China als neuer Spieler im globalen Abwertungswettlauf?

China löst Unruhe auf den globalen Finanzmärkten aus. Zuerst die Turbulenzen auf dem chinesischen Aktienmarkt, dann letzte Woche einige deutliche Abwertungsschritte (siehe Abbildung 1) und nun wachsende Skepsis am Wachstum Chinas. Der offizielle Standpunkt der chinesischen Behörden für die Kehrtwende in der Währungspolitik war, dass nur mehr Wechselkursflexibilität zugelassen würde. Dennoch sind weitere Abwertungsimpulse nicht ausgeschlossen, was die Welt einer Beschleunigung des schon bestehenden Abwertungswettlaufs näher bringt.

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Planwirtschaft durch die finanzielle Hintertür!
Trübe Aussichten für die Internationalisierung des Renminbi

China bebt! Auf den chinesischen Aktienmärkten werden die Karten auf den Tisch gelegt. Seit 12. Juni 2015 hat eine rasante Talfahrt eingesetzt. Panikartige Verkäufe ließen die Kurse um mehr als 30% fallen. Innerhalb von drei Wochen wurden 2,36 Billionen Dollar Marktkapitalisierung vernichtet. Das entspricht dem zehnfachen des (auch fallenden) griechischen Sozialprodukts. Chinas Taxifahrer, Hausfrauen, Jungunternehmer und der neue Geldadel müssen Federn lassen. Bis vor kurzem hatte die staatlich kontrollierte Propagandamaschinerie den Shanghai Stock Exchange Composite noch nach oben gepeitscht. Zwischen November 2014 und Mitte Juni 2015 waren die Kurse um 150% gestiegen (siehe Abbildung). Die Peoples Bank of China hatte mit Zinssenkungen noch Öl ins Feuer gegossen.

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Warum die ultra-lockere Geldpolitik Investitionen und Wachstum dämpft!

Seit Beginn der 1980er Jahre gehen in den großen Industrieländern die Investitionen (als Anteil am Bruttoinlandsprodukt) zurück. Dies wirkt negativ auf das Wachstum, weil der Kapitalstock langsamer steigt und weniger Kapital in Innovationen fließt, die zu höherer Produktivität beitragen. Die Abbildung zeigt die im Trend fallenden arithmetischen Mittel von Investitionen und Wachstum für die drei großen Industrieländer USA, Japan und Euroraum (bevor 1999 Deutschland). Weithin wird eine Investitionsunwilligkeit der Unternehmen beklagt. Die Europäische Union und der Finanzminister Schäuble haben Investitionsprogramme angekündigt, um das Wachstum anzuregen.

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Ordnung in der Währungspolitik (4)
Der Schweizer Rückzug im Währungskrieg

Die Schweizer Nationalbank hat am 15. Januar 2015 die Wechselkursbindung des Franken an den Euro aufgegeben. Die Aussicht, dass sich das Eurogebiet mit dem umfangreichen Ankauf von Staatsanleihen überschuldeter Mitgliedstaaten auf den Weg zum Schwachwährungsgebiet gegeben könnte, habe diesen Schritt notwendig gemacht, so wurde berichtet. Der Schweizer Nationalbankpräsident Jordan habe am 15. Januar bei seiner öffentlichen Ankündigung der Kursfreigabe einen entschlossenen und glaubwürdigen Eindruck gemacht, berichtete die Schweizer Wochenzeitung Weltwoche.

Doch die geld- und währungspolitische Unabhängigkeit der Schweizer Nationalbank (SNB) hat nur wenige Stunden gedauert. Nach einer ruckartigen Aufwertung des Franken um bis zu 30%, die das internationale Finanzsystem erschütterte, vermehrten sich die Anzeichen, dass die mutige Schweiz den Rückzug angetreten hat. Der Kurs des Franken fiel von 80 Rappen pro Euro auf ca. 1,05 Franken pro Euro. Nun wird von einem Wechselkursziel ohne klar ankündigten Leitkurs und Bandbreite ausgegangen.

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Das Aufblasen der Zentralbankbilanzen senkt die Inflation und erhöht sie nicht!

Das Gespenst der Deflation geht um! Die Inflationsrate im Euroraum konvergiert gegen Null und weicht immer mehr nach unten vom Inflationsziel ab. Dies wird weithin als Gefahr für unseren Wohlstand verstanden, da Deflation mit Kaufzurückhaltung, dem Anstieg von realer Verschuldung und Rezession verbunden wird. Im diesem Umfeld wachsender Unsicherheit tritt der Präsident der Europäischen Zentralbank als Retter auf. Mit einer wachsenden Palette kreativer geldpolitischer Instrumente (Niedrigzinspolitik, Forward Guidance, Dicke Bertha, Outright Monetary Transactions, Bazooka, etc.) will er dem störrischen Konsumentenpreisindex zu Leibe rücken. Zuletzt hat Mario Draghi angekündigt, dass durch den Kauf von Kreditverbriefungen das Volumen der Europäischen Zentralbankbilanz mindestens auf das Niveau von 2010 wachsen soll.

