{"id":13852,"date":"2013-12-01T00:01:35","date_gmt":"2013-11-30T23:01:35","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13852"},"modified":"2013-11-30T18:47:51","modified_gmt":"2013-11-30T17:47:51","slug":"ethik-in-der-wirtschaft-angebot-und-nachfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13852","title":{"rendered":"Ethik in der Wirtschaft: Angebot und Nachfrage"},"content":{"rendered":"<p>Seminare f\u00fcr Wirtschaftsethik und Coachingangebote f\u00fcr ethisches Handeln von und in Unternehmen haben Hochkonjunktur. Neue Lehrst\u00fchle f\u00fcr Wirtschaftsethik werden gegr\u00fcndet, h\u00e4ufig gestiftet. Die Entwicklung und Umsetzung von Corporate Social Responsibility-Konzepten ist l\u00e4ngst zu einem wichtigen und umsatztr\u00e4chtigen Segment der Unternehmensberatungen geworden. Viele Hochglanzbrosch\u00fcren sollen den Nachweis erbringen, da\u00df die betreffenden Unternehmen wertvolle Gesellschaftsmitglieder sind. Die skizzierten Entwicklungen haben im Zusammenhang mit der globalen Finanzmarktkrise 2007\/08 einen starken Aufschwung genommen und viel Eigendynamik bekommen. Es ist an der Zeit einige Aspekte dieser Entwicklung zu hinterfragen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Verhaltens- und Systemm\u00e4ngel<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Aktualit\u00e4t der Thematik \u201eEthik in der Wirtschaft\u201c k\u00f6nnen z. B. die h\u00e4ufig wiederkehrenden Behauptungen in Medien und Diskussionen, da\u00df die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Probleme der vergangenen Jahre durch das unethische Verhalten einzelner Personen, Personengruppen und Organisationen \u2013 vorwiegend Unternehmen, speziellen Banken \u2013 hervorgerufen worden w\u00e4ren, als Indikator herangezogen werden. Diese Vorw\u00fcrfe werden durch viele Kommentare mit der Vermutung erg\u00e4nzt, da\u00df das \u201ekapitalistische Wirtschaftssystem\u201c eben zu einem unethischem Verhalten einladen w\u00fcrde. Auf der Grundlage solcher meist schnell gefundener Diagnosen werden nicht selten zwei typische Forderungen abgeleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Staat oder Ethik<\/strong><\/p>\n<p>Erstens sollten staatliche Eingriffe solche Verhaltens- und Systemm\u00e4ngel korrigieren. Zweitens aber richten sich die Forderungen an Menschen und Unternehmen, ihr Verhalten zu \u00e4ndern und ethischer zu agieren \u201eMehr Ethik in der Wirtschaft\u201c soll dann also die Verhaltens- und Systemm\u00e4ngel korrigieren. Konkret sollen Unternehmen mehr gesellschaftliche Verantwortung \u00fcbernehmen und wertvolle Gesellschaftsmitglieder werden. Zus\u00e4tzlich sollen die Menschen in den Unternehmen mehr Moral \u00fcben, was hier vereinfachend mit mehr Ethik gleichgesetzt wird. Im Unternehmen richten sich die Forderungen vorwiegend an Eigent\u00fcmer und Management. Ethisches Verhalten von Mitarbeitern ist selten Bestandteil entsprechender Forderungen, auch nicht jenes von Kunden und Verbrauchern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ethik-Nachfrage<\/strong><\/p>\n<p>Es kann sowohl von einer gestiegenen Nachfrage nach als auch von einem zunehmenden Angebot an Ethik ausgegangen werden. Das Verhalten von manchen Akteuren, vor allem Managern von Finanzinstituten, in der globalen Finanzmarktkrise sowie diverse Unternehmensskandale in den vergangenen Jahren trugen zu einem Anstieg der Nachfrage nach ethischem Verhalten bei, artikuliert in entsprechenden Forderungen. Verlierer im Globalisierungsproze\u00df, Fortschritte der Informations- und Kommunikationstechnologien, die Verknappung mancher Ressourcen und eine zunehmend wahrgenommene soziale Ungleichheit unterst\u00fctzen den Eindruck eines Mangels an Ethik in der Wirtschaft. Eine sensibilisierte \u00d6ffentlichkeit bei gestiegener Transparenz und einer intensiven medialen Aufbereitung verst\u00e4rkt diese Wahrnehmung weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Unternehmens-Bild<\/strong><\/p>\n<p>Viele Umfragen zeigen inzwischen ein deutlich verschlechtertes sowie ein undifferenziertes Bild von Unternehmen und dem marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem. Wurden Unternehmen fr\u00fcher als Triebfedern der Wirtschaft eingesch\u00e4tzt, die