{"id":103,"date":"2008-02-06T10:19:53","date_gmt":"2008-02-06T09:19:53","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=103"},"modified":"2008-02-06T10:19:53","modified_gmt":"2008-02-06T09:19:53","slug":"managergehaelter-oekonomisches-raetsel-politisches-oder-ethisches-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=103","title":{"rendered":"Managergeh\u00e4lter: \u00d6konomisches R\u00e4tsel, politisches oder ethisches Problem?"},"content":{"rendered":"<p><strong>1. Der Wert des Menschen ist sein Preis?<\/strong><\/p>\n<p>Im Leviathan <small>(Hobbes (1976), \u00c2\u00a7 10, 67)<\/small> hei\u00dft es, \u201edie <em>Geltung<\/em> oder der <em>Wert<\/em> eines Menschen ist wie der aller anderen Dinge sein Preis.\u201c \u201eUnd wie bei anderen Dingen, so bestimmt auch bei den Menschen nicht der Verk\u00e4ufer den Preis, sondern der K\u00e4ufer. Denn mag jemand, wie es die meisten Leute tun, sich selbst den h\u00f6chsten Wert beimessen, so ist doch sein wahrer Wert nicht h\u00f6her, als er von den anderen gesch\u00e4tzt wird\u201c <small>(Hobbes (1976), \u00c2\u00a7 10, 67)<\/small>.<\/p>\n<p>Wenn jemand Vorst\u00e4nden hohe Bez\u00fcge zahlt, geschieht das freiwillig. Die Festlegung dessen, was \u201epreiswert\u201c ist, geht insoweit Dritte nichts an. Trotzdem wirft die Entwicklung der Vorstandsbez\u00fcge eine Vielzahl von Fragen auf.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>2. Welche Steigerungen haben die Managergeh\u00e4lter in den letzten Jahren de facto erfahren?<\/strong><\/p>\n<p>In dem Zeitraum von 1987 bis 2005 hat es eine deutliche Steigerung der Vorstandsbez\u00fcge pro Kopf in deutschen DAX30-Unternehmen um durchschnittlich 445% gegeben. Davon entf\u00e4llt auf 1994 bis 2005 sogar eine Steigerung \u201eum durchschnittlich immerhin 331%\u201c <small>(Schmidt and Schwalbach (2007), 118)<\/small>. Im Vergleich zu der Verg\u00fctung der Mitarbeiter in den betreffenden Unternehmen verdient ein Vorstandsmitglied in den DAX30-Unternehmen im Jahr 2006 im Durchschnitt das 44-fache eines Mitarbeiters, w\u00e4hrend es vor zehn Jahren noch das 19-fache und vor f\u00fcnf Jahren immerhin ,nur\u2019 das 25-fache war <small>(Schwalbach, 2008)<\/small>. Man erkennt wie in den USA den Trend zu einem versch\u00e4rften Anstieg seit Mitte der neunziger Jahre.<\/p>\n<p>Es geht bezogen auf die Gewinne der Unternehmen nicht nur um \u201epeanuts\u201c. Bebchuk und Fried (2006a) berichten, dass der Anteil an den Nettoertr\u00e4gen, der jeweils auf die f\u00fcnf bestbezahlten Manager amerikanischer Kapitalgesellschaften entfiel, im Zeitraum von 1993 bis 2003 etwa 6,6% betrug \u2013 in absoluten Zahlen 350 Milliarden $ nach der Kaufkraft des Jahres 2002 gerechnet. Dieser Anteil stieg f\u00fcr die Jahre 2001 bis 2003 auf 9,8% an, w\u00e4hrend er im Zeitraum von 1993 bis 1995 nur 5% betrug.<\/p>\n<p><strong>3. Waren die Steigerungen mit der Qualit\u00e4t der Leistungen korreliert?