{"id":15933,"date":"2014-11-27T00:01:58","date_gmt":"2014-11-26T23:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15933"},"modified":"2014-11-27T06:04:49","modified_gmt":"2014-11-27T05:04:49","slug":"ungleichheit-heute-28beamte-und-selbststaendige-die-stars-der-vermoegensverteilungwelche-personengruppen-besitzen-das-hoechste-vermoegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15933","title":{"rendered":"<small\/>Ungleichheit heute (28)<\/small><br\/>Beamte und Selbstst\u00e4ndige \u2013 die Stars der Verm\u00f6gensverteilung<br><font size =3; color=grey>Welche Personengruppen besitzen das h\u00f6chste Verm\u00f6gen?<\/font>"},"content":{"rendered":"<p>Das Verm\u00f6gen in Deutschland ist <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15057\" target=\"blank\">ungleich<\/a> verteilt. W\u00e4hrend 28 % der Bev\u00f6lkerung \u00fcber kein oder gar ein negatives Nettoverm\u00f6gen verf\u00fcgen, besitzen die reichsten zehn Prozent mehr als die H\u00e4lfte des gesamten Nettoverm\u00f6gens. Doch welche Personengruppen lassen sich im oberen Teil der Verteilung finden, welche haben wiederum nur geringe M\u00f6glichkeiten, ein nennenswertes Verm\u00f6gen aufzubauen? Einer kurzen \u00dcbersicht \u00fcber die quantitativ bedeutsamsten Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde folgt eine Differenzierung der individuellen Verm\u00f6gensh\u00f6he nach pers\u00f6nlichen Charakteristika.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Was f\u00fcr Arten von Verm\u00f6gen halten die Deutschen typischerweise? \u2013 \u00dcber die Bedeutung von Immobilien und Betriebsverm\u00f6gen<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland betr\u00e4gt das durchschnittliche Nettoverm\u00f6gen derzeit rund 83.000 Euro. Die quantitativ bedeutsamste Verm\u00f6gensposition ist selbstgenutzter Immobilienbesitz mit einem durchschnittlichen Anteil von rund 63 % am Nettoverm\u00f6gen (Tabelle 1). Allerdings besitzen nur 38 % der Bev\u00f6lkerung eine selbstgenutzte Immobilie. In den neuen Bundesl\u00e4ndern kommt sogar weniger als ein Drittel der erwachsenen Bev\u00f6lkerung in den Genuss eines selbstgenutzten Eigenheims. Ebenfalls von Bedeutung ist der Besitz von Immobilien, die nicht selbstgenutzt werden. W\u00e4hrend diese rund 18 % am Nettoverm\u00f6gen ausmachen, entf\u00e4llt das Eigentum auf nur zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung. Ungeachtet dessen, ob eine Immobilie selbstgenutzt wird oder nicht, besitzen in Deutschland rund 44 % \u00fcberhaupt eine Immobilie. Dieser Anteil ist im Europ\u00e4ischen W\u00e4hrungsraum der geringste. Differenziert man nach Hauseigent\u00fcmerstatus, wird einem schnell bewusst, warum das deutsche Durchschnitts- und vor allem das Medianverm\u00f6gen im europ\u00e4ischen Vergleich hinterher hinkt. So liegt das durchschnittliche Nettoverm\u00f6gen der deutschen Hauseigent\u00fcmer mit rund 215.000 Euro fast gleichauf mit dem EWU-Durchschnitt der europ\u00e4ischen Hauseigent\u00fcmer. Das durchschnittliche Verm\u00f6gen der Nicht-Eigent\u00fcmer liegt mit rund 10.000 Euro knapp \u00fcber dem EWU-Durchschnitt der Nicht-Eigent\u00fcmer. Der mittlere Haushalt besitzt in Deutschland schlichtweg keine Immobilie, weswegen insbesondere das mittlere Verm\u00f6gen signifikant geringer als bei den europ\u00e4ischen Nachbarn ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Den h\u00f6chsten Wert erreicht Betriebsverm\u00f6gen mit einem durchschnittlichen Wert von \u00fcber 190.000 Euro. Lediglich 4,2 % der Bev\u00f6lkerung k\u00f6nnen jedoch Betriebsverm\u00f6gen aufweisen. Die durchschnittliche Verschuldung, die sich im Allgemeinen auf Hypothekar- und Konsumentenkredite zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst, liegt bei knapp \u00fcber 50.000 Euro.