{"id":15473,"date":"2014-09-09T00:01:51","date_gmt":"2014-09-08T23:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15473"},"modified":"2019-04-16T17:25:38","modified_gmt":"2019-04-16T16:25:38","slug":"in-eigener-sachehaben-akademische-oekonomen-blogs-eine-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15473","title":{"rendered":"<font size=3; color=grey>In eigener Sache <\/font><br\/>Haben akademische \u00d6konomen-Blogs eine Zukunft?"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>&#8222;If I could explain it to the average person, I wouldn&#8217;t have been worth the Nobel Prize.&#8220; (Richard Feynman)<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Vor der sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung ist nichts sicher. Dieser Prozess macht auch vor dem Mediensektor nicht Halt. Altes verschwindet, Neues entsteht. Printmedien stehen massiv unter Druck, nicht erst seit es soziale Medien gibt. <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/unternehmen\/zeitungen-in-der-krise-medienwandel-und-internet-13089556.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Zeitungen sterben wie die Fliegen<\/a>. Aber auch der Sektor wissenschaftlicher Publikationen steckt in der Krise. Traditionelle Zeitschriften sind in Schwierigkeiten. Neue Formen der Vermittlung von Wissen entstehen. Soziale Medien beschleunigen den Strukturwandel bei popul\u00e4ren Print- und wissenschaftlichen Medien. Und mitten drin sind die Blogs. T\u00e4glich entstehen neue. Gegenw\u00e4rtig existieren weltweit 158 Mio. Blogs. Seit 2006 hat sich die Zahl der Blogs alle 6 Monate verdoppelt. Die meisten verschwinden allerdings wieder lautlos. Dieses Kommen und Gehen gilt auch f\u00fcr \u00f6konomische Blogs. Trotz einiger Leuchtt\u00fcrme fristen sie aber nur ein Schattendasein. Warum eigentlich?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Warum bloggen \u00d6konomen?<\/b><\/p>\n<p>Vor \u00fcber einem Jahrzehnt war die Szene der \u00f6konomischen Blogger im Aufbruch. Bis dahin gab es zwar Blogs, die sich auch mit \u00d6konomie befassten. Wirklich professionell waren sie allerdings nicht. Das \u00e4nderte sich, als auch akademische Blogger, wie etwa Greg Mankiw, Paul Krugman und Tylor Cowen, aktiv wurden. Auch ein Nobelpreistr\u00e4ger, wie Gary S. Becker, entdeckte mit Richard A. Posner, einem Richter am US-Bundesberufungsgericht, das Medium der Blogs. Es war faszinierend, wie diese Blogs m\u00fchelos die Leserzahl gro\u00dfer amerikanischer Tageszeitungen \u00fcberboten. Im Schlepptau der bekannten Blogs schossen \u00f6konomische Blogs weniger bekannter Autoren wie Pilze aus dem Boden. Allerdings \u00fcberlebten die wenigsten oder versanken in der Anonymit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was treibt akademische \u00d6konomen, sich des Mediums der Blogs zu bedienen? Die Motive liegen auf vier Ebenen: Marketing, Forschung, Lehre und Information der \u00d6ffentlichkeit. (1) Der nach wie vor wichtigste Grund ist marketinggetrieben. In der Kindheit \u00f6konomischer Blogs ging es den Autoren vor allem darum, ihre Forschungsergebnisse einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bekannt zu machen. Die wissenschaftlichen Papiere sollten \u00f6ffentlichkeitswirksamer beworben werden. \u00d6konomische Blogs waren vor allem ein neues Marketing-Instrument. Der unter \u00d6konomen viel gelesene Blog <em>VoxEU<\/em> folgt dieser Gesch\u00e4ftsidee. Allerdings st\u00f6\u00dft der Ansatz an Grenzen: Wissenschaftler schreiben f\u00fcr Wissenschaftler. Der Absatzmarkt ist relativ klein, oft nicht mehr als eine Nische.