<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer verdienstvollen Meta-Analyse von Studien zu Vorstandsbez\u00fcgen konstatieren Rost und Osterloh <small>(vgl. Rost and Osterloh (2007))<\/small> einen vollkommenen Fehlschlag der Anstrengungen, die Geh\u00e4lter des Top-Managements anreizkompatibel zu gestalten. Schmidt und Schwalbach (2007) best\u00e4tigen den generellen Befund f\u00fcr deutsche Unternehmen. Bebchuk und Fried gelangen zwar zu der gleichen Folgerung <small>(vgl. Bebchuk and Fried (2006a))<\/small>, kritisieren jedoch nicht wie Rost und Osterloh, dass \u00fcberhaupt Anreize geboten werden, sondern dass sie auf \u201everkehrte\u201c, ihren eigenen Zweck pervertierende Weise eingef\u00fchrt werden. Rost und Osterloh argumentieren demgegen\u00fcber mit einer kontraproduktiven Wirkung von Anreizsystemen als solchen <small>(unter Berufung auf so genannte Verdr\u00e4ngungs- oder \u201ecrowding out\u201c Effekte; vgl. Frey (1997))<\/small>. Was hier richtig ist, kann erst gekl\u00e4rt werden, wenn man erkl\u00e4ren kann, wie und warum es zu den Steigerungen kam. Diese Frage ist aber nach wie vor offen.<\/p>\n<p><strong>4. Wie kann man die Steigerung der Vorstandsgeh\u00e4lter erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem bekannten Diktum ist Inflation wie Schwangerschaft: es gibt viele Erkl\u00e4rungen, doch nur eine Ursache. Die Inflation der Managergeh\u00e4lter hat demgegen\u00fcber vermutlich nicht nur viele Erkl\u00e4rungen, sondern auch verschiedenste Ursachen, \u00fcber die man spekulieren darf und muss, wenn man eine sachliche Diskussion f\u00fchren will.<\/p>\n<p><strong>Globalisierung.<\/strong> Die Ausweitung von M\u00e4rkten und der internationalen Konkurrenz scheinen dazu gef\u00fchrt zu haben, dass Chancen wie Risiken von unternehmerischen T\u00e4tigkeiten sich ausweiteten und eine erh\u00f6hte Dynamik entstand, die den dispositiven Faktor insbesondere an der Spitze eines Unternehmens wichtiger werden lie\u00df. Selbst eine gef\u00fchlte Erh\u00f6hung von Volatilit\u00e4t und Unsicherheit reichen bereits aus, um die Nachfrage nach einer Art Versicherung in Form guten Managements zu steigern. Man beruhigt sich psychologisch wohl mit dem Gedanken, dass man es jedenfalls an Zahlungsbereitschaft nicht fehlen lie\u00df und wertet den hohen Preis, den man selbst zahlt, zirkul\u00e4r als Qualit\u00e4tsindikator.<\/p>\n<p><strong>Insignifikanz des Vorstandsentgelts.<\/strong> Da sich die Beitr\u00e4ge f\u00fcr Vorstandsbez\u00fcge letztlich auf viele Anteilseigner und eine hohe Marktkapitalisierung verteilen, sind sie relativ zu dem, was durch gute beziehungsweise schlechte Vorst\u00e4nde bewirkt werden kann, von untergeordneter Bedeutung. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Arbeitnehmer eines Unternehmens. Ein einfaches Gedankenexperiment illustriert dies: Man stelle sich vor, 10.000 Mitarbeiter verdienen jeweils netto 50.000 Euro im Jahr. Es werden 1.000 Stellen fortfallen, wenn man nicht effizienter wirtschaftet. Ohne Job falle das Einkommen auf 20.000 Euro. Nehmen wir auch an, es werde einfach fair ausgelost, wen der Jobverlust trifft. Dann betr\u00fcge der erwartete monet\u00e4re Wert des Verlustes 1\/10 (30.000\u20ac)= 3.000\u20ac. Jeder Mitarbeiter k\u00f6nnte z.B. auf 300\u20ac im Jahr verzichten, um den Retter zu \u201ek\u00f6dern\u201c. Es erg\u00e4ben sich 10.000 x 300\u20ac =3 Millionen Euro. Wie das deutsche Beispiel zeigt, zieht die Logik dieses Argumentes auch in mitbestimmten Unternehmen.