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraasstab1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"Vermoegen1\" alt=\"Vermoegen1\" src=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraasstab1.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Reich im Alter? \u2013 Wie das Alter die H\u00f6he des Verm\u00f6gens beeinflusst<\/strong><\/p>\n<p>Betrachtet man die Verm\u00f6gensh\u00f6he in Abh\u00e4ngigkeit des Alters, bildet sich ein deutliches Muster \u00fcber den Lebenszyklus heraus. So ist das Nettoverm\u00f6gen bei jungen Personen noch relativ gering, da sich diese meist noch in der Ausbildung befinden oder nur ein relativ geringes Arbeitseinkommen erwirtschaften. Mit zunehmender Zeit im Berufsleben erh\u00f6ht sich das Arbeitseinkommen. Das, was ein Individuum nicht konsumiert, kann es sparen beziehungsweise anlegen und somit Verm\u00f6gen akkumulieren. Ebenso steigt mit zunehmenden Alter die Wahrscheinlichkeit, Verm\u00f6gen zu erben oder wiederum Einkommen aus eigenem Verm\u00f6gen zu erzielen. Des Weiteren erh\u00f6ht sich die Wahrscheinlichkeit eines h\u00f6heren Nettoverm\u00f6gens im Alter aufgrund von Immobilieneigentum, da dieser bis zum Eintritt in den Ruhestand typischerweise abbezahlt ist und die Verbindlichkeiten zunehmend gesenkt werden k\u00f6nnen. So hatten 2010 die 55 bis 64-j\u00e4hrigen Befragten im PHF, einer von der Bundesbank durchgef\u00fchrten Haushaltsbefragung, im Durchschnitt ein Verm\u00f6gen von rund 330.000 Euro (Abbildung 1).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraassabb1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"Nettovermoegen\" alt=\"Nettovermoegen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraassabb1.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Im Normalfall l\u00e4uft dieser Akkumulationsprozess vonstatten bis die Person von der Erwerbs- in die Ruhestandsphase \u00fcbertritt und von da an beginnt, ihr Verm\u00f6gen langsam aufzubrauchen. Sie hat dann statt eines Arbeitseinkommens ein in der Regel geringeres Einkommen in Form von einer Rentenzahlung. Genau genommen ist auch diese Form in gewisser Weise eine Aufzehrung bereits angesparten Verm\u00f6gens, da f\u00fcr diese Auszahlungen \u00fcber das Berufsleben hinweg in Form von staatlicher oder privater Rentenversicherung R\u00fccklagen gebildet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>M\u00e4nner sind verm\u00f6gender als Frauen<\/strong><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Befragungen wie dem PHF, bei denen nur ein Repr\u00e4sentant eines Haushaltes befragt wird, erm\u00f6glicht das SOEP eine geschlechtsspezifische Differenzierung, die auf die rechtliche Herrschaft der Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde abzielt. Im Jahr 2012 betrug das durchschnittliche Nettoverm\u00f6gen der M\u00e4nner rund 97.000 Euro. Damit sind M\u00e4nner im Schnitt rund 27.000 Euro reicher als Frauen. Doch worauf ist diese Diskrepanz zur\u00fcckzuf\u00fchren? Erstens liegen sowohl das Durchschnittseinkommen als auch die Erwerbsquote der M\u00e4nner \u00fcber den Werten der Frauen. Folglich f\u00e4llt es ihnen leichter Verm\u00f6gen zu akkumulieren. Zweitens besitzen M\u00e4nner \u00f6fter Betriebsverm\u00f6gen. W\u00e4hrend rund sieben Prozent der