Ethische Gefühle und der Wohlstand der Nationen
Eine ordo-liberale Weihnachtsmarktandacht

Auf dem Weihnachtsmarkt prallen ethische Gefühle und Einzelhandelsumsätze, Krippenspiel und Schnäppchenjagd ziemlich krass aufeinander. „Zwischen den Jahren“ ist dann aber die Zeit, sich der Geschenke zu erfreuen – wozu vor allem das Geschenk der Muße gehört. Die beste Zeit, Bücher zu lesen. Adam Smith zum Beispiel. Den ideengeschichtlich Bewanderten empfehle ich, jetzt den Computer abzustellen und es sich am Kamin mit einem schönen ledergebundenen Klassiker gemütlich zu machen – es kommt nichts wirklich Neues. Es geht um „das Adam Smith Problem“, in der unter Experten inzwischen geläufigen Interpretation.

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BücherMarkt
Lange vor der Agenda 2010:
Die SPD und die „freiwillige Arbeitslosigkeit“

Bis zur Mitte der siebziger Jahre hatte die Arbeitslosigkeit in der bundesdeutschen Gesellschaft keine wesentliche Rolle gespielt. Das Hauptproblem schien eher zu sein genug Arbeitskräfte für die boomende Nachkriegswirtschaft zu finden. Der Arbeitsmarkt war so leer gefegt, dass auf ausländische Gastarbeiter zurückgegriffen wurde. Dies änderte sich im Herbst 1974/75. Plötzlich ging die Epoche der Vollbeschäftigung zu Ende und die Arbeitslosigkeit wurde zu einem zentralen Thema der politischen Auseinandersetzung. In der Politik, der Publizistik und der Wissenschaft begann die Suche nach den Ursachen der für die Verhältnisse der Bundesrepublik sehr hohen und wie sich bald herausstellen sollte dauerhaft hohen Arbeitslosigkeit.

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Die Währungsunion und der Staatshaushalt
Ein Blick in die Geschichte

Die Staatsverschuldung einiger Euro-Mitgliedsstaaten, aktuelle Diskussionen über ein bail out, über den Ausschluss oder den Austritt von Mitgliedern aus der Währungsunion, über Sanktionen und Überbrückungshilfen erinnern an die Jahre einer kontroversen Diskussion über den Zusammenhang von gemeinsamer Währung und den Staatshaushalten der Mitgliedsstaaten im Vorfeld der Europäischen Währungsunion. Damals wurden abstrakt Gefahren vermutet, die heute deutlich greifbarer geworden sind. Wer historische Neigungen aufweist, hat vielleicht Interesse daran, noch etwas weiter zurückzublicken.

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Piraten-Ökonomik und -Ethik

Über viele Jahrhunderte gab es nicht nur lizensierte Piraten, die von Staaten dazu autorisiert waren, Jagd auf die Schiffe anderer, feindlicher Nationen, zu machen. Es gab echte Piraten, die keiner staatlichen Autorität unterstellt waren. Nach der großen Zeit des Piratentums zum Ausgang des 17. und frühen 18. Jahrhunderts verschwand die sozial-ökologische Nische für das echte Piratentum ebenso wie die ökologische Nische für andere im weiteren Sinne anarchische Lebensformen. Moderne Kommunikationsformen und internationale Kooperation taten danach ein Übriges. Nun hat sich aber durch staatlichen Zerfall in jüngster Zeit überraschend modernen Piraten eine neue Nische eröffnet. Das und das Erscheinen von Peter T. Leesons unterhaltsamem Buch zur Ökonomik des Piratentums, „The invisible hook“ (Princeton, 2009) gibt Anlass, sich mit dem Piratentum nicht nur in seinen heute gängigen Varianten des sogenannten Produktpiratentums, sondern auch als ursprünglicher anarchischer Organisationsform zu befassen.

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Soziale Marktwirtschaft: ein Wieselwort wird 60

“Was haben Sie da gesagt? – Soziale Marktwirtschaft -, das ist ein Begriff, der mir gefällt. Wenn Sie noch ein Glas von Ihrem guten Burgunder haben, dann wollen wir darauf anstoßen!” Dies soll der noch unscheinbare Ökonom Ludwig Erhard am 12. Januar 1945 zu Karl Günther Weiss gesagt haben, einem Referenten des Reichswirtschaftsministeriums. Erhards Gutachten über den Umfang der Reichsschulden, die Strategie einer Währungsreform und den Plan eines Lastenausgleichs nach einem sich abzeichnenden Kriegsende erregte freilich im Reichsministerium ebenso Interesse wie schon zuvor bei Carl Goerdeler und damit den Verschwörern des 20. Juli 1944. Weiss will den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ eigens vorgeschlagen haben, um Ludwig Erhards Ideen zu charakterisieren, ohne sie gleichzeitig dem NS-Regime allzu suspekt erscheinen zu lassen. Ein Pappkarton mit Büchern, Akten und Entwürfen soll – mit „Soziale Marktwirtschaft“ beschriftet – in den letzten Kriegswochen zu einem Kalischacht im Harz geschickt worden sein – Er blieb aber bis heute verschollen … (Quelle: SPIEGEL Wissen)

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Liberal und konservativ – ob das wohl gut geht?
Warum es sich lohnt, Wilhelm Röpke zu lesen

Auf die Frage, welche drei Bücher er den Skeptikern des Liberalismus als Bekehrungslektüre empfehle, hat Otto Graf Lambsdorff einmal folgende Antwort gegeben:

„Ganz vorne steht Adam Smith. Denn der schottische Moralphilosoph zeigt mit bestechender Logik und einfacher Sprache, wie der Eigennutz des Menschen dafür eingesetzt werden kann, dem Gemeinwohl zu dienen. An zweiter Stelle nenne ich Friedrich Hayeks ,Weg zur Knechtschaft’, das den Sozialisten in allen Parteien gewidmet ist. Für meine eigene Biographie augenöffnend war Wilhelm Röpkes ,Jenseits von Angebot und Nachfrage’. Dieses Buch, 1958 erschienen, kommt mir heute wegen des quasireligiösen Pathos merkwürdig fremd vor.”

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Wirtschaftliche Freiheit in Deutschland:
Versuch einer historischen Erklärung
(Teil 1: Die Wurzeln)

Zum wichtigsten, was man über Deutschland sagen kann, gehört, das es in der Mitte Europas liegt und auf zwei Seiten – im Osten wie im Westen – ohne natürliche Grenzen ist, die nachhaltigen Schutz vor Angreifern bieten könnten. Die anderen großen Sprachräume Europas – die Britischen Inseln, Frankreich, Spanien/Portugal, Schweden/Norwegen und Italien – sind in mindestens drei Himmelsrichtungen durch das Meer oder hohe Gebirge – die Alpen, die Pyrenäen – geschützt. Das ist ja gerade der Grund, weshalb sich dort schon früh einheitliche Sprachräume und Staaten entwickeln konnten.

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Versuch einer historischen Erklärung
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