Arbeitspl\u00e4tze schaffen und eine wesentliche St\u00fctze der Marktwirtschaft seien, so wird heute mit ihnen vor allem assoziiert, da\u00df sie ihre eigenen Interessen durchsetzen und Arbeitskr\u00e4fte daf\u00fcr als Instrumente einsetzen (vgl. Abb. 1). Solche Einsch\u00e4tzungen zeigen sich auch, wenn nach dem Vertrauen in Institutionen gefragt wird. Hier stellt sich heraus, da\u00df das Vertrauen in Unternehmen gering ausgepr\u00e4gt ist, was vor allem f\u00fcr gro\u00dfe und international t\u00e4tige Unternehmen gilt (vgl. Abb. 2). Bez\u00fcglich der Branchen rangieren Banken und Versicherungen hinter allen anderen (vgl. Abb. 3). Auch die Akzeptanz des marktwirtschaftlichen Systems hat kontinuierlich abgenommen, wobei auff\u00e4llt, da\u00df die Assoziationen von Merkmalen deutlich negativer sind, wenn nach Kapitalismus anstelle von Marktwirtschaft gefragt wird. Die am st\u00e4rksten vertretenen Assoziationen bei Kapitalismus\/Marktwirtschaft sind Gewinnstreben, Gier, soziale Ungleichheit, Privateigentum, Ausbeutung, Unternehmergeist, Leistung sowie Wirtschaftskrisen (vgl. Abb. 4). Wird danach gefragt, was Vertrauen in Unternehmen schaffen k\u00f6nnte, f\u00e4llt zuerst auf, da\u00df vertrauensstiftende Merkmale aktuell als zu wenig ausgepr\u00e4gt eingestuft werden. Vertrauensstiftend wirken in dieser Reihenfolge: Hohe Qualit\u00e4t der Produkte und Dienstleistungen, H\u00f6rt auf Bed\u00fcrfnisse und R\u00fcckmeldung von Kunden, Behandelt die Besch\u00e4ftigten gut, Kunden sind wichtiger als der Gewinn, Reagiert verantwortungsvoll auf Probleme oder eine Krise, Gesch\u00e4ftspraktiken unterliegen ethischen Regeln, Transparente und offene Gesch\u00e4ftspraktiken (vgl. Abb. 5).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/thet1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Unternehmerbild\" alt=\"Unternehmerbild\" src=\"\/wordpress\/bilder\/thet1.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/thet2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Vertrauen in Institutionen\" alt=\"Vertrauen in Institutionen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/thet2.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/thet3.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Vertrauen in Branchen\" alt=\"Vertrauen in Branchen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/thet3.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/thet4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Kapitalismus-Assoziationen\" alt=\"Kapitalismus-Assoziationen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/thet4.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/thet5.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Vertrauensschaffung\" alt=\"Vertrauensschaffung\" src=\"\/wordpress\/bilder\/thet5.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Verallgemeinerungen<\/strong><\/p>\n<p>Es ist davon auszugehen, da\u00df in einem Umfeld der Unsicherheit, Komplexit\u00e4t und Dynamik das Fehlverhalten Einzelner weniger zuordenbar wird. Weil Informationen zur Differenzierung fehlen, wird verallgemeinert und von \u201eden Banken\u201c, \u201eden Unternehmen\u201c, den \u201eUnternehmern\u201c und \u201eden Managern\u201c ausgegangen. Dies aber steigert nicht nur die Anreize f\u00fcr Fehlverhalten, sondern schr\u00e4nkt auch die M\u00f6glichkeiten zur Kontrolle ein. Das Vertrauen in \u201edie Wirtschaft\u201c geht undifferenziert verloren. Werden die Ursachen n\u00e4her analysiert, stellt sich ein komplexes Anreizgeflecht heraus. Dieses hat seinen Ursprung in der Zunahme der Gr\u00f6\u00dfe von Organisationen und Wirtschaftsr\u00e4umen, verbunden mit der Anonymisierung von Beziehungen sowie einer generellen Tendenz zur Beschleunigung. Die darin verborgenen Anreizstrukturen erleichtern das Fehlverhalten einzelner Personen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ethik-Angebot<\/strong><\/p>\n<p>Doch nicht nur die Nachfrage nach Ethik ist gestiegen sondern auch das Angebot. Zu erinnern ist z.B. an die diversen Ma\u00dfnahmen zur Begrenzung von \u201eBanker-Boni\u201c, an die erfolgreich verabschiedete \u201eAbzockerinitiative\u201c in der Schweiz, an diverse Manifeste, z.B. dem \u201eManifest Globales Wirtschaftsethos\u201c