{"id":11396,"date":"2013-02-13T00:01:47","date_gmt":"2013-02-12T23:01:47","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11396"},"modified":"2013-05-17T09:12:09","modified_gmt":"2013-05-17T08:12:09","slug":"ungleichheit-heute-5die-mittelschicht-schrumpft-wo-liegt-der-handlungsbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11396","title":{"rendered":"<small>Ungleichheit heute (5)<\/small><br>Die Mittelschicht schrumpft \u2013 Wo liegt der Handlungsbedarf?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Jahren hat die verteilungspolitische Debatte in Deutschland an Fahrt gewonnen. Sie vollzieht sich zumeist antizyklisch zur konjunkturellen Entwicklung. Da die deutsche Wirtschaft trotz des scharfen Einbruchs 2009 relativ unbeschadet durch die Krise gekommen ist und in den letzten drei Jahren beachtliche Wachstumsraten zu verzeichnen waren, verwundert dies zun\u00e4chst nicht. Doch auch die strukturellen Ver\u00e4nderungen des letzten Jahrzehnts im Sozialen und auf dem Arbeitsmarkt haben in den Augen mancher die Balance zwischen Effizienz und Gerechtigkeit gest\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in Deutschland spielt dabei die Lage der Mittelschicht eine wesentliche Rolle. Als Ludwig Erhard in der noch jungen Bundesrepublik \u201eWohlstand f\u00fcr alle\u201c zum Paradigma der Wirtschafts- und Sozialpolitik ausrief, schuf er zugleich den Mythos der breiten Mittelschicht, die ma\u00dfvoll und m\u00f6glichst im Gleichschritt von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren sollte. Die Mittelschicht ist seither die Arena zentraler gesellschaftlicher Prozesse. Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Die Mittelschicht tr\u00e4gt mit ihren Steuern die Finanzierung des Staates. Die Mittelschicht ist die Basis des deutschen Wirtschaftsmodells.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht erst seit gestern wird vor einem Ausbluten der Mittelschicht gewarnt. Wenn die Reichen immer reicher und die Armen immer \u00e4rmer werden, wie immer wieder zu lesen, w\u00fcrde die Mitte auf eine Zerrei\u00dfprobe gestellt. Doch wie so oft ist es auch hier ratsam, den Patienten vor der Therapie einer eingehenden Diagnose zu unterziehen. Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung haben das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung und die Universit\u00e4t Bremen untersucht, wie sich die Mittelschicht seit den 1980er Jahren in Deutschland entwickelt hat und welche Ursachen dem Verlauf zugrunde gelegen haben (Burkhardt et al. 2012). Es handelt sich also um eine Betrachtung der langfristigen Trends. Dieser Beitrag pr\u00e4sentiert die zentralen Ergebnisse und diskutiert m\u00f6gliche Handlungserfordernisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Entwicklung der Mittelschicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mittelschicht l\u00e4sst sich auf unterschiedlichen Wegen beschreiben. In der Studie sind f\u00fcnf Blickwinkel gew\u00e4hlt worden: Verf\u00fcgbares Einkommen, Verm\u00f6gen, subjektive Einsch\u00e4tzung der eigenen Situation, die F\u00e4higkeit, sich bestimmte Dinge leisten zu k\u00f6nnen, und ein dreidimensionaler Index, der sich aus Einkommen, Bildungsniveau und beruflicher Stellung zusammensetzt. An dieser Stelle soll ausschlie\u00dflich auf das verf\u00fcgbare Einkommen fokussiert werden. Von der Tendenz her weisen auch die anderen Messkonzepte in dieselbe Richtung wie die im Folgenden vorgestellten Ergebnisse. Das verf\u00fcgbare Einkommen weist als Indikator eine Reihe von Vorteilen auf: Es l\u00e4sst sich vergleichsweise genau und regelm\u00e4\u00dfig messen, ist normativ weniger aufgeladen