{"id":11892,"date":"2013-03-31T00:01:37","date_gmt":"2013-03-30T23:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11892"},"modified":"2025-12-03T16:20:05","modified_gmt":"2025-12-03T15:20:05","slug":"ungleichheit-heute-11der-amerikanische-traumhemmt-ungleichheit-die-soziale-mobilitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11892","title":{"rendered":"<small>Ungleichheit heute (11)<\/small><br>Der amerikanische Traum<br><small>Bremst Ungleichheit die soziale Mobilit\u00e4t?<\/small>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eEs ist die grundlegende Illusion des Sozialismus zu glauben, dass sich Armut durch Umverteilung des vorhandenen Wohlstandes beseitigen lasse.\u201c (Friedrich August von Hayek)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Empirie in den reichen L\u00e4ndern ist eindeutig: In den zwei Jahrzehnten um die Jahrtausendwende wechselten weltweit die distributiven Gezeiten. Der Wandel begann Mitte der 80er Jahre in den USA, andere reiche L\u00e4nder folgten meist eine Dekade sp\u00e4ter. Heute sind die Markteinkommen in der OECD fast \u00fcberall ungleicher verteilt als in der \u201eguten\u201c alten Zeit. Das gilt f\u00fcr <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11133\">L\u00f6hne<\/a>, <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11388\">Arbeits<\/a>&#8211; und <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11584\">Haushalteinkommen<\/a>. Technologie, Globalisierung, Pr\u00e4ferenzen und Institutionen sind wichtige Treiber. F\u00fcr eine Mehrheit der W\u00e4hler ist materiell ungleich auch \u201esozial ungerecht\u201c. Eine sehr ungleiche Verteilung kann die Akzeptanz der marktwirtschaftlichen Ordnung gef\u00e4hrden. Diese Gefahr ist geringer, wenn f\u00fcr die breite Masse der Bev\u00f6lkerung eine realistische Chance besteht, sozial aufzusteigen. Die spannenden Fragen sind: Behindert Einkommensungleichheit die soziale Mobilit\u00e4t? Wenn ja: Was ist zu tun, um die \u201eChancengleichheit\u201c zu erh\u00f6hen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Soziale Mobilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Noch immer mutieren in der verteilungspolitischen Diskussion ungleicher verteilte Einkommen zum sozialen Schreckgespenst. Politisch und medial wird daraus meist wachsende soziale Ungerechtigkeit. Der Glaube weiter Teile der Politik, mit dem Thema \u201eGerechtigkeit\u201c auch Wahlen zu gewinnen, hat eigentlich immer Hochkonjunktur. Tats\u00e4chlich schafft aber eine ungleiche Verteilung materielle Anreize, zu arbeiten, zu investieren und wirtschaftliche Risiken einzugehen. Ein gewisser Grad an Ungleichheit ist notwendig, um wirtschaftliches Wachstum anzukurbeln und mehr materiellen Wohlstand zu schaffen. In einer materiell vollst\u00e4ndig nivellierten Gesellschaft sind zwar alle gleich, allerdings auch gleich arm. Ein zukunftstr\u00e4chtiges Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr mehr Freiheit und Wohlstand sieht anders aus. Allerdings erf\u00fcllt auch die Idee, dass eine \u201esteigende Flut alle Boote hebt\u201c, nicht alle Erwartungen. Einige \u201eBoote\u201c steigen schneller als andere.<\/p>\n<p>Mit dieser distributiv ungleichen Situation kann eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung unter bestimmten Bedingungen aber leben. Stehen die individuellen Chancen und die der eigenen Kinder gut, wirtschaftlich aufzusteigen, werden auch (sehr) ungleich verteilte Einkommen akzeptiert. Die soziale Mobilit\u00e4t (&#8222;Chancengleichheit&#8220;) ist der dynamische Aspekt der materiellen Ungleichheit. Sie ist der Schl\u00fcssel, ob eine meist effiziente, aber materiell oft ungleiche marktwirtschaftliche Ordnung, von einer Mehrheit der W\u00e4hler akzeptiert wird. Der Begriff der sozialen Mobilit\u00e4t kann intra- und inter-generativ interpretiert werden. <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11140\">Im ersten Fall <\/a>geht es darum, ob ein Individuum im Laufe seines Erwerbslebens finanziell auf- oder absteigt. In inter-generativer Sicht ist demgegen\u00fcber entscheidend, ob es nachfolgenden Generationen materiell besser oder schlechter als der eigenen Generation geht. In beiden F\u00e4llen kann die soziale Mobilit\u00e4t absolut oder relativ sein.