Japans Lehren für Chinas trübe Wachstumsperspektiven

Die Aussichten hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in China haben sich zum Schlechten gewendet. Das Kapital verlässt das Land, die Währung ist unter Abwertungsdruck, die Devisenreserven schmelzen und die Wachstumsaussichten sind eingetrübt. Bisher waren Investitionen, Exporte und die Bauindustrie noch die Wachstumsmotoren. Nun sollen es der inländische Konsum, mehr Staatsausgaben und billiges Geld richten. Mit Blick auf Japans Erfahrungen ist diese Strategie nicht aussichtsreich (Schnabl 2016).

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Gastbeitrag
Das Jahr der Ziege
Soll und Haben für China aus weltwirtschaftlicher Sicht

Ob der chinesische Präsident Xi Jinping am Ende des Jahres der Ziege Soll und Haben für sein Land einmal nicht aus nationaler sondern aus weltwirtschaftlicher Sicht saldieren wird? Und wenn er es täte, wie sähe das Ergebnis aus? Auf der Habenseite wird er zwei Entscheidungen verbuchen können, auf die er direkt keinen Einfluss nehmen konnte: zum einen die des Internationalen Währungsfonds (IWF), Chinas Währung als fünfte Währung in den Kreis der „frei nutzbaren“ Reservewährungen aufzunehmen, aus deren Korb sich der Wert der Sonderziehungsrechte bestimmt, zum anderen die Ratifizierung der Quoten-und Stimmrechtsformen des IWF durch den amerikanischen Kongress, die China knapp hinter Japan auf den dritten Platz der IWF-Mitglieder nach ihren Stimmrechten hebt, allerdings mit weitem Abstand hinter dem einzigen Mitglied mit Vetomacht, den USA. Beide Entscheidungen mögen „symbolisch“ genannt werden. Sie honorieren aber das, was Chinas Währungspolitik in den letzten Jahren geleistet hat: einen sichtbaren Beitrag zu stabilen Währungsrelationen und den langsamen Einstieg der chinesischen Währungspolitik in marktbestimmte Wechselkurse.

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Das Jahr der Ziege
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China als neuer Spieler im globalen Abwertungswettlauf?

China löst Unruhe auf den globalen Finanzmärkten aus. Zuerst die Turbulenzen auf dem chinesischen Aktienmarkt, dann letzte Woche einige deutliche Abwertungsschritte (siehe Abbildung 1) und nun wachsende Skepsis am Wachstum Chinas. Der offizielle Standpunkt der chinesischen Behörden für die Kehrtwende in der Währungspolitik war, dass nur mehr Wechselkursflexibilität zugelassen würde. Dennoch sind weitere Abwertungsimpulse nicht ausgeschlossen, was die Welt einer Beschleunigung des schon bestehenden Abwertungswettlaufs näher bringt.

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Planwirtschaft durch die finanzielle Hintertür!
Trübe Aussichten für die Internationalisierung des Renminbi

China bebt! Auf den chinesischen Aktienmärkten werden die Karten auf den Tisch gelegt. Seit 12. Juni 2015 hat eine rasante Talfahrt eingesetzt. Panikartige Verkäufe ließen die Kurse um mehr als 30% fallen. Innerhalb von drei Wochen wurden 2,36 Billionen Dollar Marktkapitalisierung vernichtet. Das entspricht dem zehnfachen des (auch fallenden) griechischen Sozialprodukts. Chinas Taxifahrer, Hausfrauen, Jungunternehmer und der neue Geldadel müssen Federn lassen. Bis vor kurzem hatte die staatlich kontrollierte Propagandamaschinerie den Shanghai Stock Exchange Composite noch nach oben gepeitscht. Zwischen November 2014 und Mitte Juni 2015 waren die Kurse um 150% gestiegen (siehe Abbildung). Die Peoples Bank of China hatte mit Zinssenkungen noch Öl ins Feuer gegossen.

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China`s Exchange Rate Policy in the Light of the German Experience with an Undervalued Deutschmark

This paper deals with the present undervaluation policy in China in the light of the German experiences with the undervaluation of the Deutschmark under Bretton Woods conditions. In Germany, there was a 20 years lasting academic and public debate on the needs for appreciation because of the high costs of having an undervalued currency. These costs referred, i. a., to inflation import, overheating the economy, and distortion of the internal production structure of the country – this seeming to be a similar situation in present China. From the German experience it is argued that flexible nominal exchange rates for large economies like China could better reduce the costs of the adjustment needs of real exchange rates than adjustments via internal inflation. Furthermore, if China as a new Global Player fulfills some necessary conditions for sound economic performance the RMB could possibly change the international monetary order towards a 3-polar monetary system.

