Viele Köche verderben den Brei
ARGEn, Arbeitsagenturen, Optionskommunen und wettbewerblicher Föderalismus

„Gesetze sind wie Würste, man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.“ (Otto von Bismarck)

Das BVerfG hat am 20. Dezember 2007 entschieden, ARGEn aus kommunalen Trägern und der Bundesagentur für Arbeit sind verfassungswidrig. Langzeitarbeitslose dürfen nicht in einer Mischverwaltung betreut werden, in der Handlung und Haftung nicht klar zugeordnet werden können. Damit muss der organisatorische Kern der Hartz-IV-Reform bis zum 31. Dezember 2010 reformiert werden. Die neue Arbeitsministerin will nun endlich Nägel mit Köpfen machen und Arbeitsagenturen und Sozialämter zwar unter einem Dach arbeiten aber eigenverantwortlich agieren lassen.

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Strukturwandel statt Staatsverschuldung
Warum Konjunkturprogramme ein Ende haben müssen

„Macroeconomics is mostly ex-post storytelling.“ (Russel Roberts, GMU)

Der Gegensatz könnte kaum größer sein. Die Börsen weltweit sind schon seit Monaten in euphorischer Stimmung. Ein steiler wirtschaftlicher Aufschwung scheint kaum noch zu verhindern. Die reale Wirtschaft teilt diesen Optimismus allerdings (noch) nicht. Das Ende des Abschwungs zeichnet sich zwar ab, der Aufschwung ist aber labil. In den USA scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen zu bewahrheiten. Die Arbeitslosenquote erreicht Werte wie zuletzt vor 25 Jahren. Mit annährender Vollbeschäftigung wird dort frühestens wieder zwischen 2013 und 2017 gerechnet. Es besteht wenig Hoffnung, dass diese Entwicklung an Europa vorbeigehen wird. Kein Wunder, dass die Nervosität der Politik dieseits und jenseits des Atlantiks wächst. Schon denken die ersten über weitere Konjunkturprogramme nach. Noch mehr staatliche Beschäftigung scheint nicht mehr ausgeschlossen, auch nicht in den USA. Damit soll das Schlimmste auf den Arbeitsmärkten verhindert werden.

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Warum Konjunkturprogramme ein Ende haben müssen
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Schwarz-Gelb III:
Falsche Arbeitsanreize und fehlende Äquivalenz
Eine neue Koalition gegen den Markt?

„Wir haben ein System, das zunehmend Arbeit besteuert und Erwerbslosigkeit bezuschusst.“ (Milton Friedman)

Allen Unkenrufen zum Trotz verläuft die weltwirtschaftliche Krise am Arbeitsmarkt in Deutschland bisher eher glimpflich. Das ist erstaunlich, ist doch der Absatz in einigen Branchen drastisch eingebrochen. Das hat der Beschäftigung nicht gut getan, die Arbeitslosigkeit ist aber seit Ausbruch der Krise dennoch kaum gestiegen. Im vergangenen September sind die Arbeitslosenzahlen sogar noch einmal spürbar zurückgegangen. Das muss allerdings in Zukunft nicht so bleiben. Die hohe Zahl an Kurzarbeitern zeigt, wie groß die Probleme am deutschen Arbeitsmarkt tatsächlich sind. Hellt sich die wirtschaftliche Lage nicht bald nachhaltig auf, kommt das dicke Ende erst noch. Kein Wunder, dass auf der neuen schwarz-gelben Bundesregierung viele Hoffnungen ruhen. Der Koalitionsvertrag gibt erste Hinweise, wohin die arbeitsmarktpolitische Reise gehen wird.

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Falsche Arbeitsanreize und fehlende Äquivalenz
Eine neue Koalition gegen den Markt?
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Finanzkrise, Arbeitsmärkte und Politikstrategien
Vom Umgang mit der Unterbeschäftigung

„The curious task of economics is to demonstrate to men how little they really know about what they imagine they can design.” (F.A. v. Hayek, The Fatal Conceit, 1988, p. 76)

Das Schlimmste auf den Finanzmärkten ist wohl überstanden, die finanzielle Apokalypse ist vorerst abgesagt. Der wirtschaftliche Abschwung scheint endlich den Boden gefunden zu haben. Die Weltwirtschaft zeigt erste spürbare Zeichen der realen Erholung. Von Entspannung kann dennoch keine Rede sein. Weltweit geht wieder einmal die Angst um, die Angst vor einem Aufschwung ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote ist im Juli 2009 in den OECD-Ländern mit 8,5 % auf den höchsten Wert in der Nachkriegszeit gestiegen. In Europa war die Entwicklung noch schlechter. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich in der EU-27 auf 9,1 %, im Euro-Raum sogar auf 9,6 %.  Damit ist die Finanzkrise endgültig in der realen Wirtschaft angekommen. Und ein Ende ist nicht in Sicht, zumindest nicht auf den Arbeitsmärkten.

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BlogDialog
Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr

Berthold spricht auch über Vereinsübernahmen

schwatzgelb.de: Als Volkswirt beschäftigen Sie sich mit aktuellen Fragen der Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik. Dennoch finden sich unter Ihren Veröffentlichungen zahlreiche Beiträge rund um den bezahlten Fußball. Wie passt das zusammen?

Berthold: Der Fußball ist ein Sektor der Volkswirtschaft wie jeder andere, es gelten die gleichen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten wie überall sonst. Es liegt daher nahe, sich auch mit diesem Sektor auseinanderzusetzen und einen Versuch zu unternehmen, die Erkenntnisse aus anderen Sektoren auf den Fußball zu übertragen.


