{"id":10312,"date":"2012-10-27T00:01:33","date_gmt":"2012-10-26T23:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10312"},"modified":"2012-10-26T15:04:07","modified_gmt":"2012-10-26T14:04:07","slug":"burgerschaftliches-engagement-der-unternehmen-und-staatliche-strategien-zu-seiner-forderung-ergibt-dies-uberhaupt-sinnder-erste-nationale-engagementbericht-der-bundesregierung-ist-erschienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10312","title":{"rendered":"B\u00fcrgerschaftliches Engagement der Unternehmen und staatliche Strategien zu seiner F\u00f6rderung \u2013 ergibt dies \u00fcberhaupt Sinn?<br\/><small>Der Erste Nationale Engagementbericht der Bundesregierung ist erschienen<\/small>"},"content":{"rendered":"<p>Im Oktober 2010 wurde vom Bundeskabinett die Nationale Engagementstrategie beschlossen. Sie soll im Zusammenspiel mit der Nationalen Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen (dem \u201eAktionsplan CSR\u201c) auf das immer wichtiger werdende gesellschaftliche Bed\u00fcrfnis nach sich engagierenden B\u00fcrgern, Unternehmen und anderen Institutionen der Gesellschaft aufmerksam machen respektive reagieren. Das eher vage formulierte Ziel der Engagementstrategie ist es, einen Weg zu ebnen, auf dem die zuk\u00fcnftige Entwicklung b\u00fcrgerlichen Engagements positiv weitergehen soll. Zu den einzelnen Zielen der Strategie z\u00e4hlen<\/p>\n<ol>\n<li>erstens die F\u00f6rderung der Abstimmung engagementpolitischer Vorhaben seitens der Bundesregierung, L\u00e4nder und Kommunen.<\/li>\n<li>Weiterhin wird im zweiten Punkt die Einbindung von Stiftungen bereits engagierter Unternehmen verlangt.<\/li>\n<li>Drittes Ziel ist eine gr\u00f6\u00dfere Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung der Leistungen Engagierter.<\/li>\n<li>Abschlie\u00dfend verlangt die Regierung in ihrer viergliedrigen Zielsetzung bessere Rahmenbedingungen f\u00fcr das freiwillige b\u00fcrgerschaftliche Engagement.<!--more--><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nun wirkt der Begriff Engagement<em>strategie<\/em> f\u00fcr die Formulierung dieser Ziele hoch gegriffen: Strategie ist \u2013 so die Definition des aus dem altgriechischen stammenden Wortes \u2013 ein l\u00e4ngerfristig ausgerichtetes Anstreben eines Ziels unter Ber\u00fccksichtigung der verf\u00fcgbaren Mittel und Ressourcen. Die einzelnen Ziele sind aber bislang nicht nur sehr unpr\u00e4zise formuliert, es fehlt auch weithin an einer Festlegung von Mitteln und Ressourcen zu ihrer Erf\u00fcllung. Zurecht wird insofern von manch einem moniert, dass sich in der Engagementstrategie keinerlei Ma\u00dfnahmen finden, wie die \u00f6ffentliche Hand Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen dazu anhalten m\u00f6chte, Programme des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements zu unterst\u00fctzen respektive hierf\u00fcr finanzielle Mittel bereitzustellen.<\/p>\n<p>Die Ziele der Engagementstrategie erscheinen auf den ersten Blick positiv; nat\u00fcrlich wird niemand widersprechen, dass freiwilliges, unentgeltliches Engagement f\u00fcr die Gesellschaft lobenswert ist und deshalb gef\u00f6rdert, eingebunden, anerkannt oder \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich gemacht werden sollte \u2013 vor allem dann, wenn f\u00fcr diese F\u00f6rderung niemand Ressourcen bereitstellen muss. Bei dem ersten der vier aufgef\u00fchrten Ziele ist dennoch zun\u00e4chst zu \u00fcberlegen, warum die Abstimmung politischer Vorhaben zum Thema Engagement zwischen staatlichen Institutionen gef\u00f6rdert werden sollte, da es soweit kaum solche (staatlichen) Vorhaben gibt, beziehungsweise, wenn