<\/p>\n<p>(2) \u00d6konomische Blogs der Zukunft k\u00f6nnten st\u00e4rker forschungsgetriebenen sein. Nach wie vor ver\u00f6ffentlichen Wissenschaftler lieber in traditionellen Zeitschriften. Daf\u00fcr sorgt schon der Impact-Faktor. Der komparative Vorteil von Zeitschriften schwindet aber. Zum einen w\u00e4chst der time-lag zwischen Einreichung und Ver\u00f6ffentlichung wissenschaftlicher Beitr\u00e4ge. Die L\u00fccke zur Aktualit\u00e4t wird gr\u00f6\u00dfer, der Elfenbeinturm w\u00e4chst. Zum anderen wird es immer schwieriger, wirtschaftspolitische Entscheidungen in Zeitschriften zu diskutieren. Hier haben Blogs einen Wettbewerbsvorteil. Diskussionen k\u00f6nnen schneller, \u00f6fter und mit Vielen gef\u00fchrt werden, wenn sie denn stattfinden. Es ist ein klares Zeichen, dass die Kontroversen um die B\u00fccher von Kenneth Rogoff\/Carmen Reinhardt und Thomas Piketty und die These von Lawrence Summers zur s\u00e4kularen Stagnation in \u00f6konomischen Blogs ausgetragen wurden.<\/p>\n<p>(3) Das Mantra der Wissenschaft ist das Humbold\u2019sche Ideal der Einheit von Forschung und Lehre. \u00d6konomische Blogs machen es m\u00f6glich, die neusten Erkenntnisse der Forschung in moderner Form in die Lehre zu bringen. Das kann zeitnah geschehen. Aktuelle Entwicklungen k\u00f6nnen \u00fcber die sozialen Medien kommuniziert werden. Neue Instrumente der Kommunikation, wie eingebundene Videos, sind nutzbar. Und noch etwas k\u00f6nnen Blogs leisten: Sie k\u00f6nnen die Kommunikation zwischen Lehrenden und Lernenden wieder in Gang bringen. Das ist dringend n\u00f6tig. In den oft grauenhaften Massenveranstaltungen der \u00d6konomie ist der diskursive Kontakt zwischen den beiden Gruppen l\u00e4ngst abgebrochen. Vielleicht sind Blogs ein Medium, die gegenw\u00e4rtige Sprachlosigkeit zu verringern.<\/p>\n<p>(4) Die Wissenschaft hat auch die Aufgabe, die breite \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die Ergebnisse ihrer zumeist steuerfinanzierten Arbeit zu informieren. Herbert Giersch sprach von einer &#8222;Bringschuld&#8220; der \u00d6konomen. Ver\u00f6ffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften sind dazu meist ungeeignet. Die Ergebnisse m\u00fcssen popul\u00e4rwissenschaftlich aufbereitet werden. In der Vergangenheit waren es vor allem (Qualit\u00e4ts-)Zeitungen, \u00fcber die wissenschaftliche Erkenntnisse f\u00fcr \u00f6konomisch interessierte B\u00fcrger zug\u00e4nglich wurden. Mindestens so wichtig ist auch eine allgemein verst\u00e4ndliche Analyse aktueller wirtschaftspolitischer Probleme. Das ist f\u00fcr B\u00fcrger und Politik von hohem Interesse. In Zukunft m\u00fcssen \u00f6konomische Blogs diese Aufgabe verst\u00e4rkt wahrnehmen: Zeitungen werden weiter sterben, B\u00fcrger informieren sich mehr \u00fcber soziale Medien. Das setzt aber voraus, dass die Wissenschaft auch bereit ist, diese Aufgabe ad\u00e4quat zu erf\u00fcllen. Noch ist das nur ein frommer Wunsch.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Wie bloggen \u00d6konomen?<\/b><\/p>\n<p>Die Blogs akademischer \u00d6konomen sind unterschiedlich organisiert. Oft sind es Einzelpersonen, die einen Blog betreiben. Die bekanntesten dieser Blogs werden von Paul Krugman, Greg Mankiw, Mark Thoma und Tyler Cowen unterhalten. Dabei tun sie allerdings Unterschiedliches. Paul Krugman setzt auf Kommentare zur aktuellen Wirtschaftspolitik. Greg Mankiw tut \u00e4hnliches, allerdings weniger polemisch. Demgegen\u00fcber informieren Mark Thoma und Tyler Cowen ihre Leser vor allem \u00fcber interessante Beitr\u00e4ge in Printmedien und anderen Blogs, der eine mehr aus linker, der andere mehr aus liberaler Sicht. Eines haben aber alle diese Blogs gemeinsam: Sie sind nicht forschungsgetrieben. Ihr prim\u00e4res Anliegen ist es, die Wirtschaftspolitik zu kommentieren oder Kommentare anderer zu transportieren. Manchmal informieren sie auch \u00fcber interessante Entwicklungen in der Forschung.