Ordnungsruf
Wettbewerb ist unfair
Warum müssen die Bayern immer gewinnen?

Ich habe von Fußball keine Ahnung und jetzt habe ich auch noch ein Gerechtigkeitsproblem: Da sind die Bayern schon deutscher Meister. Und jetzt haben sie auch noch die Champions League gewonnen. Ist das nicht der beste Beweis dafür, dass der Wettbewerb ein unfaires Zuteilungsverfahren ist? Wäre es nicht fair, wenn jetzt einmal Dortmund zum Zug gekommen wäre? Das hätte jedenfalls mein Gefühl für Reziprozität, ausgleichende Gerechtigkeit, besser zufrieden gestellt (oder noch besser natürlich eine Mannschaft aus einem anderen Land). Wie gesagt, als Nichtfußballer, der Spiele immer nur guckt, wenn sie zu gesellschaftlichen Ereignissen werden, hatte ich für keine der beiden Mannschaften besondere Sympathien. Aber warum hat eigentlich niemand Mitleid mit den Dortmundern?

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Frieden, Freiheit und Wohlstand
Zerstört der Euro den europäischen Traum?

„Wenn wir versuchen wollten, Europa zentralistisch zu organisieren und gleichzeitig zu einem mehr oder weniger geschlossenen Block zu schmieden, so ist das nicht weniger als ein Verrat an Europa.“ (Wilhelm Röpke)

Der europäische Stern scheint zu verblassen, wirtschaftlich und politisch. Von der Euphorie der Nachkriegsgenerationen ist nur noch wenig zu spüren. Der von vielen erhoffte Aufbruch in die Vereinigten Staaten von Europa ist abgeblasen, zumindest vorerst. Stattdessen herrscht immer wieder die blanke Angst vor einem Lehman 2.0. Es gelten die ungemütlichen Gesetze von Krisen: Irrationalität und Panik. Die rasch steigende Arbeitslosigkeit außerhalb Deutschlands zeigt das erschreckende Ausmaß der ökonomischen Misere. Vor allem die (mediterrane) Jugend verliert ihr Vertrauen in die europäische Zukunft. Mit der ökonomisch unsinnigen „Retterei“ wird viel politisches Porzellan zerschlagen. Schon wieder prägen offene Feindseligkeiten, oft auch Hass das Bild in Europa. Wirtschaftliches Licht am Ende des Tunnels ist nicht in Sicht.

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Zerstört der Euro den europäischen Traum?
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Der Wettbewerb der Staaten und die Freiheit und Vielfalt der Religion

Auf Adam Smith geht die Einsicht zurück, dass sich Monopole nur dann über längere Zeit halten können, wenn sie vom Staat durchgesetzt werden:

„The monopolists … sell their commodities much above the natural price … Such enhancements of the market price may last as long as the regulations of police which give occasion to them“ (The Wealth of Nations, Bk. 1, Ch. VII, pp. 69f.).

Das gilt auch für Religionsmonopole. Je mächtiger der Herrscher, der Staat, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Staatsreligion. Aber Religionen – wie die meisten kollektiven Phänomene – verfügen über ein enormes Beharrungsvermögen. Sie können Bedingungen widerspiegeln, die mehrere Jahrhunderte zurückliegen. Deshalb empfiehlt es sich, nicht Zustände, sondern Veränderungen zu erklären. Sind Religionsmonopole vor allem in Großreichen entstanden, von besonders mächtigen Herrschern eingeführt worden? Betrachten wir einige historische Beispiele.

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Junge Ordnungsökonomik
Mehr Wettbewerb auf dem Ratingmarkt
Mögliche Hindernisse und Wirkungen auf die Ratingqualität

Die Ratingagenturen werden seit der Finanzmarktkrise 2007/08 sowie in der aktuellen europäischen Staatsschuldenkrise stark kritisiert. Daher werden Maßnahmen gefordert, die einerseits den Einfluss der Agenturen auf den internationalen Finanzmärkten reduzieren sollen. Andererseits sollen Vorkehrungen getroffen werden, die zu einer Steigerung der Ratingqualität führen. Eine sowohl in der Öffentlichkeit und in der Politik als auch in der Wissenschaft diskutierte Maßnahme betrifft die Steigerung des Wettbewerbs auf dem Ratingmarkt. Begründet wird dies zum einen durch die beschränkt oligopolistische Marktstruktur mit den dominanten Ratingagenturen Moody´s, S&P und Fitch. Zum anderen wird konstatiert, dass ein mangelnder Wettbewerb unter den etablierten Ratingagenturen die Wirkung der Reputation auf die Ratingqualität einschränkt. Allerdings unterbleibt in der aktuellen Diskussion eine kritische Analyse, inwiefern ein erfolgreicher Markteintritt einer neuen Ratingagentur überhaupt möglich ist. Zudem wird die Wirkung einer Wettbewerbsintensivierung auf die Qualität eines Ratings nur ungenügend betrachtet.