von K\u00fcng und Wieland, an freiwillige Branchenverpflichtungen, an Corporate Social Responsibility-Konzepte, an die Propagierung von Social Entrepreneurs (z. B. Muhammed Yunus), an Ma\u00dfnahmen wie \u201eGiving Pledge\u201c (Warren Buffet, Bill Gates) oder an die Wiederentdeckung traditionsreicher Leitbilder verantwortungsvollen Unternehmertums, z. B. in Form des \u201eehrbaren Kaufmanns\u201c, das von den Industrie- und Handelskammern mit neuem Leben gef\u00fcllt wird. Nun gilt es, dieses Ethik-Angebot weiter zu systematisieren und zu konkretisieren. Losgel\u00f6st von allen moral- und ethiktheoretischen Strukturierungen soll hier von vier Kategorien der Ethik f\u00fcr Unternehmen ausgegangen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Verordnete Ethik<\/strong><\/p>\n<p>Erstens k\u00f6nnen unter einer verordneten Ethik oder Moral staatlich vorgegebene und kontrollierte Verhaltensregeln verstanden werden, z. B. Regeln der Corporate Governance oder Compliance-Regeln. F\u00fcr sie sind alle verhaltensstabilisierenden Merkmale ins Treffen zu f\u00fchren, die f\u00fcr diese Art von extrinsischen Verhaltensvorschriften gelten: staatliche Sanktionierungsm\u00f6glichkeiten bei Verst\u00f6\u00dfen, generelle G\u00fcltigkeit, potenzielle Anreizkonflikte, falls sich Diskrepanzen zu internen Regeln herausbilden. Zus\u00e4tzlich ist ihre Vereinbarung im politischen Bereich zu ber\u00fccksichtigen, die nicht nur Kompromisse, sondern auch die Einflu\u00dfnahme von zahlreichen Partialinteressen beinhaltet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wohlt\u00e4tige Ethik<\/strong><\/p>\n<p>Unter der wohlt\u00e4tigen Ethik oder Moral soll hier der philanthropische Einsatz von erwirtschaftetem Verm\u00f6gen durch Personen oder Organisationen verstanden werden (z. B. Giving Pledge). Das Motiv kann darin gesehen werden, da\u00df der Gesellschaft oder dem Wirtschaftsstandort etwas zur\u00fcckgegeben werden soll, z. B. weil die Infrastruktur oder gut ausgebildete Arbeitskr\u00e4fte oder ein stabiles Umfeld zu den wirtschaftlichen Erfolgen der Geber beigetragen haben. Anders als bei der verordneten Ethik handelt es sich um v\u00f6llig freiwillige Ma\u00dfnahmen und sie beinhalten Elemente der Solidarit\u00e4t auch dann, wenn sie als eine Art unternehmensgenerationen\u00fcbergreifendes Kalk\u00fcl interpretiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Kompensierende Ethik<\/strong><\/p>\n<p>Typisch f\u00fcr dieses Konzept sind Spenden- und Sponsoring-Aktivit\u00e4ten, die meist in Berichten \u00fcber Corporate Social Responsibility-Konzepten und \u2013ergebnissen dokumentiert werden. Entsprechende Aktivit\u00e4ten setzen an der Gewinnverwendung an und sie sind au\u00dferhalb des unternehmerischen Kernkonzeptes angesiedelt. Sie haben in den vergangenen Jahren gro\u00dfe Bedeutung erlangt. Allerdings sollten ihre Inhalte und Ziele differenziert analysiert werden. Die Gewinnverwendung als Ansatzpunkt vernachl\u00e4ssigt die Art und Weise wie und bei welchen Aktivit\u00e4ten die Gewinne entstanden sind. So kann es dazu kommen, da\u00df ein unternehmerisches Fehlverhalten, also eine unverantwortliche Gewinnerzielung, durch ex post-Wohltaten an die Gesellschaft kompensiert werden soll. Die Verankerung au\u00dferhalb des Kerngesch\u00e4fts erm\u00f6glicht auch, da\u00df nicht immer die gesellschaftliche Verantwortung hinter entsprechenden Ma\u00dfnahmen steht, sondern ein Kommunikations- und Marketingbestreben. CSR-Programme sind dann meist kein konsistentes Element der Unternehmensstrategie.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Gelebte Ethik<\/strong><\/p>\n<p>Einen g\u00e4nzlich anderen Ansatzpunkt weist die gelebte Ethik oder Moral auf. Sie besteht aus einem implizit oder explizit abgegebenen Versprechen, das sich direkt auf die Gewinnentstehung im Rahmen der Wertsch\u00f6pfung bezieht und eine Verhaltensrestriktion darstellt. Eine \u201eethische Gewinnerzielung\u201c kann als eine Art Fair Play verstanden werden. Nicht um Gewinnverzicht geht es, sondern um die Erzielung des wirtschaftlichen Erfolgs mittels fairem Verhalten. Unfaire Ma\u00dfnahmen ziehen hingegen negative Konsequenzen nach sich. In diesem Ethik-Konzept gewinnen nun intrinsische Verhaltensrestriktionen Bedeutung. Es geht dann nicht nur um inhaltliche Vorgaben, sondern auch um ad\u00e4quate Anreiz- und Kontrollsysteme. Inhaltliche Verhaltensrestriktionen sind z. B. der Verzicht auf umweltbelastende Handlungen, der Verzicht auf die Ausbeutung von Mitarbeitern, der Verzicht auf die Verwendung nicht zugelassener Substanzen, die Kontrolle der Zulieferkette im Hinblick auf unakzeptable Praktiken, der Verzicht auf eine Provisionsorientierung statt einer Bed\u00fcrfnisorientierung, die Einhaltung von Sicherheitsstandards etc..