M\u00e4nner \u00fcber diese Verm\u00f6genskomponente verf\u00fcgen, k\u00f6nnen nur etwas mehr als zwei Prozent der Frauen mit Betriebsverm\u00f6gen aufwarten. Doch auch die durchschnittliche H\u00f6he des Betriebsverm\u00f6gens f\u00e4llt zwischen den Geschlechtern unterschiedlich aus. Bei M\u00e4nnern liegt der Wert im Jahr 2007 bei durchschnittlich 17.000 Euro, bei Frauen hingegen nur bei rund 3.000 Euro. Drittens betreiben M\u00e4nner vermehrt private Altersvorsorge. Da gesetzliche Altersvorsorgeanspr\u00fcche nicht in den Verm\u00f6gensdaten enthalten sind, f\u00e4llt hier der Wert f\u00fcr Frauen unterproportional aus.<\/p>\n<p>Interessanterweise sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede haupts\u00e4chlich auf verheiratete Personen und Geschiedene beziehungsweise getrennt Lebende zur\u00fcckzuf\u00fchren. Bei jungen Singles und \u00e4lteren Verwitweten f\u00e4llt der Unterschied hinsichtlich des Nettoverm\u00f6gens deutlich geringer aus. W\u00e4hrend verheiratete Paare ihr Einkommen meist zusammenlegen, wird dies beim Verm\u00f6gen anders gehandhabt. Die Autoren des DIW weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dies gegebenenfalls auf steuerrechtliche Vorschriften oder auf Gr\u00fcnde des Insolvenzschutzes zur\u00fcckzuf\u00fchren sei. Beispielsweise kann es sinnvoll sein, das vorhandene Betriebsverm\u00f6gen \u00fcber den m\u00e4nnlichen Partner und das gemeinsame Wohneigentum \u00fcber den weiblichen Partner laufen zu lassen, um so im Falle einer Insolvenz das Wohneigentum zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Verteilung des Verm\u00f6gens nach beruflicher Stellung und Bildungsniveau<\/strong><\/p>\n<p>Das Bildungsniveau sowie die berufliche Stellung sind entscheidende Faktoren daf\u00fcr, wie hoch das individuelle Verm\u00f6gen letztendlich ausf\u00e4llt. So bestimmen die Ausbildung und die berufliche Integration ma\u00dfgeblich dar\u00fcber, welche M\u00f6glichkeiten der Einkommenserzielung und damit zusammenh\u00e4ngend welche M\u00f6glichkeiten der Akkumulation von Verm\u00f6gen ein Individuum besitzt.<\/p>\n<p>Auswertungen der Daten des SOEP best\u00e4tigen den positiven Zusammenhang zwischen der Qualifikation und der beruflichen Stellung mit der jeweiligen individuellen Verm\u00f6gensh\u00f6he. So verf\u00fcgten im Jahr 2012 Angestellte ohne eine nennenswerte Qualifikation im Durchschnitt \u00fcber ein Nettoverm\u00f6gen von rund 32.500 Euro (Tabelle 2). Mit steigender Qualifikation steigt das Nettoverm\u00f6gen und sinkt der Anteil derer, die kein oder ein negatives Verm\u00f6gen haben. W\u00e4hrend Angestellte mit einfachen T\u00e4tigkeiten im Durchschnitt rund 45.000 Euro besitzen, verf\u00fcgen Angestellte mit qualifizierten T\u00e4tigkeiten \u00fcber rund 83.000 Euro und Angestellte mit umfassenden F\u00fchrungsaufgaben mit rund 210.000 Euro \u00fcber mehr als doppelt so viel. Eine ebenfalls relativ gute Verm\u00f6gensposition besitzen Beamte. Die im einfachen und mittleren Dienst verf\u00fcgen mit etwa 80.000 Euro im Durchschnitt rund 34.000 Euro weniger als Beamte des gehobenen und h\u00f6heren Dienstes. Wie sehr die H\u00f6he des Arbeitseinkommens dar\u00fcber entscheidet, wie hoch das individuelle Nettoverm\u00f6gen ist, l\u00e4sst sich insbesondere bei der Gruppe der Erwerbslosen beobachten. Diese besitzen mit im Schnitt 18.000 Euro am wenigsten Verm\u00f6gen. Auffallend ist, dass 65,5 % der Arbeitslosen kein Verm\u00f6gen besitzen oder verschuldet sind. Folglich liegt das Mediannettoverm\u00f6gen Arbeitsloser bei null.