Ökonomische Theorie der Ehe: Markt versus Regulierung

Ich unterscheide zwischen vier ökonomischen Erklärungen der Ehe:

  1. Mann und Frau sind komplementäre Produktionsfaktoren für die Geburt von Kindern. Es handelt sich um den seltenen Fall einer limitationalen Produktionsfunktion: die Produktionsfaktoren sind überhaupt nicht substituierbar.
  2. Es gibt gegenseitige positive externe Effekte: die Partner machen einander Freude. Im Idealfall sind ihre Nutzenfunktionen positiv interdependent: jeder freut sich darüber, dass sich der andere freut (Altruismus). Gegenseitige positive externe Effekte sind eine typische Ursache von Clubs (z.B. Schachklubs, Skatklubs, Rotary und Lyons-Clubs). Die Ehe ist der kleinstmögliche Club.
    Gegenseitige positive externe Effekte können in mehrerlei Hinsicht entstehen:

    1. in der Liebe im engeren und weiteren Sinne,
    2. für das Prestige (der Partner zu Repräsentationszwecken),
    3. der Partner als Spielkamerad,
    4. der Partner als Gesprächspartner; diese Erklärung setzt voraus, dass die Partner relativ gleichartig sind (zum Beispiel Volkswirt und Volkswirtin).

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