{"id":150,"date":"2009-04-06T06:22:44","date_gmt":"2009-04-06T05:22:44","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=150"},"modified":"2009-04-06T06:22:44","modified_gmt":"2009-04-06T05:22:44","slug":"ein-regulierter-markt-fuer-organe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=150","title":{"rendered":"Ein regulierter Markt f\u00fcr Organe"},"content":{"rendered":"<p>Tagt\u00e4glich sterben Menschen, weil keine Organe f\u00fcr sie vorhanden sind. So warteten beispielsweise 2006 etwa 8.500 Patienten auf eine neue Niere, w\u00e4hrend zur gleichen Zeit etwas 2.800 Nieren transplantiert wurden. Angesichts dieser Knappheit besch\u00e4ftigt sich der \u00d6konom mit der Frage, wie dieser Organmangel behoben werden kann. Das Optimum w\u00e4re, wenn durch Spenden gen\u00fcgend Organe bereitgestellt werden k\u00f6nnten, um diese Menschen zu retten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Angesichts der demografischen Entwicklung und der Zunahme der Zunahme der Zivilisationskrankheiten, wird der Bedarf an menschlichen Organen weiter zunehmen. Organe k\u00f6nnen zum einen von hirntoten Patienten entnommen werden (\u201epostmortale Organspende\u201c) und zum anderen von lebenden Spendern. Es ist allgemeine Auffassung, dass aufgrund des Risikos f\u00fcr den Spender, die Gewinnung und Transplantation postmortaler Spenderorgane gegen\u00fcber der Lebendspenden Priorit\u00e4t haben sollte. Dieses sogenannte Subsidiarit\u00e4tsprinzip ist im deutschen Transplantationsgesetz von 1997 verankert. In Deutschland besteht immer noch zwischen postmortal entnommene transplantierte Organe und Organspender ein Verh\u00e4ltnis von 3:1.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Mangelsituation existiert weltweit ein grauer Markt f\u00fcr Organe. Diese M\u00e4rkte befinden sich haupts\u00e4chlich im Iran und in Indien. Zum einen werden die Organe zu einem sehr niedrigen Preis verkauft, so betrug beispielsweise der durchschnittliche Preis f\u00fcr eine Niere in Indien im Jahre 2005 1177,- US-Dollar. Zum anderen ist wegen der schlechten Nachsorge die Sterblichkeitsrate der Organspender relativ hoch, man spricht von etwa 50-60%. Angesichts dieser Situation, ist es auch aus ethischen Gr\u00fcnden erforderlich, L\u00f6sungen dieser Mangelsituation zu diskutieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der regulierte Organhandel<\/strong><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss alles versucht werden, um die freiwillige Organspende zu erh\u00f6hen. Zum einen sind Anreize f\u00fcr die Krankenh\u00e4user zu schaffen, Hirntoten die Organe zu entnehmen, wie dies beispielsweise in Spanien der Fall ist. Zum anderen muss durch mehr Aufkl\u00e4rung und unter Umst\u00e4nden auch mit finanziellen Anreizen die Bereitschaft des Einzelnen zur Organspende erh\u00f6ht werden. Allerdings sollte man sich hier keinen falschen Hoffnungen hingeben, dass sich auf diese Weise das Problem des Organmangels ad\u00e4quat l\u00f6sen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Als ein Ausweg aus diesem Dilemma bietet es sich an, einen regulierten Markt f\u00fcr Organe zu installieren. Dies h\u00e4tte den Vorteil, dass zum einen weniger Menschen wegen des Organmangels sterben und zum anderen weniger Menschen, die Organe spenden, ausgebeutet werden und wegen fehlender Nachsorge auch fr\u00fcher sterben. Durch diese Marktl\u00f6sung entsteht eine Win-Win-Situation. Es findet eine Verbesserung der Situation aller statt.<\/p>\n<p>Bei der Schaffung eines solchen geregelten Marktes muss sehr behutsam vorgegangen werden. Wie muss nun ein solcher Markt f\u00fcr Organe institutionell ausgestaltet werden? Analog zu einer Wertpapierb\u00f6rse. Die Nachfrager und die Anbieter m\u00fcssen sich hierbei Makler bedienen. Diese Makler m\u00fcssen spezifische Qualifikationen nachweisen. Weiterhin m\u00fcssen die Organspender sich einer eingehenden Beratung unterziehen.<\/p>\n<p>Hierbei m\u00fcssen auch Krankenkassen die Gelegenheit haben, auf diesem Markt mitzubieten. F\u00fcr die Krankenkassen k\u00f6nnte dies vor allem auch unter \u00f6konomischen Aspekten interessant sein, da zum Beispiel bei einer Niereninsuffizienz eine Opportunit\u00e4tskosten\u00fcberlegung durchzuf\u00fchren ist. Eine Dialyse kostet j\u00e4hrlich etwa 60-70 Tsd. Euro, w\u00e4hrend sich bei einer Transplantation die Operationskosten einschlie\u00dflich Organ auf etwa 80 Tsd. Euro belaufen d\u00fcrften und die laufende Medikation nach der Operation (Immunsuppressiva) etwa 15 Tsd. pro Jahr kosten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wichtig ist, dass bei der Organnachfrage niemand ausgeschlossen werden darf, weil er den Preis f\u00fcr das Organ nicht bezahlen kann. Bez\u00fcglich der Organspende muss eine l\u00fcckenlose Nachsorge sichergestellt werden. Au\u00dferdem muss f\u00fcr den Organspender auch eine Beratung bez\u00fcglich der Verwendung des durch den Verkauf seines Organs erzielten Erl\u00f6ses stattfinden. Dar\u00fcberhinaus muss f\u00fcr ihn eine Risikoversicherung abgeschlossen werden, f\u00fcr den Fall, dass er selbst ein Organ ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Durch diesen geregelten Markt wird sichergestellt, dass die vielf\u00e4ltigen Defizite, die gegenw\u00e4rtig im Bereich der Organinsuffizienz bestehen, einigerma\u00dfen befriedigend gel\u00f6st werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum Abschluss muss noch einmal betont werden, dass es sich hierbei um eine Second-Best-L\u00f6sung handelt. Das Optimum w\u00e4re, wenn aufgrund freiwilliger Spenden die Nachfrage nach Organen vollst\u00e4ndig befriedigt werden k\u00f6nnte. Da dies jedoch nicht der Fall ist, muss auf die vorgeschlagene L\u00f6sung auch aus ethischen Gr\u00fcnden zur\u00fcck gegriffen werden.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagt\u00e4glich sterben Menschen, weil keine Organe f\u00fcr sie vorhanden sind. 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