und erlaubt Vergleiche \u00fcber die Zeit hinweg wie auch zwischen unterschiedlichen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das verf\u00fcgbare Einkommen ergibt sich aus dem Bruttobetrag aller direkten Einkommen abz\u00fcglich Steuern und Sozialabgaben sowie zuz\u00fcglich Sozialtransfers und dem impliziten Einkommen aus einem selbstgenutzten Wohneigentum. Betrachtet wird das bedarfsgewichtete \u00c4quivalenzeinkommen von Haushalten. Dabei kommt die modifizierte OECD-Skala zum Einsatz: Der Haushaltsvorstand erh\u00e4lt das Gewicht 1, weitere Personen \u00fcber 14 Jahren werden mit jeweils 0,5 gewichtet, und Kinder bis einschlie\u00dflich 14 Jahren werden mit jeweils 0,3 veranschlagt. Im Einklang mit den meisten anderen Studien \u2013 auch im internationalen Vergleich \u2013 wird ein Haushalt als zur Mittelschicht zugeh\u00f6rig definiert, wenn das \u00c4quivalenzeinkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medians liegt. Im Jahr 2010 (auf Basis des SOEP, Median des verf\u00fcgbaren Einkommens bei 1620 Euro) geh\u00f6rte demnach ein Einpersonenhaushalt zur Mittelschicht, wenn sein Einkommen zwischen 1.130 und 2.420 Euro pro Monat (13.560 und 29.040 Euro pro Jahr) lag. F\u00fcr einen vierk\u00f6pfigen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 15 Jahren beliefen sich die monatlichen Grenzen auf 2.370 und 5.080 Euro (28.440 und 60.960 Euro pro Jahr).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Umfang der so definierten Mittelschicht war in den vergangenen Jahrzehnten von unterschiedlichen Entwicklungen gekennzeichnet (Abbildung 1). In Westdeutschland lag der Anteil der mittleren Einkommen w\u00e4hrend der 80er Jahre ziemlich konstant bei 65 Prozent aller Haushalte. Da das Einkommensniveau in Ostdeutschland zun\u00e4chst deutlich geringer war, sackte der Anteil der Mittelschicht im wiedervereinten Deutschland auf 62 Prozent ab. Im Zuge des Aufholprozesses der Neuen L\u00e4nder stieg der Umfang wieder an und erreichte im Jahr 1997 mit 65 Prozent seinen H\u00f6hepunkt. Seither ist die Mittelschicht kontinuierlich kleiner geworden. Im Jahr 2010 belief sich ihr Anteil noch auf 58,5 Prozent. In einem Zeitraum von 13 Jahren ist also die Mittelschicht um 5,5 Millionen auf zuletzt 47,3 Millionen Personen geschrumpft. In derselben Periode ist die Gesamtbev\u00f6lkerung lediglich um 305.000 Personen zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/t1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Einkommensschichten\" src=\"\/wordpress\/bilder\/t1.png\" alt=\"Einkommensschichten\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Seite haben die \u00e4u\u00dferen Bereiche der Einkommensschichtung an Gewicht gewonnen. Der Anteil der Einkommensunterschicht betrug 2010 deutlich mehr als ein F\u00fcnftel (22,5 Prozent) und hatte seit 1997 um knapp f\u00fcnf Prozentpunkte bzw. nahezu vier Millionen Personen zugenommen. Auch die Einkommensoberschicht ist gewachsen, allerdings in deutlich geringerem Ma\u00dfe. Die Zunahme betrug eine halbe Million Personen, das entspricht einem Zuwachs von 2,2 Prozentpunkten. W\u00e4hrend sich die Anteile von Einkommensunter- und \u2013oberschicht bis zum Jahr 1999 aufeinander zubewegt hatten und zu jenem Zeitpunkt etwa gleich gro\u00df waren, ist die Unterschicht seither etwa doppelt so stark gewachsen wie die Oberschicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Dynamik zwischen den Einkommensschichten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mittelschicht ist also innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes von 13 Jahren deutlich kleiner geworden. Diese Beobachtung kann das Resultat