Zum Gedenken an Peter Oberender
Ein Ordnungs- und Gesundheitsökonom mit klarem ethischen Profil

Ende Februar 2015 ist Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Oberender nach kurzer aber sehr schwerer Krankheit verstorben. Der Tod Peter Oberenders hat viele betroffen gemacht, die ihn über Jahre als streitbaren liberalen Ökonomen mit dezidiert ethischem Profil kennen gelernt haben. Peter Oberender war darüber hinaus ein Menschenfreund, der den Meinungsaustausch und unterschiedliche Meinungen dabei schätzte, wenn sie begründet und mit eigener Position vertreten wurden. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner akademischen Auseinandersetzung war neben industrieökonomischen und wettbewerbspolitischen Fragenstellungen, Peter Oberender war hier ganz in der Linie zu seinem akademischen Lehrer Ernst Heuss, das Gesundheitswesen mit seinen vielfältigen Herausforderungen und Akteuren. Gerade hier den Zusammenhang zwischen individueller wirtschaftlicher und ethischer Verantwortung mit dem Prinzip wettbewerblicher, dezentraler Steuerung zu verknüpfen war sein besonderes Anliegen. Peter Oberender hat beim Blick auf gesundheitspolitische Steuerungsempfehlungen immer streng zwischen allokativer Steuerung der Akteure und distributiver Befähigung unterschieden und dabei die besonderen Bedingungen des Gesundheitswesens in diesem Kontext beachtet (vgl. dazu grundsätzlich Pauly 1988).

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Gastbeitrag
Competition in Motor Racing
A New Formula One Antitrust Case?

Following a letter sent by Anneliese Dodds, Member of European Parliament, the European Commission (EC) appears to be considering to open a new antitrust case against the owners of the FIA Formula One World Championship (F1), which, by some accounts, represents the second biggest sports business in the world. Dodds, representing a constituency from South England, the home of several Grand Prix teams and related technology companies, specifically raises two interrelated concerns: (i) a violation of a former settlement between F1 organizers and the EC’s competition division by re-mixing regulatory authority and commercial rights through the Fédération Internationale l’Automobile (FIA) and (ii) an unfair treatment of smaller teams by excluding them from regulatory decision procedures and by a grossly uneven distribution of revenues among teams. These two concerns, however, do not only point to a violation of the former settlement, they also reveal a major flaw in the 2001 agreement. Instead of restoring competition, the EU may just have leveraged market power away from the FIA and towards the commercial rights holder.

Gastbeitrag
Competition in Motor Racing
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Ordnungspolitischer Kommentar
Fährt Uber auf der Überholspur?

Was früher undenkbar gewesen wäre, ist heute aufgrund der neuen Kommunikationsmittel schnell und einfach möglich: Tauschen und gemeinsames Nutzen von Gegen­ständen wird nicht mehr nur im kleinen Kreis zwischen Freunden und Familienmitgliedern durchgeführt, sondern auch im größeren Kreis und mit Fremden. Internet und Smart­phones ermöglichen eine neue Kultur des Teilens: Bohr­maschinen werden verliehen, Autos werden von mehreren Personen genutzt, Sofas und leer stehende Zimmer als Übernachtungsmöglichkeiten angeboten. Die Grundidee der Sharing Economy ist eine zutiefst ökono­mische: Es geht um den sparsa­men Umgang mit knappen Ressour­cen. ­Die Ko­ordination kann dabei über Kommu­nikationsplattformen wie facebook laufen oder gezielt von kommerziellen An­bietern vermittelt wer­den. Einer dieser Anbieter ist der Fahr­dienstvermittler Uber. Über eine App vermittelt Uber Fahrgäste an Miet­wagen mit Fahrer (UberBlack) und an private Fahrer (UberPop). Das in San Francisco gegrün­dete Unternehmen bietet seine Dienste seit Anfang des Jahres in Deutschland an. Im Juni dieses Jahres haben Taxifahrer in Berlin und anderen europäi­schen Städten zu Demonstrationen gegen diese neue Konkurrenz aufgeru­fen. Vor Gericht erwirkten sie Fahr­verbote gegen private Uber-Fahrer. Ein abschließen­des gerichtliches Urteil über ein Verbot von Uber oder darüber, in welchem Rahmen Uber seine Diens­te anbieten darf, steht noch aus.

