„Forward Guidance“ durch das Eurosystem

Mario Draghi hat Anfang Juli einen Wechsel in der geldpolitischen Kommunikationsstrategie des Eurosystems vollzogen. In seinen einleitenden Worten zur Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des EZB-Rats kündigte er an, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden. Im englischen Original heißt es: „The Governing Council expects the key ECB interest rates to remain at present or lower levels for an extended period of time. This expectation is based on the overall subdued outlook for inflation extending into the medium term, given the broad-based weakness in the real economy and subdued monetary dynamics“ (Draghi, 2013). Bis dahin hatten EZB-Präsidenten es immer unterlassen, Andeutungen zu ihrem zukünftigen geldpolitischen Kurs und zu ihrer mittelfristigen Zinspolitik zu machen und sich darauf beschränkt, die aktuelle Zinsentscheidung zu kommentieren. Draghis Erklärung bedeutet den Einstieg in eine Politik der „forward guidance“, wie sie auch von einigen anderen Notenbanken praktiziert wird.

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