gegen den Markt?
weiterlesen