Kommt nach dem Fest die Katerstimmung?

Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist fast vorbei und die anfänglich aufgeheizte Stimmung ist der Fußballbegeisterung der Brasilianer gewichen. Brasiliens „Coming-Out Party“ war so gesehen ein voller Erfolg, auch wenn die Bilder der teils gewalttätigen Aufmärsche im Vorfeld der WM im Kopf bleiben werden und unklar bleibt, ob und mit welchem Polizeieinsatz weitere Demonstrationen unterdrückt wurden.

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Achtung: Statistik
Wie fair ist die Drei-Punkte-Regel?

Die Bundesliga ist endlich aus der Sommerpause zurück und es wird wieder um die Meisterschaft, die Champions League und den Abstieg gehen. Dabei gilt in der Bundesliga seit einigen Jahren die 3-Punkte- Regel: Für einen Sieg gibt es drei Punkte, für ein Unentschieden einen Punkt und für verlorene Spiele nichts. Vor der Regeländerung gab es – wie heute noch beim Handball – für einen Sieg nur zwei Punkte. Die Idee hinter der Regeländerung war es den Anreiz zu verringern, dass sich zwei Mannschaften mit einem Unentschieden zufrieden geben und nichts mehr riskieren. Die Spiele sollten also spannender werden.

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Wie fair ist die Drei-Punkte-Regel?”
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Sollte Doping im Leistungssport freigegeben werden?

Der neue Doping-Bericht über die Verwicklung bundesdeutscher Institutionen in die Erforschung von Dopingmitteln, der Fall Armstrong, die Forderungen einiger Parteien usw. zeigen, daß das Thema Doping wieder brandaktuell ist. Sieht man einmal von den Doping-Skandalen ab, so zeigen empirische Studien, daß im Leistungssport vermutlich mindestens ein Viertel der Athleten dopt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob man Doping nicht freigeben sollte.

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Ordnungsruf
Wettbewerb ist unfair
Warum müssen die Bayern immer gewinnen?

Ich habe von Fußball keine Ahnung und jetzt habe ich auch noch ein Gerechtigkeitsproblem: Da sind die Bayern schon deutscher Meister. Und jetzt haben sie auch noch die Champions League gewonnen. Ist das nicht der beste Beweis dafür, dass der Wettbewerb ein unfaires Zuteilungsverfahren ist? Wäre es nicht fair, wenn jetzt einmal Dortmund zum Zug gekommen wäre? Das hätte jedenfalls mein Gefühl für Reziprozität, ausgleichende Gerechtigkeit, besser zufrieden gestellt (oder noch besser natürlich eine Mannschaft aus einem anderen Land). Wie gesagt, als Nichtfußballer, der Spiele immer nur guckt, wenn sie zu gesellschaftlichen Ereignissen werden, hatte ich für keine der beiden Mannschaften besondere Sympathien. Aber warum hat eigentlich niemand Mitleid mit den Dortmundern?

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Wettbewerb ist unfair
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Achtung Statistik
Wer ist besser: THW Kiel oder Bayern München?

Bayern München wurde gerade mit einer in vielerlei Hinsicht historischen Saisonleistung Deutscher Fußballmeister. Aber an dieser Stelle wird der norddeutsche Handballfan natürlich einwenden, dass dies nichts im Vergleich zur Leistung des THW Kiel in der Vorsaison war, in der die Kieler alle Spiele gewannen. Aber lassen sich solche Erfolge in unterschiedlichen Sportarten eigentlich einfach miteinander vergleichen? Tatsächlich ist es so, dass es in einem Fußballspiel häufig 20 und mehr Torgelegenheiten gibt, aber im Durchschnitt nur etwa drei Tore fallen. Es sind also nur wenige Torgelegenheiten tatsächlich erfolgreich und der Zufall spielt somit ganz offensichtlich eine bedeutsame Rolle. Hingegen fallen in einem Handballspiel häufig 50 und mehr Tore und ein hoher Anteil der Angriffe endet mit einem erfolgreichen Torwurf. Der Zufall spielt eine geringere Rolle.

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Wer ist besser: THW Kiel oder Bayern München?”
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Sollte der Staat in den elektronischen Sport eingreifen?

Die letzte Spielemesse in Köln, die Gamescom, erfreute sich großer Beliebtheit. Dort konnten die etwa 250.000 Besucher bereits im August 2012 Computerspiele testen, die erst Anfang 2013 auf den Markt gekommen sind. So z. B. die neuste Erweiterung von Tomb Raider, FIFA 13, oder den dritten Teil von Assassins Creed. Wie sich daran und an der mehr als einer Million Nutzer sehen lässt, erfreut sich der elektronische Sport (eSports) großer Beliebtheit in Deutschland. Eine Anerkennung als Sportart durch den DOSB bleibt ihm aber bislang versagt, obwohl er eine dem traditionellen Sport ähnliche Organisation in sog. Clans (Sportvereinen) und Ligen aufweist und auch in anderen Ländern wie China oder Brasilien als Sportart gänzlich anerkannt wird. Begründet wird dies mit der tatsächlich – wenn man einmal von virtuellen Spielen wie mit der Wii absieht – fehlenden Ausübung motorischer Aktivitäten.