unterschiedlicher Entwicklungen sein. Wenn der Anteil mittlerer Einkommen zur\u00fcckgeht, weil vielen der Aufstieg in die Oberschicht gelingt, ist das sicherlich anders zu werten als eine wachsende Zahl von Abstiegen in die Unterschicht. Abbildung 2 geht dieser Frage nach. Dort sind die Anteile derjenigen Mittelschichtangeh\u00f6rigen abgetragen, die nach einem Zeitraum von jeweils drei Jahren entweder in die Unterschicht abgestiegen oder in die Oberschicht aufgestiegen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/t2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Einkommensmobilit\u00e4t\" src=\"\/wordpress\/bilder\/t2.png\" alt=\"Einkommensmobilit\u00e4t\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es zeigt sich, dass der Anteil der Aufsteiger zumeist im Bereich zwischen sieben und neun Prozent gelegen hat. Lediglich zwischen 2000 und 2003 erscheinen deutlich h\u00f6here \u00dcbergangsraten von 11 bis 12 Prozent. Dies kann als Nachwirken des Wirtschaftsaufschwung und des New Economy Booms interpretiert werden, die bis Mitte 2001 angedauert hatten. Mit Ausnahme dieser Zeitspanne fanden Abstiege aus der Mittelschicht deutlich h\u00e4ufiger als Aufstiege in die Oberschicht statt. In Folge steigender Arbeitslosigkeit nach der Wiedervereinigung kam es Anfang der 90er Jahre zu Werten von bis zu 12 Prozent, die sich aber bis zur Mitte jenes Jahrzehnts auf acht Prozent verringerten. Danach setzte ein anhaltender, von zyklischen Schwankungen gekennzeichneter Trend ein, der zuletzt zu Abstiegsraten von ca. 11 Prozent f\u00fchrte. Damit hat das Schrumpfen der Mittelschicht also vorwiegend am unteren Rand stattgefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es soll an dieser Stelle auch erw\u00e4hnt werden, dass die gr\u00f6\u00dfte Dynamik zwischen dem unteren Viertel der Mittelschicht und dem oberen Viertel der Einkommensunterschicht zu beobachten war. Das Wachstum bzw. Schrumpfen dieser beiden Bereiche ist also sensitiv hinsichtlich der hier gesetzten Grenze von 70 Prozent des Medianeinkommens. Dies ist auch der wesentliche Grund, warum Studien, die andere Einkommensgrenzen zur Definition der Mittelschicht verwenden, zu abweichenden Ergebnissen kommen, so etwa die Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft mit Grenzen von 60 und 250 Prozent des Medians (Niehues 2012).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus ist auff\u00e4llig, dass die Verharrungstendenzen in der Einkommensober- und -unterschicht zugenommen haben. Abbildung 3 stellt den Anteil der jeweiligen Schichtzugeh\u00f6rigen dar, die sich auch nach drei Jahren noch in ebenjener Schicht befinden. Vor allem in der Unterschicht ist die Persistenz deutlich gestiegen. W\u00e4hrend Mitte der 90er Jahre lediglich 57 Prozent aller Personen in diesem Bereich auch nach drei Jahren noch kein Aufstieg gegl\u00fcckt war, lag dieser Wert zuletzt bereits bei 70 Prozent. \u00c4hnlich sieht es in der Oberschicht aus, wenn auch in schw\u00e4cherem Ma\u00dfe. Im selben Zeitraum stieg der Anteil derer, die sich dauerhaft in der Oberschicht halten konnten, um ca. f\u00fcnf Prozentpunkte. Demgegen\u00fcber war der Verharrungsanteil in der Mittelschicht nur leicht r\u00fcckl\u00e4ufig, er bleibt bei etwas \u00fcber 80 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/t3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Einkommensposition\" src=\"\/wordpress\/bilder\/t3.png\" alt=\"Einkommensposition\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Mittelschicht ist also geschrumpft, weil die \u00dcberg\u00e4nge nach unten h\u00e4ufiger vorkamen als Aufstiege in die Oberschicht und weil ein Emporkommen