Sollte der Staat in den elektronischen Sport eingreifen?

Die letzte Spielemesse in Köln, die Gamescom, erfreute sich großer Beliebtheit. Dort konnten die etwa 250.000 Besucher bereits im August 2012 Computerspiele testen, die erst Anfang 2013 auf den Markt gekommen sind. So z. B. die neuste Erweiterung von Tomb Raider, FIFA 13, oder den dritten Teil von Assassins Creed. Wie sich daran und an der mehr als einer Million Nutzer sehen lässt, erfreut sich der elektronische Sport (eSports) großer Beliebtheit in Deutschland. Eine Anerkennung als Sportart durch den DOSB bleibt ihm aber bislang versagt, obwohl er eine dem traditionellen Sport ähnliche Organisation in sog. Clans (Sportvereinen) und Ligen aufweist und auch in anderen Ländern wie China oder Brasilien als Sportart gänzlich anerkannt wird. Begründet wird dies mit der tatsächlich – wenn man einmal von virtuellen Spielen wie mit der Wii absieht – fehlenden Ausübung motorischer Aktivitäten.

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Gastbeitrag
UEFA Financial Fair Play: Katz-und-Maus-Spiel zu erwarten

Der jüngst erschienene Bundesliga Report 2013 der Deutschen Fußball Liga liest sich wie eine einzige Erfolgsgeschichte: Erstmals in der Historie der Bundesliga konnte die Umsatzschwelle von 2 Milliarden Euro überschritten werden. Dabei verbuchten 14 von 18 Bundesligisten einen Gewinn. Im Durchschnitt konnte die Personalkostenquote von 40,2 % auf 37,8 % gesenkt werden. Der Bundesliga-Boom geht also weiter. Während sich die Bundesliga eine solide und nachhaltige wirtschaftliche Basis geschaffen hat, kämpft die internationale Konkurrenz mit Problemen. Gemäß dem Benchmarking-Bericht des europäischen Fußballverbandes UEFA wiesen im Finanzjahr 2011 63 % der europäischen Erstligavereine Betriebsverluste aus. Dabei verbuchten 20 der europäischen Top-Klubs Betriebsverluste von insgesamt 574 Mio. Euro – und das trotz insgesamt steigender Umsätze. Viele europäische Spitzenklubs greifen auf die Hilfe externer Geldgeber (Mäzene, Investoren) zurück und verzerren damit den Wettbewerb. Die UEFA hat deshalb das sogenannte Financial Fair Play beschlossen, welches nun sukzessive für die europäischen Klubwettbewerbe umgesetzt wird. Ist das Reglement geeignet, tatsächlich faire Wettbewerbsbedingungen im europäischen Klubfußball zu schaffen?

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Muß der Muscle Drain unterbunden werden?

Felipe Santana, Michel Ortega, Nando Rafael oder Baba Rahman – die Namen dieser vier Spieler stehen für zahlreiche Fußballer, die aus Entwicklungs- bzw. Schwellenländer (hier: Brasilien, Kolumbien, Angola oder Ghana) stammen und in der ersten oder zweiten Fußball-Bundesliga für die hiesigen Vereine (Dortmund, Leverkusen, Augsburg und Greuther Fürth) antreten. Aus den Entwicklungsländern Afrikas oder den lateinamerikanischen Schwellenländern migrierte Fußballer, die in der deutschen Bundesliga, sowohl in der ersten Liga, als auch den unteren Ligen antreten, sind kein Ausnahmephänomen.

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„Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft – das ist eine Weltanschauung.“ (Tucholsky, 1920)

Betrachtet man die Entwicklung der Gesundheit der deutschen Bevölkerung, scheint eine solche Art der Weltanschauung, wie sie der große deutsche Spötter Tucholsky äußert, weit verbreitet zu sein: Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der DKV, die von der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) durchgeführt wurde und zum Ziel hatte, die gesundheitsbezogene Lebensweise der Deutschen abzubilden, ergab, dass lediglich 11% der 3.032 Befragten allen gestellten Anforderungen[1] an eine gesunde Lebensweise gerecht werden (Mensik et al. 2012). Als besondere Problemfelder, die einer gesunden Lebensweise im Wege stehen, werden dabei vor allem unangemessene Ernährung und zu wenig Bewegung identifiziert. So bewegen sich nur 54% der Deutschen ausreichend, das heißt mindestens 150 Minuten bei moderater Aktivität pro Woche, obwohl hierzu schon die tägliche Wegstrecke bis zur Arbeitsstätte, wird sie mit dem Fahrrad zurückgelegt, zählt. Im Vergleich zur letzten DKV-Studie mit diesem Hintergrund verschlechterte sich das gesundheitsfördernde Verhalten der Deutschen: 2010 konnten noch 14% der Befragten die Benchmarks erfüllen, dabei erreichten 60% (54% in 2012) der Deutschen die Mindestempfehlung bezüglich sportlicher Aktivität.