es sie gibt, dann sind sie bislang weitgehend unklar definiert und strategisch nicht ausgerichtet. Das zweite Ziel erklingt beim ersten H\u00f6ren ebenfalls plausibel, besagt jedoch, dass Akteure, die sich in notwendigen Bereichen bereits engagieren, zunehmend in T\u00e4tigkeitsfelder \u201eeingebunden\u201c werden sollen, in denen die Bundesregierung m\u00f6chte, dass sie sich dort engagieren. Es kann oder soll mithin von der Regierung zuk\u00fcnftig bestimmt werden, in welchen Bereichen Handlungsbedarf f\u00fcr Engagement besteht, womit sich unmittelbar die Frage stellt, warum die Regierung denn \u2013 so sie doch Handlungsbedarf erkennt \u2013 nicht selber handelt, um die Defizite zu beheben. Eine gr\u00f6\u00dfere Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung \u2013 das dritte Ziel der Engagmentstrategie \u2013 erscheint ebenfalls w\u00fcnschenswert. Dieses Vorhaben, so es erfolgreich in die Tat umgesetzt wird, wird unzweifelhaft die Marketingqualit\u00e4t von b\u00fcrgerschaftlichem Engagement f\u00f6rdern und verspricht insofern, weitere Anreize f\u00fcr noch mehr Engagement zu schaffen. Resultat \u2013 so darf man mit der Bundesregierung hoffen \u2013 ist eine Wirtschaft voller barmherziger Samariter. Dank der besseren Rahmenbedingungen (die ja laut viertem Ziel demn\u00e4chst gesetzt werden) kann nun bald auch jeder der Samariter sich unbeschwert engagieren. M\u00f6glicherweise versteckt sich hinter dem Ziel der Formulierung besserer Rahmenbedingungen ja zuk\u00fcnftig auch ein betriebliches Engagement mit staatlicher Finanzierung.<\/p>\n<p>Nicht aufzufinden in der Strategie sind konkrete Handlungsempfehlungen an B\u00fcrger, nichtstaatliche Institutionen oder Unternehmen. Zwar fordert die Bundesregierung eine quantitative sowie qualitative Verbesserung des Engagements, doch wie dies m\u00f6glich sein soll, l\u00e4sst sich soweit nicht aus der Engagementstrategie ablesen. Der Wille, Engagement zu f\u00f6rdern, ist also da, der Weg jedoch noch nicht angelegt. Die Bundesregierung \u2013 so k\u00f6nnte man b\u00f6swillig sagen \u2013 l\u00e4uft demnach noch in den Kinderschuhen ihrer Strategie.<\/p>\n<p>Dies \u00e4ndert auch der Erste Nationale Engagementbericht, der im August erschienen ist, nicht. Zwar besch\u00e4ftigt er sich auf mehr als 1.300 Seiten mit dem Engagement in der Gesellschaft sowie insbesondere dem der Unternehmen, doch bleiben die Handlungsempfehlungen an den Staat, wie er die Unternehmen zu mehr Engagement motivieren kann, vorsichtig formuliert.<\/p>\n<p>Der Erste Engagementbericht formuliert elf zentrale Handlungsempfehlungen (siehe Kasten). Folgende Empfehlungen addressieren die Staatst\u00e4tigkeit:<\/p>\n<ul>\n<li>Initiierung eines Diskurses \u00fcber Bedeutung, Bedingungen und Herausforderungen f\u00fcr die Zivilgesellschaft<\/li>\n<li>Verl\u00e4ssliche Staatst\u00e4tigkeit unter dem Leitmotiv der Subsidiarit\u00e4t<\/li>\n<li>Bildungs- und Besch\u00e4ftigungspolitik (denn Bildung und Besch\u00e4ftigung f\u00f6rdern die Engagementbereitschaft)<\/li>\n<li>Einrichtung von Anlaufstellen f\u00fcr gesellschaftliche Akteure zur besseren strategischen Ausrichtung von Engagement<\/li>\n<li>Ausdehnung der bundesweiten Cluster- und Netzwerkpolitik<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung von Wirtschaftsethik als verpflichtendem Bestandteil der Managementausbildung<\/li>\n<li>Verbesserung der empirischen Datenbasis zum Engagement in Deutschland<\/li>\n<\/ul>\n<p>Als ein Grund f\u00fcr fehlendes b\u00fcrgerschaftliches Engagement wird im Bericht insbesondere auf das aus der Spieltheorie bekannte Gefangenendilemma aufmerksam