{"id":16129,"date":"2015-01-17T06:11:32","date_gmt":"2015-01-17T05:11:32","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=16129"},"modified":"2015-01-17T06:11:32","modified_gmt":"2015-01-17T05:11:32","slug":"nobelpreis-2viel-nutzen-fuer-die-praktische-regulierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=16129","title":{"rendered":"<small>Nobelpreis (2)<\/small><\/br>Viel Nutzen f\u00fcr die praktische Regulierung"},"content":{"rendered":"<p>Erstmals seit \u00fcber 30 Jahren ist der Nobelpreis f\u00fcr \u00d6konomie bzw. \u2013 genauer gesagt \u2013 der von der Schwedischen Reichsbank gestiftete Alfred-Nobel-Ged\u00e4chtnispreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften wieder an einen \u00d6konomen verliehen worden, der sich im Kern seiner Arbeiten mit dem (unvollst\u00e4ndigen) Wettbewerb auf M\u00e4rkten und der Regulierung von Unternehmen befasst. 1982 hat George Stigler, einer der Hauptvertreter der sogenannten <i>Chicago School<\/i>, den Preis f\u00fcr seine bahnbrechenden Arbeiten \u00fcber die Funktionsweise von Marktprozessen und \u00fcber die Ursachen und Auswirkungen staatlicher Regulierung erhalten.<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Stigler war \u2013 ganz typisch f\u00fcr die Chicago School \u2013 ein Skeptiker staatlicher Regulierung; er vertraute im Wesentlichen auf die Selbstheilungskr\u00e4fte von Wettbewerbsprozessen, solange M\u00e4rkte nicht kartelliert sind.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der diesj\u00e4hrige Nobelpreistr\u00e4ger, Jean Tirole (Direktor des Institut d&#8217;\u00c3\u00a9conomie industrielle (IDEI) an der Universit\u00e4t Toulouse I), hat den Preis \u2013 fast wortgleich zu Stigler \u2013f\u00fcr seine Analysen von Marktmacht und Regulierung erhalten.<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Jean Tirole symbolisiert wie vermutlich kaum ein anderer die sogenannte Post-Chicago School der Wettbewerbs- und Regulierungs\u00f6konomie, die sich \u2013 grob zusammengefasst \u2013 dadurch auszeichnet, weniger Daumenregeln zu betrachten, sondern die Umst\u00e4nde jedes einzelnen Falles im Detail zu analysieren und dabei insbesondere zu ber\u00fccksichtigen, dass es Informationsdefizite auf Seiten der staatlichen Aufsichtsbeh\u00f6rden gibt. Im Gro\u00dfen und Ganzen kann durch intelligente Staatseingriffe und Regulierung die Effizienz von Marktprozessen verbessert und die Wohlfahrt gesteigert werden, so die durchaus optimistische Botschaft Tiroles.<\/p>\n<p>Die unterschiedlichen Sichtweisen von Stigler und Tirole sind nat\u00fcrlich zum einen durch \u00fcber 30 Jahre wissenschaftlichem Fortschritt zu erkl\u00e4ren, werden zum anderen aber auch durch ihre pers\u00f6nlichen Werdeg\u00e4nge zumindest reflektiert. W\u00e4hrend George Stigler durchweg ein Vertreter der Chicago School war, hat Jean Tirole zun\u00e4chst in Paris Ingenieurswissenschaften und Mathematik studiert. Er wurde dann 1981 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) promoviert. Sein Doktorvater war Eric Maskin, der 2007 selbst (zusammen mit Leonid Hurwicz und Roger Myerson) den \u00d6konomie-Nobelpreis f\u00fcr Arbeiten \u00fcber die Grundlagen der Mechanismus-Design-Theorie erhalten hat. W\u00e4hrend Stiglers gesamtes Werk noch durch eine sehr kritische Haltung gegen\u00fcber staatlicher Regulierung gekennzeichnet war, ist Tiroles Werk diesbez\u00fcglich optimistischer. So gesehen m\u00f6gen die Sozialisierung in Frankreich, eine ingenieurswissenschaftliche Ausbildung und auch die Promotion an einer technisch ausgerichteten Universit\u00e4t (im Gegensatz etwa zur University of Chicago), die Forschungsrichtung Tiroles durchaus erkl\u00e4ren helfen.