Plurale Ökonomik (2)
Was ist richtig an der Kritik heterodoxer Ökonomen?

Anfang September 2015 wurde an der Universität Münster die Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik, der Vereinigung der deutschsprachigen Volkswirte, durchgeführt. Neben der eigentlichen Vereinskonferenz wurde zeitgleich eine von den Medien durchaus beachtete „Konkurrenztagung“ des Netzwerks Plurale Ökonomik (im Folgenden: NPlÖ) organisiert. Ein Grund dafür sei, dass der Verein ihm keine Sessions zur eigenen Organisation bereitstellt, so das Netzwerk in einem Positionspapier.[1] Unabhängig davon, ob bzw. inwieweit der Verein für Socialpolitik anderen Organisationen bei der Verbreitung ihrer Ansätze helfen sollte, liegt der eigentliche Dissens jedoch eher in der Frage, wie man eine hochwertige Wissenschaft definiert. In diesem Punkt kritisiert das NPlÖ nicht ausschließlich die Vereinsführung, sondern die Mehrheit der Ökonomen, die vom Netzwerk dem sogenannten „Mainstream“ – verstanden als mehrheitlich akzeptierte Forschungsausrichtung – zurechnet werden. Deshalb wollen wir uns im Folgenden mit der Frage auseinandersetzen, wie berechtigt die Anliegen des NPlÖ sind und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind.

Plurale Ökonomik (2)
Was ist richtig an der Kritik heterodoxer Ökonomen?“
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Plurale Ökonomik (1)
„Pluralismus“ in der VWL: Bewegt Euch!

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass das schwierige Verhältnis zwischen den sogenannten „Pluralisten“ innerhalb der VWL und dem im Verein für Socialpolitik (VfS) organisierten ökonomischen „Mainstream“ medial diskutiert wird (z.B. hier oder hier). Die entsprechenden Artikel ähneln sich sehr: In der Regel wird die studentische Nachfrage nach „mehr Vielfalt“ bzw. „mehr Relevanz“ in der Lehre zum Ausgangspunkt genommen, um die vermeintliche methodische Monotonie der Standardökonomik einer Kritik zu unterziehen. Der „Homo Oeconomicus“ (nicht immer korrekt dargestellt) muss als die Wurzel allen Übels herhalten. Typischerweise dient ein mehr oder weniger bekannter VWL-Professor als Kronzeuge, so wie zuletzt ein Düsseldorfer Kollege in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung. Die Botschaft: Wackere bunte Vielfalt trifft auf sture Orthodoxie, zulasten der Studierenden und letztlich der Qualität der (deutschsprachigen) Ökonomik generell.

Plurale Ökonomik (1)
„Pluralismus“ in der VWL: Bewegt Euch!“
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