gemacht. Viele Unternehmen bef\u00fcrchten bei Investitionen in b\u00fcrgerschaftliches Engagement, dass andere (m\u00f6glicherweise sogar ihre direkten Konkurrenten) ebenfalls von der Investition profitieren, ohne jedoch selber daf\u00fcr etwas \u00c2\u00a0opfern zu m\u00fcssen. Das hemmt, so der Bericht, die Bereitschaft, \u00fcberhaupt solche Investitionen von Geld und Zeit leisten zu wollen, da es m\u00f6glich erscheint, daraus den gleichen Profit zu schlagen oder die gesellschaftlichen Ziele zu erreichen, ohne selbst Kosten zu tragen. Als Handlungsempfehlung in dieser Dilemma-Situation verweist der Bericht auf die M\u00f6glichkeit der Gr\u00fcndung oder des Beitritts in Kooperationen und Verb\u00e4nde, da in solchen Gemeinschaften das Dilemma \u00fcberwunden wird. Auch das zweite im Bericht identifizierte Hindernis \u2013 die fehlende kritische Gr\u00f6\u00dfe mancher Kleinunternehmen f\u00fcr sinnvolle Aktivit\u00e4ten zur F\u00f6rderung des Gemeinwohls \u2013 kann so \u00fcberwunden werden. Den Bericht kann man damit so lesen, als g\u00e4be es (aufgrund der aufgef\u00fchrten Hindernisse) zu wenig b\u00fcrgerschaftliches Engagement in Deutschland. Zwar k\u00f6nnen Kooperationen, Vereine und Verbandswesen die Hindernisse teilweise \u00fcberwinden, dennoch wird das Engagement geringer ausfallen, als wenn man diese Hindernisse beseitigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Trotzdem widersteht der Engagementbericht der Versuchung zu empfehlen, hier mit Gesetzen, Sanktionen oder Subventionen zur Motivation der Unternehmen beitragen zu wollen. Im Gegenteil: Er fordert die Unternehmen zu <strong>freiwilligem <\/strong>Engagement auf und <strong>verbietet <\/strong>in seinen Handlungsempfehlungen<strong> staatliche Bevormundung<\/strong>.<\/p>\n<p>Dies ist richtig und sinnvoll: Denn Engagement kann wohl kaum freiwillig sein, wenn der Staat dazu verpflichtet. L\u00fccken in der Rahmenordnung sind f\u00fcr staatliche Akteure zun\u00e4chst nicht ersichtlich, sie \u00f6ffnen sich erst im Prozess von Globalisierung und Fortschritt. Werden sie offenkundig, liegt es an den politisch Verantwortlichen, diese L\u00fccken umgehend zu schlie\u00dfen. Unmittelbar von den L\u00fccken in den Rahmenordnungen (ob positiv oder negativ) Betroffenen hingegen fallen die Schwachstellen in Gesetzen und Staatshandeln direkt auf, es geh\u00f6rt also zu ihren Aufgaben, Schwachstellen zu erkennen, zu melden und zu ihrer Behebung beizutragen. Dies steht im Kern b\u00fcrgerschaftlichen Engagements. Erkennt ein Unternehmen eine solche L\u00fccke in der Rahmenordnung, gen\u00fcgt es keineswegs, wenn es auf eine profitorientierte Ausnutzung dieser L\u00fccke verzichtet (und so aufgrund seiner moralischen Handlungsweise direkte Nachteile gegen\u00fcber seinen Konkurrenten erleidet). Verzicht bedeutet lediglich, die amoralische Nutzung der vom Gesetzgeber ungewollt gelassenen Gesetzesl\u00fccke anderen zu \u00fcberlassen. B\u00fcrgerschaftliches Engagement ist aber dadurch gekennzeichnet, den Staat auf die M\u00e4ngel in seinem System hinzuweisen und ihn damit zu Verbesserungen aufzurufen. Dieser Aufruf respektive diese Informationsweitergabe ist mit Kosten f\u00fcr Lobbyaktivit\u00e4ten verbunden, sie ist freiwillig, und sie ist h\u00e4ufig aus individueller Sicht der betroffenen Akteure nicht lohnenswert. Trotzdem ben\u00f6tigt die Gesellschaft diese Form freiwilliger Mitverantwortung. Denn die Regierung ist selbst nicht in der Lage, dieses b\u00fcrgerschaftliche Engagement zu substituieren. Es liegt lediglich in ihrer Hand, auf die Verbesserungsvorschl\u00e4ge der Unternehmen und nichtstaatlichen Institutionen zu reagieren, sie anzunehmen, zu pr\u00fcfen und zu f\u00f6rdern. Gesetze, Sanktionen oder Subventionen zur Motivation von engagiertem Handeln w\u00fcrden insofern lediglich die notwendige Freiwilligkeit von b\u00fcrgerschaftlichem Engagement behindern.