{"id":1475,"date":"2009-08-18T06:28:01","date_gmt":"2009-08-18T05:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=1475"},"modified":"2009-08-18T06:28:01","modified_gmt":"2009-08-18T05:28:01","slug":"piraten-oekonomik-und-ethik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=1475","title":{"rendered":"Piraten-\u00d6konomik und -Ethik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber viele Jahrhunderte gab es nicht nur lizensierte Piraten, die von Staaten dazu autorisiert waren, Jagd auf die Schiffe anderer, feindlicher Nationen, zu machen. Es gab echte Piraten, die keiner staatlichen Autorit\u00e4t unterstellt waren. Nach der gro\u00dfen Zeit des Piratentums zum Ausgang des 17. und fr\u00fchen 18. Jahrhunderts verschwand die sozial-\u00f6kologische Nische f\u00fcr das echte Piratentum ebenso wie die \u00f6kologische Nische f\u00fcr andere im weiteren Sinne anarchische Lebensformen. Moderne Kommunikationsformen und internationale Kooperation taten danach ein \u00dcbriges. Nun hat sich aber durch staatlichen Zerfall in j\u00fcngster Zeit \u00fcberraschend modernen Piraten eine neue Nische er\u00f6ffnet. Das und das Erscheinen von Peter T. Leesons unterhaltsamem Buch zur \u00d6konomik des Piratentums, \u201eThe invisible hook\u201c (Princeton, 2009) gibt Anlass, sich mit dem Piratentum nicht nur in seinen heute g\u00e4ngigen Varianten des sogenannten Produktpiratentums, sondern auch als urspr\u00fcnglicher anarchischer Organisationsform zu befassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><!--more--><br \/>\n<strong>Verbrecherbanden als Lehrer der Moral<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer der bedeutendsten Moralphilosophen des 20. Jahrhunderts, John L. Mackie, hat einmal bemerkt (Ethik, Reclam 1986), dass die besten Lehrer der Moral die Verbrecherbanden seien. F\u00fcr die meisten von uns erscheint diese Bemerkung zun\u00e4chst als so paradox, wie sie zur Anregung unseres Nachdenkens gemeint war. Bei n\u00e4herer Betrachtung versteht man aber sogleich, was gemeint ist. Verbrecherbanden k\u00f6nnen sich f\u00fcr ihre interne soziale Organisation nicht auf extern durchsetzbare Vertr\u00e4ge und beispielsweise eine Polizei, die von au\u00dfen eingreift, verlassen. Sie sind deshalb darauf angewiesen, die Kooperation, die ihnen ihre verbrecherischen Aktivit\u00e4ten erm\u00f6glicht, auf eine Weise zu sichern, die keinen R\u00fcckgriff auf das Gewaltmonopol irgendeines Staates nimmt. Auch Verbrecherbanden k\u00f6nnen nicht kooperieren und wirksam gegen andere vorgehen, wenn sie sich nicht untereinander auf gemeinsame kollektive Aktionen verst\u00e4ndigen und diese ohne interne Auseinandersetzungen durchf\u00fchren k\u00f6nnen. So banale Regeln wie die, die bestimmt, wer von den Bandenmitgliedern das Signal zu einem \u00dcbergriff gibt, wie die Beute des \u00dcbergriffs zu verteilen ist und wie interne Streitigkeiten \u2013 ohne die M\u00f6glichkeit vor externe Gerichte gehen zu k\u00f6nnen \u2013 geregelt werden sollen, m\u00fcssen als rein moralische Regeln der gruppen-internen Sitte existieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem die mathematische und in j\u00fcngerer Zeit auch die experimentelle Spieltheorie haben viel zu der Frage beizutragen, wie derartige Normensysteme auf der Basis der Interessen der beteiligten Individuen als Gleichgewichte in wiederholten Interaktionen (Spielen) entstehen k\u00f6nnen. Das reicht von der einfachen Einsicht, des \u201ehilfst du heute mir, damit ich dir morgen helfe, so helfe ich dir morgen, damit du mir \u00fcbermorgen hilfst\u201c, bis zu komplexeren \u201eSatellitennormen\u201c, die Strafaktivit\u00e4ten gegen Abweichler von der zu Grunde liegenden Norm bestimmen; wobei in letzterem Falle etwa ein Prinzip gelten kann, wie \u201eheute nimmst Du den Aufwand der Sanktionsverh\u00e4ngung auf Dich, damit ich ihn morgen und Du ihn \u00fcbrmorgen auf Dich nimmst&#8230;!