Gastbeitrag
Corona-Pandemie
Herausforderungen für den deutschen Maschinenbau

Bild: Pixabay

Für den deutschen Maschinenbau kommt es derzeit knüppeldick: weltweiter Konjunktureinbruch (schon vor der Corona-Pandemie), Handelskonflikte, Brexit, Strukturprobleme in der Automobilindustrie, Digitalisierung und jetzt auch noch der Lockdown durch die Pandemie. In einer Umfrage des VDMA von Mitte April 2020 berichten 32 Prozent der befragten Unternehmen von gravierenden und 45 Prozent der Unternehmen von merklichen Auftragseinbußen oder Stornierungen aufgrund der Corona-Pandemie. Die Lieferketten stehen erheblich unter Druck. 60 Prozent der Unternehmen gehen von Umsatzrückgängen zwischen 10 und 30 Prozent in 2020 aus [www.vdma.org.443/). Der mit 1,3 Millionen Mitarbeitern beschäftigungsstärksten Industriebranche steht nach dem leichten Rückgang um 1,7 Prozent im Vorjahr  2020  ein kräftiger Einbruch von Produktion und Umsatz bevor. Auch die Beschäftigtenzahl wird sinken. Das „Beschäftigungswunder“ aus der Krise 2008/09 dürfte sich nicht wiederholen, als bei einem Produktionsrückgang von 24,7 Prozent in 2009 die Zahl der festangestellten Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt 2009 nur um 0,6 Prozent und 2010 um 3,3 Prozent reduziert wurde. Der Staat sollte die Wiederbelebung mit einer Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen anstatt mit Subventionen für einzelne Branchen fördern.

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Erfolgreiche Familienunternehmer (1)
Berthold Leibinger
Erfolgreicher Unternehmer mit klaren ordnungspolitischen Positionen

„Der Gedanke, Freiheit – also Marktgeschehen und Wettbewerb – mit Bindung von Eigentum durch soziale Verpflichtung zu verknüpfen, ist für mich die Leitlinie und das Erfolgsfundament der Wirtschaft in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg“[Leibinger 2010, S. 304]. Bertold Leibinger, erfolgreicher Unternehmer, der als Lehrling in einem schwäbischen „Maschinenbaufabrikle“ begann und es zu einem weltweit führenden Hersteller von Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik für industrielle Anwendungen mit heute rund 15.000 Beschäftigten machte und dennoch den Charakter eines familiengeführten Unternehmens bewahrte, hatte einen klaren ordnungspolitischen Kompass: das Prinzip der Freiheit auf dem Markt mit dem des sozialen Ausgleichs zu verbinden. Er lebte die unternehmerische Freiheit in Verbindung mit sozialer Verantwortung, aber auch Verpflichtung und Berechtigung der Unternehmer bei der Mitwirkung an der Gestaltung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vor.

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Berthold Leibinger
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4. Würzburger Ordnungstag (2)
Arbeit der Zukunft im Maschinenbau
Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt und bricht starre Tarifstrukturen auf

Das Thema Industrie 4.0 oder die digitale Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse beherrscht seit 2013 die Diskussion über die Zukunftsfähigkeit des Maschinenbaus. Neben Wissenschaft und Unternehmen haben sich Politik und Verbände dem Thema Industrie 4.0 intensiv angenommen und – mit staatlicher Finanzierung – zahlreiche Kooperationen gestartet (Plattform Industrie 4.0 auf Bundeebene, Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg). Die Befürchtung, dass Deutschland in dieser „Vierten industriellen Revolution“ zurückfallen und an Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnte, setzt große korporatistische Anstrengungen frei.

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Industrie 4.0 verändert die Arbeitswelt und bricht starre Tarifstrukturen auf
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Der Chefsvolkswirt
Investitionsgüterindustrie – Nachhaltiger Erfolg basiert auf zahlreichen Faktoren

Das weltwirtschaftliche Wachstum wird seit Beginn des letzten Jahrzehnts maßgeblich durch eine dynamische Entwicklung in den Emerging Markets bestimmt, die vor allem mit einer forcierten Industrialisierung einhergeht (vgl. Abb. 1). Deren Motor ist der enorme Nachholbedarf an industriellen Produkten in diesen Ländern. Aktuell gibt es zwar manche Fragezeichen, ob nicht die wirtschaftliche Entwicklung namentlich in den BRIC-Ländern an Dynamik verliert und somit weniger Impulse für die Weltwirtschaft insgesamt und in Sonderheit für die Nachfrage nach Investitionsgütern liefert. Denn 2013 hat das erlahmende Weltwirtschaftswachstum vor den Toren dieser Länder nicht haltgemacht. Nicht nur für Indien und Brasilien haben sich – mit dem Auslaufen ausländischer Kapitalzuflüsse und anschließenden Rückflüssen – die Wachstumserwartungen nicht erfüllt. Auch die chinesische Wirtschaft hat eine Wachstumsabschwächung erfahren, da sie sich in einem gigantischen, politisch verordneten Umstellungsprozess hin zu einer mehr binnenmarktorientierten Entwicklung befindet. Russland bekommt seine einseitige Abhängigkeit von Rohstoffexporten zu spüren. Allgemein sind ungelöste strukturelle Probleme und institutionelle Schwächen in den Emerging Markets wieder stärker in das Blickfeld von Investoren geraten. Die Euphorie ist also verflogen. Dennoch sollte sich vom Trend her das Wachstum in den sogenannten Schwellenländern, und das sind weit mehr als die oft zitierten BRIC-Staaten, auch in Zukunft fortsetzen, wobei die Dynamik von Jahr zu Jahr durchaus unterschiedlich sein kann. Aber da diese Länder im weltweiten Kontext heute über ein spürbar größeres Gewicht als beispielsweise in den 1990er-Jahren verfügen, gehen inzwischen selbst von niedrigeren Wachstumsraten, absolut gesehen, stärkere Impulse für die Weltwirtschaft aus als seinerzeit. Das Grundmuster des Industrialisierungsprozesses und die sich daraus ableitenden Konsequenzen für die strategische Ausrichtung der auf diese Märkte hin orientierten Unternehmen sind nicht in Frage zu stellen. Auch für die Zukunft eröffnen sich hier ergiebige Absatzpotenziale.

Der Chefsvolkswirt
Investitionsgüterindustrie – Nachhaltiger Erfolg basiert auf zahlreichen Faktoren“
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