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Vom Anti-Dumping-Zoll zum Handelskrieg oder: wie du mir, so ich dir!

Die EU-Kommission hat seit vergangenem Donnerstag (6.6.2013) vorläufige Anti-Dumping-Zölle gegenüber chinesischen Herstellern von Solarmodulen eingeführt. Sie betragen zunächst 11,7 Prozent, sollen aber – wenn in den nächsten zwei Monaten keine Einigung erzielt wird – auf 47,5 Prozent angehoben werden. Einigung bedeutet dabei, dass die chinesischen Hersteller ein Exportkartell bilden und sich „freiwillig“ bereit erklären, ihre Preise deutlich anzuheben.

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Deutschland ist das China der Euro-Zone

Seit Jahren schon steht China wegen seiner Wechselkurspolitik international am Pranger. Insbesondere – aber nicht nur – die Amerikaner kritisieren die strategische Unterbewertung des chinesischen Renminbi (RMB).  Und dies zurecht, denn sie stellt eine Wechselkursprotektion dar, weil die Unterbewertung der heimischen Währung wie eine Subventionierung der chinesischen Exporte und eine Besteuerung der chinesischen Importe wirkt mit der Folge politisch verzerrter Außenhandelssalden: China exportiere zu viel und importiere zu wenig, heißt der Vorwurf. International verlangt wird, dass China seine Wechselkursprotektion der Unterbewertung durch eine nominale Aufwertung des RMB abbaue, um die Ungleichgewichte im Außenhandel zu reduzieren. Inzwischen hat China eine graduelle Aufwertung eingeleitet, wenngleich die signifikante Unterbewertung des RMB nicht beseitigt wurde: Sie wird zwischen 10 und 25 % geschätzt, je nachdem, welches theoretische Wechselkursmodell, welche Wechselkursvariante (nominaler, realer, effektiver etc. Wechselkurs) und welche Datenbasis zugrundegelegt wird. China betreibt also nach wie vor eine über den Wechselkurs unterbewertungsstrategisch angelegte Handelspolitik. Neben dem Argument, dass diese Politik die Akkumulation von Währungsreserven der Bank of China befördert, liegt eine der Begründungen für diese Protektionspolitik, dass eine Aufwertung des RMB zu Exporteinbußen führen und über diese eine kontraktive Entwicklung in Bezug auf Wachstum und Beschäftigung in China auslösen würden.

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USA – China: Zwei Keynesianer im (Un)Gleichgewicht

In der Krise versuchen sowohl China als auch die USA durch keynesianische Wirtschaftspolitik ihre nationalen Champions zu stärken. Durch expansive Geld- und Fiskalpolitik werden US-amerikanische Finanzinstitute und chinesische Exportunternehmen von ihren Regierungen an der Weltspitze gehalten. Die beiden Kontrahenten leisten sich in einer Art Gleichgewicht unbeabsichtigte Schützenhilfe, was aber internationale Ungleichgewichtige und das zukünftige Krisenpotenzial erhöht.

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Gastbeitrag:
Kritische Anmerkungen zu einer China-Konzeption

Eine berechtigte Sorge: Die globalen Asymmetrien

Nach Gunther Schnabl sind die globalen Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen gefährlich für die deutsche Wirtschaft, weil sie zu „Blasen“ führen, deren Platzen dann auch in Deutschland – wie man erst kürzlich erfahren konnte – zu Exporteinbrüchen führt, wodurch die ganze Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird (Quaas, Klein 2011). Seine Sorge gilt speziell der „Exportblase“ Chinas, womit er den nach seiner Meinung überdimensionierten Exportsektor und die damit erwirtschafteten Leistungsbilanzüberschüsse Chinas meint, die – das ist sein Vorschlag – durch eine konzertierte Aktion der Amerikaner und der Chinesen zurückgeführt werden sollten, wobei das Streitobjekt „Wechselkurs“ ausgespart bleiben kann (Schnabl 2011a:102).

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Erst Lagarde, nun auch Geithner: Deutschland exportiert zu viel!

Exportiert Deutschland zu viel: Die französische Wirtschafts- und Finanzministerin Lagarde beschwert sich, daß Deutschlands Exportüberschuß Frankreich schade. Der amerikanische Finanzminister Geithner sieht in den Exportüberschüssen Deutschlands und vor allem auch Chinas ein ernstes Welthandelsproblem. Sie richteten, weil sie Ausdruck von gravierenden „Ungleichgewichten“ im internationalen Handel seien, Schaden für die Weltwirtschaft an. Jedes Land solle deshalb seine Überschüsse und Defizite im Außenhandel auf maximal 4 % seines BIP begrenzen.

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