Sichere Altersvorsorge

Der guten Konjunktur sei Dank: Die Gesetzliche Rentenversicherung hat mehr eingenommen als ausgegeben und damit eine Rücklage von fast 30 Milliarden Euro gebildet. Schon wird wieder über die Abschaffung der Rente mit 67 debattiert, schon wird wieder versucht, Mittel zu verteilen, wo eigentlich keine sind. Denn auch wenn die gesetzliche Rentenversicherung mittlerweile dank der Reformen von der Riester-Rente bis zur Anhebung des Rentenalters wesentlich besser aufgestellt ist als noch zur Jahrtausendwende, so herrscht dennoch mittel- bis langfristig kein Mittelüberfluss. Im Gegenteil: Der demografische Wandel induziert nach wie vor Handlungsbedarf insbesondere in der Gesetzlichen Rentenversicherung und der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die beiden Sozialversicherungen machen auch heute noch zu einem erheblichen Teil die Tragfähigkeitslücke in den öffentlichen Finanzen aus.

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Südeuropäische Perspektivlosigkeit, deutsches Jugendbeschäftigungswunder

Es ist eine der großen Tragödien der aktuellen Krise der Europäischen Union: Im vergangenen Jahr waren 7,5 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in der EU weder berufstätig noch absolvierten sie eine schulische oder berufliche Ausbildung. Laut einer Studie der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen gehen den europäischen Staaten derzeit über 150 Milliarden Euro jedes Jahr verloren, weil es nicht gelingt, diese jugendlichen Menschen nach der Schule in eine Ausbildung oder Beschäftigung zu führen. Betroffen sind vor allem die Länder Südeuropas. Spanien bildet mit Griechenland das Schlusslicht der traurigen Tabelle der Chancen der Jugendlichen: In beiden Ländern sind fast 50% der Jugendlichen ohne Beschäftigung. In Griechenland stieg die Quote in den vergangenen Jahren rasant von 25,7% (im Jahr 2009) auf 49,3% (im Jahr 2011) an. Deutschland mit seinem rigiden, gesetzlich genauestens geregelten Ausbildungsmarkt ist hingegen in Europa an der Spitze, was die Beschäftigungschance junger Menschen angeht. Der deutsche Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt bietet der Bevölkerungsgruppe zwischen 15 und 24 Jahren vergleichsweise die besten Chancen auf eine Beschäftigung. Im letzten Quartal 2011 hat Deutschland (laut den Daten von Eurostat) die Niederlande mit der niedrigsten Jugendarbeitslosenquote (von 8,3%) abgelöst.

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Familien- und Sozialpolitik: Konzeptionslosigkeit als Prinzip?

Der Initiative der damaligen Familienministerin von der Leyen folgend, beschloss das Bundeskabinett am 5. September 2007 die Förderung des Ausbaus der Kinderkrippen für ein- bis dreijährige Kinder auf 750.000 Betreuungsplätze bis 2013 und die Einführung eines Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr. Da dieser Ansatz vor allem vom Koalitionspartner CSU als ein Eingriff in die privatautonome Entscheidung junger Eltern gewertet wurde, war er nur in Kombination mit dem Versprechen zu haben, ab 2013 solchen Familien ein pauschales Betreuungsgeld zu überweisen, die sich ausdrücklich für die häusliche Betreuung ihrer unter drei jährigen Kinder entscheiden. Diese letztere Maßnahme ist nun – wo ihre Implementierung akut wird – allenthalben in der Kritik.

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Was das Ehegattensplitting mit dem Betreuungsgeld zu tun hat

Die Antwort vorneweg: nichts! Ich wollte nur beide Begriffe in eine Überschrift bekommen. Denn eigentlich wollte ich zur aktuellen Diskussion um das Betreuungsgeld schreiben (ich werde diesen Monat Vater und da bewegen einen solche Themen), doch bemerkte ich bei der Recherche recht schnell, dass das Thema vor Werturteilen und Meritorik nur so strotzt und deshalb Ökonomen, zumal Ordnungsökonomen, keinen Spaß macht. Wenn sich schon die Zunft der Kinderpsychologen nicht einig ist, wie sollen es dann die Volkswirte richten? Hier trotzdem die Kurzanalyse in einem Absatz:

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Deutschland braucht qualifizierte Zuwanderung – Eine Senkung der Einkommensschwelle reicht dabei nicht aus

Da sich derzeit alles um den Euro dreht, hätte einem diese Meldung glatt entgehen können. In der Kabinettssitzung Anfang November wurde neben der „Steuerreform light“ (wäre einen eigenen Blogeintrag wert) und dem Pflege-Bahr in Anlehnung an die Riesterrente (zu wenig Details bisher bekannt, um hier wirklich Stellung nehmen zu können) auch eine Herabsenkung der Einkommensschwelle für hochqualifizierte Zuwanderer von zuvor 66.000 Euro auf nunmehr 48.000 Euro beschlossen.

