Ist der Euro (fast) so gut wie Gold?
Replik auf Jesús Huerta de Soto

Mitunter irrt auch Homer. Dieser Satz ist mir eingefallen, als ich einen Beitrag zur Eurokrise von Prof. Jesús Huerta de Soto gelesen habe. Ich habe aus dem Hauptwerk von Huerta de Soto, „Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen“ viel gelernt und habe es auch ausführlich besprochen. Nun hat Professor Huerta de Soto eine Verteidigung des Euro aus Österreichischer Sicht verfasst und als Beitrag auf dem Blog Wirtschaftliche Freiheit veröffentlicht. Der Euro wird dieser Tage oft verteidigt, aber mit dem Hinweis auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie doch eher selten oder besser gesagt so gut wie nie. Huerta de Soto rechtfertigt den Euro mit Hinweis auf Mises und Hayek und kritisiert die Gegner des Euro als Keynesianer und Monetaristen. Er geht sogar so weit, den Euro für ein Proxy, also einen „Stellvertreter“  oder Vorläufer des Goldstandards zu halten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die sehr spezifische spanische Situation dieser Tage dabei eine Rolle spielt. Euro und Gold so weitgehend gleichzusetzen und sogar zu erklären, ersterer sei dem klassischen Goldstandard in einem Aspekt überlegen, ist dieser Tage gerade für einen liberalen Ökonomen so ungewöhnlich, dass es sich lohnt, sich intensiv mit seiner Argumentation zu beschäftigen.

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Die große Krise, unter der die Weltwirtschaft leidet, wird von Etatisten und Sozialisten als Krise des Kapitalismus bezeichnet. In Wahrheit aber ist es die Krise des Staatsinterventionismus.

I.

Die Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie – allen voran Ludwig von Mises (1881 – 1973), Friedrich August von Hayek (1899 – 1992) und Murray N. Rothbard (1926 – 1995) – erkannten die störenden und zerstörenden Kräfte des staatlich beherrschten Papier- oder auch Fiat-Geldes: Es ist nicht nur inflationär und sorgt für eine nicht-marktgerechte Einkommensverteilung, sondern es provoziert unweigerlich auch „Boom-and-Bust“-Zyklen, die das Vertrauen der breiten Öffentlichkeit in das System der freien Märkte – den Kapitalismus – schwinden lassen. Denn bei „Krisen“ gelingt es marktfeindlichen Kräften nur zu häufig, die Gründe der Missstände – wie Spekulationsblasen, Geldwertschwund sowie Produktions- und Beschäftigungseinbußen – dem freien Marktsystem anzulasten und die eigentliche Krisenursache – die staatliche monopolisierte Geldproduktion – im Dunkeln zu belassen beziehungsweise zu verschweigen.

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