Finanzkrise, Arbeitsmärkte und Politikstrategien
Vom Umgang mit der Unterbeschäftigung

„The curious task of economics is to demonstrate to men how little they really know about what they imagine they can design.” (F.A. v. Hayek, The Fatal Conceit, 1988, p. 76)

Das Schlimmste auf den Finanzmärkten ist wohl überstanden, die finanzielle Apokalypse ist vorerst abgesagt. Der wirtschaftliche Abschwung scheint endlich den Boden gefunden zu haben. Die Weltwirtschaft zeigt erste spürbare Zeichen der realen Erholung. Von Entspannung kann dennoch keine Rede sein. Weltweit geht wieder einmal die Angst um, die Angst vor einem Aufschwung ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote ist im Juli 2009 in den OECD-Ländern mit 8,5 % auf den höchsten Wert in der Nachkriegszeit gestiegen. In Europa war die Entwicklung noch schlechter. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich in der EU-27 auf 9,1 %, im Euro-Raum sogar auf 9,6 %.  Damit ist die Finanzkrise endgültig in der realen Wirtschaft angekommen. Und ein Ende ist nicht in Sicht, zumindest nicht auf den Arbeitsmärkten.

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Der Lord und die Löhne
Krugman auf den Spuren von Keynes

„In the short run ideas are unimportant and ineffective, but in the long run they can rule the world“ (Lionel Robbins)

Geschichte wiederholt sich nicht. Das gilt allerdings nicht für Diskussionen, einige kehren immer wieder. Die Frage, wie Löhne die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen, ist heute genauso umstritten wie in den Zeiten der großen Depression. Es ist kein Zufall, dass gerade der Nobelpreisträger Paul Krugman dieses Thema immer wieder aufgreift. Ende letzten Jahres hat er Kritikern des New Deal unterstellt, dass sie keine Ahnung hätten, wenn sie befürchteten, dass steigende Nominallöhne in einer keynesianischen Situation die Lage auf den Arbeitsmärkten verschlimmerten. Anfang Mai hat er behauptet, dass sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern würde, wenn Unternehmen und Konsumenten erwarteten, dass die Löhne in Zukunft weiter fielen. Dabei hat er sich explizit auf Keynes berufen. Damit stellt sich wieder einmal die altbekannte Frage: Was hat der Meister tatsächlich gesagt und was hat er wirklich gemeint?

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Rot-Schwarz und der Markt

Noch immer geht ein Gespenst um in Europa, das Gespenst der Arbeitslosigkeit. Vor allem in den vier größten kontinentaleuropäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien treibt es sein Unwesen. Diese Länder bleiben unter ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten, die ihnen europa- und weltweit offenere Güter- und Kapitalmärkte bieten. Verkrustete Arbeitsmärkte sind ihre Achillesferse. Kein Wunder, dass der strukturelle Wandel viel zu viel Arbeitslosigkeit produziert. In diesem Teil Europas wächst der Wohlstand seit längerem nur noch im Schneckentempo.

Kleinere europäische Länder aber auch Großbritannien zeigen, es geht auch anders. Sie sind auf dem besten Weg, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Flexible Arbeitsmärkte tragen zum Erfolg bei: Der schnellere strukturelle Wandel wird in mehr Wohlstand umgesetzt. Schmerzfrei ist er dennoch nicht. Der industrielle Sektor gerät ins Abseits, Unternehmen gehen Pleite, Berufe verschwinden. Aber: Der Dienstleistungssektor blüht auf, junge Unternehmen erobern Märkte, neue Berufe entstehen. Funktionierende Arbeitsmärkte vermitteln Arbeitslose auf neue Arbeitsplätze. “Rot-Schwarz und der Markt” weiterlesen