<\/p>\n<p><strong>Beratungsmode und neue institutionelle Anleger.<\/strong> Intellektuelle Moden unter Managementberatern darf man nicht untersch\u00e4tzen. Beratungsfirmen, die sich an Principal Agent-Theorien orientierten, k\u00f6nnten das Geschehen nachhaltig beeinflusst haben <small>(vgl. den bereits erw\u00e4hnten Beitrag von Rost und Osterloh (2007))<\/small>. Das N\u00e4mliche gilt f\u00fcr die Rolle der Pensionsfonds und \u00e4hnlicher Anleger, die wom\u00f6glich gefordert haben k\u00f6nnten, das Management von Unternehmen auszuwechseln und daf\u00fcr f\u00fcr einzelne Manager beachtliche, f\u00fcr das Gesamtaufkommen des Unternehmens jedoch unwesentliche Betr\u00e4ge zu zahlen. Es bleibt aber zu fragen, warum ausgerechnet jetzt?<\/p>\n<p><strong>Zusammenspiel von Wirkungslosigkeit der Entgelth\u00f6he und Beratungsmode.<\/strong> Analog zu frei variierenden Anlagen in der biologischen Evolution k\u00f6nnte es mit Bezug auf die Gewinnfunktion und die davon bewirkten Effekte auf das \u00dcberleben bzw. den Untergang von Unternehmen eine weitgehend unwirksame Variierbarkeit der Vorstandsgeh\u00e4lter geben. Zu dieser \u201eSanktionslosigkeit\u201c im Markt m\u00fcsste aber noch ein Faktor treten, der erkl\u00e4rt, warum die Geh\u00e4lter nahezu \u00fcberall gleicherma\u00dfen angestiegen sind. Der Verweis auf eine Managementmode beziehungsweise eine Beratungsmode w\u00fcrde in diesem Kontext Sinn ergeben. Der Mode st\u00fcnden keine kontrollierenden R\u00fcckkopplungseffekte entgegen und sie k\u00f6nnte sich daher entfalten. Trotzdem bleibt immer noch zu fragen, warum gerade jetzt?<br \/>\n<strong><br \/>\nUnternehmensinterne Tournaments.<\/strong> Es w\u00e4re m\u00f6glich, dass die Wirkung der hohen Vorstandsbez\u00fcge unternehmensintern vor allem auf die Motivation von niedrigeren Managementebenen wirkt, die sich alle im Kampf um die Spitzenpositionen \u00fcberm\u00e4\u00dfig selbst ausbeuten <small>(vgl. Levitt and Dubner (2006), zu einem \u00e4hnlichen Argument unter Chicago crack-dealern)<\/small>. Man beachte, dass die Effizienzsteigerung nicht durch die Anreize f\u00fcr die eigentlichen Top-Manager und die bessere Ausrichtung von deren Verhalten an den Interessen der Aktion\u00e4re, sondern durch die Anreize f\u00fcr andere Individuen im Unternehmen zustande kommt. Die Truppen k\u00e4mpfen besser f\u00fcr das Unternehmen, weil sie untereinander, intern um den Jackpot konkurrieren und das ist durch externe internationale Konkurrenz selbst wichtiger geworden.<\/p>\n<p><strong>Kapitalm\u00e4rkte und Managermacht.<\/strong> Wenn erstens wirklich anreizkompatible Entgeltsysteme bekannt sind, wenn zweitens geglaubt wird, dass diese Entgeltsysteme zu einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes f\u00fcr die Anteilseigner f\u00fchren, wenn drittens eine Konkurrenz um Kapital existiert, warum haben sich dann nicht Unternehmen gefunden, die es mit einer entsprechenden Innovation ihrer internen Strukturen versucht h\u00e4tten? Warum haben wir demgegen\u00fcber \u00fcberall Entgeltschemata, die nicht die aus \u00f6konomischer Sicht richtigen Anreize bieten?