aus der Unterschicht seltener gelungen ist, w\u00e4hrend weniger Personen die Oberschicht verlassen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ursachen der Entwicklungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zugrundeliegende empirische Untersuchung ist rein deskriptiv. Daher lassen sich die Ursachen, die zu diesen Entwicklungen gef\u00fchrt haben, nicht induktiv ableiten. Eine Reihe von Trends, die sich in den letzten zwei Jahrzehnten vollzogen haben, k\u00f6nnen aber f\u00fcr Erkl\u00e4rungsversuche herangezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ver\u00e4nderungen in der Haushaltsstruktur<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst sind Ver\u00e4nderungen in der Haushaltsstruktur zu ber\u00fccksichtigen. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl von Einpersonen- und Alleinerziehendenhaushalten deutlich erh\u00f6ht. Zwischen 1991 und 2011 ist der Anteil der Einpersonenhaushalte von 33,6 auf 40,4 Prozent gestiegen. Demgegen\u00fcber ist der Anteil von Haushalten, in denen mindestens drei Personen leben, im selben Zeitraum von 35,6 auf 25,4 Prozent gesunken (Statistisches Bundesamt 2013). Viele Arten der Kosten der Haushaltsf\u00fchrung entwickeln sich unterproportional zur Haushaltsgr\u00f6\u00dfe, sodass das verf\u00fcgbare \u00c4quivalenzeinkommen in kleinen Haushalten geringer ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie dieser Effekt zu bewerten ist, h\u00e4ngt stark vom eigenen Standpunkt ab. Fakt ist, dass das pers\u00f6nlich verf\u00fcgbare Einkommen geringer ist, wenn man von einer eventuellen Umverteilung innerhalb von Mehrpersonenhaushalten absieht. Wenn andererseits die Entscheidung, alleine zu leben, freiwillig getroffen wurde, geht damit kein individueller Wohlfahrtsverlust einher, und es erw\u00e4chst daraus erst recht kein verteilungspolitischer Handlungsbedarf (Sinn 2008). Ob also die Tendenz zu kleineren Haushaltsgr\u00f6\u00dfen als problematisch f\u00fcr die Entwicklung der Mittelschicht betrachtet werden muss, l\u00e4sst sich letztlich nur normativ kl\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Haushaltsstruktur kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu. In den letzten Jahren gibt es Anzeichen daf\u00fcr, dass Menschen bei der Partnerwahl in \u00f6konomischer Hinsicht eher nach dem Motto \u201eGleich und gleich gesellt sich gern\u201c statt nach \u201eGegens\u00e4tze ziehen sich an\u201c verfahren. Laut einer Untersuchung des IW K\u00f6ln ist der Anteil der Haushalte, in denen beide Partner ein \u00e4hnliches Einkommen beziehen (wobei einfach drei Einkommenskategorien gebildet wurden, die jeweils gleich stark besetzt sind), zwischen 1998 und 2008 von 26,3 auf 29,3 Prozent gestiegen. Eine \u00e4hnliche Tendenz zeigt sich beim Bildungsniveau. Hier hat der Anteil, bei dem beide Partner einen \u00e4hnlichen Qualifikationsstand aufweisen, von 53,8 auf 55,7 Prozent zugenommen (Schr\u00f6der 2011). Vor dem Hintergrund der schrumpfenden Mittelschicht hat es also den Anschein, als w\u00fcrde das Zusammenleben mit einem Partner ein St\u00fcck weit die \u201eVersicherungsfunktion\u201c gegen ein zu geringes eigenes Einkommen einb\u00fc\u00dfen. Diese Entwicklung sollte jedoch angesichts der (noch) schwachen Auspr\u00e4gung nicht \u00fcberbewertet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ver\u00e4nderungen in der Einkommensbesteuerung<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verteilung der verf\u00fcgbaren Einkommen ist auch durch die zur\u00fcckliegenden Einkommensteuerreformen beeinflusst worden. Zwischen 1999 und 2005 hat es eine Reihe von Anpassungen gegeben, die