<\/p>\n<p>Die zwei Gruppen, die im Durchschnitt am meisten Verm\u00f6gen vorzuweisen haben sind einerseits Pension\u00e4re beziehungsweise Rentner und andererseits Selbstst\u00e4ndige. Bei den Rentnern ist dies insbesondere auf ihr fortgeschrittenes Alter zur\u00fcckzuf\u00fchren, weshalb sie schlicht mehr Zeit hatten, Verm\u00f6gen zu akkumulieren. F\u00fcr die Selbstst\u00e4ndigen l\u00e4sst sich festhalten, dass die individuelle Nettoverm\u00f6gensh\u00f6he positiv mit der Betriebsgr\u00f6\u00dfe korreliert ist. W\u00e4hrend Selbstst\u00e4ndige ohne Mitarbeiter im Schnitt auf rund 172.000 Euro kommen, liegen Selbstst\u00e4ndige mit zehn oder mehr Mitarbeitern mit durchschnittlich 952.000 Euro auf einem bedeutend h\u00f6heren Nettoverm\u00f6gensniveau. Die Gr\u00fcnde, warum Selbstst\u00e4ndige auf ein so hohes Nettoverm\u00f6gen kommen, sind vielschichtig. Die wichtigsten sind einerseits die Bedeutung der H\u00f6he des Betriebsverm\u00f6gens und die Einkommensh\u00f6he selbst und andererseits die Art der Altersvorsorge Selbstst\u00e4ndiger. Im Gegensatz zu abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten sorgen Selbstst\u00e4ndige fast ausschlie\u00dflich privat vor. W\u00e4hrend private Altersvorsorge in den Daten als Privatverm\u00f6gen enthalten ist, finden die Anspr\u00fcche der abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten aus der gesetzlichen Altersvorsorge keine Ber\u00fccksichtigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraasstab2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"Nettovermoegen2\" alt=\"Nettovermoegen2\" src=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraasstab2.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Werden Unternehmer reich gerechnet? Wie sich das Bild durch die Ber\u00fccksichtigung von Anwartschaften an Alterssicherungssystemen \u00e4ndert<\/strong><\/p>\n<p>Das bisherige Bild relativiert sich ein wenig, wenn man die Anwartschaften aus den Alterssicherungssystemen ber\u00fccksichtigt. Warum Anwartschaften im Normalfall nicht ber\u00fccksichtigt werden, hat vor allem zwei Gr\u00fcnde. Zum einen ist die statistische Erfassung der Rentenanspr\u00fcche relativ schwierig. Zum anderen stellen Anwartschaften im engeren Sinne kein Verm\u00f6gen dar. Anwartschaften erf\u00fcllen die sonstigen Funktionen von Verm\u00f6gen bis auf die Sicherungsfunktion im Alter nicht. Beispielsweise k\u00f6nnen Anspr\u00fcche nicht vorzeitig liquidiert oder geltend gemacht werden. Zudem gibt es sehr begrenzte Vererbungsm\u00f6glichkeiten und der Gegenwert der Anwartschaften h\u00e4ngt aufgrund der Umlagefinanzierung von der Ausgestaltung des Systems und der demographischen Belastung ab. Joachim Frick und Markus Grabka haben trotz der genannten Probleme die Verm\u00f6gensdaten mit Hilfe statistischen Matchings um die Anwartschaften an den staatlichen Alterssicherungssystemen erweitert. Der Gegenwartswert der Anwartschaften belief sich ihrer Berechnung zufolge auf rund 4,6 Billionen Euro, was im Durchschnitt rund 67.000 Euro pro Erwachsenem gleichkommt (Abbildung 2).