<\/p>\n<p>Vorst\u00e4nden von Unternehmen gelang es augenscheinlich, Machtpositionen aufzubauen, in denen sie von Kontrollmechanismen abgeschottet sind <small>(vgl. insbesondere Bebchuk and Fried (2006a), Bebchuk and Fried (2006b))<\/small>. Das ist aber selbst ein erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftiges Ph\u00e4nomen. Es ist unplausibel, dass in allen L\u00e4ndern in gleicher Weise \u00fcber zentrale Rechtsregeln die wechselseitige Beg\u00fcnstigung der Unternehmenseliten, bei denen Aufsichtsr\u00e4te und Manager gemeinsame Sache in der Managerentlohnung machen, erm\u00f6glicht wurde, wenn es daf\u00fcr nicht einen Effizienzgrund gibt <small>(vgl. zum rent-seeking allgemein, Rowley et al. (1988))<\/small>.<br \/>\n<strong><br \/>\n5. Wie kann man das gesteigerte Interesse an steigenden Managergeh\u00e4ltern erkl\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Wirkliche oder vermeintliche Stars der Musikszene verdienen Summen, die zun\u00e4chst in den gleichen Bereichen liegen wie die von Vorstandsmitgliedern von Gro\u00dfunternehmen <small>(vgl. dazu <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=95\" target=\"_blank\">&#8222;Manager, Stars und Gehaltsobergrenzen&#8220;<\/a> von Norbert Berthold)<\/small>. Vorstandsgeh\u00e4lter werden aber kritischer gesehen als die Gagen von Stars. Vielleicht liegt das daran, dass man Stargagen ausschlie\u00dflich im Konsum der Star-Leistungen finanziert. \u201eMan\u201c sieht sich nicht in der Verteilungskonkurrenz mit Mediengr\u00f6\u00dfen, mit anderen Gehaltsbeziehern hingegen schon.<\/p>\n<p>Die Emp\u00f6rung \u00fcber die H\u00f6he der Vorstandsbez\u00fcge k\u00f6nnte eine Art \u201eAngestellten-und-Beamten-Emp\u00f6rung\u201c \u00fcber gef\u00fchlte Statuszur\u00fccksetzungen sein. Die Professorenschaft etwa, die bereits die Kr\u00e4nkung der Inflationierung von Professorentiteln und Professorenstellen hinnehmen musste, wird vermutlich die krassen Einkommensdisparit\u00e4ten besonders verurteilen. Die Journalisten, die sich aufgrund der ihnen gewidmeten medialen Aufmerksamkeit positional noch einigerma\u00dfen in der gleichen Liga f\u00fchlen durften wie das Spitzenpersonal der Wirtschaft, m\u00fcssen sich relativ zum Spitzenpersonal zur\u00fcckgesetzt f\u00fchlen. Auf einmal entdecken alle ihr gutes Herz und weinen Krokodilstr\u00e4nen \u00fcber die Schlechtestgestellten w\u00e4hrend es ihnen doch unbewusst um die eigenen Statusg\u00fcter geht <small>(vgl. auch Frank (1985))<\/small>.<\/p>\n<p><strong>6. Sollten wir aus politisch-ethischen Gr\u00fcnden eingreifen?