sich h\u00e4ufig auch auf den Spitzensteuersatz bezogen haben. Er ist in diesem Zeitraum von 53 auf 42 Prozent abgesenkt worden. Auf der anderen Seite ist der Grundfreibetrag zwar sukzessive angehoben worden, doch haben die Steuerreformen insgesamt regressiv gewirkt. Es hat eine mit steigendem Einkommen zunehmende relative Steuerentlastung stattgefunden. Dar\u00fcber hinaus ist die gesamte Steuerlast so umverteilt worden, dass die Mitte einen h\u00f6heren Anteil zu tragen hat (Maiterth und M\u00fcller 2009; Corneo 2005). Diese Entwicklung kann dazu beigetragen haben, dass Haushalte in den h\u00f6heren Bereichen der Mittelschicht in die Oberschicht \u00fcberwechseln konnten. Au\u00dferdem m\u00f6gen manche der Oberschichtangeh\u00f6rigen dadurch ihre Position gefestigt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Struktureller Wandel des Arbeitsmarktes<\/em><br \/>\nDen bedeutendsten Einfluss auf die Entwicklung der Mittelschicht d\u00fcrften aber strukturelle Ver\u00e4nderungen am Arbeitsmarkt ausge\u00fcbt haben. Diese Ver\u00e4nderungen sind vielf\u00e4ltiger Natur. Generell l\u00e4sst sich ein Trend zu einer Ausdehnung atypischer Besch\u00e4ftigungsformen beobachten, der h\u00e4ufig herangezogen wird, um das Schrumpfen der Mittelschicht zu erkl\u00e4ren. Tats\u00e4chlich hat sich der Anteil der unbefristeten Vollzeitbesch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse im Zeitraum von 2001 bis 2008 um knapp f\u00fcnf Prozentpunkte verringert (Eichhorst et al. 2010). Diese Entwicklung reicht f\u00fcr sich genommen allerdings noch nicht als Erkl\u00e4rung aus. Nur wenn damit auch substantielle Ver\u00e4nderungen in der Lohnverteilung einhergegangen sind, l\u00e4sst sich ein Zusammenhang zum Umfang der Mittelschicht herstellen. Und selbst dann ist die Verbindung alles andere als eindeutig: Wenn Niedriglohnbesch\u00e4ftigung in gro\u00dfem Stil dazu f\u00fchrt, dass Arbeitslosigkeit abgebaut wird, und wenn das geringe Arbeitseinkommen oberhalb staatlicher Transfers oder Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung liegt, r\u00fcckt die Einkommensverteilung wieder enger zusammen. Der Dynamik in Art und Umfang der Niedriglohnbesch\u00e4ftigung kommt damit gro\u00dfe Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung der Mittelschicht zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anteil von Beziehern geringer Stundenl\u00f6hne an allen Besch\u00e4ftigten im Alter zwischen 15 und 64 Jahren in Betrieben mit mindestens 10 Mitarbeitern (ohne Auszubildende und Altersteilzeit) ist in Deutschland laut Statistischem Bundesamt zwischen 2001 und 2010 recht deutlich von 17,4 auf 21,7 Prozent angestiegen (betrachtete Branchen: Produzierendes Gewerbe und marktbestimmte Dienstleistungen). Frauen sind wesentlich h\u00e4ufiger von T\u00e4tigkeiten mit geringer Entlohnung betroffen, bei ihnen ist der Anteil von 30,6 Prozent im Jahr 2001 auf genau ein Drittel in 2010 angestiegen. Bei M\u00e4nnern f\u00e4llt die Niedriglohninzidenz geringer aus, allerdings war der Anstieg h\u00f6her: von 10,3 auf 15,1 Prozent im selben Zeitraum (Statistisches Bundesamt 2011). Der Struktureffekt, dass im betrachteten Zeitraum die Frauenerwerbst\u00e4tigkeit wesentlich st\u00e4rker gestiegen ist als die Besch\u00e4ftigung bei den M\u00e4nnern, hat zus\u00e4tzlich zum Wachstum der Niedriglohnbesch\u00e4ftigung beigetragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beachtenswerte Entwicklungen treten auch zutage, wenn zwischen unterschiedlichen Altersgruppen differenziert wird. Zun\u00e4chst wird deutlich, dass die Niedriglohnanteile \u00fcber alle Altersgruppen hinweg gestiegen