<\/p>\n<p>Besonders bei den in der vorherigen Betrachtung unterdurchschnittlich verm\u00f6genden Gruppen ver\u00e4ndert sich das individuelle Nettoverm\u00f6gen durch die Einbeziehung der Anwartschaften zum Teil drastisch, da ihre Altersvorsorge prozentual einen gro\u00dfen Anteil am erweiterten Gesamtverm\u00f6gen ausmacht. Die Einberechnung der Altersvorsorge d\u00e4mpft die gemessene Verm\u00f6gensungleichheit merklich. Durch den Einbezug der Anwartschaften gewinnen Beamte, insbesondere bereits Pensionierte, gegen\u00fcber sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten. So erweitert sich das Verm\u00f6gen der Pension\u00e4re um durchschnittlich rund 307.000 Euro auf circa 502.000 Euro (Abbildung 2). Dies liegt zum einen an der Berechnungsmethode der Anspr\u00fcche, da die H\u00f6he der Beamtenpension im Wesentlichen von der H\u00f6he der Bez\u00fcge in den letzten Erwerbsjahren abh\u00e4ngt und diese f\u00fcr gew\u00f6hnlich h\u00f6her als in fr\u00fcheren Erwerbsjahren ausf\u00e4llt. Im Gegensatz dazu bemisst sich die H\u00f6he der Rente sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigter an der Summe der Einkommen aller Jahre ihrer Besch\u00e4ftigung. Kurzum: Beamte sind hinsichtlich der Altersvorsorge privilegiert. Zum anderen besitzen Beamte im Normalfall eine l\u00fcckenlosere Erwerbsbiographie, was einen stetigeren Einzahlungsprozess zur Folge hat.<\/p>\n<p>Trotz der Ber\u00fccksichtigung der Anspr\u00fcche an die gesetzlichen Systeme der Alterungssicherung behalten Unternehmer mit mindestens zehn Mitarbeitern ihre Position inne, da ihr Geld- und Sachverm\u00f6gen mit durchschnittlich rund einer Million Euro \u00fcberdurchschnittlich hoch ausf\u00e4llt. Etwas st\u00e4rker kommt dieser Effekt bei Selbstst\u00e4ndigen mit weniger als zehn Mitarbeitern zum Tragen. Sie sind zwar mit einem erweiterten Nettoverm\u00f6gen von rund 370.000 Euro immer noch \u00fcberdurchschnittlich verm\u00f6gend. Jedoch verlieren sie relativ gegen\u00fcber Angestellten mit umfassenden F\u00fchrungsaufgaben und Pension\u00e4ren. Bei Arbeitslosen, Angestellten ohne Ausbildung sowie bei Angestellten mit geringer Qualifikation erweitert sich das Verm\u00f6gen relativ betrachtet stark. Trotzdem bleibt festzuhalten, dass diese Gruppen auch unter Einbezug der Anwartschaften immer noch weit unter dem Durchschnitt verbleiben und dem Risiko der Verm\u00f6gensarmut besonders ausgesetzt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraassabb2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"centered\" title=\"Anwartschaften\" alt=\"Anwartschaften\" src=\"\/wordpress\/bilder\/b3fraassabb2.png\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Weitere Faktoren, die die individuelle Verm\u00f6gensh\u00f6he beeinflussen<\/strong><\/p>\n<p>Weitere Faktoren, die die individuelle Verm\u00f6gensh\u00f6he beeinflussen sind die Haushaltsgr\u00f6\u00dfe und der Familienstand. Am meisten Verm\u00f6gen k\u00f6nnen alleinlebende Verwitwete aufweisen, da diese im Durchschnitt relativ alt sind und oftmals auch eine nennenswerte Erbschaft erhalten hatten. Beispielsweise kommen m\u00e4nnliche Verwitwete, die \u00e4lter als 60 Jahre alt sind und alleine leben, auf ein durchschnittliches Nettoverm\u00f6gen von fast 190.000 Euro. Ein relativ hohes Verm\u00f6gen mit im Schnitt rund 108.000 Euro k\u00f6nnen auch Ehepartner ohne Kinder aufweisen. Je mehr Kinder aus einer Ehe hervorgehen, desto geringer ist das durchschnittliche Pro-Kopf-Nettoverm\u00f6gen. So haben Ehepartner mit zwei Kindern weniger als halb so viel Verm\u00f6gen wie Eltern, die kinderlos bleiben. Am wenigsten Verm\u00f6gen besitzen Alleinerziehende. Auch hier gilt: Je mehr Kinder in einem Haushalt leben, desto geringer ist das Pro-Kopf-Verm\u00f6gen. So kommen Alleinerziehende mit zwei oder mehr Kindern gerade so auf etwas mehr als 20.000 Euro.