<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ethik-Investition<\/strong><\/p>\n<p>Die gelebte Moral hat starke Anreizvorteile gegen\u00fcber den anderen drei Konzepten. So handelt es sich um ein ethisches Verhalten, das im Kerngesch\u00e4ft angesiedelt und in die Unternehmensstrategie integriert ist. Ethisches Verhalten kann nun als eine Investition verstanden werden: Das Unternehmen gibt formell oder informell ein Versprechen ab, sich ethisch zu verhalten und tritt damit praktisch in Vorleistung gegen\u00fcber Kunden, Mitarbeitern und anderen Stakeholdern. Das Einhalten des Versprechens erm\u00f6glicht die Entstehung von Vertrauen. Im Rahmen einer solchen Strategie kann verlorenes Systemvertrauen in \u201edie Unternehmen\u201c, \u201edie Wirtschaft\u201c oder \u201edas Wirtschaftssystem\u201c wieder gewonnen werden. Die Kombination von zwei Elementen erm\u00f6glicht dies. Erstens sind es Menschen mit ethischen Standards, die Entscheidungen treffen und umsetzen. Ehrlichkeit, Fairness, fachliche und soziale Kompetenz sind Beispiele f\u00fcr solche Standards. Zweitens geht es um Vertrauensanker. Dies sind Regeln und Strukturen, die erwarten lassen, da\u00df Versprechen auch eingehalten werden. Sie k\u00f6nnen als commitments verstanden werden, als M\u00f6glichkeiten, sich die H\u00e4nde zu binden, wenn Regelverletzungen naheliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ethische Standards<\/strong><\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr Vertrauensanker sind: konsistente nachhaltige Gesamtstrategien, die Vermeidung struktureller Verlierer, das Fehlen widerspr\u00fcchlicher Anspr\u00fcche, aber auch Transparenz und Identit\u00e4t von Unternehmen sowie Reputation f\u00fcr Verl\u00e4\u00dflichkeit und Glaubw\u00fcrdigkeit. Gelebte Moral ist die Selbstbindung der Entscheidungstr\u00e4ger in Unternehmen an ethische Standards, deren Einhaltung durch Systemmerkmale gef\u00f6rdert oder erzwungen wird. Dabei geht es um die Freiwilligkeit der Selbstbindung. Es sollen keine Gewinne auf Kosten von Stakeholdern gemacht werden. Ernst genommene ethische Standards sind ein Signal nach innen und au\u00dfen, die Erwartungsstabilit\u00e4t erm\u00f6glichen. Die Selbstbindung der Entscheidungstr\u00e4ger kann als investive Ma\u00dfnahme verstanden werden. Durch den Verzicht auf unethisches Verhalten entstehen dann neue M\u00f6glichkeiten zur Gewinnerzielung, wenn die Bindung tats\u00e4chlich glaubw\u00fcrdig ist. Die Unterlassung einer kurzfristigen Gewinnerzielung zu Lasten von Mitarbeitern, Kunden, Zulieferern, der Gesellschaft , \u2026 wird auf diese Weise zu einer rentablen Investition und nicht zu einem Verlust.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Gelebte Ethik ist also gleichzeitig ein Fundament f\u00fcr den nachhaltigen Unternehmenserfolg und macht das Unternehmen im eigenen Interesse zu einem wertvollen Gesellschaftsmitglied. Moralisch sein oder ethisch handeln ist dann kein aufgesetztes und k\u00fcnstliches CSR-Konzept von Unternehmen, sondern ein integriertes Element der Unternehmensstrategie. So ist es auch zu kommunizieren und so ist das operative Tagesgeschehen an den Standards auszurichten. Ethik-Seminare und entsprechende Coachings sowie das \u201eEin\u00fcben von Moral\u201c durch Unternehmenseigent\u00fcmer und Manager sind dann v\u00f6llig verzichtbar.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seminare f\u00fcr Wirtschaftsethik und Coachingangebote f\u00fcr ethisches Handeln von und in Unternehmen haben Hochkonjunktur. Neue Lehrst\u00fchle f\u00fcr Wirtschaftsethik werden gegr\u00fcndet, h\u00e4ufig gestiftet. 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