\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Einsicht, dass die Einhaltung und Durchsetzung von Normen interessenbasiert ist, hat gro\u00dfe Bedeutung. Sie sagt uns etwas dar\u00fcber, wie normative Moralordnungen existieren k\u00f6nnen, wozu Moral f\u00fcr eine Gruppe gut sein kann und welche Inhalte sie vermutlich transportieren wird. Insbesondere in den F\u00e4llen, in denen die Gruppe sich nicht auf au\u00dfermoralische, staatliche Normdurchsetzung verlassen kann, weil sie vom Staat gerade bek\u00e4mpft wird, treten die relevanten Sachverhalte deutlich hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u00f6konomische Verhaltensmodell, welches Verhalten grunds\u00e4tzlich mit den Interessen, denen es dient, zu erkl\u00e4ren sucht, leistet hier au\u00dferordentliches. Dennoch ist es verfehlt, die Tatsache zu vernachl\u00e4ssigen, dass Menschen nicht nur extrinsisch von \u00e4u\u00dferen Anreizen etwa pekuni\u00e4rer Art, sondern auch von intrinsischen Motiven normativer Art bewegt werden. Nicht nur unbeschr\u00e4nkte sogenannte \u201eGier\u201c, sondern auch innere normative Orientierungen beeinflussen das Verhalten praktisch aller sozialf\u00e4higen menschlichen Individuen. Worin unsere Interessen letztlich liegen, das wird auch von Verhaltensweisen beeinflusst, die nicht direkt von Interessenkalkulationen abh\u00e4ngen. Wenn es beispielsweise um die Aufteilung von gemeinsamer Beute geht, dann m\u00fcssen auch in Verbrecherbanden bestimmte Normen der Verteilungsgerechtigkeit gelten, wenn die Bande auf Dauer stabil kooperieren will. In gemeinsamen Aktionen muss es bestimmte Individuen geben, die als Taktgeber die koordinierenden Signale geben und die Empf\u00e4nger dieser Signale m\u00fcssen de facto bestimmte Normen akzeptieren, welche die Signalgeber auszeichnen und die Befolgung der Signale durch deren Adressaten regeln. Die Mafia ist nicht umsonst ber\u00fchmt oder ber\u00fcchtigt auch f\u00fcr ihren Ehrenkodex.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was f\u00fcr die Verbrecherbanden gilt, das gilt auch f\u00fcr jede legitime Organisation, wenn sie sich jenseits des Bereiches bewegen will, der durch ausdr\u00fcckliche Vertr\u00e4ge geregelt werden kann. Da man nicht \u00fcber jeden einzelnen koordinierten Akt eine eigene Vertragsbeziehung spezifizieren kann, gibt es auch in allen legitimen Organisationen, die sich innerhalb staatlicher Rechtsordnungen und unter Ausnutzung von deren Durchsetzungsapparat bewegen, einen Restbereich. In dem handelt es sich letztlich um eine rein moralische beziehungsweise eine Steuerung, die auch wesentlich auf intrinsische Motivation zur Zusammenarbeit und Regeleinhaltung angewiesen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfolgreiche Kooperation zu guten wie zu schlechten Zwecken erfordert immer koordinierende Normen, von denen letztlich einige freiwillig aus intrinsischer &#8212; im weiteren Sinne moralischer &#8212; Motivation eingehalten werden m\u00fcssen. In der Anarchie tritt die Rolle dieser sozialen Steuerung nicht nur in dem nach staatlicher Rechtsdurchsetzung verbleibenden Residualbereich, sondern durch die Bank hervor. Beispiele f\u00fcr rein anarchische Systeme sind au\u00dferhalb primitiver Gesellschaftn nicht leicht zu finden. Neben dem Island der Zeit von 870 bist 1150 bieten die alten Piratenbanden einiges Anschauungsmaterial, das auch f\u00fcr den modernen Organisations\u00f6konomen und Manger von Interesse sein und den moderne Leser insgesamt unterhalten und belehren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Piraten als Lehrer der Organisations\u00f6konomik<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter T. Leeson verdanken wir die eingangs erw\u00e4hnte nicht-technische Studie der \u00d6konomik des Piratentums, die die Interessenbasis vieler der von Piraten befolgten Normen offenlegt. Das Buch hat zwar ein starkes Elemente dessen, was man auch als blo\u00dfes \u00f6konomisches Geschichtenerz\u00e4hlen (analog zum bekannten evolution\u00e4ren Geschichtenerz\u00e4hlen) bezeichnen kann, jedoch lohnt es sich, wenn man das so gut macht wie Leesen, Geschichte \u00f6konomisch zu beleuchten. Die \u00f6konomischen Anreize, denen sich Piraten gegen\u00fcbersahen, f\u00fchrten, wie in dem Buch berichtet wird, zu der gleichen Art von Organisation, die wir etwa auch aus primitiven Gesellschaften kennen. Wie in den so genannten primitiven doch normativ hochkomplexen Gesellschaften haben auch die Piraten nur sehr flache Hierarchien