sind. Einzige Ausnahme sind die Jugendlichen, bei denen zuletzt ein leichter R\u00fcckgang zu verzeichnen war. Die Altersgruppe der 15- bis 24-J\u00e4hrigen weist einen sehr hohen Anteil geringer Entlohnung auf. Dies verwundert kaum, da viele mit einfachen T\u00e4tigkeiten ihre Bildungsaktivit\u00e4ten finanzieren. Die Altersgruppe mit dem zweith\u00f6chsten Niedriglohnanteil sind \u00c4ltere zwischen 55 und 64 Jahren. Hier ist es naheliegend, dass darunter vor allem Fr\u00fchrentner zu finden sind, die sich ihre Rente mit einfachen T\u00e4tigkeiten aufstocken. Bei den Altersgruppen dazwischen f\u00e4llt auf, dass die 25- bis 34-J\u00e4hrigen in 2010 in etwa auf demselben Niveau liegen wie die 55- bis 64-J\u00e4hrigen, w\u00e4hrend die 35- bis 54-J\u00e4hrigen deutlich geringere Anteile aufweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gemeinsam mit dem demographischen Wandel entsteht folgende Dynamik: Die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge, in denen die meisten Zugeh\u00f6rigen noch in traditionellen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen mit guter Absicherung und relativ hoher Entlohnung t\u00e4tig sind, bewegen sich auf die Ruhestandsphase zu. Die nachfolgenden jungen Erwerbst\u00e4tigen sind einerseits weniger zahlreich, andererseits h\u00e4ufiger in atypischer Besch\u00e4ftigung mit geringer Entlohnung erwerbst\u00e4tig. Es vollzieht sich damit ein generationaler Austausch von Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen, bei denen per Saldo hoch entlohnte Arbeit von \u00c4lteren verlorengeht und das relative Gewicht geringer bezahlter T\u00e4tigkeiten zunimmt. Ein weiterer Effekt zielt in dieselbe Richtung: Falls \u00c4ltere im Strukturwandel ihren Arbeitsplatz verlieren, k\u00f6nnen sie h\u00e4ufig eine neue T\u00e4tigkeit nur in Branchen mit geringerem Lohnniveau finden. Auch dadurch nimmt die Bedeutung von Niedriglohnbesch\u00e4ftigung in der Tendenz zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/t4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Altersgruppen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/t4.png\" alt=\"Altersgruppen\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Interessanterweise haben sich die Anteile der Niedriglohnbesch\u00e4ftigung innerhalb verschiedener Formen atypischer Besch\u00e4ftigung kaum ver\u00e4ndert. Teilweise war die Inzidenz geringer Entlohnung sogar leicht r\u00fcckl\u00e4ufig. Bei befristeter Besch\u00e4ftigung liegt der Niedriglohnanteil recht konstant bei knapp unter 40 Prozent (ohne Auszubildende und Altersteilzeit). Bei geringf\u00fcgiger Besch\u00e4ftigung ist der Anteil von knapp 90 im Jahr 2001 auf gut 80 Prozent in 2010 gesunken. Bei Teilzeitt\u00e4tigkeiten schwankt der Indikator leicht um 27 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Vollzeitbesch\u00e4ftigung ist der Niedriglohnanteil leicht gestiegen, und zwar von zehn auf 11,3 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der deutliche Anstieg beim Gesamtanteil der Niedriglohnbesch\u00e4ftigung r\u00fchrt also nicht daher, dass atypische Besch\u00e4ftigung zunehmend schlecht bezahlt w\u00fcrde. Er ist vielmehr darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass der Anteil von Besch\u00e4ftigungsformen mit ohnehin traditionell geringer Bezahlung zugenommen hat und dass die Verbreitung geringer L\u00f6hne auch in Vollzeitt\u00e4tigkeit zugenommen hat. Die Ursachen daf\u00fcr sind vielf\u00e4ltiger Natur, vgl. etwa Goos, Manning und Salomons 2009 oder Berthold 2013 in diesem Blog.