{"id":113,"date":"2008-03-17T07:26:18","date_gmt":"2008-03-17T06:26:18","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=113"},"modified":"2008-03-17T07:26:18","modified_gmt":"2008-03-17T06:26:18","slug":"von-kreditkrise-papiergeld-inflation-und-gold-und-silber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=113","title":{"rendered":"Von Kreditkrise, Papiergeld, Inflation und Gold und Silber"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><strong>Die Krise<\/strong><\/p>\n<p>Die Kreditkrise zieht immer weitere Kreise. Nach Zahlungsausf\u00e4llen in den US-M\u00e4rkten f\u00fcr Hypothekarkredite mit geringer Bonit\u00e4t (\u201eSubprime\u201c) und den anh\u00e4ngenden Kredit-Derivativm\u00e4rkten werden Investoren zusehends misstrauischer gegen\u00fcber Kreditprodukten aller Art. Bemerkbar macht sich das zum Beispiel in steigenden Abst\u00e4nden zwischen den Renditen risikobehafteter und risikoloser Anleihen.<\/p>\n<p>Nun geht die Sorge um, das volkswirtschaftliche Kreditangebot k\u00f6nnte \u2013 nach Jahren des fulminanten Wachstums \u2013 ins Stocken geraten (\u201eKreditklemme\u201c) und die Finanzierung von Konsum- und Investitionen erschweren. Dies wiederum w\u00fcrde die Volkswirtschaften in die Rezession st\u00fcrzen. Oder es k\u00f6nnte sogar noch schlimmer kommen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>So k\u00f6nnten krisenbedingte Eigenkapitalverluste (weitere) Bankenpleiten heraufbeschw\u00f6ren. Das Vertrauen der breiten Bev\u00f6lkerung in die Solidit\u00e4t des Finanzapparates w\u00fcrde ersch\u00fcttert. Eine deflation\u00e4re Abw\u00e4rtsspirale k\u00f6nnte in Gang kommen, \u00e4hnlich derjenigen, die Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zu beobachten war.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00f6ffentliche Mehrheitsmeinung scheint es derzeit nur ein richtiges Mittel zu geben, um auf die Kreditkrise zu reagieren: Die Zentralbanken m\u00fcssen die Zinsen senken \u2013 so wie es die US-Notenbank bereits getan hat. Doch ist das wirklich die L\u00f6sung des Problems? Oder w\u00fcrde das nicht die Saat f\u00fcr die n\u00e4chste, vielleicht noch gr\u00f6\u00dfere Krise s\u00e4hen?<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Die Ursache<\/strong><\/p>\n<p>Der Verdacht ist schwerlich zu entkr\u00e4ften, dass die staatlichen Zentralbanken durch ihr exzessives Ausweiten von Kredit- und Geldmengen im Zuge ihrer \u201eUltra-Niedrigzinspolitik\u201c einen unheilvollen \u201eKreditboom\u201c angezettelt haben, der nun geplatzt ist.<\/p>\n<p>Die viel beklagte \u201eKreditspekulation\u201c und das \u201eVernachl\u00e4ssigen von Risiko\u201c \u2013 von Gegnern des Kapitalismus immer wieder politisch instrumentalisiert \u2013 scheinen lediglich Symptome, nicht aber die Ursache(n) der Krise zu sein.<\/p>\n<p>Vielmehr hat das staatliche Geldangebotsmonopol versagt. Durch das notorische Ausweiten der Papiergeldmenge produziert es eine Abfolge von Finanzkrisen, die mittlerweile das Potenzial haben, sich in eine ernste Wirtschaftskrise auszuwachsen.<\/p>\n<p>Doch die Zentralbanken werden \u00f6ffentlich meist als \u201eRetter in der Krise\u201c gesehen; die Sehweise, dass es sie sind, die die unheilvollen Krisen verursachen, ist nur wenig verbreitet. Eine R\u00fcckkehr zu einem freien Marktgeld (\u201ePrivatisierung des Geldsystems\u201c) als L\u00f6sung der Krise ist daher derzeit nicht absehbar.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Die Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Eine Geldpolitik, die durch zuviel Kredit und Geld Krisen in Gang setzt, auf die sie dann mit einem noch st\u00e4rkeren Ausweiten der Kredit- und Geldmengen reagiert, f\u00fchrt letztlich zur v\u00f6lligen Zerst\u00f6rung des Geldes durch Inflation.<\/p>\n<p>Zwar mag kurzfristig der Konjunkturabschwung \u2013 also der Prozess, der aufgebaute Ungleichgewichte bereinigt \u2013 durch noch billige Kredite gestoppt und in einen Aufschwung verwandelt werden, doch dies wohl nur zum Preis einer k\u00fcnftig noch gr\u00f6\u00dferen Krise.