besessen. Ihre Organisationsform wies beispielsweise zentrale Elemente einer verfassten Demokratie auf. Der Kapit\u00e4n konnte typischerweise gew\u00e4hlt und abgesetzt werden. Es gab eine zentrale Rolle f\u00fcr demokratische Wahlverfahren bei der Besetzung der grundlegenden Funktionen und der Festlegung bestimmter Regeln. Die grundlegende Satzung der Piraten wurde \u00fcber freiwilligen Beitritt anerkannt und letztlich unter Einstimmigkeitsbedingungen festgelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind interessante Tatsachen, die uns die Historiker vermitteln. Der \u00d6konom kann dar\u00fcber hinaus m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr diese Fakten bieten. Ein wesentlicher Grund f\u00fcr die fast allen Piratengesellschaften gemeinsamen Strukturen, bestand offenkundig in der Notwendigkeit, intrinsisch motivierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Zugleich gab es keine Notwendigkeit, die Interessen eines externen Geldgebers durch Hierarchien zu wahren. Die Piraten h\u00e4tten ohne staatliche Bindungen glaubw\u00fcrdige Versprechungen gegen\u00fcber externen Geldgebern ohnehin gar nicht eingehen k\u00f6nnen. Ein Kapit\u00e4n, der \u00fcber gen\u00fcgend Kapital verf\u00fcgt h\u00e4tte, um ein Piratenschiff zu bemannen, h\u00e4tte zugleich gro\u00dfe Schwierigkeiten gehabt, sich gegen eine Ausbeutung durch die Piratengemeinschaft zu sichern. Das Unternehmen konnte nur deshalb funktionieren, weil es durch eine Zusammenlegung relativ gleichwertigen Humankapitals und den einfachen Raub eines Schiffs zustande kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kapit\u00e4n wurde etwa mit dem zweifachen Beuteanteil der gew\u00f6hnlichen Mannschaften, der Arzt und andere Fachkr\u00e4fte mit gegen\u00fcber einfachen Mannschaftsmitglieder um ein Viertel oder ein halbe erh\u00f6hten S\u00e4tzen entlohnt. Das unterschied sich von den Verh\u00e4ltnissen in der legitimen damaligen Handelsschiffahrt. Dort gab es Kapitalgeber, deren Einsatz durch staatlich sanktionierte Eigentumsrechte gesichert war. Diese Kapitalgeber bestellten einen leitenden Angestellten \u2013 einen Kapit\u00e4n &#8211;, den sie mit einem Bonus-System anreizkompatibel am Erfolg der Seefahrt beteiligten. Dar\u00fcber hinaus hatten sie zun\u00e4chst wenig Interesse daran, die Mannschaft der Schiffe zu beteiligen oder deren Interessen zu ber\u00fccksichtigen. Da Staaten bereit waren, die Autorit\u00e4t von Kapit\u00e4nen gegen\u00fcber den Seeleuten von Land aus rechtlich abzusichern, konnten die Kapit\u00e4nen sich so diktatorisch auff\u00fchren, wie das aus den Erz\u00e4hlungen \u00fcber die damalige Seefahrt bekannt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mangel an externer Durchsetzung der Normen bewirkte bei den Piraten etwas anderes. Leeson hebt mit Recht hervor, dass viele der internen Regeln der Piratenbanden unseren heutigen moralischen Vorstellungen weit n\u00e4her kamen als die Regeln damaliger legitimer staatlicher Systeme. Die Verteilungsprinzipien waren egalit\u00e4r, weil die Mitwirkung jedes einzelnen Individuums signifikant war und nicht hierarchisch erzwungen werden konnte. Es gab eine starke Mitarbeiterselbstverwaltung. Elemente partizipatorischer und deliberativer Demokratie waren ebenso vorhanden wie solche der Gewaltenteilung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil Sklaven unsichere Kooperationskandidaten waren, gab es sie auf Piratenschiffen kaum. Die Emanzipation der Schwarzen war vielmehr weit fortgeschritten. Mitwirkende, von deren intrinsischer Motivation in entscheidenden Situationen wegen des Mangels an extrinsischen Motiven eines langfristigen Mitwirkungsinteresses nicht auszugehen war, gef\u00e4hrdeten generell den Erfolg gemeinsamer kooperativer Unternehmungen. Jedem mu\u00dfte daher ein Mitwirkungsinteresse geboten werden. Es drehte sich alles um Gewinn und Raub, doch die rationale Verfolgung dieser Ziele legte gerade die Installation normativer Systeme nahe, die Eigenschaften aufwiesen, die wir auch heute gew\u00f6hnlich f\u00fcr moralisch erstrebenswert halten. Wie Leesen zu Recht betont, ist dies eine Variante von Gordon Gekkos Provokation: \u201eGreed is Good\u201c; ungeachtet