<\/p>\n<p>Damit ist es auch richtig, dass der Erste Engagementbericht und die Engagementstrategie beide auf eine weitere Pr\u00e4zision von Zielen und Wegen verzichten und die Ausrichtung des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements dort belassen, wo sie hingeh\u00f6rt: N\u00e4mlich bei den nichtstaatlichen Akteuren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"652\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Handlungsempfehlungen des Ersten Nationalen Engagementberichtes<\/span>Die Sachverst\u00e4ndigenkommission hat eine Reihe von Handlungsempfehlungen f\u00fcr die Akteure des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements in Politik, Wirtschaft, B\u00fcrger- und Zivilgesellschaft formuliert:<strong>1. B\u00fcrgerschaftliches Engagement st\u00e4rkt Vertrauen und bedeutet Mitverantwortung.<\/strong> B\u00fcrgerschaftliches Engagement und Vertrauen als Sozialkapital sind miteinander verwoben. Sozialkapital ist eine Voraussetzung f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement, Engagement schafft wiederum Sozialkapital. Zu seinem weiteren Ausbau empfiehlt die Kommission, b\u00fcrgerschaftliches Engagement in der Gesellschaft verst\u00e4rkt zu w\u00fcrdigen und als gesellschaftliche Praxis zu st\u00e4rken. Der Staat wird aufgefordert, einen breit verankerten Diskurs \u201eF\u00fcr eine Kultur der Mitverantwortung\u201c \u00fcber Bedeutung, Bedingungen und Herausforderungen der Zivilgesellschaft zu initiieren. Dabei sind Unternehmen einzubinden.<\/p>\n<p><strong>2. Engagement braucht verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen.<\/strong> Engagement ben\u00f6tigt verl\u00e4ssliche Staatst\u00e4tigkeit unter dem Leitmotiv der Subsidiarit\u00e4t. Eindeutigkeit, Transparenz, Verl\u00e4sslichkeit und Glaubw\u00fcrdigkeit der staatlichen Rahmenordnung sind fundamentale Voraussetzungen f\u00fcr die Bildung von institutionellem Vertrauen und Sozialkapital. Die Freiwilligkeit des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements verbietet staatliche Bevormundung. Gesetzliche, steuerliche oder b\u00fcrokratische Hindernisse in der Aus\u00fcbung des Engagements sind zu vermeiden bzw. abzubauen.<\/p>\n<p><strong>3. Bildung und Erwerbst\u00e4tigkeit st\u00e4rken b\u00fcrgerschaftliches Engagement.<\/strong> Die starke Korrelation zwischen Bildung, Einkommen und Engagement zeigt, dass Bildungs- und Besch\u00e4ftigungspolitik auch die beste Politik zur F\u00f6rderung b\u00fcrgerschaftlichen Engagements und einer Kultur der Mitverantwortung sind.<\/p>\n<p><strong>4. Mehr individuelle Teilhabe durch Mitverantwortung. <\/strong>Die Kommission empfiehlt, individuelle Teilhabem\u00f6glichkeiten unterschiedlicher Zielgruppen zu st\u00e4rken, insbesondere auch b\u00fcrgerschaftliches Engagement von Personen mit Zuwanderungsgeschichte zu w\u00fcrdigen und zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>5. Engagementpotenzial \u00e4lterer Menschen mobilisieren.<\/strong> Politik, soziale Dienstleistungstr\u00e4ger, aber auch nicht berufliche Hilfesysteme von Familie und Nachbarschaft sollten alles tun, was \u00e4lteren Menschen den Weg zur Selbstverantwortung wie zur Mitverantwortung im \u00f6ffentlichen Raum er\u00f6ffnet. Einen m\u00f6glichen Ansatz daf\u00fcr bieten Projekte, die \u00c4ltere als soziale Ressource begreifen.