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Taxi-Deutschland: Der neue Wettbewerb

Firmen, die von staatlicher Protektion profitieren, scheuen den Wettbewerb, der von außen kommt. Sie sind deshalb die natürlichen Lobbyisten für staatlichen Schutz. Die institutionellen Arrangements für die Taxi-Branche in Deutschland sind wettbewerbsfeindlich, denn sie ähneln zunftähnlicher Protektion. Eine Welt der Zünfte mit hohen Eintrittsbarrieren ist immer nur gut für die Zunft-Mitglieder, aber immer schlecht für die Nicht-Mitglieder, die eine Dienstleistung außerzünftig  genauso gut oder besser anbieten und damit die Präferenzen der Nachfrager besser treffen können.

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Ordnungspolitischer Kommentar
Ein Wettbewerbsschwächungsgesetz für die GKV?

Im zwischen CDU, CSU und SPD vereinbarten Koalitionsvertrag sind tiefgreifende sozialpolitische Änderungen vorgesehen. Während über Mindestlohn und „Rente mit 63“ intensiv diskutiert wird, finden die Änderungen an der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Dies aber zu Unrecht, wie sich bei einem kritischen Blick auf die Reform des Zusatzbeitrags zeigt.

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Die Zukunft der Europäischen Union: Wettbewerb oder Zentralisierung?
Europa geht entschieden zu weit

„Nicht ständiger Kampf ist das Kennzeichen gesunden Wettbewerbs, sondern die Vielfalt.“ (Michael Rothschild)

Die Europäische Union ist in keiner guten Verfassung, weder wirtschaftlich noch politisch. Schon seit langem lahmt das wirtschaftliche Wachstum. Das gilt für das Zentrum und noch mehr für die Peripherie. Der Wohlstand der Mitgliedsländer entwickelt sich wieder auseinander. Von Konvergenz ist wenig zu sehen. Die Arbeitslosigkeit erreicht immer neue Höchststände. Vor allem in Südeuropa verliert die Jugend gerade ihre Zukunft. Die Armut erreicht immer öfter die Mittelschicht. Das gilt nicht nur für die akuten Krisenstaaten in der Eurozone. Über allem schwebt weiter das Damoklesschwert eines kollabierenden Euros. Das wäre der ökonomische und politische Super-GAU für die Europäische Union. Kein Wunder, dass die Zustimmung der Bürger zu „mehr“ Europa schwindet. Die Zahl derer steigt stetig, für die noch mehr „Brüssel“ ein Albtraum ist. Nationale, regionale und lokale Belange dominieren wieder. Die Frage, welche Ebene in Europa was zu sagen hat, wird immer öfter gestellt.

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Ordnungsruf
Wettbewerb ist unfair
Warum müssen die Bayern immer gewinnen?

Ich habe von Fußball keine Ahnung und jetzt habe ich auch noch ein Gerechtigkeitsproblem: Da sind die Bayern schon deutscher Meister. Und jetzt haben sie auch noch die Champions League gewonnen. Ist das nicht der beste Beweis dafür, dass der Wettbewerb ein unfaires Zuteilungsverfahren ist? Wäre es nicht fair, wenn jetzt einmal Dortmund zum Zug gekommen wäre? Das hätte jedenfalls mein Gefühl für Reziprozität, ausgleichende Gerechtigkeit, besser zufrieden gestellt (oder noch besser natürlich eine Mannschaft aus einem anderen Land). Wie gesagt, als Nichtfußballer, der Spiele immer nur guckt, wenn sie zu gesellschaftlichen Ereignissen werden, hatte ich für keine der beiden Mannschaften besondere Sympathien. Aber warum hat eigentlich niemand Mitleid mit den Dortmundern?