<\/p>\n<p>Weltweit dominieren solche \u00f6konomischen Blogs von Einzelautoren. Allerdings fehlen deutsche akademische \u00d6konomen bisher weitgehend. In dieser Blog-Welt ist der Prozess der sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung sehr intensiv. Es ist f\u00fcr einzelne Personen schwer, Blogs am Leben zu erhalten. Das haben auch bekannte \u00d6konomen, wie etwa Dani Rodrik, erfahren m\u00fcssen. \u00d6konomische Blogs haben nur Erfolg, wenn sie m\u00f6glichst viele Themen kompetent beackern, die Beitr\u00e4ge regelm\u00e4\u00dfig erscheinen und auf Kommentare der Leser eingegangen wird. Alles das k\u00f6nnen einzelne Autoren in der Regel nicht leisten. Eine Chance zu \u00fcberleben, haben \u00f6konomische Blogs deshalb nur als Mehr-Autoren-Blogs. Sie garantieren vor allem Themenvielfalt und Regelm\u00e4\u00dfigkeit. Der erfolgreichste Blog dieser Kategorie ist <em>VoxEU<\/em>. Im deutschsprachigen Bereich setzen die <em>\u00d6konomenstimme<\/em> und die <em>Wirtschaftliche Freiheit<\/em> auf diese Strategie. Dabei setzt <em>VoxEU<\/em> st\u00e4rker auf das Marketing von Diskussionspapieren, die <em>\u00d6konomenstimme<\/em> auf Beitr\u00e4ge, die zumeist schon in den Printmedien erschienen sind und die <em>Wirtschaftliche Freiheit<\/em> vor allem auf exklusive Beitr\u00e4ge zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen.<\/p>\n<p>Aber auch Mehr-Autoren-Blogs \u00fcberleben nicht, wenn die Qualit\u00e4t der Beitr\u00e4ge nicht stimmt. Das gilt f\u00fcr Autoren und Kommentatoren. Es ist leicht einzusehen, dass ein traditioneller Review-Prozess in Blogs weder m\u00f6glich noch erw\u00fcnscht ist. Der Aufwand w\u00e4re zu gro\u00df, Blogs w\u00fcrden ihre komparativen Vorteile verlieren. Aus Blogs w\u00fcrden Online-Zeitschriften. Sie w\u00fcrden ihre Vorteile verlieren, ein Format zwischen Konferenzen und Artikeln in Journals, zwischen m\u00fcndlicher und schriftlicher Form und zwischen Zeitschriften-Beitr\u00e4gen und Zeitungsartikeln zu sein. Eine M\u00f6glichkeit, die Qualit\u00e4t zu sichern, besteht darin, bei der Auswahl der Autoren sorgf\u00e4ltig vorzugehen. Bei der <em>Wirtschaftlichen Freiheit<\/em> besteht der Kern der st\u00e4ndigen Autoren aus gestandenen akademischen Kollegen. Das garantiert eine gewisse Qualit\u00e4t. Bei Gastbeitr\u00e4gen m\u00fcssen die Herausgeber auf die Qualit\u00e4t achten. Es ist auch unerl\u00e4sslich, die Kommentare qualit\u00e4tsorientiert zu moderieren. Allerdings stehen dieser berechtigten Forderung die Kosten an Zeit und Geld entgegen.<\/p>\n<p>Eine spezielle Form des Bloggens ist das sogenannte \u201eMikro-Bloggen\u201c. Die bekanntesten Plattformen sind Twitter, Facebook und Google+. Auch \u00d6konomen nutzen diese M\u00f6glichkeiten in zunehmendem Ma\u00dfe. Eine argumentative Auseinandersetzung oder eine tiefere Kommentierung ist allerdings \u00fcber diese Medien kaum m\u00f6glich. Daf\u00fcr sorgt schon die stark begrenzte Zahl von Zeichen, die etwa bei Twitter pro Tweet zur Verf\u00fcgung stehen. Schlagworte pflastern deren Weg. \u00d6konomische Blogs nutzen diese sozialen Medien, um ihre Tweets schneller, \u00f6fter und breiter unter die Leute zu bringen. Diese sozialen Medien sind in erster Linie ein Marketing-Instrument der Blogs. Prim\u00e4res Ziel ist es, auf eigene Blog-Beitr\u00e4ge, eigene und fremde neue Papiere, interessante Beitr\u00e4ge in neuen und alten Medien hinzuweisen, nicht mehr aber auch nicht weniger. Forschungsgetrieben ist dieses \u201eMikro-Blogging\u201c eher nicht.