<\/p>\n<p><strong>6. Gewinnung und Bindung des Ehrenamts im Vereinswesen verbessern.<\/strong> Die Kommission empfiehlt der Bundesregierung, der Bedeutung und Rolle von Funktionstr\u00e4gerinnen und Funktionstr\u00e4gern in Vereinen eine h\u00f6here Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, da diese Akteure das R\u00fcckgrat der selbstorganisierten, zivilgesellschaftlichen Infrastruktur speziell in Form der Vereine vor Ort sind.<\/p>\n<p><strong>7. Unternehmen sind zu freiwilligem Engagement aufgefordert.<\/strong> Die kontinuierliche Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft erfordert einen gesellschaftlichen Diskurs, in dem die Kommunikation mit der Wirtschaft zwingend erforderlich ist. Informationsweitergabe, Austausch und gesellschaftliche Partizipation k\u00f6nnen jedoch nur auf der Basis von Freiwilligkeit stattfinden, wobei nicht das Motiv entscheidend ist, sondern die tats\u00e4chliche Wirkung.<\/p>\n<p><strong>8. Strategisches Engagement von Unternehmen unterst\u00fctzen. <\/strong>An alle gesellschaftlichen Akteure richtet sich folgende Aufforderung zur Unterst\u00fctzung und besseren Information der Unternehmen:<\/p>\n<p>a) Anlaufstellen f\u00fcr Unternehmen zum Einholen relevanter Informationen zu Engagementformen und F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten etc. einzurichten,<\/p>\n<p>b) regionale Netzwerke zu bilden und zu st\u00e4rken,<\/p>\n<p>c) Schnittstellen zwischen Unternehmen und gemeinn\u00fctzigen Organisationen zu schaffen und<\/p>\n<p>d) mehr empirisches Wissen \u00fcber Erfolgsfaktoren des Engagements zu ermitteln.<\/p>\n<p><strong>9. Ausbau der Cluster- und Netzwerkpolitik.<\/strong> Kooperationen zwischen Unternehmen und anderen Akteuren k\u00f6nnen die Engagementbereitschaft und -quote erh\u00f6hen. Um die Suche nach geeigneten Kooperationspartnern f\u00fcr die Aus\u00fcbung b\u00fcrgerschaftlichen Engagements zu erleichtern, r\u00e4t die Kommission, die Transparenz in der Zivil- bzw. B\u00fcrgergesellschaft zu erh\u00f6hen und eine Ausdehnung der bundesweiten Cluster- und Netzwerkpolitik zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>10. Wirtschaftsethik in der Managementausbildung.<\/strong> Die Eliten in den Unternehmen tragen als F\u00fchrungskr\u00e4fte besondere Verantwortung daf\u00fcr, sich f\u00fcr die St\u00e4rkung des Wettbewerbs, die Weiterentwicklung der demokratischen Ordnung und die Vertrauensst\u00e4rkung in die soziale Marktwirtschaft einzusetzen. Dies setzt voraus, dass sie den ordnungspolitischen Kontext von Freiheit, Haftung und Mitverantwortung kennen und ihr Handeln daran ausrichten k\u00f6nnen. Die Lehre hier\u00fcber sollte durch Veranstaltungen zur Wirtschafts- und Unternehmensethik einen verpflichtenden Teil der Managementausbildung darstellen.<\/p>\n<p><strong>11. Verbesserung des Wissensstandes.<\/strong> Bessere empirische Datenbest\u00e4nde sind die Grundlage daf\u00fcr, verl\u00e4ssliche Aussagen zur Entwicklung und zu den Wirkungen des b\u00fcrgerschaftlichen Engagements sowie F\u00f6rderentscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Dies gilt auch im Hinblick auf die Bedarfsentwicklung und die Erfolgsmessung in Unternehmen. Die Kommission empfiehlt daher den Ausbau der empirischen Forschung auf diesem Themenfeld.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: BMFSFJ (hrsg.), 2012, Erster Engagementbericht 2012 \u2013 F\u00fcr eine Kultur der Mitverantwortung, Engagementmonitor 2012, Berlin, S.34f<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Oktober 2010 wurde vom Bundeskabinett die Nationale Engagementstrategie beschlossen. 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