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der kontroversen Diskussion um soziale Mobilit\u00e4t steht die Aufstiegsmobilit\u00e4t. Der Tatbestand der absoluten Mobilit\u00e4t ist sowohl intra- als auch inter-generativ erf\u00fcllt. Ein positives wirtschaftliches Wachstum sorgt daf\u00fcr, dass die realen Markteinkommen in allen Einkommensklassen steigen. Die absolute (Aufstiegs)Mobilit\u00e4t ist intakt, die Aussage also falsch, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer \u00e4rmer werden. Allerdings wachsen die Einkommen nicht \u00fcber die gesamte Einkommensskala gleichm\u00e4\u00dfig. In der Vergangenheit wuchsen sie oben wesentlich st\u00e4rker als \u00fcberall sonst auf der Einkommensleiter. H\u00e4lt allerdings die <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11656\">Polarisierung<\/a> der Einkommen an, verschieben sich die Schwerpunkte des Wachstums. Unten und oben wird gewonnen, in der Mitte verloren. Die relative (Aufstiegs)Mobilit\u00e4t ist aber sowohl intra- als auch inter-generativ nicht f\u00fcr alle erf\u00fcllt. Es ist logisch unm\u00f6glich, dass sich alle relativ zu den anderen besser stellen. Wenn einer aufsteigt, muss ein anderer absteigen.<\/p>\n<p>Die historische Erfahrung zeigt allerdings, dass es mit der (relativen) sozialen Mobilit\u00e4t nicht sehr weit her ist. \u00dcber <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/news\/finance-and-economics\/21571399-surnames-offer-depressing-clues-extent-social-mobility-over\">viele Generationen<\/a> hinweg, sind die individuellen Chancen aufzusteigen, sehr ungleich verteilt. Die soziale Mobilit\u00e4t ist gering und in allen L\u00e4ndern \u00e4hnlich persistent. Zwischen 70 und 80 % des sozialen Status der Familie werden seit Jahrhunderten von Generation zu Generation \u00fcbertragen. Wo nachfolgende Generationen auf der Einkommensleiter stehen, wird stark von kognitiven F\u00e4higkeiten bestimmt. Diese werden in erster Linie vererbt, sie bilden sich aber auch durch Umwelteinfl\u00fcsse. Homogamie verst\u00e4rkt diese Entwicklung der Ungleichheit noch. Die individuelle Position in der Einkommensskala h\u00e4ngt auch von nicht-kognitiven F\u00e4higkeiten und anderem Humankapital der Kinder ab. Investitionen in diese Faktoren k\u00f6nnten die soziale Mobilit\u00e4t erh\u00f6hen. Allerdings sind sie stark von den Einkommen der Eltern abh\u00e4ngig. In wohlhabenderen Schichten sind diese Investitionen leichter m\u00f6glich als in \u00e4rmeren. Ungleich verteilte Einkommen k\u00f6nnen die soziale Mobilit\u00e4t hemmen.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Die Great Gatsby-Kurve<\/strong><\/p>\n<p>Die Hoffnung war immer, dass zwar die Verteilung der Einkommen fast \u00fcberall ungleicher wird, die Menschen diese Entwicklung aber in gewissen Grenzen akzeptieren, weil die soziale Mobilit\u00e4t steigt. Eine gr\u00f6\u00dfere &#8222;Chancengleichheit&#8220; erh\u00f6ht die Mobilit\u00e4t zwischen den Generationen. Die Chance ist gro\u00df, dass die Kinder ihre Eltern \u00fcbertrumpfen. Wenn diese Hoffnung tragen soll, muss in L\u00e4ndern, in denen die Einkommensverteilung sehr ungleich ist, die soziale Mobilit\u00e4t sehr hoch sein. Der kanadische \u00d6konom <a href=\"http:\/\/www.americanprogress.org\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/CorakMiddleClass.pdf\">Miles Corak<\/a> hat allerdings immer wieder empirisch gezeigt, dass dieser Zusammenhang so gar nicht existiert. Ganz im Gegenteil ist die soziale Mobilit\u00e4t dort h\u00f6her, wo die Einkommen gleichm\u00e4\u00dfiger verteilt sind. Der gegenw\u00e4rtige Vorsitzende des Council of Economic Advisers, der Princeton-\u00d6konom <a href=\"http:\/\/www.americanprogress.org\/wp-content\/uploads\/events\/2012\/01\/pdf\/krueger.pdf\">Alan B. Krueger<\/a> hat 2012 dieses empirischen Bild weltweit popul\u00e4r gemacht, indem er von der sogenannten \u201eGreat Gatsby Kurve\u201c sprach.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/gatsby.