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anteil der Haushalte, deren bedarfsgewichtetes verf\u00fcgbares \u00c4quivalenzeinkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medianeinkommens betr\u00e4gt, ist von 1997 bis 2010 kontinuierlich geschrumpft. Die so definierte Mittelschicht hat also an Umfang verloren, w\u00e4hrend der Anteil der Niedrigeinkommensbezieher und \u2013 in geringerem Ma\u00dfe \u2013 die Einkommensoberschicht an Gewicht zugenommen haben. Das alleine ist noch kein Anlass f\u00fcr Alarmismus, geschweige denn f\u00fcr politischen Aktionismus. Die beobachtete Entwicklung l\u00e4sst sich zwar teilweise auf direkte individuelle Abstiege aus der Mittelschicht in den Niedrigeinkommensbereich zur\u00fcckf\u00fchren. Eine gr\u00f6\u00dfere Rolle d\u00fcrften jedoch Struktureffekte haben, wie die verbesserte Integration von Arbeitslosen in Besch\u00e4ftigung, oder Kohorteneffekte, die entstehen, wenn \u00c4lteren an der Schwelle zum Ruhestand eher noch nach traditionellem Muster besch\u00e4ftigt sind, w\u00e4hrend nachfolgende J\u00fcngere beim Erwerbseinstieg st\u00e4rker mit atypischen Besch\u00e4ftigungsformen konfrontiert sind. Es ist explizit zu begr\u00fc\u00dfen, wenn viele vormals Arbeitslose mit geringem Produktivit\u00e4tspotenzial eine Besch\u00e4ftigung in atypischer Besch\u00e4ftigung und oft auch geringer Entlohnung gefunden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein erkl\u00e4rtes Ziel der Arbeitsmarktreformen der Schr\u00f6der-Regierung genau solche Einstiegsm\u00f6glichkeiten zu schaffen. Damit ging allerdings auch das Versprechen einher, dass dem Einstieg nach gewisser Zeit der Aufstieg folgen sollte. Und an dieser Stelle erw\u00e4chst heute die Notwendigkeit zu politischem Handeln, denn dieses Versprechen ist bislang unzureichend eingel\u00f6st worden. Die Spaltung des Arbeitsmarktes konnte nur zum Teil wirklich abgebaut werden, zum anderen Teil ist sie lediglich verschoben worden. Zog sich die Kluft zur Jahrtausendwende vor allem zwischen Arbeitslosen und Besch\u00e4ftigten, liegt sie nun zwischen (dauerhaft) atypisch Besch\u00e4ftigten und den gut abgesicherten Arbeitsmarktinsidern (Eichhorst, Marx und Thode 2010).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Herausforderung, den Arbeitsmarkt durchl\u00e4ssiger zu machen, besteht also nach wie vor, und damit sind die richtigen Therapien auch bekannt: Investitionen in Bildung, mit einem Schwerpunkt auf fr\u00fchen Lebensphasen und einem gleichm\u00e4\u00dfigen Zugang unabh\u00e4ngig von der Herkunft, sind die beste Garantie f\u00fcr Chancengerechtigkeit. Reformen in der Besch\u00e4ftigungspolitik, die Aufstiegsh\u00fcrden abbauen, ohne neue Einstiegsbarrieren zu schaffen, helfen denen, die das Sprungbrett atypischer Besch\u00e4ftigung brauchen, weil sie sich nicht vornherein einen festen Platz im Erwerbsleben sichern k\u00f6nnen. Und eine Arbeitsmarktpolitik, die auf dauerhafte (Re-)Integration von Arbeitslosen ausgerichtet wird, hilft dabei, einen Knick in der Erwerbsbiographie nicht zum permanenten Handicap werden zu lassen. Dass mit diesen Ma\u00dfnahmen auch dem Schrumpfen der Mittelschicht Einhalt geboten w\u00fcrde, w\u00e4re noch der geringste Nutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berthold, Norbert (2013): <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11133\">Deutschland wird ungleicher \u2013 Was sagt die Lohnverteilung?<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Burkhardt, Christoph, Markus M. Grabka, Olaf Groh-Samberg, Yvonne Lott und Steffen Mau (2012): Mittelschicht unter Druck?, Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), G\u00fctersloh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Corneo, Giacomo (2005): Verteilungsarithmetik der rot-gr\u00fcnen Einkommensteuerreform, in: <em>Schmollers Jahrbuch<\/em>, 125, 299\u2013314.