<\/strong><\/p>\n<p>Symbolpolitisch k\u00f6nnte es vielleicht n\u00f6tig werden, etwas gegen die hohen Vorstandsbez\u00fcge zu unternehmen, um nicht das ganze System der sozialen Marktwirtschaft zu gef\u00e4hrden. Da Risiken und Nachteile einer politischen Intervention auf der Hand liegen, liegt die Beweislast bei jenen, die solche Interventionen verfechten wollen. Um die Beweislast einzul\u00f6sen, w\u00e4re es n\u00f6tig, die Steigerung der Vorstandsbez\u00fcge erst einmal zu erkl\u00e4ren, um Politikwirkungen absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Was die Gerechtigkeit anbelangt muss man sich fragen, inwieweit beispielsweise die Einkommen des Vorstandes von Siemens einen Arbeitnehmer von, sagen wir, RWE betreffen. Wenn der Arbeitnehmer von Siemens meint, dass er im Vergleich mit dem Vorstand von Siemens ungerechterweise zu wenig an dem gemeinsam erwirtschafteten Kuchen beteiligt wird, dann kann er in der Tat auf ein gemeinsames Projekt verweisen. Immerhin handelt es sich um ein gemeinsames Wirtschaften, bei dem aus dem gemeinsam erwirtschafteten Produkt \u00fcber die vertraglich jeweils vereinbarten Gr\u00f6\u00dfen hinaus Zahlungen erfolgen, die das nicht zurechenbare Zusatzprodukt an die Beteiligten verteilen.<\/p>\n<p>Mit Bezug auf die Volkswirtschaft insgesamt von einem gemeinsam erwirtschafteten Produkt zu sprechen, das es im nachhinein \u00fcber und teilweise gegen die bereits vertraglich von den wirtschaftenden Individuen vereinbarten Anteile hinaus zu verteilen gilt, erscheint hingegen nicht gerade nahe liegend <small>(vgl. zur klassischen Kritik daran Hayek (1973-79))<\/small>. Wir sollten uns in der Politik nach allgemeinen Gerechtigkeitsvorstellungen nur als einem Mittel richten, um den Rechtsstaat und den Primat der Freiheit zu wahren <small>(vgl. dazu Rawls (1975))<\/small> und nicht um Verteilungsgerechtigkeit auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene zu erreichen, auf der sie wenig zu suchen hat <small>(vgl. auch Kliemt (1998))<\/small>.<\/p>\n<p>Kein Aktion\u00e4r ist gezwungen, eine Aktie von einem Unternehmen zu kaufen, das seinen Vorst\u00e4nden \u201ezu hohe\u201c Geh\u00e4lter zahlt oder deren Bez\u00fcge nicht ver\u00f6ffentlicht. Wenn man einen gesetzlichen Eingriff mit dem Argument fordert, dass Aktion\u00e4re ein entsprechendes Kollektivgutproblem der Gehaltskontrolle nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen, dann ist das nur einleuchtend, wenn man gegen\u00fcber der Funktionsweise von Kapitalm\u00e4rkten als Kontrollinstanz von Unternehmensf\u00fchrungen insgesamt skeptisch ist. Ohne Frage haben Kapitalm\u00e4rkte M\u00e4ngel, aber es gibt keine \u00fcberlegene realistische politische Alternative zu diesen M\u00e4rkten. Neben Markt- gibt es immer Politikversagen <small>(Buchanan (1999))<\/small>. Es bedarf wenig Phantasie, um vorauszusehen, dass Politik versagen wird, wenn wir ihr auch noch die Befugnis zuerkennen, Vorstandsbez\u00fcge zu regulieren. Pikanterweise sind die Vorstandsbez\u00fcge gerade in denjenigen Unternehmen relativ stark gestiegen, in denen die Politik in den Aufsichtsgremien stark vertreten ist <small>(vgl. Schwalbach, 2008)<\/small>.<\/p>\n<p>Eine Ablehnung des politischen Eingriffs bedeutet aber keineswegs den Verzicht darauf, Vorst\u00e4nde an das alte Ideal des ,Ehrbaren Kaufmanns\u2019 und Tugenden der M\u00e4\u00dfigung und Vernunft zu erinnern. Diese Erinnerung an Ma\u00dfst\u00e4be, die heute wie stets gelten, tut in der Tat Not <small>(vgl. Schwalbach und Fandel (2007) und Klink (2008))<\/small>.