Steuergelder für aufstiegswillige Zweitligisten mit besonders inkompetentem Management?

Ausweislich des jüngst von der DFL vorgelegten „Bundesliga-Reports“ mit Daten für die Spielzeit 2007/08 haben die 18 Erstligisten in der jüngeren Vergangenheit erhebliche Fortschritte bei der Konsolidierung ihrer Bilanzen gemacht. So konnten die kumulierten Verbindlichkeiten vom 30.6.2006 bis zum 30.6.2008 von rund 569 Mio. € auf zuletzt 469 Mio. € gesenkt werden. Demgegenüber ist die wirtschaftliche Lage der 18 Zweitligisten erheblich prekärer, denn deren Verbindlichkeiten nahmen im Laufe des Betrachtungszeitraumes von lediglich zwei Jahren von knapp 77 auf mehr als 163 Mio. € zu.

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BlogDialog
Bernd Frick über die Fußball-Weltmeisterschaft
Der Sportökonom aus Paderborn im Interview

Herr Professor Frick, wer wird kommender Fußball-Weltmeister?

Frick: Spanien.

Vor der letzten WM hätten Sie mit dieser Prognose noch Hohn und Spott geerntet.

Frick: Ich habe bereits bei der EM 2008 mit Erfolg auf Spanien als Titelträger gewettet und war damit der Einzige in meinem Umfeld. Zudem hatte ich im vergangenen November das Privileg, den FC Barcelona im Heimspiel gegen den AC Mailand zu sehen. Was Xavi und Iniesta seinerzeit auf dem Platz veranstalteten, war unbeschreiblich. Wenn die Beiden bei der WM Normalform erreichen, wird die spanische Mannschaft nicht zu schlagen sein.

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Bernd Frick über die Fußball-Weltmeisterschaft
Der Sportökonom aus Paderborn im Interview
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Warum gibt es keine Konkurrenz zur Fußball-Bundesliga?

Die Fußball-Bundesliga produziert eine Unterhaltungsdienstleistung, die von den Konsumenten sehr hoch geschätzt wird, was an den Zuschauerzahlen im Stadion und an den Zuschauern vor dem Fernsehen deutlich wird. Zwar existieren Substitutionsprodukte auf dem Unterhaltungssektor, aber insbesondere die Attraktivität anderer deutscher Profi-Sportligen oder ausländischer Fußballigen scheint für den deutschen Zuschauer eher gering zu sein. Nun läßt sich beobachten, daß der Markt für „Fußballspiele“ offenbar wenig bestreitbar ist; dies zeigt sich daran, daß im Fußball keine Konkurrenzligen auf dem höchsten Spielniveau auftreten, geschweige denn sich durchsetzen können.

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Die Vergabe der Olympischen Spiele

Die Olympischen Spiele sind neben der Fußball-Weltmeisterschaft das größte und kommerziell bedeutendste Sportereignis. Auch wenn die ökonomische Bewertung von Sportgroßereignissen für die Ausrichterstädte bzw. -länder nicht unumstritten ist, steht der Prestigegewinn außer Frage, so daß in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Anzahl der Bewerberorte auftrat. Während in Vancouver und Whistler die letzten Vorbereitungen für die kommenden Winterspiele vom 12. bis zum 28. Februar abgeschlossen werden, befinden sich viele andere Destinationen momentan im Bewerbungsprozeß um die Ausrichtung.

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BücherMarkt
Folgt der Fußball einer Formel?

Ein Fußball-Buch mit dem Titel: „Warum verliert Deutschland?“ würde hierzulande kein Verkaufsschlager werden. Zum einen geht diese Frage an unserer Nationalmannschaft vorbei. Sie hat bei den zehn Weltmeisterschaften seit 1970 sieben Mal mindestens das Halbfinale erreicht, was selbst dem Rekord-Titelträger Brasilien nicht gelungen ist (siehe Abbildung 1). Zum anderen ist uns nicht die nötige Selbstironie zu eigen, die für einen Engländer typisch ist. So ist es nicht verwunderlich, dass das lesenswerte Werk “Why England lose & other curious football phenomena explained“ kürzlich ausgerechnet im Mutterland des Fußballs erschienen ist, das seit 1966 auf eine Weltmeister-Trophäe wartet.

