Unternehmensinsolvenzen: Trügerische Ruhe
Null-Zins-Politik, Zombie-Banken, Zombie-Unternehmen

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform meldet für das erste Halbjahr 2014 eine Zahl von 12 100 Unternehmensinsolvenzen, während die Zahl im Vorjahreszeitraum noch bei 13 310 lag. Und der Jahreswert für 2013 liegt um 8,4 Prozent unter dem Vorjahreswert und damit auf dem niedrigsten Stand seit Einführung der neuen Insolvenzordnung im Jahre 1999. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist auf ein historisches Tief gefallen. Das klingt wie eine gute Nachricht. Doch ist es das wirklich?

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Junge Ordnungsökonomik
Zu viele Banken, zu viele Kredite?
Eine kritische Würdigung des Finanzsektors

“It is not by augmenting the capital of the country, but by rendering a greater part of that capital active and productive than would otherwise be so, that the most judicious operations of banking can increase the industry of the country.“(Adam Smith)

Nationale Regierungen über den gesamten Globus hinweg formulieren eine klare Erwartungshaltung an den Finanzsektor: Durch eine Ausweitung der Kreditvergabe soll die Wirtschaftsleistung angekurbelt werden. Die Zentralbanken unterstützen diesen Kurs, wollen sie doch durch eine historisch lockere Geldpolitik der sich vielerorts abzeichnenden zarten wirtschaftlichen Erholung weiter an Kraft verleihen. Und um sicherzustellen, dass die Banken der ihnen zugeordneten Rolle auch mit großem Eifer nachkommen, suggerieren Staaten und Regulatoren dies- und jenseits des Atlantiks durch einen Flickenteppich unterschiedlichster regulatorischer Maßnahmen, die „besseren Banker“ zu sein. Dabei existieren alleine in Deutschland und den USA genügend prominente Beispiele für Kreditinstitute, die in der zurückliegenden Finanzkrise trotz staatlicher Steuerung nahezu ungebremst gegen den Eisberg, bestehend aus komplexen Finanzprodukten sowie zu hohen Risiken bei zu geringer Kapitalausstattung, prallten.

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Der Chefvolkswirt
Das deutsche Geschäftsmodell und die globalen Ungleichgewichte

Die internationale wirtschaftspolitische Debatte über die deutsche Volkswirtschaft pendelt zwischen Anerkennung und Bewunderung für den wirtschaftlichen Erfolg des deutschen Geschäftsmodells einerseits und harscher Kritik an den damit einhergehenden hohen deutschen Leistungsbilanzüberschüssen andererseits. Wie ist überhaupt der Zusammenhang zwischen deutschem Geschäftsmodell und den globalen Ungleichgewichten und welche Ansätze gibt es zur Überwindung des Dilemmas?

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Wirtschaftliche Freiheit versus Wirtschaftswachstum
Macht Reichtum die Menschen glücklicher?

Chinas Wirtschaftswachstum lässt nach. Und dieser Wachstumseinbruch zeigt ein Ausmaß, dass die chinesische Politik sich Sorgen zu machen beginnt. Ein Wachstum von unter sieben Prozent sei “nicht akzeptabel”, schreibt (laut Spiegel online) die Nachrichtenagentur Xinhua. Die Zeitung “Xinjinbao” berichtet (nach derselben Quelle), Premier Li Keqiang habe eine Untergrenze von sieben Prozent für die jährliche Wachstumsrate gezogen. Die Politik Chinas möchte um ihr Wirtschaftswachstumswunder kämpfen. Dabei ist die Zeit, als Chinas Bruttoinlandsprodukt jedes Jahr um mehr als zehn Prozent wuchs, wohl vorbei. Denn es handelt sich beim chinesischen Wachstum zu einem erheblichen Teil um einen Aufholprozess, eine allmähliche Annäherung an den Wohlstand der entwickelten Volkswirtschaften. Deutschland kennt dieses Phänomen aus den Wirtschaftswunderzeiten.

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Deutsches Wirtschaftswunder 2.0
Eine teutonische Fata Morgana?

“Diese äußeren Zeichen brauchen Zeit, anzukommen, wie das Licht eines solchen Sterns dort oben, von dem wir nicht wissen, ob er nicht schon im Erlöschen begriffen, nicht schon erloschen ist, wenn er am hellsten strahlt” (Tom zu Tony in Thomas Mann, Buddenbrooks).

Die Welt blickt teils bewundernd, teils neidisch auf Deutschland. Deutschland ist der Superstar unter den wirtschaftlich Arrivierten. Noch Anfang des Jahrtausends war es der kranke Mann Europas. Der weitere Niedergang war ausgemachte Sache. Es kam anders. Aus der Finanzkrise erstand Deutschland wie Phönix aus der Asche. Auch die Eurokrise geht scheinbar spurlos an ihm vorbei. Die meisten Länder leiden wirtschaftlich, Deutschland ist erfolgreich. Europa ächzt unter galoppierender Arbeitslosigkeit, in Deutschland steigt die Beschäftigung. Staaten versinken im Schuldensumpf, Deutschland gleicht seinen Haushalt aus. Die großen Länder schreiben im Außenhandel rote Zahlen, Deutschland eilt von einem Rekordüberschuss zum nächsten. In Europa schrumpft die Wirtschaft mit immer höherem Tempo, in Deutschland wächst sie weiter, wenn auch langsam. Gibt es einen teutonischen Zaubertrank oder ist alles nur eine Fata Morgana?