<\/p>\n<p>Ebenfalls eine unterdurchschnittliche Verm\u00f6gensh\u00f6he weisen Menschen mit Migrationshintergrund auf. Im Jahr 2007 lag ihr durchschnittliches Nettoverm\u00f6gen lediglich bei 45 % des Mittelwertes der Gesamtbev\u00f6lkerung, wobei mehr als jeder Zweite kein oder ein negatives Verm\u00f6gen besa\u00df. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind vor allem eine geringere Hauseigent\u00fcmerquote, eine auch sonst geringere Diversifizierung der Verm\u00f6gensanlagen, ein allgemein geringerer Wert der jeweiligen Verm\u00f6genskomponenten, eine geringere Wahrscheinlichkeit des Erhalts einer Erbschaft, R\u00fcck\u00fcberweisungen, eine j\u00fcngere Altersstruktur sowie ein um durchschnittlich 20 % geringeres Einkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl Immobilieneigentum die quantitativ bedeutsamste Komponente des Verm\u00f6gens darstellt, liegt die Hauseigent\u00fcmerquote weit unterhalb des europ\u00e4ischen Durchschnitts und sorgt mitunter f\u00fcr eine ungleiche Verteilung der Verm\u00f6gen. Ebenfalls bedeutsam ist Betriebsverm\u00f6gen, da dieses zwar auch einen hohen durchschnittlichen Wert aufweist, jedoch nur von rund jedem 25. Erwachsenen gehalten wird. Einige Personengruppen besitzen ein sehr beachtliches Verm\u00f6gen. Neben Selbstst\u00e4ndigen erweisen sich auch Beamte sp\u00e4testens nach der Ber\u00fccksichtigung der Altersvorsorgeanspr\u00fcche als sehr verm\u00f6gend. Wie viel Verm\u00f6gen ein Individuum realisieren kann, h\u00e4ngt neben dem Erhalt einer Erbschaft von seinen eigenen M\u00f6glichkeiten der Einkommenserzielung ab. Eine gute Ausbildung legt somit den Grundstein f\u00fcr ein hohes Verm\u00f6gen im Alter und sch\u00fctzt vor Arbeitslosigkeit und Altersarmut. Familien mit mehreren Kindern, Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund sind tendenziell eher im unteren Bereich der Verm\u00f6gensverteilung zu finden.<\/p>\n<h4>Literatur<\/h4>\n<ol>\n<li>Deutsche Bundesbank (2013), Verm\u00f6gen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Bundesbankstudie, Deutsche Bundesbank Monatsbericht Juni 2013.<\/li>\n<li>EZB (2013), The Eurosystem Household Finance and Consumption Survey &#8211; Results from the first wave, Eurosystem Household Finance and Consumption Network, Statistics Paper Series, Nr. 2\/2013.<\/li>\n<li>EZB (2013), The Eurosystem Household Finance and Consumption Network (HFCN), Statistical tables.<\/li>\n<li>Frick, J. R., Grabka, M. M., Hauser, R. (2010): Die Verteilung der Verm\u00f6gen in Deutschland \u2013 Empirische Analysen f\u00fcr Personen und Haushalte, Hans-B\u00f6ckler-Stiftung, D\u00fcsseldorf.<\/li>\n<li>Frick, J. R., Grabka, M. M. (2010), Alterssicherungsverm\u00f6gen d\u00e4mpft Ungleichheit \u2013 aber gro\u00dfe Verm\u00f6genskonzentration bleibt bestehen, in: DIW Wochenbericht Nr. 3\/2010, Berlin.<\/li>\n<li>Grabka, M. M., Westermeier, C. (2014): Anhaltend hohe Verm\u00f6gensungleichheit in Deutschland, DIW Wochenbericht Nr. 9\/2014, Berlin.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beitr\u00e4ge der Serie <em>\u201cUngleichheit heute\u201c\u009d<\/em>:<\/strong><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15790\">Warum wird nicht noch viel mehr umverteilt?<\/a><\/p>\n<p>Marcus Fraa\u00df: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15623\">Die Treiber der Verm\u00f6gensungleichheit. Warum besitzen 10 % der Bev\u00f6lkerung mehr als die H\u00e4lfte des Verm\u00f6gens?