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Great Gatsby Curve\" src=\"\/wordpress\/bilder\/gatsby.png\" alt=\"Great Gatsby Curve\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Es existiert ein empirischer Zusammenhang von Einkommensungleichheit und sozialer (inter-generativer) Mobilit\u00e4t. Auf der Abszisse wird der Gini-Koeffizient des verf\u00fcgbaren realen Haushaltseinkommens der L\u00e4nder zumeist f\u00fcr das Jahr 1985 abgetragen. Er ist ein Indikator f\u00fcr die Einkommensungleichheit. Die Darstellung der inter-generativen Mobilit\u00e4t auf der Ordinate ist etwas komplizierter. Es wird die Entwicklung der relativen Position der Einkommen von V\u00e4ter und S\u00f6hnen dargestellt. Dabei werden zun\u00e4chst die Einkommen der V\u00e4ter in den fr\u00fchen 60er Jahren relativ zum Durchschnitt ermittelt. Diese Position wird mit der Position der S\u00f6hne in den sp\u00e4ten 80er und fr\u00fchen 90er Jahren verglichen. Ein hoher Koeffizient zeigt, dass es der Vatergeneration gelingt, einen erheblichen Teil der eigenen Stellung in der Einkommenshierarchie an die S\u00f6hne weiterzugeben. Ist der Koeffizient dagegen gering, sagt die Position des Vaters wenig, wo der Sohn einmal materiell enden wird. Die soziale Mobilit\u00e4t ist ein Ma\u00df f\u00fcr die inter-generative Gleichheit und Chancengleichheit der Generationen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist klar: In L\u00e4nder, in denen die Einkommen intra-generativ sehr ungleich verteilt sind, sind sie es auch inter-generativ. Die Reichen bleiben eher reich, die Armen eher arm. Gleichm\u00e4\u00dfiger verteilte Haushaltseinkommen nach Steuern und Transfers gehen dagegen mit einer h\u00f6heren sozialen Mobilit\u00e4t einher. Ein Wechsel &#8211; nach oben und unten &#8211; auf der inter-generativen Einkommensleiter ist eher m\u00f6glich. Das eine Extrem bilden die USA, UK und Italien, das andere die skandinavischen L\u00e4nder. In der ersten Gruppe wird bis zur H\u00e4lfte der Vor- und Nachteile der Elterngeneration an die Generation der Kinder weitergegeben. Das ist in der zweiten Gruppe anders. Dort werden nur 20 % der Vor- bzw. Nachteile der Eltern an die Kinder \u201evererbt\u201c. Deutschland befindet sich in einer mittleren Position. Die Ungleichheit der Haushaltseinkommen ist m\u00e4\u00dfig, die soziale Mobilit\u00e4t durchschnittlich. Wenn hierzulande ein Vater doppelt so viel wie der Durchschnitt seiner Generation verdient, ist zu erwarten, dass der Sohn nur etwas mehr als 30 % des durchschnittlichen Einkommens erzielen wird.<\/p>\n<p>Die \u201eGreat Gatsby Kurve\u201c ist in Wirklichkeit eine Verteilungskurve. Sie ist der geometrische Ort aller Kombinationen von intra- und inter-generativer Ungleichheit. Nirgendwo werden stark ungleich verteilte Einkommen mit einer hohen sozialen Mobilit\u00e4t kompensiert. Aber auch dort, wo Einkommen gleichm\u00e4\u00dfiger verteilt sind, ist die inter-generative Mobilit\u00e4t relativ hoch. Die Vorstellung ist wohl falsch, dass sich W\u00e4hler die Zustimmung zu intra-generativer Ungleichheit heute durch die Aussicht auf mehr inter-generative Gleichheit morgen abkaufen lassen. Die L\u00e4nder w\u00e4hlen vielmehr unterschiedliche verteilungspolitische Kombinationen von heute und morgen. Das spricht daf\u00fcr, dass die W\u00e4hler unterschiedliche intra- und inter-generative distributive Pr\u00e4ferenzen haben. Und sie bewerten den Zielkonflikt zwischen Effizienz und Gleichheit verschieden. In einigen skandinavischen L\u00e4ndern, wie etwa D\u00e4nemark oder Schweden, wurde daf\u00fcr wirtschaftliches Wachstum geopfert. Angels\u00e4chsische L\u00e4nder, wie die USA oder Gro\u00dfbritannien, haben dagegen eher eine Vorliebe f\u00fcr wirtschaftliches Wachstum.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Was tun?