Junge Autoren
Demografische Irrtümer

Obwohl die demografische Alterung in Deutschland bereits seit den 1970er Jahren bekannt ist, wird das Thema im politischen und gesellschaftlichen Diskurs höchstens am Rande behandelt. So entsteht auf unternehmerischer Seite die Sorge, dass sich der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren trotz zunehmender Digitalisierung noch verstärken könnte. Auf politischer Seite wird anerkannt, dass der Medianwähler mittlerweile knapp 53 Jahre alt und in Gedanken schon deutlich näher am Ruhestand ist als noch vor ein paar Jahren, wodurch sich populistische Vorschläge zur Klientelbedienung wie die „Respektrente“ erklären lassen. Dieser Beitrag soll dabei helfen über ein paar demografische Irrtümer, die in der öffentlichen Diskussion immer wieder auftauchen, aufzuklären.

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Ordnungspolitische Denker heute (6)
„Ökonomischer Imperialismus“: Zu Gary S. Beckers ökonomischer Theorie der Familie

1. Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens

Ökonomen haben einen schweren Stand, wenn sie die Dinge dieser Welt mit dem Instrumentarium der ökonomischen Analytik zu erklären versuchen. „Ökonomischer Imperialismus“  auf der Basis eines Menschenbildes des homo oeconomicus heißt die gemeinhin abschätzig benutzte Abwehrvokabel, wenn es gilt, das Paradigma der Vorteil-Nachteil-Abwägung im menschlichen Handeln prinzipiell in Frage zu stellen. Wenn „ökonomischer Imperialismus“ bedeuten soll, dass es unstatthaft ist, sich aller Lebensbereiche mit der ökonomischen Analytik zu bemächtigen, die in ihrem Kern auf rationales Verhalten in Bezug auf knappe Mittel, konkurrierende Ziele und Wahlzwang abstellt, dann liegt hier ein Missverständnis vor. Denn menschliches Verhalten und alle Lebensbereiche haben vielfältige Perspektiven: Wenn Menschen zum Beispiel Straftaten begehen, so hat dieses Handeln nicht allein juristische Dimensionen, sondern inkludiert ganz sicher auch psychologische, soziologische, anthropologische, medizinische, theologische, pädagogische und gar nicht zuletzt auch ökonomische Aspekte. Dieselben Überlegungen gelten wohl für jeden anderen Lebensbereich. Zu heiraten, eine Familie zu gründen und Kinder in die Welt zu setzen, entzieht sich ebenfalls neben der psychologischen, juristischen, theologischen, soziologischen, familienpolitischen usw. nicht einer handfesten ökonomischen Dimension. „Ökonomischer Imperialismus“ als abschätziger Abwehrmechanismus unterliegt der verbreiteten Vorstellung, dass Ökonomen über ihr „eigentliches“ traditionell wirtschaftswissenschaftliches Problemfeld, in dessen Mittelpunkt speziell nur der Markt-Bereich stehe, hinaus nichts sinnvoll Erklärendes beizutragen hätten und sich mithin nicht in Dinge einmischten sollten, für die sie mit ihrer spezifischen Analytik gar nicht geeignet seien. Eine solche Haltung ist wissenschaftsfremd, weil sie sich als Feind der Inter-Disziplinarität geriert. Und sie ist zudem empirisch in hohem Maße nicht gehaltvoll, weil sie negiert, dass für alle Wahlentscheidungen von Menschen die Phänomene Ressourcenknappheit und Zielkonkurrenz relevant sind. Insofern ist der „ökonomische Ansatz“ nicht aus seinem Gegenstandsbereich („Wirtschaftswissenschaften“) heraus definiert, sondern aus seiner gegenstandsneutralen Methodik.

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Achtung: Statistik
Fruchtbarkeit und Alter

Statistiken können dabei helfen, Risiken in dieser Welt besser zu verstehen. Was bei der Interpretation von Statistiken schief gehen kann, haben wir in dieser Kolumne schon ein ums andere Mal gezeigt. Aber auch die beste Interpretation kann nur so gut sein wie die zugrundeliegenden Daten. Wenn also die Daten schlecht sind, dann kann man auch mit der besten Statistik keine sinnvollen Ergebnisse erwarten. Soweit, so klar. Problematisch wird es aber, wenn keiner mehr so genau weiß, woher die Daten eigentlich stammen.

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