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Gastbeitrag
UEFA Financial Fair Play: Katz-und-Maus-Spiel zu erwarten

Der jüngst erschienene Bundesliga Report 2013 der Deutschen Fußball Liga liest sich wie eine einzige Erfolgsgeschichte: Erstmals in der Historie der Bundesliga konnte die Umsatzschwelle von 2 Milliarden Euro überschritten werden. Dabei verbuchten 14 von 18 Bundesligisten einen Gewinn. Im Durchschnitt konnte die Personalkostenquote von 40,2 % auf 37,8 % gesenkt werden. Der Bundesliga-Boom geht also weiter. Während sich die Bundesliga eine solide und nachhaltige wirtschaftliche Basis geschaffen hat, kämpft die internationale Konkurrenz mit Problemen. Gemäß dem Benchmarking-Bericht des europäischen Fußballverbandes UEFA wiesen im Finanzjahr 2011 63 % der europäischen Erstligavereine Betriebsverluste aus. Dabei verbuchten 20 der europäischen Top-Klubs Betriebsverluste von insgesamt 574 Mio. Euro – und das trotz insgesamt steigender Umsätze. Viele europäische Spitzenklubs greifen auf die Hilfe externer Geldgeber (Mäzene, Investoren) zurück und verzerren damit den Wettbewerb. Die UEFA hat deshalb das sogenannte Financial Fair Play beschlossen, welches nun sukzessive für die europäischen Klubwettbewerbe umgesetzt wird. Ist das Reglement geeignet, tatsächlich faire Wettbewerbsbedingungen im europäischen Klubfußball zu schaffen?

Gastbeitrag
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Muß der Muscle Drain unterbunden werden?

Felipe Santana, Michel Ortega, Nando Rafael oder Baba Rahman – die Namen dieser vier Spieler stehen für zahlreiche Fußballer, die aus Entwicklungs- bzw. Schwellenländer (hier: Brasilien, Kolumbien, Angola oder Ghana) stammen und in der ersten oder zweiten Fußball-Bundesliga für die hiesigen Vereine (Dortmund, Leverkusen, Augsburg und Greuther Fürth) antreten. Aus den Entwicklungsländern Afrikas oder den lateinamerikanischen Schwellenländern migrierte Fußballer, die in der deutschen Bundesliga, sowohl in der ersten Liga, als auch den unteren Ligen antreten, sind kein Ausnahmephänomen.

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„Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft – das ist eine Weltanschauung.“ (Tucholsky, 1920)

Betrachtet man die Entwicklung der Gesundheit der deutschen Bevölkerung, scheint eine solche Art der Weltanschauung, wie sie der große deutsche Spötter Tucholsky äußert, weit verbreitet zu sein: Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DKV, die von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) durchgeführt wurde und zum Ziel hatte, die gesundheitsbezogene Lebensweise der Deutschen abzubilden, ergab, dass lediglich 11% der 3.032 Befragten allen gestellten Anforderungen[1] an eine gesunde Lebensweise gerecht werden (Mensik et al. 2012). Als besondere Problemfelder, die einer gesunden Lebensweise im Wege stehen, werden dabei vor allem unangemessene Ernährung und zu wenig Bewegung identifiziert. So bewegen sich nur 54% der Deutschen ausreichend, das heißt mindestens 150 Minuten bei moderater Aktivität pro Woche, obwohl hierzu schon die tägliche Wegstrecke bis zur Arbeitsstätte, wird sie mit dem Fahrrad zurückgelegt, zählt. Im Vergleich zur letzten DKV-Studie mit diesem Hintergrund verschlechterte sich das gesundheitsfördernde Verhalten der Deutschen: 2010 konnten noch 14% der Befragten die Benchmarks erfüllen, dabei erreichten 60% (54% in 2012) der Deutschen die Mindestempfehlung bezüglich sportlicher Aktivität.

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Eine Prämie für Olympiasieger!

Kaum sind die Olympischen Spiele beendet, diskutiert man in Deutschland über das Abschneiden der eigenen Sportler: Im Medaillenranking wurde, hinter Südkorea, nur Platz sechs erzielt. Auf den vorderen Plätzen hingegen sind die USA (1), China (2) sowie das Vereinigte Königreich (3) zu finden. Sind 11 Goldmedaillen (insgesamt waren es 44 Medaillen für Deutschland), die bei den diesjährigen Spielen auf 392 angetretene Athleten kamen, also zu wenig als Gegenleistung für die staatliche Sportförderung?

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