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Eine Prämie für Olympiasieger!

Kaum sind die Olympischen Spiele beendet, diskutiert man in Deutschland über das Abschneiden der eigenen Sportler: Im Medaillenranking wurde, hinter Südkorea, nur Platz sechs erzielt. Auf den vorderen Plätzen hingegen sind die USA (1), China (2) sowie das Vereinigte Königreich (3) zu finden. Sind 11 Goldmedaillen (insgesamt waren es 44 Medaillen für Deutschland), die bei den diesjährigen Spielen auf 392 angetretene Athleten kamen, also zu wenig als Gegenleistung für die staatliche Sportförderung?

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Sollen Vereine die Kosten für Polizeieinsätze im professionellen Fußball tragen?

„Deutscher Randalemeister 2011“- damit schmückten sich die bereits abgestiegenen Frankfurter Ultras am 34. Spieltag der Saison 2010/11 der ersten Fußball-Bundesliga. Eine Woche vorher hatten sie in der heimischen Frankfurter Commerzbank-Arena den Platz gestürmt und sich mit den Sicherheitskräften angelegt und diese tätlich angegriffen (Leppert & Durstewitz, 2011).

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BlogDialog
Die bleibenden Werte des Fußballs
Fußball-Manager Andreas Rettig im Interview

Herr Rettig, wer wird Fußball-Europameister 2012?

Andreas Rettig: Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Außerdem bin ich parteiisch. Als Fan tippe ich auf Deutschland. Wenn man sich die Dominanz der Spanier bei den letzten Turnieren vor Augen hält, komme ich allerdings etwas ins Grübeln. Eine Neuauflage des EM-Finales gegen Spanien kann ich mir in jedem Fall gut vorstellen. Dann hilft nur noch: Daumen drücken!

Blicken wir mal etwas weiter in die Zukunft. Welche Nationen werden solche Turniere im Jahr 2050 dominieren?

Rettig: Es ist schwierig, so weit in die Zukunft zu blicken. Vielleicht hilft ein Rückblick. Um die Jahrtausendwende war Frankreich als Welt- und Europameister der fußballerische Nabel der Welt. Das lag daran, dass die Franzosen frühzeitig sehr viel Geld sinnvoll in den Nachwuchs investiert und dafür irgendwann die Früchte geerntet haben.

Anders als Deutschland seinerzeit?

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Die bleibenden Werte des Fußballs
Fußball-Manager Andreas Rettig im Interview
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Die Fußball-Europameisterschaft ante portas: Mehr Wettbewerb für die internationalen Sportverbände und ihr „Kernprodukt“!

Gegenwärtig steht bei der Fußball-Europameisterschaft weniger die sportliche Berichterstattung, sondern vielmehr die Vergabepolitik durch die UEFA an die Ukraine (und Polen) im Vordergrund. Insbesondere die Behandlung der Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko hat zahlreiche Politiker veranlaßt, entsprechende Reaktionen und dabei u. a. auch einen sportlichen Boykott oder eine Verlegung der EM nach Deutschland oder Österreich zu fordern.

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Ist Sport ein globales öffentliches Gut?

Daß Finanzstabilität kein Problem ist, das sich noch auf nationalstaatlicher Ebene managen läßt, ist spätestens seit der Finanzkrise ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Das Phänomen der Globalisierung, also der weltweiten Verflechtung und Verdichtung globaler Beziehungen, vorangetrieben durch den technischen Fortschritt im Bereich der Kommunikations- und Transporttechnologien, hat nicht nur Auswirkungen auf den Bereich der Politik oder Wirtschaft. Auch der Sport unterlag in den letzten 20 Jahren einem Wandel, obwohl spätestens mit Anbeginn des Konzepts der Olympischen Spiele (1896) von ersten internationalen Tendenzen gesprochen werden kann (Bour und Gouget, 2006).

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Occupy the NBA- „we want the 52.5 percent!“
Auswirkungen von Spielergewerkschaften im Sport

Aufgrund eines Streiks verschiebt sich das für den 1. November 2011 terminierte erste Spiel der NBA-Saison zwischen den Dallas Mavericks und den Chicago Bulls bis auf weiteres. Seit dem 1.06.2011 ringen die Spielergesellschaft NBPA (National Basketball Players Association) unter NBPA-Präsident Derek Fisher und die Teambesitzer der NBA unter Liga-Commissioner David Stern um einen neuen Tarifabschluss (o.V., 2011a). Nachdem nunmehr alle Novemberspiele abgesagt wurden, zieht sich die Zwangspause nach neuerlichem Abbruch der Vertragsverhandlungen mindestens bis Mitte Dezember hin. Selbst bei einer verkürzten Vorbereitungsphase dürften somit die beliebten Spiele während der Weihnachtsfeiertage ausfallen (o.V., 2011b).

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