Junge Ordnungsökonomik
Fachkräftebedarf und Minijobs in Deutschland
Wenn der Elektriker zum Minijobber wird

Das politische und mediale Interesse am Fachkräftebedarf ist anhaltend groß. Globalisierung und technischer Fortschritt erhöhen die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitnehmern in den Industrieländern. Wissensintensive Branchen gehören zu den Gewinnern und fragen verstärkt kognitive Fähigkeiten nach. Aber auch das Gesundheitsweisen wird in Zukunft an Bedeutung hinzugewinnen. Die Alterung der Gesellschaft begünstigt die Nachfrage nach gesundheitlichen und pflegerischen Leistungen. Aufstrebende Branchen weisen einen höheren Arbeitskräftebedarf auf. Bereits in den 1960er Jahren sah sich Deutschland einem Arbeitskräftemangel gegenüber und führte unter anderem die geringfügige Beschäftigung ein. Seit 2003 werden diese Arbeitsverhältnisse auch „Minijobs“ genannt. Sie gelten für monatliche Arbeitseinkommen unter 450 Euro, sind steuer- und abgabenfrei für den Arbeitnehmer und können auch neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung aufgenommen werden. Damals wie heute sollen Minijobs die Arbeitsmarktpartizipation innerhalb der Bevölkerung stärken und die stille Reserve abbauen. Ob Minijobs den Arbeitskräftebedarf wissensintensiver und aufstrebender Branchen stillen kann, muss jedoch in Frage gestellt werden. Drei Überlegungen sind hierfür von Bedeutung.

  1. Besteht allgemein ein Zusammenhang zwischen dem Fachkräftebedarf und den Minijobs?
  2. Verstärken Minijobs den Fachkräftemangel?
  3. Wie sieht eine anreizkompatible Reform der Minijobs aus?

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