Semiprofessionelle Fußballligen:
Drop out ohne Berufsperspektive – Ist der Staat in der Verantwortung?

In den Amateurligen des deutschen Fußballs haben sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt durch das medienwirksame Vorbild des Profifußballs semi-professionelle Arbeitsverhältnisse herausgebildet. Die daraus resultierenden gezahlten Entgelte erfordern während der sportlichen Laufbahn in vielen Fällen keinen Nebenerwerb, reichen aber oftmals nicht aus, um auf eine berufliche Betätigung nach der sportlichen Karriere verzichten zu können. Deshalb ist eine Karriere nach der Karriere für eine Vielzahl an Fußballspielern unumgänglich. Vor diesem Hintergrund sollten sich Fußballspieler eigentlich schon während ihrer sportlichen Laufbahn für ihr berufliches Fortkommen danach vorbereiten. Tatsächlich belegen Studien jedoch, daß sich ein Großteil der aktiven Fußballspieler nur unzulänglich mit der Thematik beschäftigt (Daumann & Römmelt 2009).

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Frauenfußball-WM und das Gehalt der Fußballspielerinnen

Vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 findet in Deutschland die Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt. Sie wird in 200 Ländern übertragen, wobei sie in Deutschland in der ARD, im ZDF und in Eurosport zu sehen sein wird. Insgesamt scheint der Frauenfußball in Deutschland an Attraktivität zu gewinnen, was an diesem gestiegenen Medieninteresse und der mittlerweile recht hohen Mitgliedschaft von Frauen im DFB deutlich wird. So hat der DFB rund eine Million weibliche Mitglieder, von denen fast 700.000 aktiv Fußball spielen. Erkennbar wird diese zunehmende Attraktivität des Frauenfußballs auch daran, daß die im Spielbetrieb teilnehmenden Juniorinnen-Mannschaften von 3.400 Teams im Jahre 2004 auf 6.267 Teams im Jahre 2006 angestiegen sind.

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Verdient Ronaldo zuviel?

Profifußballer konnten ihre Einkommen in den vergangenen Jahren überproportional steigern. Als bestbezahlter Fußballer der Welt gilt derzeit Christiano Ronaldo (Real Madrid) mit einem Jahreseinkommen von 13 Millionen EUR (zzgl. Einkünfte aus privaten Werbeverträgen), gefolgt von Zlatan Ibrahimovic (FC Barcelona) mit 12 Millionen p. a. Der deutsche Nationalspieler Philipp Lahm erspielt sich als bestbezahlter Bundesligaprofi acht Millionen.

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Gastbeitrag:
WM-Studie: Deutschland wird Vize-Weltmeister

Ein Team aus Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Eberhard Karls Universität Tübingen hat pünktlich zur anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft eine Studie über den Ausgang der FIFA WM veröffentlicht. Die Besonderheit der Studie ist ihr ganzheitlicher Blickwinkel. So fußen die Ergebnisse auf sportlichen Variablen, berücksichtigen aber auch den Einfluss von Politik, Ökonomie, Kultur und vielem mehr auf den sportlichen Erfolg. Laut der Studie wird Brasilien Weltmeister, Deutschland Zweiter, vor Frankreich und Italien. Im Viertelfinale scheitern Niederlande, England, Spanien und Portugal. Die Wahrscheinlichkeit der Prognose liegt bei 75%.

Gastbeitrag:
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Warum gibt es keine Konkurrenz zur Fußball-Bundesliga?

Die Fußball-Bundesliga produziert eine Unterhaltungsdienstleistung, die von den Konsumenten sehr hoch geschätzt wird, was an den Zuschauerzahlen im Stadion und an den Zuschauern vor dem Fernsehen deutlich wird. Zwar existieren Substitutionsprodukte auf dem Unterhaltungssektor, aber insbesondere die Attraktivität anderer deutscher Profi-Sportligen oder ausländischer Fußballigen scheint für den deutschen Zuschauer eher gering zu sein. Nun läßt sich beobachten, daß der Markt für „Fußballspiele“ offenbar wenig bestreitbar ist; dies zeigt sich daran, daß im Fußball keine Konkurrenzligen auf dem höchsten Spielniveau auftreten, geschweige denn sich durchsetzen können.

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BlogDialog
Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr

Berthold spricht auch über Vereinsübernahmen

schwatzgelb.de: Als Volkswirt beschäftigen Sie sich mit aktuellen Fragen der Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik. Dennoch finden sich unter Ihren Veröffentlichungen zahlreiche Beiträge rund um den bezahlten Fußball. Wie passt das zusammen?

Berthold: Der Fußball ist ein Sektor der Volkswirtschaft wie jeder andere, es gelten die gleichen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten wie überall sonst. Es liegt daher nahe, sich auch mit diesem Sektor auseinanderzusetzen und einen Versuch zu unternehmen, die Erkenntnisse aus anderen Sektoren auf den Fußball zu übertragen.


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Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr
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Krise! Welche Krise?
Fußballboom in Europa!

„Geld schießt keine Tore” (Otto Rehhagel)

Die Welt ist seit dem Fall von Lehman Brothers wirtschaftlich aus den Fugen geraten. Eine Branche nach der anderen kommt in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten. Trotz vielfältiger staatlicher Hilfe gehen Unternehmen reihenweise Pleite. Die Angst vor massenhafter Arbeitslosigkeit geht um. Spätestens nach den Bundestagswahlen wird sich zeigen, die Party ist endgültig vorbei. Nach jahrelangen Exzessen in der Finanzbranche herrscht nun reale Katerstimmung. Überall ist Krise, nur nicht im europäischen Fußball. Die Fans strömen weiter in Scharen in die Stadien, Vereine geben das Geld wie bisher mit vollen Händen aus, Transfersummen erreichen immer neue Rekordhöhen. Viele europäische Spitzenclubs drehen weiter ein großes finanzielles Rad. Die Partystimmung ist ungebrochen.

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Kirch, Bosman und Abramowitsch

Vielen Menschen in Europa würde etwas fehlen, gäbe es keine Fußball-Nationalmannschaften mehr. Sie sind stolz auf ihre Nationalkicker, wie sie es auf die Flagge ihrer Nation oder ihre Nationalhymne sind. Auch bei den Europameisterschaften 2008 in Österreich und der Schweiz wird der Dreiklang aus Team, Flagge und Hymne wieder zu sehen und hören sein. Diese heile Welt ist allerdings für viele in Gefahr. Schuld daran sei der Kommerz. Vereine würden zu reinen Unternehmen der Unterhaltungsindustrie, Nationalmannschaften seien vom Aussterben bedroht. Kurz und gut: Die europäische Fußball-Kultur stehe auf der Kippe.

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Protektionismus – bald auch wieder im Fußball?

Ein Irrtum ist offensichtlich, Globalisierung ist kein Selbstläufer. Vom Ende der Geschichte kann keine Rede sein. Die Märkte sind weltweit nicht nachhaltig offen. In wirtschaftlich ungemütlicheren Zeiten geraten sie immer wieder unter Druck der Interessengruppen. Die versuchen überall, die Zeit zurückzudrehen. Ihre Mittel sind nicht marktkonform, sie setzen auf Intervention und Protektion. Und sie finden bei der Politik immer öfter Gehör. Das gilt nicht nur für das normale Leben, es trifft auch auf den Fußball zu. „Protektionismus – bald auch wieder im Fußball?“ weiterlesen