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Frieden, Freiheit und Wohlstand
Zerstört der Euro den europäischen Traum?

„Wenn wir versuchen wollten, Europa zentralistisch zu organisieren und gleichzeitig zu einem mehr oder weniger geschlossenen Block zu schmieden, so ist das nicht weniger als ein Verrat an Europa.“ (Wilhelm Röpke)

Der europäische Stern scheint zu verblassen, wirtschaftlich und politisch. Von der Euphorie der Nachkriegsgenerationen ist nur noch wenig zu spüren. Der von vielen erhoffte Aufbruch in die Vereinigten Staaten von Europa ist abgeblasen, zumindest vorerst. Stattdessen herrscht immer wieder die blanke Angst vor einem Lehman 2.0. Es gelten die ungemütlichen Gesetze von Krisen: Irrationalität und Panik. Die rasch steigende Arbeitslosigkeit außerhalb Deutschlands zeigt das erschreckende Ausmaß der ökonomischen Misere. Vor allem die (mediterrane) Jugend verliert ihr Vertrauen in die europäische Zukunft. Mit der ökonomisch unsinnigen „Retterei“ wird viel politisches Porzellan zerschlagen. Schon wieder prägen offene Feindseligkeiten, oft auch Hass das Bild in Europa. Wirtschaftliches Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht.

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Der Wettbewerb der Staaten und die Freiheit und Vielfalt der Religion

Auf Adam Smith geht die Einsicht zurück, dass sich Monopole nur dann über längere Zeit halten können, wenn sie vom Staat durchgesetzt werden:

„The monopolists … sell their commodities much above the natural price … Such enhancements of the market price may last as long as the regulations of police which give occasion to them“ (The Wealth of Nations, Bk. 1, Ch. VII, pp. 69f.).

Das gilt auch für Religionsmonopole. Je mächtiger der Herrscher, der Staat, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Staatsreligion. Aber Religionen – wie die meisten kollektiven Phänomene – verfügen über ein enormes Beharrungsvermögen. Sie können Bedingungen widerspiegeln, die mehrere Jahrhunderte zurückliegen. Deshalb empfiehlt es sich, nicht Zustände, sondern Veränderungen zu erklären. Sind Religionsmonopole vor allem in Großreichen entstanden, von besonders mächtigen Herrschern eingeführt worden? Betrachten wir einige historische Beispiele.

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Junge Ordnungsökonomik
Mehr Wettbewerb auf dem Ratingmarkt
Mögliche Hindernisse und Wirkungen auf die Ratingqualität

Die Ratingagenturen werden seit der Finanzmarktkrise 2007/08 sowie in der aktuellen europäischen Staatsschuldenkrise stark kritisiert. Daher werden Maßnahmen gefordert, die einerseits den Einfluss der Agenturen auf den internationalen Finanzmärkten reduzieren sollen. Andererseits sollen Vorkehrungen getroffen werden, die zu einer Steigerung der Ratingqualität führen. Eine sowohl in der Öffentlichkeit und in der Politik als auch in der Wissenschaft diskutierte Maßnahme betrifft die Steigerung des Wettbewerbs auf dem Ratingmarkt. Begründet wird dies zum einen durch die beschränkt oligopolistische Marktstruktur mit den dominanten Ratingagenturen Moody´s, S&P und Fitch. Zum anderen wird konstatiert, dass ein mangelnder Wettbewerb unter den etablierten Ratingagenturen die Wirkung der Reputation auf die Ratingqualität einschränkt. Allerdings unterbleibt in der aktuellen Diskussion eine kritische Analyse, inwiefern ein erfolgreicher Markteintritt einer neuen Ratingagentur überhaupt möglich ist. Zudem wird die Wirkung einer Wettbewerbsintensivierung auf die Qualität eines Ratings nur ungenügend betrachtet.

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Mögliche Hindernisse und Wirkungen auf die Ratingqualität
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