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Weshalb bloggen so wenig \u00d6konomen?<\/b><\/p>\n<p>Die Nachfrage nach fundierter Information \u00fcber \u00f6konomische Zusammenh\u00e4nge ist gro\u00df und sie w\u00e4chst weiter. Vielf\u00e4ltige wirtschaftliche Ver\u00e4nderungen und ein wachsender Bildungsstand der Bev\u00f6lkerung befeuern diese Nachfrage. Allerdings k\u00f6nnen die traditionellen Informatoren und Interpreten \u00f6konomischer Entwicklungen dieser Aufgabe immer weniger nachkommen. Der Qualit\u00e4tsjournalismus ist auf dem R\u00fcckzug. Zeitungen sterben reihenweise, Rundfunk und Fernsehen fehlen immer \u00f6fter die fachliche Kompetenz. Das w\u00e4re eigentlich die Zeit akademischer \u00f6konomischer Blogs. Sie sind den traditionellen Medien \u00fcberlegen, weil es weder Platz- noch Zeitprobleme gibt, Graphiken, Tabellen und Videos in die Texte eingebaut werden k\u00f6nnen und grunds\u00e4tzlich ein leichterer kommunikativer Austausch mit den Lesern m\u00f6glich ist. Akademische \u00d6konomen haben die n\u00f6tige fachliche Kompetenz. Dennoch bloggen nur wenige.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung ist auf den ersten Blick auch noch aus einem anderen Grund unverst\u00e4ndlich. Die beiden Weltbank\u00f6konomen <a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/sites\/default\/files\/file\/DP8558.pdf\">David J. McKenzie und Berk \u00d6zler<\/a> haben schon vor einiger Zeit empirisch festgestellt, dass die akademischen Betreiber \u00f6konomischer Blogs profitieren. Normalerweise werden Diskussionspapiere eher selten gelesen. Das gilt selbst f\u00fcr NBER-Working-Papers. Selbst dort sind es oft nicht viel mehr als eine Hand voll Leser. Werden in (bekannteren) \u00f6konomischen Blogs allerdings Links auf Diskussionspapiere gelegt, steigt die Zahl der Zugriffe auf Abstracts und Papiere signifikant an. Bloggen sch\u00e4rft auch das Profil der Blogger und das ihrer Institutionen und erh\u00f6ht ihre wissenschaftliche Reputation gegen\u00fcber Kollegen mit \u00e4hnlichen Publikationsergebnissen. Auch die Motivation zu forschen und die Qualit\u00e4t der Forschung, werden durch Blogs positiv beeinflusst.<\/p>\n<p>Warum gibt es trotzdem so wenig akademische \u00f6konomische Blogs mit \u00f6ffentlicher Breitenwirkung? Auch \u00d6konomen bieten dort mehr an, wo die Rendite gr\u00f6\u00dfer ist. Die gr\u00f6\u00dften Ertr\u00e4ge k\u00f6nnen akademische \u00d6konomen in relativ jungen Jahren erzielen, wenn sie Papiere in hoch gerankten \u00f6konomischen Journals unterbringen. Das erh\u00f6ht ihre Karrierechancen und ihr Einkommen nachhaltig. Blog-Beitr\u00e4ge werfen diese Ertr\u00e4ge nicht ab. Blogs werden allenfalls genutzt, um eigene Papiere zu bewerben, manchmal auch um wissenschaftliche Diskussionen zu f\u00fchren. Die meisten Wissenschaftler schreiben deshalb nicht f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit, wenn sie \u00fcberhaupt in Blogs schreiben, sondern vor allem f\u00fcr andere Wissenschaftler, die letztlich \u00fcber ihre Karriere entscheiden. Erst wenn die akademischen Karrierechancen mit dem Alter schwinden und die Politikberatung eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt, sind sie eher bereit, auch in Blogs f\u00fcr ein breiteres Publikum allgemeinverst\u00e4ndlicher zu schreiben, wenn sie es denn