Der neue Glücksspielstaatsvertrag teilt Deutschland
Ist die Glücksspielpolitik auf dem richtigen Weg?

Nach langen Diskussionen in der Öffentlichkeit auf allen politischen Ebenen unterzeichneten die Ministerpräsidenten von 15 Bundesländern am 15.Dezember 2011 den Staatsvertrag zur Änderung des Glücksspiel-Staatsvertrages (1.GlüÄndStV). Der Vertrag proklamiert eine Liberalisierung des Glücksspielmarktes im Bereich Sportwetten. Er soll 2012 in Kraft treten, vorausgesetzt die EU-Kommission segnet den Vertragsentwurf ab und die Länderparlamente ratifizieren diesen. Nicht im Boot ist Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland fordert eine noch weitergehende Liberalisierung und geht in Fragen Glücksspiel mit einem eigenen Gesetz, das bereits am 01.Januar 2012 in Kraft trat, seinen individuellen Weg.

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Occupy the NBA- „we want the 52.5 percent!“
Auswirkungen von Spielergewerkschaften im Sport

Aufgrund eines Streiks verschiebt sich das für den 1. November 2011 terminierte erste Spiel der NBA-Saison zwischen den Dallas Mavericks und den Chicago Bulls bis auf weiteres. Seit dem 1.06.2011 ringen die Spielergesellschaft NBPA (National Basketball Players Association) unter NBPA-Präsident Derek Fisher und die Teambesitzer der NBA unter Liga-Commissioner David Stern um einen neuen Tarifabschluss (o.V., 2011a). Nachdem nunmehr alle Novemberspiele abgesagt wurden, zieht sich die Zwangspause nach neuerlichem Abbruch der Vertragsverhandlungen mindestens bis Mitte Dezember hin. Selbst bei einer verkürzten Vorbereitungsphase dürften somit die beliebten Spiele während der Weihnachtsfeiertage ausfallen (o.V., 2011b).

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Von der EU kommt doch manchmal auch etwas Gutes …

Bisher gelang es den nationalen Fußballigen, die Spiele zentral vermarkten, für ihre Unterhaltungsdienstleistung nationale Exklusivität zu sichern. Im hier relevanten Fall des Bezahlfernsehens werden in der Regel die TV-Rechte an einen Bezahlsender wie Sky oder Teleclub verkauft, der dann die Spiele live über ein verschlüsseltes Signal ausstrahlt. Um dieses Signal verwerten zu können, benötigt der Verbraucher einen entsprechenden Decoder und eine Decoderkarte. Eine nationale Exklusivität wird nun dadurch erreicht, daß die Decoderkarten nur Verbrauchern zugänglich gemacht werden, die im entsprechenden Sendegebiete des Senders leben.  Damit gelang den Anbietern eine regionale, also vertikale Preisdifferenzierung – Arbitrage zwischen den nationalen Märkten wurde damit wirksam unterbunden. Mit anderen Worten: Die die Unterhaltungsdienstleistung anbietende Liga – sofern kein Rechthändler zwischengeschaltet ist – hat bei einer derartigen Konstruktion in Abhängigkeit von der Nachfrage in der entsprechenden Region einen erheblichen Preisgestaltungsspielraum und kann diesen auf manchen Märkten, in denen die Konkurrenz unbedeutend ist, dazu verwenden, ihren Optimalpreis durchzusetzen.

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Semiprofessionelle Fußballligen:
Drop out ohne Berufsperspektive – Ist der Staat in der Verantwortung?

In den Amateurligen des deutschen Fußballs haben sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt durch das medienwirksame Vorbild des Profifußballs semi-professionelle Arbeitsverhältnisse herausgebildet. Die daraus resultierenden gezahlten Entgelte erfordern während der sportlichen Laufbahn in vielen Fällen keinen Nebenerwerb, reichen aber oftmals nicht aus, um auf eine berufliche Betätigung nach der sportlichen Karriere verzichten zu können. Deshalb ist eine Karriere nach der Karriere für eine Vielzahl an Fußballspielern unumgänglich. Vor diesem Hintergrund sollten sich Fußballspieler eigentlich schon während ihrer sportlichen Laufbahn für ihr berufliches Fortkommen danach vorbereiten. Tatsächlich belegen Studien jedoch, daß sich ein Großteil der aktiven Fußballspieler nur unzulänglich mit der Thematik beschäftigt (Daumann & Römmelt 2009).