der breiten Ablehnung der zugrundeliegenden Einsicht, ist es wichtig, sich deren berechtigten Anteil immer wieder klar zu machen. Das Studium, wie die Piraten ihrer Gier auf moralisch kanalisierte Weise nachgingen, kann helfen, die richtigen Lehren auch f\u00fcr unser Wirtschaftsleben und die Rolle der Moral in ihm zu ziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Was sind Lehren f\u00fcr uns<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hauptbotschaft scheint des vorangehenden scheint klar zu sein: Komplexe moderne Rechtsordnungen machen die moralische Steuerung durch intrinsische Motivation und rein sozial-moralische Normsysteme \u00fcberfl\u00fcssig. Eine Anreizsteuerung durch solche Motive wie das des Strebens nach monet\u00e4ren Gewinnen ersetzt die Gemeinschaftlichkeit der sozialmoralischen Steuerung. Kein Wunder, dass die moderne rechtlich-rationale Steuerung organisatorischen und marktlichen Verhaltens unserer tieferen emotionalen Sehnsucht nach dem Leben in der anarchischen Kleingruppe fremd gegen\u00fcber steht. Aber vergessen wir eben auch nicht, dass es ohne \u00fcbergreifende Rechtsordnung nur konkurrierende Banden mit ihren eigenen Loyalit\u00e4ten und Sozialnormen gibt. Die Steuerung mag rein moralischer Art sein, aber die Ergebnisse der Bandenkonkurrenz m\u00fcssen nicht notwendig begr\u00fc\u00dfenswert sein. Steuerung durch rechtlich kanalisierte \u201eGier\u201c mag sich h\u00e4ufig als moralisch \u00fcberlegen gegen\u00fcber der Steuerung durch allein moralisch koordinierte \u201eGier\u201c erweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vorangehenden Lehren moralischer und \u00f6konomischer Art sollten uns nat\u00fcrlich nicht dazu f\u00fchren, die modernen Piraten am Horn von Afrika nicht mehr bek\u00e4mpfen zu wollen. Wir sollten aber genau pr\u00fcfen, bis zu welchem Ma\u00dfe die moderne Piraten \u00e4hnlichen Anreizsystemen gegen\u00fcberstehen und mit \u00e4hnlichen Mechanismen auf diese reagiert haben, wie die klassischen Piraten. Eine genaue Analyse dieser Art k\u00f6nnte uns wom\u00f6glich bei der Bek\u00e4mpfung der modernen Piraten helfen, indem wir ihre Anreizsyssteme gezielt so beeinflussen, dass Kooperation f\u00fcr sie erschwert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Analyse staatsfreier Organisationsstrukturen ist aber auch in sich nach wie vor interessant. Dar\u00fcber sollte man allerdings nicht vergessen, dass auch der Staat selbst in seiner organisatorischen Grundstruktur auf staatsfreie Mechanismen zur\u00fcckgreifen muss. Denn \u00fcber dem souver\u00e4nen ist kein Staat, auf den er sich berufen kann, sondern nur die Anarchie selbst. Der Staat wie jede andere Gro\u00dfgruppeninteraktion wird von einer Struktur stabil miteinander interagierender dauerhafter Kleingruppen getragen (z.B. den Rechtsstab mit Polizei und Gerichtsorganisationen, die auf entsprechend fragmentierten Kleingruppenstrukturen aufruhen; vgl. ausf\u00fchrlicher dazu Hartmut Kliemt, Moralische Institutionen, Alber 1985). Was unsere Einsch\u00e4tzung der Moral anbelangt, so sollten wir uns klarmachen, dass eine Organisation nach im weiteren Sinne moralischen Normen Zwecken, die wie er letztlich als moralisch verwerflich ansehen, ebenso dienen kann, wie Zwecken, die wir als moralisch erstrebenswert betrachten. Den Organisations\u00f6konomen unter uns sollte die Lehre nicht verborgen bleiben, dass zwar Interessen und extrinsische Anreize von entscheidender Bedeutung sind, dass sie aber nicht die ganze Geschichte erz\u00e4hlen. Normative Ordnung wird immer auch von intrinsischen Motivationen zu regelbefolgendem Verhalten geleitet. Gute Organisationen nutzen das aus.<\/p>\n<p><strong>Literatur <\/strong><br \/>\nKliemt, Hartmut (1985): Moralische Institutionen. Alber. M\u00fcnchen.<br \/>\nMakie, John L. (1986), Ethik. Reclam. Stuttgart.<br \/>\nLeeson, Peter T. (2009), The invisible hook. Princeton University Press, Princeton<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber viele Jahrhunderte gab es nicht nur lizensierte Piraten, die von Staaten dazu autorisiert waren, Jagd auf die Schiffe anderer, feindlicher Nationen, zu machen. 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