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Ungleichheit heute (12)
Ungleichheit und Wachstum

Zu Beginn dieser Serie wurde die Entwicklung der Einkommensungleichheit in Deutschland und der Welt intensiv dokumentiert. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Einkommen zunehmend ungleicher verteilt sind. Aus normativen Gründen mag man dieser Entwicklung kritisch gegenüber stehen. Aber auch aus Effizienzgründen kann eine ungleiche Verteilung schädlich sein. Eine naheliegende Vermutung ist, dass Ungleichheit den gesamtwirtschaftlichen Output und somit die Einkommen reduziert oder zumindest langsamer ansteigen lässt. Dieser Beitrag zeigt, dass dies für Entwicklungsländer tatsächlich der Fall ist und veranschaulicht überdies, warum ein solcher Zusammenhang in den Industrienationen gerade nicht beobachtet werden kann.

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Gastbeitrag
Wachstum als Schlüssel für Nachhaltigkeit begreifen

Wachstum ist der Schlüssel für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung – auch im Hinblick auf Umwelt und Ressourcen. Denn durch technischen Fortschritt steigt die Produktivität, so dass mit weniger knappen Ressourcen und auf umweltschonendere Art produziert werden kann. Statt Wachstum in Frage zu stellen, sollte der Staat klare Vorgaben zum Umweltschutz machen und die rechtlichen Rahmenbedingungen so setzen, dass sich technischer Fortschritt nützlich entfalten kann: Hierzu gehören gute Bildungspolitik, Technologieoffenheit bei der Suche nach besten Lösungen und eine Steuerpolitik, die nicht bestimmte Branchen und Technologien bevorzugt. So kann Nachhaltigkeit auf möglichst effiziente Weise erreicht werden.

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Asien treibt die globalen Investitionen – ein Selbstläufer?

Das globale Investitionsvolumen ist in den vergangenen zehn Jahren gewaltig angestiegen. Die weltweiten Bruttoinvestitionen – dabei handelt es sich um private und staatliche Investitionen in Ausrüstungen, Bauten und Läger und nicht um Finanzmarktinvestitionen – stiegen auf Basis von eigenen Berechnungen von gut 7.000 Milliarden US-Dollar im Jahr 2002 um knapp 10.000 Milliarden US-Dollar auf nunmehr gut 17.000 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012 an (Abbildung 1). Dagegen war in der vorhergehenden Dekade 1992 bis 2002 nur ein Plus in Höhe von insgesamt gut 1.500 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen. Im Teilzeitraum 1995 bis 2002 stagnierten die weltweiten Anlageinvestitionen sogar auf einem mehr oder weniger konstanten Niveau von knapp 7.000 Milliarden US-Dollar.

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Die „Große Rezession“ ist eine Strukturkrise
Arbeitsmärkte im Umbruch

“Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.” (Max Frisch)

Ein Gespenst geht wieder einmal um in den reichen Ländern der Welt, das Gespenst massenhafter Arbeitslosigkeit. Es spukt seit der Finanzkrise heftiger als zuvor in Europa. Überall eilt die Arbeitslosigkeit zu immer neuen Höchstständen, außer in Deutschland. Die junge (südeuropäische) Generation verliert langsam den Glauben an die Zukunft. Auch in den USA ist das Gespenst der Arbeitslosigkeit wieder sehr aktiv. Zwar ist der heftige Einbruch des BIP nach der Lehman-Pleite längst ausgeglichen. Allerdings erweist sich die Arbeitslosigkeit als ausgesprochen zählebig. Der wirtschaftliche Aufschwung lässt die Arbeitsmärkte links liegen. Nach fünf Jahren Finanzkrise lichtet sich der keynesianische Nebel: Die „Große Rezession“ ist keine Konjunkturkrise, sie ist eine ausgewachsene Strukturkrise.

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Arbeitsmärkte im Umbruch
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Ordnungsruf
Das „Geschäftsmodell Deutschland” in der Kritik

Die deutsche Wirtschaft ist auf der Überholspur: Der starke Einbruch des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2009 ist überwunden. Seinerzeit führte die Finanzkrise dazu, dass das deutsche BIP um 5,1% schrumpfte. Besonders betroffen war die Industrieproduktion. Sie brach hierzulande um 13,7% ein. Die deutsche Wirtschaft erholte sich jedoch zügig und erreichte schnell wieder das Vorkrisenniveau. Auch die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt war während und nach der Krise positiv: Während in den meisten anderen Industrieländern die Arbeitslosigkeit im Zuge der Finanzkrise stark anstieg, blieb sie in Deutschland mit einem Zuwachs von 0,3 Prozentpunkten nahezu konstant. In den beiden folgenden Jahren 2010 und 2011 sank die Arbeitslosenquote deutlich und ist mittelweile europaweit eine der niedrigsten.

Trotz der guten Performance ist das Geschäftsmodell Deutschland nationaler und internationaler Kritik ausgesetzt. Allem voran wird kritisiert, dass das deutsche Wirtschaftswachstum stark von der Entwicklung des deutschen Außenbeitrags abhängt (vgl. nachfolgende Abbildung). Die damit einhergehenden Handelsbilanzüberschüsse werden insbesondere im Zuge der Eurokrise stark kritisiert.

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