<\/strong><\/p>\n<p>Das empirische Bild der \u201eGreat Gatsby Kurve\u201c legt f\u00fcr viele \u00d6konomen und Politiker eine eindeutige Therapie nahe. L\u00e4nder mit intra-generativ sehr ungleich verteilten Einkommen und geringer sozialer Mobilit\u00e4t haben wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf. Der Weg nach unten auf der Kurve mit weniger intra- und inter-generativer Ungleichheit scheint alternativlos. Mehr und treffsicherere staatliche Umverteilung heute ist f\u00fcr viele das Mittel der ersten Wahl. Damit w\u00fcrden die Einkommen nicht nur heute schon gleichm\u00e4\u00dfiger verteilt, sondern auch morgen mehr inter-generative (Chancen)Gleichheit garantiert. Eine solche Strategie ist zumindest voreilig. Bei der empirischen Beziehung zwischen der Ungleichheit der Einkommen heute und der Einkommen morgen handelt es sich um eine Korrelation, nicht um eine Kausalit\u00e4t. Die Wirtschaftspolitik kann sowohl bei der intra-generativen als auch der inter-generativen Ungleichheit ansetzen.<\/p>\n<p>Es ist unbestritten, der Schl\u00fcssel zu einer gleichm\u00e4\u00dfigeren Verteilung der Einkommen heute und morgen sind die Investitionen in das Humankapital der Kinder. Mit mehr ertragreichen Investitionen schl\u00e4gt eine Gesellschaft zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Verteilungsprobleme werden geringer, das wirtschaftliche Wachstum erh\u00e4lt einen Schub. Wie gut nachwachsende Generationen mit marktverwertbarem Humankapital ausgestattet werden, h\u00e4ngt zum einen davon ab, wie gut Familien funktionieren. In der Familie werden die Grundlagen gelegt, welche Sprosse auf der Einkommensleiter die eigenen Kinder sp\u00e4ter erreichen. Wie erfolgreich die Familien agieren, wie viel sie in Humankapital investieren, welche Werte und Einstellungen sie den Kindern vermittelten, h\u00e4ngt von vielem ab: Von der Stabilit\u00e4t der Familie, dem Bildungsstand der Eltern, der Zahl der Kinder in der Familie, dem sozialen Umfeld, aber auch von den M\u00f6glichkeiten, solche Investitionen in ertragreiches Humankapital finanziell zu stemmen.<\/p>\n<p>Die individuellen Lebenschancen werden zum anderen auch durch die Qualit\u00e4t der Ausbildung bestimmt. Dabei kommt fr\u00fchkindlichen Investitionen in Humankapital eine besondere Bedeutung zu. Die Qualit\u00e4t von Kinderkrippen und Kinderg\u00e4rten bestimmt ma\u00dfgeblich \u00fcber den sp\u00e4teren beruflichen Erfolg. Aber auch die Qualit\u00e4t der Schulen, der beruflichen Bildung und der Hochschulen entscheidet dar\u00fcber, ob sich die Investitionen in Humankapital amortisieren. Auf diesem Feld ist der Staat gefordert, finanziell und rahmensetzend. Die finanziellen Hilfen des Staates sollten allerdings mit der N\u00e4he zu beruflichen Abschl\u00fcssen abnehmen. Kinderg\u00e4rten sollten eher kostenlos, Studienpl\u00e4tze dagegen (kostendeckend) <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11554\">geb\u00fchrenpflichtig<\/a> sein. Der Staat muss aber auch daf\u00fcr Sorge tragen, dass mehr Wettbewerb auf den einzelnen Stufen der Ausbildung stattfindet. Das gilt nicht nur f\u00fcr Hochschulen, es trifft auch f\u00fcr Schulen und selbst f\u00fcr Kinderg\u00e4rten zu.<\/p>\n<p>Ob sich der Wunsch nach gleicher verteilten Einkommen heute und morgen erf\u00fcllt, h\u00e4ngt schlie\u00dflich auch davon ab, wie funktionsf\u00e4hig die Arbeitsm\u00e4rkte sind. Einen pr\u00e4genden Einfluss auf die H\u00f6he des individuellen Humankapitals hat das \u201etraining on the job\u201c. Das setzt voraus, dass die Individuen auch in Arbeit und Brot sind. Wettbewerbliche Arbeitsm\u00e4rkte sind daf\u00fcr unabdingbar. Alle Varianten von <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11716\">Mindestl\u00f6hnen<\/a> sind kontraproduktiv. Sie verhindern, dass Menschen in Arbeit kommen und marktverwertbares Humankapital bilden k\u00f6nnen. Besonders negativ sind Berufseinsteiger betroffen. Damit aber nicht genug. Der sich beschleunigende strukturelle Wandel erfordert aber auch immer mehr allgemeines Humankapital. F\u00fcr Unternehmen sind diese Investitionen riskant, da sie oft nicht in den Genuss der Ertr\u00e4ge kommen, weil Arbeitnehmer zur Konkurrenz abwandern. Die Einf\u00fchrung von Abl\u00f6sesummen bei Betriebswechsel w\u00fcrde die Anreize f\u00fcr diese Art von Investitionen in Humankapital erh\u00f6hen.<\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine steigende Ungleichheit der Einkommen setzt der Akzeptanz marktwirtschaftlicher Ordnungen zu. