Was sind Steuern: Geschenke, Diebstahl, Preise oder Mitgliedschaftsbeiträge?

Guido Westerwelle lief am Tag der drei Könige, die dem Heiland Gold, Weihrauch und Myrrhe darbrachten, besonders an einer Stelle zur Hochform auf: „Was ist das für ein dekadentes Staatsverständnis, dass Steuererleichterungen für den Normalbürger ein Geschenk des Staates sind! Der Steuerzahler schenkt dem Staat etwas Geld – und nicht umgekehrt, meine Damen und Herren!“ (Zu finden im nachfolgenden Video bei 25.40 Minuten).

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Gastbeitrag:
Signale aus Rom

Päpste sind bekanntlich Spezialisten fürs Allgemeine und Generalisten fürs Konkrete. Von ihnen sollte man sich keine unfehlbaren politisch-ökonomischen Strategien, erst Recht keine „konkreten Anweisungen“ erwarten. Ihre weltkirchliche Autorität und Kompetenz beschränkt sich auf Fragen des Glaubens und der Moral. Diese Fragen spielen in der Globalisierung eine große Rolle, besonders seitdem die Weltwirtschaft von heftigen Erschütterungen heimgesucht wird. Seit längerem hatte man auf ein orientierendes Signal aus Rom gewartet. Zur großen Enttäuschung von Friedhelm Hengsbach SJ enthielt die erste Sozialenzyklika des „deutschen“ Papstes keine „konkreten Anweisungen“. Diese würden aber in Deutschland gerade von denen nicht befolgt werden, die dem Papst im Gehorsam besonders verpflichtet sind.

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Piraten-Ökonomik und -Ethik

Über viele Jahrhunderte gab es nicht nur lizensierte Piraten, die von Staaten dazu autorisiert waren, Jagd auf die Schiffe anderer, feindlicher Nationen, zu machen. Es gab echte Piraten, die keiner staatlichen Autorität unterstellt waren. Nach der großen Zeit des Piratentums zum Ausgang des 17. und frühen 18. Jahrhunderts verschwand die sozial-ökologische Nische für das echte Piratentum ebenso wie die ökologische Nische für andere im weiteren Sinne anarchische Lebensformen. Moderne Kommunikationsformen und internationale Kooperation taten danach ein Übriges. Nun hat sich aber durch staatlichen Zerfall in jüngster Zeit überraschend modernen Piraten eine neue Nische eröffnet. Das und das Erscheinen von Peter T. Leesons unterhaltsamem Buch zur Ökonomik des Piratentums, „The invisible hook“ (Princeton, 2009) gibt Anlass, sich mit dem Piratentum nicht nur in seinen heute gängigen Varianten des sogenannten Produktpiratentums, sondern auch als ursprünglicher anarchischer Organisationsform zu befassen.

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Gastbeitrag:
Wider sinnlosen Umweltschutz: Der Papst lehnt einen „Eigenwert“ der Natur ab

Papst Benedikt XVI. hat sein drittes Rundschreiben – eine Enzyklika –  vorgelegt. Es ist die lange erwartete „Sozial-Enzyklika“, deren Erscheinen wegen der Finanzkrise immer wieder verzögert wurde. Herausgekommen ist ein schwer lesbares Werk, das aber einige bemerkenswerte Highlights enthält, die bislang öffentlich kaum diskutiert wurden.

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Der MBA-Eid
Modewelle oder ernsthafte Initiative?

Am  3. Juni diesen Jahres leisteten mehr als 400 Studenten der Harvard Business School einen so genannten MBA-Eid. Bei der Veranstaltung handelte sich um eine Initiative der Absolventen, der sich mehr als die Hälfte der Harvard Absolventen des Jahrgangs anschloss. Die Absolventen beeideten u.a. feierlich, dass sie sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und mit größter Integrität handeln würden. Sie würden nicht ihre eigenen eng definierten Ambitionen auf Kosten des Unternehmens und der Gesellschaft, der dieses Unternehmen dient, verfolgen.

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Hoppe sei Dank! – Plädoyer für eine Priorisierungsdebatte

Ärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe hat mit seiner Rede vor dem Deutschen Ärztetag in Mainz großes Aufsehen erregt, weil er es gewagt hat, ein „Unwort“ wie das der „Priorisierung“ zu benutzen. Was immer den obersten Ärztefunktionär zu seinem Tabubruch gebracht haben mag, ihm ist dafür zu danken, eine überfällige Diskussion in die Öffentlichkeit getragen zu haben. Wir dürfen nun nicht zulassen, dass die Debatte erneut unzeitig von den von Ulla Schmidt dirigierten Empörungsorchestern unterdrückt wird.

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“Nicht der Doper ist pervers, sondern die Bedingungen, unter denen er lebt!”

1. Entschuldbares Doping

Nehmen Sie an, Sie wären einer der dominanten Fahrer im Feld der Tour de France. Bei einer der großen Bergetappen zieht ein Fahrer, den Sie sonst immer kontrollieren konnten, an Ihnen vorbei und realisiert eine an dem betreffenden Anstieg nie erreichte Traumzeit (z.B. Marco Pantani). Ähnliches, so wollen wir weiter annehmen, widerfahre Ihnen in der Folge wiederholt. Sie haben einen begründeten Verdacht, dass Sie von dopenden Konkurrenten überholt werden. Sind Sie nach wie vor moralisch verpflichtet, sich an die Regeln gegen das Doping zu halten?

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Ein regulierter Markt für Organe

Tagtäglich sterben Menschen, weil keine Organe für sie vorhanden sind. So warteten beispielsweise 2006 etwa 8.500 Patienten auf eine neue Niere, während zur gleichen Zeit etwas 2.800 Nieren transplantiert wurden. Angesichts dieser Knappheit beschäftigt sich der Ökonom mit der Frage, wie dieser Organmangel behoben werden kann. Das Optimum wäre, wenn durch Spenden genügend Organe bereitgestellt werden könnten, um diese Menschen zu retten.

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Gastbeitrag:
Noch einmal davongekommen?

Wer heute einen Artikel über das Thema „Markt und Moral“ schreibt und mit der Überschrift „Noch einmal davongekommen?“ versieht, kann nicht wissen, wie morgen die Aktien stehen, und ob wir nicht längst für einen weltweiten Crash vorgesehen sind. Das kommt davon, daß die Zukunft unter anderem den Nachteil hat, daß sie noch nicht ist, und daß besonders die Ökonomiker sich als Komiker entpuppen, wenn sie einen prognostischen Blick in die Zukunft werfen. Wer sich auf die Zunft der heute tonangebenden Wirtschaftswissenschaftler verläßt, ist bereits verlassen.

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Noch einmal davongekommen?“
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Skandal im Bankbezirk, Skandal um „Josi“?

Folgt man der öffentlichen Meinung, dann sollten sich angesichts der gegenwärtigen Finanzkrise vor allem die Bankmanager „ schämen“. Äußert aber ein führender Manager wie der Deutsche Bank Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann, dass er sich schämen würde, wenn er öffentliche Hilfe für die von ihm geführte Bank entgegennehmen müsste, dann rufen Öffentlichkeit und Politik „Skandal“. Obwohl sich Herr Ackermann nicht in der Öffentlichkeit, sondern unternehmensintern geäußert hat, sah man seine Worte überdies als Loyalitätsbruch gegenüber der Regierung an. Die Rettungsbemühungen der Politik, an deren Konzipierung Herr Ackermann doch selbst teilgenommen habe, würden von ihm nun konterkariert. Also „Skandal um Josi?“

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