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BlogDialog
Die bleibenden Werte des Fußballs
Fußball-Manager Andreas Rettig im Interview

Herr Rettig, wer wird Fußball-Europameister 2012?

Andreas Rettig: Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Außerdem bin ich parteiisch. Als Fan tippe ich auf Deutschland. Wenn man sich die Dominanz der Spanier bei den letzten Turnieren vor Augen hält, komme ich allerdings etwas ins Grübeln. Eine Neuauflage des EM-Finales gegen Spanien kann ich mir in jedem Fall gut vorstellen. Dann hilft nur noch: Daumen drücken!

Blicken wir mal etwas weiter in die Zukunft. Welche Nationen werden solche Turniere im Jahr 2050 dominieren?

Rettig: Es ist schwierig, so weit in die Zukunft zu blicken. Vielleicht hilft ein Rückblick. Um die Jahrtausendwende war Frankreich als Welt- und Europameister der fußballerische Nabel der Welt. Das lag daran, dass die Franzosen frühzeitig sehr viel Geld sinnvoll in den Nachwuchs investiert und dafür irgendwann die Früchte geerntet haben.

Anders als Deutschland seinerzeit?

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Fußball-Manager Andreas Rettig im Interview
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Die Fußball-Europameisterschaft ante portas: Mehr Wettbewerb für die internationalen Sportverbände und ihr „Kernprodukt“!

Gegenwärtig steht bei der Fußball-Europameisterschaft weniger die sportliche Berichterstattung, sondern vielmehr die Vergabepolitik durch die UEFA an die Ukraine (und Polen) im Vordergrund. Insbesondere die Behandlung der Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko hat zahlreiche Politiker veranlaßt, entsprechende Reaktionen und dabei u. a. auch einen sportlichen Boykott oder eine Verlegung der EM nach Deutschland oder Österreich zu fordern.

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Junge Ordnungsökonomik
Präferenz für Vielfalt
Die Clusterförderung setzt neue Maßstäbe

Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank sind sich einig: Die Eurozone rutscht in diesem Jahr in eine Rezession. Vereinzelte Inseln der Glückseligkeit wird es zwischen Finnland und Spanien auch in Zeiten schrumpfender Volkswirtschaften geben, allen voran in Deutschland. Die fünf neuen Gewinner des sogenannten Spitzencluster-Wettbewerbs der Bundesregierung sind seit Ende Januar bekannt. Sie dürfen sich in den nächsten fünf Jahren über einen Geldsegen in Millionenhöhe freuen.

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Die Clusterförderung setzt neue Maßstäbe
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Von der EU kommt doch manchmal auch etwas Gutes …

Bisher gelang es den nationalen Fußballigen, die Spiele zentral vermarkten, für ihre Unterhaltungsdienstleistung nationale Exklusivität zu sichern. Im hier relevanten Fall des Bezahlfernsehens werden in der Regel die TV-Rechte an einen Bezahlsender wie Sky oder Teleclub verkauft, der dann die Spiele live über ein verschlüsseltes Signal ausstrahlt. Um dieses Signal verwerten zu können, benötigt der Verbraucher einen entsprechenden Decoder und eine Decoderkarte. Eine nationale Exklusivität wird nun dadurch erreicht, daß die Decoderkarten nur Verbrauchern zugänglich gemacht werden, die im entsprechenden Sendegebiete des Senders leben.  Damit gelang den Anbietern eine regionale, also vertikale Preisdifferenzierung – Arbitrage zwischen den nationalen Märkten wurde damit wirksam unterbunden. Mit anderen Worten: Die die Unterhaltungsdienstleistung anbietende Liga – sofern kein Rechthändler zwischengeschaltet ist – hat bei einer derartigen Konstruktion in Abhängigkeit von der Nachfrage in der entsprechenden Region einen erheblichen Preisgestaltungsspielraum und kann diesen auf manchen Märkten, in denen die Konkurrenz unbedeutend ist, dazu verwenden, ihren Optimalpreis durchzusetzen.

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Die Ökumene behindert den geistlichen Wettbewerb

Wie sich wieder einmal, anlässlich des Papstbesuchs in Deutschland, gezeigt hat, hält die EKD offensichtlich noch weniger als Papst Benedict XVI. von manchen bewährten Paradigmen der Ökonomik: Die Vertreter der EKD buhlen um das Entgegenkommen des Papstes hinsichtlich seiner Bereitschaft zur Überwindung der Differenzen zwischen Katholizismus und Protestantismus im Rahmen der theologischen Ökumene. Theologische Differenziertheit soll durch Einheitlichkeit ersetzt werden, die Spaltung der Christenheit müsse überwunden werden, nicht zuletzt um das Christentum gegenüber anderen Religionen der Welt zu „stärken“. Der Papst hat sich, wie wir beobachten konnten, dem evangelischen Ansinnen mehr als deutlich verweigert, stattdessen aber, offensichtlich aufgrund paradigmatisch größerer Nähe, den Orthodoxen Hoffnungen auf mehr Einheitlichkeit gemacht.

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