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die heutige Ungleichheit in die Zukunft fortpflanzt. Es wird vor allem f\u00fcr untere und mittlere Einkommensschichten schwerer, auf der Einkommensleiter nach oben zu klettern. Das schw\u00e4cht die wirtschaftliche Dynamik. Bleibende Sch\u00e4den f\u00fcr Wachstum und Wohlstand werden wahrscheinlicher. Die traditionelle Strategie, Einkommen \u00fcber ein progressives Steuer-Transfer-System von oben nach unten umzuverteilen, ist nur bedingt erfolgreich. Sie ist zwar &#8211; anreizkompatibel eingesetzt &#8211; als Notfallhilfe unabdingbar, um akute Armut zu bek\u00e4mpfen. Mehr nachhaltigen Erfolg verspricht allerdings eine Politik, die darauf setzt, zu \u201ewachsen statt umzuverteilen\u201c und alles tut, um \u201eArbeit zu erm\u00f6glichen\u201c. Eine solche Strategie st\u00e4rkt marktverwertbares Humankapital und verringert die Ungleichheit der Einkommen heute und morgen. Der (deutsche) Traum vom \u201eWohlstand f\u00fcr alle\u201c kann wieder getr\u00e4umt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beitr\u00e4ge der Serie <em>\u201cUngleichheit heute\u201c\u009d<\/em>:<\/strong><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11656\">Krieg der Modelle. Technologie oder Institutionen?<\/a><\/p>\n<p>Michael Gr\u00f6mling: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11703\">Einkommensverteilung &#8211; Vorsicht vor der Konjunktur!<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11140\">Die deutsche &#8222;Mitte&#8220; ist stabil. Wie lange noch?<\/a><\/p>\n<p>Eric Thode: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11396\">Die Mittelschicht schrumpft \u2013 Wo liegt der Handlungsbedarf?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11388\">Geringe Stundenl\u00f6hne, kurze Arbeitszeiten. Treiben Frauen die Ungleichheit?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11133\">Deutschland wird ungleicher. Was sagt die Lohnverteilung?<\/a><\/p>\n<p>Simon Hurst: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10879\">Der Staat strapaziert die Schweizer Mittelschicht<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10851\">Einkommensungleichheit in OECD-L\u00e4ndern. Wo stehen wir?<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/88e57e2d2a0d4db79629aeca8b998345\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Beitr\u00e4ge des Autors zum Thema \u201cUngleichheit\u201c\u009d:<\/strong><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11716\">Denn sie wissen, was sie tun. Mindestl\u00f6hne zerst\u00f6ren die Marktwirtschaft<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=8599\">Wir sind die 99 Prozent. Rettet \u201cOccupy Wall Street\u201c\u009d die Marktwirtschaft?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=4444\">Regionale Disparit\u00e4ten in Deutschland. Abschied von umverteilungspolitischen Glaubenss\u00e4tzen<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=123\">Ungleichheit, Mitarbeiterbeteiligung und Politik<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=98\">Ungleichheit, soziale Mobilit\u00e4t und Humankapital<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=77\">Lokf\u00fchrer, Fl\u00e4chentarife und Verteilungsk\u00e4mpfe<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs ist die grundlegende Illusion des Sozialismus zu glauben, dass sich Armut durch Umverteilung des vorhandenen Wohlstandes beseitigen lasse.\u201c (Friedrich August von Hayek) Die Empirie &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11892\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<small>Ungleichheit heute (11)<\/small><br \/>Der amerikanische Traum<br \/><small>Bremst Ungleichheit die soziale Mobilit\u00e4t?<\/small>\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,3,25,41,4],"tags":[556,1060,1100,327,328],"class_list":["post-11892","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alles","category-arbeit","category-distributives","category-ordnungspolitisches","category-soziales","tag-berthold","tag-einkommensmobilitat","tag-great-gatsby","tag-soziale-mobilitaet","tag-ungleichheit"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ungleichheit heute (11)Der amerikanische TraumBremst Ungleichheit die soziale Mobilit\u00e4t? 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