<\/a><\/p>\n<p>Thomas Apolte: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15529\">Lohngef\u00e4lle und Bildung in der offenen Gesellschaft<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15366\">Wie ungleich ist die Welt? Mythen, Fakten und Politik<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15065\">Rettet den Kapitalismus vor den Kapitalisten. Thomas Piketty auf den Spuren von Karl Marx.<\/a><\/p>\n<p>Marcus Fraa\u00df: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=15057\">Wie ungleich ist die Verm\u00f6gensverteilung in Deutschland? Noch ungleicher als die Einkommensverteilung<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=14886\">Staatliche Umverteilung und soziale Mobilit\u00e4t. Eine verteilungspolitische Fata Morgana?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=14754\">Die \u201cGreat Gatsby\u201c\u009d-Kurve. Mehr als politische Progaganda?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13583\">Des L\u00e4ba isch koin Schlotzer. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist grober Unfug.<\/a><\/p>\n<p>Klaus Gr\u00fcndler: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13983\">Bildung hilft, die Ungleichheit zu reduzieren<\/a><\/p>\n<p>Mustafa Coban: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13302\">Kombil\u00f6hne versus Working Poor. Der Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=12684\">Geldpolitik und Ungleichheit. Machen Notenbanken die Welt ungleicher?<\/a><\/p>\n<p>Rainer Hank: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=13021\">Ungleichheit und Gerechtigkeit: Was hat das miteinander zu tun?<\/a><\/p>\n<p>Klaus Gr\u00fcndler: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=12673\">Ungleichheit und Krisen<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=12107\">\u201cReichtum ist distributive Umweltverschmutzung\u201c\u009d. H\u00f6here Steuern oder mehr Wettbewerb?<\/a><\/p>\n<p>Klaus Gr\u00fcndler: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=12214\">Ungleichheit und Wachstum<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11892\">Der amerikanische Traum \u2013 Bremst Ungleichheit die soziale Mobilit\u00e4t?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11933\">Der Staat pfl\u00fcgt die Verteilung um <\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11584\">Die Ungleichheit wird m\u00e4nnlicher<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11656\">Krieg der Modelle. Technologie oder Institutionen?<\/a><\/p>\n<p>Michael Gr\u00f6mling: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11703\">Einkommensverteilung \u2013 Vorsicht vor der Konjunktur!<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11140\">Die deutsche \u201cMitte\u201c\u009d ist stabil. Wie lange noch?<\/a><\/p>\n<p>Eric Thode: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11396\">Die Mittelschicht schrumpft \u2013 Wo liegt der Handlungsbedarf?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11388\">Geringe Stundenl\u00f6hne, kurze Arbeitszeiten. Treiben Frauen die Ungleichheit?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=11133\">Deutschland wird ungleicher. Was sagt die Lohnverteilung?<\/a><\/p>\n<p>Simon Hurst: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10879\">Der Staat strapaziert die Schweizer Mittelschicht<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=10851\">Einkommensungleichheit in OECD-L\u00e4ndern. Wo stehen wir?<\/a><\/p>\n<p>Norbert Berthold: <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=98\">Ungleichheit, soziale Mobilit\u00e4t und Humankapital<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Verm\u00f6gen in Deutschland ist ungleich verteilt. 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