k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zu einem Dilemma. Es ist nicht m\u00f6glich, in einem \u00f6konomischen Blog alle vier Ziele gleichzeitig wahrzunehmen: Marketing, Forschung, Lehre und Information der \u00d6ffentlichkeit. Das <em>Tinbergen-Theorem<\/em> gilt auch f\u00fcr Blogs: Man kann mit einem einzigen Instrument nicht gleichzeitig mehrere Ziele effizient realisieren. Es ist notwendig, dass sich die Blogs auf die jeweiligen Ziele spezialisieren. Das f\u00fchrt allerdings zu einem Problem. Die Mehrzahl der Wissenschaftler, die in Blogs aktiv sind, schreibt f\u00fcr Wissenschaftler. Dieser Markt ist allerdings klein. Mehr als Nischen sind das oft nicht. Die Zahl der Leser ist \u00fcberschaubar. In der breiten \u00d6ffentlichkeit spielen diese \u00f6konomischen Blogs keine Rolle. Wer in Blogs f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit schreibt, hat seine akademische Karriere zumeist schon hinter sich. Der individuelle Anreiz, sich mit qualitativ guten und allgemeinverst\u00e4ndlichen Blog-Beitr\u00e4gen zu qu\u00e4len, ist eher gering. Ausnahmen best\u00e4tigen die Regel.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Zukunft akademischer \u00f6konomischer Blogs ist ambivalent. In einer immer komplexeren und volatileren \u00f6konomischen Welt w\u00e4chst die Nachfrage einer breiten \u00d6ffentlichkeit nach \u00f6konomischer Aufkl\u00e4rung. Mit \u00f6konomischen Blogs ist die ad\u00e4quate Produktionstechnologie verf\u00fcgbar. Nur das private Angebot ist unzureichend. Die Pr\u00e4ferenz der akademischen Welt ist forschungsgetrieben. Das f\u00fchrt zu mehr \u00f6konomischen Blogs vor allem f\u00fcr forschende Spezialisten. Akademische \u00f6konomische Blogs, die eine breite \u00d6ffentlichkeit informieren wollen, bleiben Mangelware. Sie haben starke Elemente eines \u00f6ffentlichen Gutes. Von ihm wird bekanntlich zu wenig privat angeboten. Das sind keine guten Aussichten f\u00fcr akademische \u00f6konomische Blogs, \u00fcber die sich eine breite \u00d6ffentlichkeit fundiert informieren kann. Wenn aber (Qualit\u00e4ts-)Zeitungen die Luft ausgeht, stellt sich die Frage, wer das allgemeine Informationsbed\u00fcrfnis der verunsicherten B\u00fcrger befriedigen soll.<\/p>\n<p><strong>Hinweis:<\/strong> Kommentar zur Panel-Diskussion &#8222;Science 2.0 &#8211; Wirtschaftswissenschaftlicher Forschungsalltag im Social Web&#8220; auf der <a href=\"http:\/\/www.socialpolitik.org\/docs\/Programmheft_VfS-Jahrestagung_2014.pdf\">Jahrestagung des VfS<\/a> am 10. September 2014 in Hamburg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/f3972441856d4d0eaf91b349e71a0410\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;If I could explain it to the average person, I wouldn&#8217;t have been worth the Nobel Prize.&#8220; (Richard Feynman) Vor der sch\u00f6pferischen Zerst\u00f6rung ist nichts &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15473\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<font size=3; color=grey>In eigener Sache <\/font><br \/>Haben akademische \u00d6konomen-Blogs eine Zukunft?\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":25080,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,42],"tags":[556,1650,1648,1649,1647],"class_list":["post-15473","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alles","category-mediales","tag-berthold","tag-mikro-blogger","tag-soziale-medien","tag-tinbergen-theorem","tag-oekonomische-blogs"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>In eigener Sache Haben akademische \u00d6konomen-Blogs eine Zukunft? 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