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Die Umverteilungseffekte geldpolitischer Rettungsaktionen

(…) mit jeder Gewährung völliger Sicherheit an eine Gruppe (wird) die Unsicherheit der übrigen notwendigerweise größer (…). Garantiert man jemand eine bestimmte Menge eines Kuchens von veränderlicher Größe, so muß notwendig der Anteil, der für alle anderen übrig bleibt, verhältnismäßig stärkeren Schwankungen unterworfen sein als die wechselnde Größe des ganzen Kuchens.” Friedrich August von Hayek (1944)

Wir müssen den Zentralbanken dankbar sein! Im Getöse stürmischer Finanzmarktkrisen retten Yellen, Draghi, Kuroda und Co., was noch zu retten ist. Der große Krach, der im Zuge unkontrollierbarer Ansteckungseffekte den schmerzhaften Verlust von unzähligen Arbeitsplätzen nach sich ziehen würde, wird abgewendet. Zur allgemeinen Beruhigung vernehmen wir, dass trotz aufgeblasener Zentralbankbilanzen das Primat der Preisstabilität nicht verletzt wurde. In allen großen Volkswirtschaften (Japan, USA, Euroraum) liegen die Inflationsraten auf historisch niedrigen Tiefständen (Bernanke 2014, Draghi 2014). Unser Wohlstand und die politische Stabilität scheinen gesichert. Der Zwang zum unpopulären Sparen in der Krise scheint abgewendet.

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Finanzielle Repression statt Weltwährungsstatus für den chinesischen Yuan

Die Unzufriedenheit mit dem Dollar als internationaler Leitwährung wächst. In den Bilanzen der Zentralbanken der aufstrebenden Welt haben sich immense Dollarreserven aufgetürmt, die mit wachsenden Risiken für die aufstrebenden Volkswirtschaften verbunden sind. Zuletzt wurden Risiken in Brasilien, der Türkei, Südafrika und Indonesien in Form von drohenden Zahlungsbilanzkrisen sichtbar. Auch in Ländern mit Leistungsbilanzüberschüssen und großen Nettoauslandsvermögen wie China wächst die Frustration. Denn jede Aufwertung des chinesischen Yuan gegenüber dem Dollar lässt die überwiegend in Dollar denominierten Auslandsvermögen in Inlandswährung schrumpfen. Die Lasten der Finanzmarktstabilisierung in den USA werden schleichend auf alle Länder überwälzt, die große Dollarvermögen halten.

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Die Währungskrisen sind zurück!

Die Währungskrisen in den Schwellenländern sind zurück! Argentinien, Türkei, Russland, Indien und Brasilen sind in vorderster Front vom Absturz ihrer Währungen betroffen. Die geplante geldpolitische Straffung in den USA bringt die Zentralbanken der aufstrebenden Welt unter Druck. Zwei Modellgenerationen von Währungskrisen helfen die jüngsten Entwicklungen zu verstehen.

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“1. Würzburger Ordnungstag”
Zentralbankwettbewerb untergräbt die Währungsstabilität!

Der Wettbewerb unter Zentralbanken kann sowohl zu Währungsstabilität als auch zu Währungsinstabilität führen. Nach Vaubel (1986) verliert eine Zentralbank, die zu Inflation tendiert, reale Geldnachfrage an stabilitätsorientierte Zentralbanken. Sie muss auf Einnahmen verzichten; die Wirkung geldpolitischer Entscheidungen auf die inländische Wirtschaftsentwicklung wird untergraben. Dies wirke disziplinierend zugunsten der Geldwertstabilität, so Vaubel, der eine wichtige Nebenbedingung formuliert: Es dürfe keine Verständigung zwischen den einzelnen Zentralbanken in Form von Wechselkursstabilisierung (als „internationales Preiskartell unter Geldproduzenten“) oder internationaler geldpolitischer Koordination geben.

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Geldpolitische Rettungsaktionen treiben wandernde Blasen – wandernde Blasen treiben geldpolitische Rettungsaktionen

Die großen Zentralbanken haben sich vom anvisierten Ausstieg aus der außergewöhnlichen geldpolitischen Expansion wieder distanziert. Die Bank Japan, die seit 1999 den Leitzins bei Null hält, hat im Zuge der Abenomics ihre geldpolitische Unabhängigkeit endgültig bei der Regierung abgegeben. Die Federal Reserve hat ihre vorsichtigen Versuche, das Geldventil zuzudrehen, zunächst eingestellt. In Europa gilt Mario Draghis Bazooka-Ansatz der angekündigten unbegrenzten Flutung der Finanzmärkte mit billiger Liquidität.

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