<\/p>\n<p><strong>7. Literatur<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bebchuk, L. A. and Fried, J. (2006a):<\/strong> <em>Pay without Performance: Overview of the Issues.<\/em> Academy of Management Perspectives (February), 5-24.<\/p>\n<p><strong>Bebchuk, L. A. and Fried, J. (2006b):<\/strong> <em>Pay without Performance: The Unfulfilled Promise of Executive Compensation.<\/em> Cambridge.<\/p>\n<p><strong>Buchanan, J. M. (1999):<\/strong> <em>The Logical Foundations of Constitutional Liberty<\/em>, vol. 1. Indianapolis.<\/p>\n<p><strong>Frank, R. (1985):<\/strong> <em>Choosing the Right Pond<\/em>. Oxford.<\/p>\n<p><strong>Frey, B. S. (1997):<\/strong> <em>Not Just for the Money. An Economic Theory of Personal Motivation.<\/em> Cheltenham.<\/p>\n<p><strong>Hayek, F. A. v. (1973-79):<\/strong> <em>Law, Legislation and Liberty: A New Statement of the Liberal Principles of Justice and Political Economy.<\/em> London and Henley.<\/p>\n<p><strong>Hobbes, T. (1976):<\/strong> <em>Leviathan.<\/em> Frankfurt.<\/p>\n<p><strong>Kliemt, H. (1998):<\/strong> <em>Distributive Justice.<\/em> In: Peter Newman (Ed.), The New Palgrave Dictionary of Economics and the Law. Macmillan Reference Limited, London, pp. 630-635.<\/p>\n<p><strong>Klink, D. (2008):<\/strong> <em>Der ehrbare Kaufmann. Das urspr\u00fcngliche Leitbild der Betriebswirtschaftslehre und individuelle Grundlage f\u00fcr die CSR-Forschung,<\/em> Discussion Paper 2008-3, Institut f\u00fcr Management, Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin.<\/p>\n<p><strong>Levitt, S. and Dubner, S. J. (2006):<\/strong> <em>Freakonomics. A Rogue Economist Explores the Hidden Side of Everything. <\/em>London et al.<\/p>\n<p><strong>Rawls, J. (1975):<\/strong> <em>Eine Theorie der Gerechtigkeit. <\/em>Frankfurt.<\/p>\n<p><strong>Rost, K. and Osterloh, M. (2007):<\/strong> <em>Management Fashion Pay for Performance, <\/em>SSRN. University of Zurich &#8211; Institute for Organization and Administrative Science and University of Zurich &#8211; Institute for Organization and Administrative Science.<\/p>\n<p><strong>Rowley, C. K., Tollison, R. D. and Tullock, G., Eds. (1988):<\/strong> <em>The Political Economy of Rent-Seeking.<\/em> Kluwer Academic Publishers, Boston, Dordrecht, Lancaster.<\/p>\n<p><strong>Schmidt, R. und Schwalbach, J. (2007):<\/strong> <em>Zur H\u00f6he und Dynamik der Vorstandsverg\u00fctung in Deutschland.<\/em> Zeitschrift f\u00fcr Betriebswirtschaft, Special Issue, Nr. 1, 111-122.<\/p>\n<p><strong>Schwalbach, J. (2008):<\/strong> <em>Verg\u00fctungsstudie 2008. Vorstandsverg\u00fctung und Personalkosten der DAX30-Unternehmen, 1987-2007,<\/em> Institut f\u00fcr Management, Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin.<\/p>\n<p><strong>Schwalbach, J. und Fandel, G., Eds. (2007):<\/strong> <em>Der Ehrbare Kaufmann. Modernes Leitbild f\u00fcr Unternehmen?,<\/em> Zeitschrift f\u00fcr Betriebswirtschaft, Special Issue Nr. 1.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Der Wert des Menschen ist sein Preis? 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