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Frauenfußball-WM und das Gehalt der Fußballspielerinnen

Vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 findet in Deutschland die Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt. Sie wird in 200 Ländern übertragen, wobei sie in Deutschland in der ARD, im ZDF und in Eurosport zu sehen sein wird. Insgesamt scheint der Frauenfußball in Deutschland an Attraktivität zu gewinnen, was an diesem gestiegenen Medieninteresse und der mittlerweile recht hohen Mitgliedschaft von Frauen im DFB deutlich wird. So hat der DFB rund eine Million weibliche Mitglieder, von denen fast 700.000 aktiv Fußball spielen. Erkennbar wird diese zunehmende Attraktivität des Frauenfußballs auch daran, daß die im Spielbetrieb teilnehmenden Juniorinnen-Mannschaften von 3.400 Teams im Jahre 2004 auf 6.267 Teams im Jahre 2006 angestiegen sind.

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Sollten sich junge Berufssportler pflichtversichern müssen?

Erst vor kurzem schlug die Spielergewerkschaft der Vereinigung für Vertragsfußballer (VdV) Alarm. Laut neuesten Erkenntnissen würden nur zehn Prozent der Profi-Fußballer für ihr Karriereende Vorsorge treffen, jeder Vierte würde nach dem Ende der aktiven Laufbahn sogar vor dem Nichts stehen (siehe auch Daumann & Römmelt 2009).

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Sportevents: Sinnvolle öffentliche Investitionen oder Geldverschwendung?

Die Fußball-WM 2006, die Handball-WM im Jahr darauf, die Leichtathletik-WM 2009 und jüngst die alpine Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen: Die Anzahl internationaler Sportevents in Deutschland ist in den letzten Jahren fraglos hoch. Offiziell werden derartige Veranstaltungen durch die jeweiligen Verbände wie den DFB oder den DLV bzw. nationale Organisationskomitees verantwortet. Faktisch ist die öffentliche Hand jedoch in großem Umfang mit in die Planung, die notwendigen Investitionen und die Umsetzung involviert. Aktuell zeigt sich dies bei der Bewerbung Münchens zur Austragung der olympischen Spiele 2018. So sind neben dem DOSB (Deutschen Olympischen Sportbund) die Landeshauptstadt München, der Freistaat Bayern, die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land als Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft vertreten.

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Stadienbau und polit-ökonomische Anreizmechanismen

Ein neues Stadion für den heimischen Fußballverein – das wünschen sich regelmäßig nicht nur die Fans, sondern auch die Stadtoberen. In der Sportökonomie werden verschiedene Aspekte diskutiert, in welcher Weise ein Neubau bzw. eine umfassende Sanierung positive Effekte generieren kann.

  • Sofern die Arbeiten durch lokale Unternehmen durchgeführt werden, kann das örtliche Baugewerbe profitieren. Zumindest während der Bauphase sind Effekte auf dem Arbeitsmarkt denkbar. Steigende Gewinne führen weiterhin zu steigenden Steuereinnahmen. Schließlich sind mittel- und langfristige Multiplikatoreffekte zu berücksichtigen.
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Alle Jahre wieder: Der Markt für Studentenwohnungen

Pünktlich vor Beginn des Wintersemesters sind jedes Jahr Tausende von Studienanfängern und Studienplatzwechslern auf der Suche nach einer Wohnung bzw. einem Zimmer. Durch die Umsetzung der Bologna-Reform hat sich diese Situation weiter verschärft, da ein Wechsel zum Sommersemester, bspw. nach Abschluss eines dreisemestrigen Grundstudiums, unwahrscheinlicher geworden ist. Besonders in Städten mit einem hohen prozentualen Anteil von Studierenden wie Jena, Münster oder Tübingen erhöht dies für einen kurzen Zeitraum die Nachfrage nach entsprechenden Immobilien sprunghaft.

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Ist die deutsche Sportpolitik auf dem ordnungspolitisch richtigen Pfad?

Sport hat für viele Bürger einen sehr hohen Stellenwert und stellt für eine große Anzahl die Freizeitbeschäftigung – aktiv oder passiv als Sportzuschauer – Nr. 1 dar. Insofern ist es kein Wunder, dass der Staat sich auch des Sports angenommen hat, wenngleich die historischen Wurzeln dieser staatlichen Intervention zurück in eine Zeit gehen, in der Sport insbesondere eine zentrale Rolle für die Wehrertüchtigung spielte. Damit ist gleichwohl der staatlichen Intervention in den Sport etwas die Rechtfertigung abhanden gekommen. In diesem Beitrag will ich zuerst die Sportpolitik der Bundesrepublik Deutschland holzschnittartig vorstellen und danach vor allem aus ordnungspolitischer Sicht würdigen.


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