Die politische Dimension des Euro

Sowohl in den aufgewühlten Diskussionen als auch in den sachlichen Analysen der Perspektiven des Euro tritt meist allzu schnell in den Hintergrund, dass die Gründung der Europäischen Währungsunion mit der Einführung der gemeinsamen Währung, der konkreten Ausgestaltung der monetären Verfassung und der Auswahl der Teilnehmer letztlich ein politisches Projekt war.

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Zwei Seiten einer Medaille: Entscheidung und Verantwortung

In der Analyse der globalen Finanzmarktkrise sowie der krisenhaften Entwicklungen in der Europäischen Währungsunion rund um Griechenland geht es immer wieder um Antworten auf die sehr grundlegende Frage: Wie konnte es dazu kommen? Ohne hier Details ausloten zu wollen, wird eine einfache Antwort zur Diskussion gestellt: Zu den Hintergründen beider Krisen gehört, dass es möglich war, Verantwortung für einzelwirtschaftliche Entscheidungen ebenso wie für wirtschaftspolitische Maßnahmen abzuwälzen. Daher wird nun im Folgenden ganz allgemein der Zusammenhang zwischen Entscheidung und Verantwortung thematisiert.

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Die Währungsunion und der Staatshaushalt
Ein Blick in die Geschichte

Die Staatsverschuldung einiger Euro-Mitgliedsstaaten, aktuelle Diskussionen über ein bail out, über den Ausschluss oder den Austritt von Mitgliedern aus der Währungsunion, über Sanktionen und Überbrückungshilfen erinnern an die Jahre einer kontroversen Diskussion über den Zusammenhang von gemeinsamer Währung und den Staatshaushalten der Mitgliedsstaaten im Vorfeld der Europäischen Währungsunion. Damals wurden abstrakt Gefahren vermutet, die heute deutlich greifbarer geworden sind. Wer historische Neigungen aufweist, hat vielleicht Interesse daran, noch etwas weiter zurückzublicken.

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Rating-Agenturen: Gescholtene, aber einflussreiche Informationsdienstleister

Im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise haben die Rating-Agenturen Glaubwürdigkeit eingebüsst, wird ihnen doch eine Mitschuld an ihr vorgeworfen. Dennoch und trotz zahlreicher Reformforderungen und –vorschläge verfügen sie nach wie vor über Macht und Einfluss, die kaum gesunken sind. Jene, die ihren Bedeutungsverlust vorhergesagt hatten, sehen sich von den Fakten widerlegt, so zuletzt bei der Bonitäts-Rückstufung Griechenlands. Im Vorfeld der globalen Finanzmarktkrise hätten sie strukturierte Finanzprodukte falsch bewertet, ihnen ein zu geringes Risiko attestiert und so zum Kauf hypothekengesicherter Wertpapiere angeregt, der Wurzel der amerikanischen Immobilienblase, unter deren Folgen die Weltwirtschaft heute noch immer leidet. Zusätzlich hätten sie ihr Ratingurteil erst geändert als es bereits zu spät zum Reagieren war und die Korrekturprozesse auf den Finanzmärkten längst begonnen hatten. Zwei aktuelle Entwicklungen legen es nahe, sich näher mit den Rating-Agenturen zu beschäftigen.

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Standortvorteile durch F&E-Kooperationen

Derzeit dominieren in wirtschaftspolitischen ebenso wie in unternehmenspolitischen Diskussionen eher kurzfristig orientierte Themen. Konjunktur und Kreditklemme stehen im Vordergrund. Doch mit der Aufhellung der wirtschaftlichen Perspektiven ist es an der Zeit, wieder langfristige und strukturelle Weichenstellungen in das Blickfeld zu nehmen, zum Beispiel den Innovationsstandort Deutschland und seine Bedeutung für in- und ausländische Unternehmen.

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Nobelpreis I:
Eine gute Ordnung für die Wirtschaft und ihre Organisationen

Zusammen mit Elinor Ostrom wird Oliver E. Williamson, einer der bekanntesten Institutionenökonomen in diesem Jahr den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften überreicht bekommen. Als Begründung wird vom Nobelpreis-Komitee seine konsequente Analyse der Governancestrukturen wirtschaftlicher Organisationen angeführt, vor allem seine Arbeiten über die Grenzen des Unternehmens. Organisationen sind nicht einfach da und funktionieren automatisch, sondern – so Williamson – es geht darum, gute Organisationen zu schaffen und dabei zu berücksichtigen, wie sich Menschen tatsächlich verhalten und wie sie auf Regeln, Organisations- und Kontrollstrukturen reagieren. Was heute als Corporate Governance weithin bekannt ist, lässt sich letztlich auf Williamson zurückführen. Allerdings ist sein Ansatz wesentlich umfassender, lässt er sich doch neben Unternehmen auf alle anderen Organisationen anwenden. Er ist der Begründer der Theorie der ökonomischen Governance. Neben vielen anderen Themen ging er immer wieder der Frage nach, weshalb eigentlich Unternehmen existieren, so wie es Ronald Coase bereits vor ihm tat.

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Wirtschaftspolitische Rhetorik: Vom Marktversagen zur Exit-Strategie

Marktversagen

Von Marktversagen ist seit Monaten viel zu hören und zu lesen. In unangemessener Übertreibung werden von manchen Autoren und Medien – die globale Finanzmarktkrise und die realwirtschaftliche Rezession vor Augen – die Grenzen marktwirtschaftlicher Wirtschafts-ordnungen als offensichtlich und als erreicht angesehen. Kapitalismus ist die negativ belegte Assoziation, seine Kritik ist sehr populär geworden und wenig Widerspruch regt sich. Die Probleme auf den Finanzmärkten, die ihre Spuren in Bankbilanzen und privaten Vermögensaufstellungen hinterlassen haben sowie die gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben in vielen Volkswirtschaften zu weitreichenden staatlichen Maßnahmen geführt. Rettungspakete größeren Ausmaßes für Banken und Finanzinstitute wurden geschnürt, Konjunkturprogramme sind angelaufen. Staatliche Unterstützung in Form von Bürgschaften und Überbrückungszahlungen für einzelne Unternehmen und in manchen Branchen wurden angeboten. Politisch orchestrierte Eigentümerwechsel von Unternehmen haben stattgefunden und Proteste waren nur verhalten zu vernehmen. Bei all diesen Aktivitäten muss auch rückblickend noch erstaunen, wie schnell es völlig normal geworden ist, Staat und Politik eine außerordentlich hohe Lösungskapazität für Problemlagen aller Art zuzutrauen.

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