BücherMarkt
Folgt der Fußball einer Formel?

Ein Fußball-Buch mit dem Titel: „Warum verliert Deutschland?“ würde hierzulande kein Verkaufsschlager werden. Zum einen geht diese Frage an unserer Nationalmannschaft vorbei. Sie hat bei den zehn Weltmeisterschaften seit 1970 sieben Mal mindestens das Halbfinale erreicht, was selbst dem Rekord-Titelträger Brasilien nicht gelungen ist (siehe Abbildung 1). Zum anderen ist uns nicht die nötige Selbstironie zu eigen, die für einen Engländer typisch ist. So ist es nicht verwunderlich, dass das lesenswerte Werk “Why England lose & other curious football phenomena explained“ kürzlich ausgerechnet im Mutterland des Fußballs erschienen ist, das seit 1966 auf eine Weltmeister-Trophäe wartet.

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BlogDialog
Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr

Berthold spricht auch über Vereinsübernahmen

schwatzgelb.de: Als Volkswirt beschäftigen Sie sich mit aktuellen Fragen der Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik. Dennoch finden sich unter Ihren Veröffentlichungen zahlreiche Beiträge rund um den bezahlten Fußball. Wie passt das zusammen?

Berthold: Der Fußball ist ein Sektor der Volkswirtschaft wie jeder andere, es gelten die gleichen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten wie überall sonst. Es liegt daher nahe, sich auch mit diesem Sektor auseinanderzusetzen und einen Versuch zu unternehmen, die Erkenntnisse aus anderen Sektoren auf den Fußball zu übertragen.


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Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr
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Krise! Welche Krise?
Fußballboom in Europa!

„Geld schießt keine Tore” (Otto Rehhagel)

Die Welt ist seit dem Fall von Lehman Brothers wirtschaftlich aus den Fugen geraten. Eine Branche nach der anderen kommt in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten. Trotz vielfältiger staatlicher Hilfe gehen Unternehmen reihenweise Pleite. Die Angst vor massenhafter Arbeitslosigkeit geht um. Spätestens nach den Bundestagswahlen wird sich zeigen, die Party ist endgültig vorbei. Nach jahrelangen Exzessen in der Finanzbranche herrscht nun reale Katerstimmung. Überall ist Krise, nur nicht im europäischen Fußball. Die Fans strömen weiter in Scharen in die Stadien, Vereine geben das Geld wie bisher mit vollen Händen aus, Transfersummen erreichen immer neue Rekordhöhen. Viele europäische Spitzenclubs drehen weiter ein großes finanzielles Rad. Die Partystimmung ist ungebrochen.

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Sollte die Tour de France durch öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland übertragen werden?

Aufgrund der Dopingskandale im Radsport in den letzten Jahren beabsichtigten die öffentlichen Sender, in diesem Jahr die Tour de France nicht live zu übertragen. Aufgrund ihrer vertraglichen Verpflichtungen müssen ARD und ZDF entgegen ihrer Absichten von der Tour berichten; der dafür vereinbarte Preis beträgt für den Zeitraum 2009 bis 2011 20 Millionen Euro.

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Öffentliches Geld für Goldmedaillen?

Am 23. April dieses Jahres titelte das Handelsblatt „Extragehalt für Spitzensportler soll mehr Medaillen bringen“: „Die Stiftung Deutsche Sporthilfe will die besten Athleten des Landes mit stärkeren finanziellen Anreizen zu Höchstleistungen antreiben. Künftig erhalten vielversprechende deutsche Spitzensportler eineinhalb Jahre vor Beginn der Olympischen Spiele jeweils 1500 Euro zusätzlich im Monat“ (o. V., 2009, S. 20).

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“Nicht der Doper ist pervers, sondern die Bedingungen, unter denen er lebt!”

1. Entschuldbares Doping

Nehmen Sie an, Sie wären einer der dominanten Fahrer im Feld der Tour de France. Bei einer der großen Bergetappen zieht ein Fahrer, den Sie sonst immer kontrollieren konnten, an Ihnen vorbei und realisiert eine an dem betreffenden Anstieg nie erreichte Traumzeit (z.B. Marco Pantani). Ähnliches, so wollen wir weiter annehmen, widerfahre Ihnen in der Folge wiederholt. Sie haben einen begründeten Verdacht, dass Sie von dopenden Konkurrenten überholt werden. Sind Sie nach wie vor moralisch verpflichtet, sich an die Regeln gegen das Doping zu halten?

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Eine Neuordnung des deutschen Lotteriemarktes tut not!

Glücksspiele sind nach Lesart des Staatsvertrags über das Glücksspielwesen in Deutschland Spiele, bei denen für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Hierzu zählen neben Lotterien, Wetten jedweder Art gegen Entgelt (meist in Form von Sportwetten), Lotterien, Angebote innerhalb staatlicher Spielbanken (Tischspiele und Automaten) sowie Automaten-spiele außerhalb staatlicher Casinos (z. B. in Gaststätten und Spielhallen) und eine Anzahl weniger bekannter Glücksspiele wie das Gewinnsparen, das von öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Kreditinstituten angeboten wird. Nach § 4 dieses Staatsvertrags ist für das Betreiben jeglicher Art eines öffentlichen Glücksspiels eine Genehmigung der zuständigen Behörde des jeweiligen (Bundes-)Landes erforderlich.

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Gastbeitrag:
Weg mit der Zentralvermarktung – Fußball für Fans, nicht für Funktionäre!

„Fußball-Mafia DFB“ lautet ein wenig schmeichelhafter Fangesang, der in deutschen Stadien ertönt, wenn Fußballfans mit Entscheidungen des Deutschen Fußballbundes (DFB) (und auch der Deutschen Fußball-Liga, DFL) unzufrieden sind, die über die Köpfe der Fans hinweg getroffen werden (z.B. die Ansetzung von Spielen der Zweiten Bundesliga am Montagabend). Nun sind Fußballfans nicht gerade für ihre nüchterne und gemäßigte Ausdrucksweise bekannt, doch ein leichtes Unbehagen lässt sich dieser Tage auch bei weniger emotionalen Beobachtern nicht ganz vermeiden, wenn man das Gebaren von DFB und DFL gegenüber dem Bundeskartellamt betrachtet. Letzteres ermittelt gerade (einmal wieder) gegen DFB und DFL.

Gastbeitrag:
Weg mit der Zentralvermarktung – Fußball für Fans, nicht für Funktionäre!”
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Kirch, Bosman und Abramowitsch

Vielen Menschen in Europa würde etwas fehlen, gäbe es keine Fußball-Nationalmannschaften mehr. Sie sind stolz auf ihre Nationalkicker, wie sie es auf die Flagge ihrer Nation oder ihre Nationalhymne sind. Auch bei den Europameisterschaften 2008 in Österreich und der Schweiz wird der Dreiklang aus Team, Flagge und Hymne wieder zu sehen und hören sein. Diese heile Welt ist allerdings für viele in Gefahr. Schuld daran sei der Kommerz. Vereine würden zu reinen Unternehmen der Unterhaltungsindustrie, Nationalmannschaften seien vom Aussterben bedroht. Kurz und gut: Die europäische Fußball-Kultur stehe auf der Kippe.

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