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Folgt der Fußball einer Formel?“
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BlogDialog
Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr

Berthold spricht auch über Vereinsübernahmen

schwatzgelb.de: Als Volkswirt beschäftigen Sie sich mit aktuellen Fragen der Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik. Dennoch finden sich unter Ihren Veröffentlichungen zahlreiche Beiträge rund um den bezahlten Fußball. Wie passt das zusammen?

Berthold: Der Fußball ist ein Sektor der Volkswirtschaft wie jeder andere, es gelten die gleichen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten wie überall sonst. Es liegt daher nahe, sich auch mit diesem Sektor auseinanderzusetzen und einen Versuch zu unternehmen, die Erkenntnisse aus anderen Sektoren auf den Fußball zu übertragen.


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Die Fußballbranche – eine Branche wie viele andere?
Über Gehaltsobergrenzen, 50+1, Europaliga und mehr
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Krise! Welche Krise?
Fußballboom in Europa!

„Geld schießt keine Tore” (Otto Rehhagel)

Die Welt ist seit dem Fall von Lehman Brothers wirtschaftlich aus den Fugen geraten. Eine Branche nach der anderen kommt in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten. Trotz vielfältiger staatlicher Hilfe gehen Unternehmen reihenweise Pleite. Die Angst vor massenhafter Arbeitslosigkeit geht um. Spätestens nach den Bundestagswahlen wird sich zeigen, die Party ist endgültig vorbei. Nach jahrelangen Exzessen in der Finanzbranche herrscht nun reale Katerstimmung. Überall ist Krise, nur nicht im europäischen Fußball. Die Fans strömen weiter in Scharen in die Stadien, Vereine geben das Geld wie bisher mit vollen Händen aus, Transfersummen erreichen immer neue Rekordhöhen. Viele europäische Spitzenclubs drehen weiter ein großes finanzielles Rad. Die Partystimmung ist ungebrochen.

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Fußballboom in Europa!
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Sollte die Tour de France durch öffentlich-rechtliche Sender in Deutschland übertragen werden?

Aufgrund der Dopingskandale im Radsport in den letzten Jahren beabsichtigten die öffentlichen Sender, in diesem Jahr die Tour de France nicht live zu übertragen. Aufgrund ihrer vertraglichen Verpflichtungen müssen ARD und ZDF entgegen ihrer Absichten von der Tour berichten; der dafür vereinbarte Preis beträgt für den Zeitraum 2009 bis 2011 20 Millionen Euro.

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Öffentliches Geld für Goldmedaillen?

Am 23. April dieses Jahres titelte das Handelsblatt „Extragehalt für Spitzensportler soll mehr Medaillen bringen“: „Die Stiftung Deutsche Sporthilfe will die besten Athleten des Landes mit stärkeren finanziellen Anreizen zu Höchstleistungen antreiben. Künftig erhalten vielversprechende deutsche Spitzensportler eineinhalb Jahre vor Beginn der Olympischen Spiele jeweils 1500 Euro zusätzlich im Monat“ (o. V., 2009, S. 20).

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“Nicht der Doper ist pervers, sondern die Bedingungen, unter denen er lebt!”

1. Entschuldbares Doping

Nehmen Sie an, Sie wären einer der dominanten Fahrer im Feld der Tour de France. Bei einer der großen Bergetappen zieht ein Fahrer, den Sie sonst immer kontrollieren konnten, an Ihnen vorbei und realisiert eine an dem betreffenden Anstieg nie erreichte Traumzeit (z.B. Marco Pantani). Ähnliches, so wollen wir weiter annehmen, widerfahre Ihnen in der Folge wiederholt. Sie haben einen begründeten Verdacht, dass Sie von dopenden Konkurrenten überholt werden. Sind Sie nach wie vor moralisch verpflichtet, sich an die Regeln gegen das Doping zu halten?

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