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eichhorst, Werner, Andrea Kuhn, Eric Thode und Rosemarie Zenker (2010): Traditionelle Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse im Wandel, G\u00fctersloh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eichhorst, Werner, Paul Marx und Eric Thode (2010): Atypische Besch\u00e4ftigung und Niedriglohnarbeit, G\u00fctersloh.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Goos, Maarten, Alan Manning und Anna Salomons (2009): Job Polarization in Europe, in: <em>American Economic Review: Papers &amp; Proceedings<\/em> 99(2), 58\u201363.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Maiterth, Ralf und Heiko M\u00fcller (2009): Beurteilung der Verteilungswirkungen der \u201erot-gr\u00fcnen\u201c Einkommensteuerpolitik: eine Frage des Ma\u00dfstabs, in: <em>Schmollers Jahrbuch<\/em> 129, 375\u2013390.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niehues, Judith (2012): Angst vorm Abstieg meist unbegr\u00fcndet, in: <em>iwd<\/em> 2012 (35), 1\u20132.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sinn, Hans-Werner (2008): Der bedarfsgewichtete K\u00e4se und die neue Armut, in: <em>ifo Schnelldienst<\/em> 61(10), 14\u201316.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statistisches Bundesamt (2011): Verdienststrukturerhebung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Statistisches Bundesamt (2013):<a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/ZahlenFakten\/Indikatoren\/LangeReihen\/Bevoelkerung\/lrbev05.html.\"> Bev\u00f6lkerung \u2013 Haushalte nach Haushaltsgr\u00f6\u00dfen<\/a><\/p>\n<p><strong>Beitr\u00e4ge der Serie <em>\u201cUngleichheit heute\u201c\u009d<\/em>:<\/strong><\/p>\n<p>Klaus Gr\u00fcndler: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=12214\">Ungleichheit und Wachstum<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11892\">Der amerikanische Traum. Bremst Ungleichheit die soziale Mobilit\u00e4t?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11933\">Der Staat pfl\u00fcgt die Verteilung um. Das ist nicht ohne Risiken. <\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11584\">Die Ungleichheit wird m\u00e4nnlicher. Was ver\u00e4ndert die Verteilung?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11656\">Krieg der Modelle. Technologie oder Institutionen?<\/a><\/p>\n<p>Michael Gr\u00f6mling: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11703\">Einkommensverteilung \u2013 Vorsicht vor der Konjunktur!<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11140\">Die deutsche \u201cMitte\u201c\u009d ist stabil. Wie lange noch?<\/a><\/p>\n<p>Eric Thode: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11396\">Die Mittelschicht schrumpft \u2013 Wo liegt der Handlungsbedarf?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11388\">Geringe Stundenl\u00f6hne, kurze Arbeitszeiten. Treiben Frauen die Ungleichheit?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11133\">Deutschland wird ungleicher. Was sagt die Lohnverteilung?<\/a><\/p>\n<p>Simon Hurst: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10879\">Der Staat strapaziert die Schweizer Mittelschicht<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10851\">Einkommensungleichheit in OECD-L\u00e4ndern. Wo stehen wir?<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren hat die verteilungspolitische Debatte in Deutschland an Fahrt gewonnen. Sie vollzieht sich zumeist antizyklisch zur konjunkturellen Entwicklung. 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