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Gastbeitrag
Arbeitskräftemobilität in der Eurozone

Zu den wesentlichen Symptomen der Krisenlagen im Eurogebiet gehört das Auseinanderlaufen der Trends an den Arbeitsmärkten. In den stark verschuldeten GIPS-Ländern, also den südlichen Staaten und Irland, ist die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren rasant gestiegen. So verzeichnet Spanien aktuell mit 21,2% (August 2011, Eurostat) sowie auch für das Jahr 2010 (mit 20%) die weitaus höchste Arbeitslosenquote in der EU. Auch in Portugal, Irland und Griechenland liegen die Quoten (mit zuletzt 12,3%, 14,6% und 16,7%) auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Im Gegensatz dazu befinden sich die Arbeitsmärkte in anderen Teilen des Eurogebietes in besserer Verfassung. Neben Österreich und den Niederlanden gilt das vor allem auch für Deutschland. Hier ist die Arbeitslosigkeit in den letzten beiden Jahren sogar gesunken und befindet sich derzeit (August 6,0%) auf dem tiefsten Stand seit 1991. In einigen Branchen herrscht sogar Mangel an Fachkräften.

Gastbeitrag
Arbeitskräftemobilität in der Eurozone“
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Amerika schafft sich auch ab – oder doch nicht?

Kürzlich erschien in der Arbeitspapierreihe des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) ein Papier von James Heckman, das äußerst lesenswert ist. Es geht um die späten Nachwirkungen der Rassendiskriminierung in den USA, die immer noch relevant zu sein scheinen, auch Jahrzehnte nach den Erfolgen der Bürgerrechtsbewegung. In den rohen Einkommensdaten zeigen sich solche Nachwirkungen möglicherweise in den deutlich geringeren Löhnen, die schwarze Amerikaner oder solche mit lateinamerikanischer Herkunft relativ zu weißen Amerikanern verdienen.

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BlogDialog
„Die Rente mit 67 ist ein Geschenk“
Raffelhüschen über die Gesetzliche Rentenversicherung

Herr Professor Raffelhüschen, könnten Sie aus dem Stegreif die derzeitige Alterspyramide für Deutschland aufzeichnen?

Bernd Raffelhüschen: Die Altersstruktur ähnelt keiner Pyramide mehr, sondern gleicht mehr und mehr einem Tannenbaum. Wir haben die stärksten Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, derzeit in der Mitte. Das hat mit einer unten breiten und oben spitzen Pyramide nicht mehr viel gemein.

Früher ähnelte sie einer Pyramide, heute einem Tannenbaum und morgen einem Pilz. Was bedeuten diese Bilder für uns?

Raffelhüschen: Wenn sich die Alterspyramide einem Pilz angenähert hat, was zwischen 2030 und 2040 der Fall sein dürfte, werden immer mehr zukünftig Alte von immer weniger zukünftig Erwerbstätigen finanziert – und das bei steigender Lebenserwartung noch dazu immer länger.

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„Die Rente mit 67 ist ein Geschenk“
Raffelhüschen über die Gesetzliche Rentenversicherung
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Gastbeitrag:
Reform der Pflegeversicherung – letzte Chance für einen guten Wurf

Nachdem seit Jahresbeginn neue Regeln für die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen gelten, drängt nun die Reform der Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung (SPV). Auch hier geht es um mehr Zukunftsvorsorge, die das jüngste gesundheitspolitische Gesetzeswerk allenfalls in Ansätzen leistet.

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Reform der Pflegeversicherung – letzte Chance für einen guten Wurf“
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Herzlichen GLÜCKwunsch zum 47. Geburtstag

Sollten Sie, lieber Blog-Leser, im Jahr 2011 Ihren 47. Geburtstag feiern, dann kann man Ihnen nur gratulieren: Denn von nun an geht’s bergauf. Gerade haben Sie das mieseste, freudloseste Jahr Ihres Lebens hinter sich. Jetzt kann es nur besser werden. Wie, das haben Sie noch gar nicht gemerkt. Dann schauen Sie sich doch einmal diese Kurve an, die der britische „Economist“ gerade in seiner Jahresendausgabe gedruckt hat.

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