BlogDialog
Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr
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Aufschwung ohne Arbeit?
Strukturelles X und konjunkturelles U

„Not a V, not a U. But an X. … The X marks a brand new track — a new economy.“ (Robert Reich)

Das Tal der weltweit größten Rezession der Nachkriegszeit ist wohl durchschritten. Der Abschwung scheint seinen Boden zu finden. Die Wirtschaft wächst wieder, in Europa und den USA. Schon träumen auch hierzulande die ersten von Vollbeschäftigung, spätestens 2020. Die Börsen verbreiten bereits seit längerem Optimismus. Allerdings erinnern Skeptiker an die letzten Rezessionen zu Beginn der 90er und Anfang dieses Jahrhunderts. Damals begann zwar die Weltwirtschaft wieder zu wachsen, Erfolge auf den Arbeitsmärkten wollten sich aber zunächst nicht einstellen. Die Arbeitslosigkeit verharrte noch geraume Zeit auf dem hohen Niveau der Rezession. Erst spät schlug die wirtschaftliche Erholung auf die Arbeitsmärkte durch. Erleben wir möglicherweise erneut eine Phase des Aufschwungs ohne Arbeit?

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Märkte sind unvollkommen. Nutzen wir sie!
Mehr Markt am Arbeitsmarkt

“No one spends someone else’s money as carefully as he spends his own.” (Milton Friedman)

Was seit langem befürchtet wurde, wird nun leider wahr: Die Wirtschaftskrise kommt auf den Arbeitsmärkten an. Ein schrumpfendes BIP lässt die Arbeitslosenquoten in die Höhe schnellen. Noch wird das wahre Ausmaß der Krise auf den Arbeitsmärkten verdeckt. Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik, wie etwa die Kurzarbeit, verhindern offiziell das Schlimmste. Der  wahre Zustand auf den Arbeitsmärkten lässt sich aber nicht mehr lange verheimlichen. Kein Wunder, dass die Politik in Panik gerät. In den USA wird ein drittes Konjunkturprogramm gefordert. Explodierende Arbeitslosenzahlen werden auch hierzulande mit der Nähe zur Bundestagswahl ihre Wirkung auf  die Politik entfalten. Der industriepolitische Deutschland-Plan der SPD  gibt einen Vorgeschmack.  Vielleicht verhindert die Angst der Bevölkerung vor den inflationären Folgen einer weiteren staatlichen Verschuldung noch Schlimmeres.

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Krise! Welche Krise?
Fußballboom in Europa!

„Geld schießt keine Tore” (Otto Rehhagel)

Die Welt ist seit dem Fall von Lehman Brothers wirtschaftlich aus den Fugen geraten. Eine Branche nach der anderen kommt in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten. Trotz vielfältiger staatlicher Hilfe gehen Unternehmen reihenweise Pleite. Die Angst vor massenhafter Arbeitslosigkeit geht um. Spätestens nach den Bundestagswahlen wird sich zeigen, die Party ist endgültig vorbei. Nach jahrelangen Exzessen in der Finanzbranche herrscht nun reale Katerstimmung. Überall ist Krise, nur nicht im europäischen Fußball. Die Fans strömen weiter in Scharen in die Stadien, Vereine geben das Geld wie bisher mit vollen Händen aus, Transfersummen erreichen immer neue Rekordhöhen. Viele europäische Spitzenclubs drehen weiter ein großes finanzielles Rad. Die Partystimmung ist ungebrochen.

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Der Lord und die Löhne
Krugman auf den Spuren von Keynes

„In the short run ideas are unimportant and ineffective, but in the long run they can rule the world“ (Lionel Robbins)

Geschichte wiederholt sich nicht. Das gilt allerdings nicht für Diskussionen, einige kehren immer wieder. Die Frage, wie Löhne die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen, ist heute genauso umstritten wie in den Zeiten der großen Depression. Es ist kein Zufall, dass gerade der Nobelpreisträger Paul Krugman dieses Thema immer wieder aufgreift. Ende letzten Jahres hat er Kritikern des New Deal unterstellt, dass sie keine Ahnung hätten, wenn sie befürchteten, dass steigende Nominallöhne in einer keynesianischen Situation die Lage auf den Arbeitsmärkten verschlimmerten. Anfang Mai hat er behauptet, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern würde, wenn Unternehmen und Konsumenten erwarteten, dass die Löhne in Zukunft weiter fielen. Dabei hat er sich explizit auf Keynes berufen. Damit stellt sich wieder einmal die altbekannte Frage: Was hat der Meister tatsächlich gesagt und was hat er wirklich gemeint?

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Krugman auf den Spuren von Keynes
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Innovationswettbewerb der Bundesländer
Viele Wege führen nach Rom

«Die Klage über die Stärke des Wettbewerbs ist in Wirklichkeit meist nur eine Klage über den Mangel an Einfällen.» (Walter Rathenau)

Düstere Prognosen von Instituten und Regierung versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. Das BIP soll in diesem Jahr mit 6 % so stark schrumpfen wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Wenn es schlecht läuft, kann es aber auch mehr werden. Beschäftigung, Einkommen und Wohlstand werden spürbar sinken. Diese Rezession ist zwar kurz- und mittelfristig schmerzlich, vor allem für gering qualifizierte Arbeitnehmer. Längerfristig wird die Finanzkrise aber nur eine kleine Delle in der Entwicklung des Wohlstandes sein. Das setzt allerdings voraus, dass es gelingt, die Quellen des wirtschaftlichen Wachstums möglichst bald wieder sprudeln zu lassen. Ohne nachhaltige Innovation ist das aber nicht möglich.

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