Liberale oder autoritäre Marktwirtschaft: Hat das westliche Freiheitsverständnis ausgedient?

In China entwickelt sich derzeit ein marktwirtschaftliches Gesellschaftsmodell ganz eigenen Typs. Die chinesische Regierung spricht davon, dass sie die Mechanismen des Kapitalismus zum Aufbau des Sozialismus einsetzen will. Der wirtschaftlichen Freiheit wird demnach kein Selbstzweck beigemessen, sondern sie wird lediglich als Instrument zur Verwirklichung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ziele eingesetzt, nachdem alle anderen Instrumente bis zum Ende der 1970er Jahre versagt hatten.

„Liberale oder autoritäre Marktwirtschaft: Hat das westliche Freiheitsverständnis ausgedient?“ weiterlesen

Die „Kreditkrise“ – die große Umverteilung

Wohl keine Institution stellt die Weichen der gesellschaftlichen Entwicklung so sehr in Richtung einer interventionistischen und dirigistischen Wirtschaftsordnung wie das staatliche Papiergeldsystem. Durch die Störungen, die es in der Wirtschaft verursacht, provoziert es eine Wirtschafts- und Finanzmarktkrise nach der anderen. Und nichts dürfte das freie Marktsystem so sehr kompromittieren wie die Serien von Konjunkturaufschwüngen („Boom“) und Konjunkturabschwüngen („Bust“).

„Die „Kreditkrise“ – die große Umverteilung“ weiterlesen

Eigentum als Garant der Freiheit

1. Staat und Wohlfahrtsstaat

Auf einer grundsätzlichen Ebene muss man feststellen, dass jeder Staat auch der minimalste Nachtwächterstaat bereits wohlfahrtsstaatliche Elemente enthält. Insbesondere die Abwehrrechte, die die individuellen Sphären gegenüber anderen Individuen und gegenüber dem Staat schützen sollen, werden vom freiheitlichen Rechtsstaat nicht gegen Gebühren durchgesetzt. Der Bürger zahlt nicht für einzelne Leistungen des Rechtsschutzes je nach Inanspruchnahme wie bei einem Dienstleister. Es gehört zum Wesen des Rechtsstaates, dass auch diejenigen den vollen Schutz ihrer Rechte erhalten, die entweder nicht in der Lage oder nicht bereit sind, für diese Rechte zu zahlen. Der Staat ist seiner Natur nach, sofern er jene die Freiheit definierenden Grundrechte überhaupt für jedermann durchsetzt, grundlegend umverteilender Natur. Diese Form der Umverteilung gehört notwendig zur freiheitlichen Rechtsstaatlichkeit hinzu. Denn es geht für den Anhänger des Rechtsstaates darum, die Freiheit für jeden Bürger und nicht nur für sich selbst gesichert zu sehen. Auch die Nettozahler dieser Umverteilung müssen diese als Anhänger des freiheitlichen Rechtsstaates befürworten, weil sie den Rechtsstaat, den sie meinen, nur haben können, wenn alle anderen ebenso, wie sie selbst geschützt werden. Wir können nur in einer freien Gesellschaft leben, wenn auch die anderen und nicht nur wir selbst frei sind.

„Eigentum als Garant der Freiheit“ weiterlesen

Gastbeitrag:
Rationalität auf dem Markt, Irrationalität in der Politik ?

Wenn man von den durchaus vorhandenen fachinternen Unterschieden mal absieht, dann gehen die meisten Wirtschaftswissenschaftler von der Rationalitätsprämisse aus, wonach Menschen versuchen, die Handlungsfolgen abzuschätzen und sich zumindest um Nutzenmaximierung bemühen. Ob sich die verhaltenstheoretische Psychologie mehr im Jargon oder auch in der Substanz von diesem Menschenbild unterscheidet, darüber kann man streiten. Klinische oder Tiefenpsychologen begegnen diesem Menschenbild mit einer Mischung aus Skepsis und Entsetzen über die Realitätsferne der Prämisse. Soziologen neigen dazu, die Einflüsse von sozialen Normen und Mitmenschen auf Handlungen hervorzuheben. Seit den späten 1950er Jahren kann man beobachten, dass das ökonomische Menschenbild vor allem in Amerika auf die benachbarten Sozialwissenschaften übergreift, zunächst mit der ökonomischen Demokratietheorie auf die Politikwissenschaft, später auch auf die Soziologie. Der immer noch anhaltende Siegeszug des ökonomischen Menschenbildes wird von der Merkwürdigkeit begleitet, dass experimentelle Studien Evidenz dafür geliefert haben, dass dieses Menschenbild nicht ganz stimmt und der Modifikation bedarf. Bisher sieht es allerdings so aus, als ob man einigermaßen unfassende sozialwissenschaftliche Theorien nur auf einem stark vereinfachten Menschenbild aufbauen kann. Der ,homo oeconomicus’ besticht durch die Einfachheit des Menschenbildes, das auf  Eigennutz und Maximierungsversuch aufbaut.