<\/p>\n<p>Denn die Missallokation, provoziert durch das inflation\u00e4re Ausweiten der Papiergeldmenge, versch\u00e4rft sich, lenkt immer mehr knappes Kapital in fragw\u00fcrdige Verwendungsrichtungen und verteuert die unausweichliche Bereinigungskrise.<\/p>\n<p>Was aber, wenn selbst Zinssenkungen die Bankkreditvergabe nicht mehr anheizen, durch die die Geldmenge erh\u00f6ht wird \u2013 weil Banken keine Kredite mehr verleihen wollen und\/oder k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Es w\u00e4re zu bef\u00fcrchten, dass die Zentralbanken dann zu \u201eau\u00dfergew\u00f6hnlichen Ma\u00dfnahmen\u201c greifen w\u00fcrden; etwa k\u00f6nnten sie den Banken faule Kredite abkaufen und auf diesem Wege die Geldmenge erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Eine solche Reaktion ist nicht auszuschlie\u00dfen, wenn die Geldpolitiker der Inflationsbek\u00e4mpfung keinen Vorrang mehr einr\u00e4umen. Die Kreditpyramide, die die Geldpolitiken in den letzten Jahren errichtet haben, bedarf immer mehr Kredit und Geld, damit sie nicht kippt; und bevor die Kreditpyramide kippt, w\u00e4re man da nicht eher bereit, die Inflation aus dem Ruder laufen zu lassen?<\/p>\n<p>Immer mehr Kredit und Geld k\u00f6nnen die Krise aber allenfalls vertagen, keinesfalls aber l\u00f6sen. Ludwig von Mises (1881 \u2013 1973) schrieb hierzu: <em>\u201eDoch endlos h\u00e4tte man den Aufschwung der Konjunktur durch Festhalten an der Kreditausweitung nicht verl\u00e4ngern k\u00f6nnen. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter muss es zum Zusammenbruch des durch die Kreditausweitung ausgel\u00f6sten Aufschwungs kommen, und der Anpassungsprozess, den man Niedergang der Konjunktur nennt, wird umso schmerzlicher sein und umso mehr Zeit beanspruchen, je l\u00e4nger die Kreditausweitung fortgesetzt worden war und je gr\u00f6\u00dfer der durch sie bewirkten Kapitalfehlleitung gewesen ist.\u201c<\/em> <small>(Mises, L. v. (1996); Human Action, 4. Aufl., S. 555 (eigene \u00dcbersetzung).)<\/small><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Die Zeichen<\/strong><\/p>\n<p>Die Preise f\u00fcr Gold und Silber sind in den j\u00fcngsten Jahren \u2013 um genauer zu sein: seit die Zentralbank die Geldschleusen im Zuge des geplatzten \u201eNew Economy\u201c-Hypes ge\u00f6ffnet haben \u2013 massiv angestiegen. Bekanntlich ist das Gold \u2013 aber auch das Silber \u2013 \u00fcber viele Jahrhunderte und viele Kulturkreise hinweg das ultimative, frei gew\u00e4hlte Zahlungsmittel.<\/p>\n<p>Mit dem mutwilligen Beenden der letzten \u00dcberbleibsel des Goldstandards im August 1971 entstand ein entfesseltes, staatlich kontrolliertes Papiergeldsystem. F\u00fcr Milton Friedman (1912 \u2013 2006) was es der Beginn eines geschichtlich beispiellosen Geldsystems, <em>\u201e(&#8230;) ein System, in dem alle wichtigen W\u00e4hrungen der Welt direkt oder indirekt mit einem nicht einl\u00f6sbaren Papiergeldstandard operieren (&#8230;). Die Ergebnisse dieser Entwicklungen liegen im Ungewissen.\u201c <\/em><small>(Milton Friedman (1992), Geld regiert die Welt, S. 253.)<\/small><\/p>\n<p>Die Zeichen scheinen nun auf Inflation zu stehen \u2013 so zumindest legen die Preisentwicklungen der ultimativen Zahlungsmittel nahe. Investoren sehen in Gold und Silber eine Absicherung gegen die willk\u00fcrliche Hoheit der Zentralbanken \u00fcber die Geldmenge.<\/p>\n<p>Auch das Verh\u00e4ltnis von Gold- zu Silberpreis (in US-Dollar pro Feinunze) engt sich seit etwa Anfang des 21. Jahrhunderts wieder ein \u2013 wie schon gegen Ende der 50er bzw. Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts k\u00f6nnte das ein weitere Indiz sein f\u00fcr k\u00fcnftig hohe Inflation.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img decoding=\"async\" src=\"\/wordpress\/bilder\/polleitgs.jpg\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krise Die Kreditkrise zieht immer weitere Kreise. 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