Gastbeitrag:
Rationalität auf dem Markt, Irrationalität in der Politik ?“
weiterlesen

Konjunkturprogramme – oft nur politischer Aktionismus

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2008 deutlich an Schwung verloren. Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal sank die preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigte Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent. Grund genug für manche, auf eine unausweichliche Rezession hinzuweisen. Dabei muss aber Folgendes berücksichtigt werden:

„Konjunkturprogramme – oft nur politischer Aktionismus“ weiterlesen

Der Bieterkampf um Hapag-Lloyd: Sind hanseatische Politiker die besseren Unternehmer?

Der geplante Verkauf von Hapag-Lloyd hat beim Hamburger Senat unternehmerische Instinkte geweckt. Die Container-Reederei gehört bislang noch zum TUI-Konzern, der sich aber unter dem Druck von Großaktionären von seiner Schifffahrtssparte trennen will, um mit dem Verkaufserlös seine Schulden abzubauen und sein Tourismusgeschäft auszubauen. Zu den interessierten Bietern gehört eine Gruppe Hamburger Kaufleute, die es gegenüber der Öffentlichkeit zur hanseatischen Ehrensache erklären, dass die Traditionsreederei nach über zehn Jahren unter TUI-Kontrolle wieder in Hamburger Hände kommt.

„Der Bieterkampf um Hapag-Lloyd: Sind hanseatische Politiker die besseren Unternehmer?“ weiterlesen

Das Märchen von der Königin Angela, der Strukturpolitik und der sozialen Gerechtigkeit

Es war einmal ein König, der hieß Ludwig E. Der war politisch mutig und ökonomisch weise. In dessen Land gab es viele Straßen. Und diese Straßen hatten viele, viele Kurven. Und in diesem Land fuhren viele Leute mit ihren Autos herum. Und diese Autos waren recht mobil und wurden immer mobiler, denn sie hatten  ausgezeichnete Lenkungen. Und immer mehr Autos bekamen sogar Servolenkungen. Die Autos nahmen alle Kurven, Ecken und Abzweige elegant und reibungslos. Die einen schneller, die anderen langsamer. Das spornte die Fahrer der Letzteren an, es denen der Ersteren gleichzutun. So strengte jeder sich an, und keiner jammerte über die vielen Biegungen. Der Wohlstand im Lande vermehrte sich sichtbar.

„Das Märchen von der Königin Angela, der Strukturpolitik und der sozialen Gerechtigkeit“ weiterlesen

Varianten des Kapitalismus
Globalisierung und Sozialstaat
Wettbewerb oder Koordination?

Im Motorsport gilt das geflügelte Wort, Rennen werden „auf der Bremse“ entschieden. Das ist übertrieben, ohne kräftigen Motor geht nichts. Die Kombination aus beidem macht den Erfolg aus. Das gilt auch für die Globalisierung. Unbestritten sind weltweit offenere Märkte ein bärenstarker Motor des wirtschaftlichen Wohlstandes. Die Empirie ist eindeutig. Umsonst ist allerdings wachsender Wohlstand nicht. Offenere Märkte beschleunigen den Prozess der „schöpferischen Zerstörung“. Den wirtschaftlichen Akteuren wird einiges an Anpassung abverlangt: „There is no gain without pain“. Die Menschen sind eher bereit, auch hohe Kosten der Veränderung auf sich zu nehmen, wenn sie sicher sein können, im Falle des wirtschaftlichen Scheiterns nicht ins Bodenlose zu fallen. Der Sozialstaat soll helfen, dass dies nicht geschieht, ohne den Motor des Wohlstandes abzuwürgen. Wie sich die Menschen zur Globalisierung stellen, hängt auch davon ab, was sie dem Sozialstaat zutrauen. Je effizienter er ist, je geringer seine Nebenwirkungen sind, desto schneller kann auch die wohlstandssteigernde weltweite Öffnung der Güter- und Faktormärkte voranschreiten.

Varianten des Kapitalismus
Globalisierung und Sozialstaat
Wettbewerb oder Koordination?
weiterlesen

Von wegen “Die Mitte schrumpft”
Weltweit wachsen die Mittelschichten. Und die Ungleichheit nimmt ab.

Mittelschichten explodieren: Bis zum Jahr 2030 werden zwei Milliarden Menschen mehr auf der Welt ein bürgerliches Leben führen. Und die weltweite Ungleichheit wird zurück gehen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs.

„Von wegen “Die Mitte schrumpft”
Weltweit wachsen die Mittelschichten. Und die Ungleichheit nimmt ab.
weiterlesen