<\/p>\n<p>Was ist das Bedeutende an den Arbeiten von Jean Tirole? Es ist weniger eine einzige brillante Idee oder Hypothese wie sie vielleicht die Arbeiten anderer Nobelpreistr\u00e4ger wie Oliver Williamson, Elinor Ostrom, Eugene Fama oder auch des zuvor letzten europ\u00e4ischen \u00d6konomie-Nobelpreistr\u00e4gers Christopher Pissarides auszeichnet. Es ist auch nicht die Entdeckung einer neuen Methode wie etwa bei Christopher Sims oder Lars Peter Hansen. Es d\u00fcrfte vielmehr die unglaubliche Anzahl sehr bedeutender, wirklich wichtiger Arbeiten sein und der Einfluss auf die Arbeiten anderer \u00d6konomen, der sich daraus ergeben hat.<\/p>\n<p>Nehmen wir \u2013 als \u00d6konomen sicher ein guter Startpunkt \u2013 zun\u00e4chst das Messbare, beginnen wir mit dem <i>number crunshing<\/i>. Tiroles Lebenslauf listet \u00fcber 200 Beitr\u00e4ge in Fachzeitschriften auf, davon sind 57 in den f\u00fcnf weltweit f\u00fchrenden Journalen ver\u00f6ffentlicht. Das allein ist ein unerh\u00f6rter Wert: Schon eine einzige Publikation in den sogenannten Top-5 Zeitschiften kann eine akademische Karriere sichern. Zum Vergleich: Die im Handelsblatt-Ranking von 2013 aufgef\u00fchrten Top-10 der \u00d6konomen aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz kommen zusammen nach unserer eigenen Recherche in der Datenbank SCOPUS auf 44 Publikationen in den Top-5-Zeitschriften (und davon fallen allein 23 auf Ernst Fehr).<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Dies macht deutlich, welche Kreativit\u00e4t und Leistung sich hinter den 57 Top-5-Publikationen von Jean Tirole verbirgt. Der Kreis der \u00d6konomen, die so regelm\u00e4\u00dfig in diesen Journalen ver\u00f6ffentlichen, ist weltweit sehr, sehr \u00fcberschaubar.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Jean Tirole hat die \u00d6konomie aber nicht nur durch viele Einzelbeitr\u00e4ge beeinflusst, sondern auch zehn B\u00fccher \u2013 teilweise mit Koautoren \u2013 verfasst. Das bekannteste d\u00fcrfte sein Lehrbuch \u201eThe Theory of Industrial Organization\u201c (1988) sein, mit dem er die Industrie\u00f6konomik grundlegend und nachhaltig gepr\u00e4gt hat. Das Verfassen von erfolgreichen Lehrb\u00fcchern geh\u00f6rt zwar eher nicht zu den nobelpreisverd\u00e4chtigen Aktivit\u00e4ten, aber hier liegt der Fall anders. Tirole hat das Buch bereits wenige Jahre nach seiner Promotion publiziert und damit die spieltheoretische Fundierung der Industrie\u00f6konomik ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt. \u201eThe Theory of Industrial Organization\u201c ist eines der meistzitiertesten \u00d6konomie-Lehrb\u00fccher \u00fcberhaupt. Auch seine weiteren Lehrb\u00fccher zur Spieltheorie (mit Drew Fudenberg), zur Theorie der Regulierung (mit Jean-Jacques Laffont), zur Bankenregulierung (mit Mathias Dewatripont), Wettbewerb auf Telekommunikationsm\u00e4rkten (ebenfalls Jean-Jacques Laffont), zur Theorie der Unternehmensfinanzierung sowie zu weiteren Themen haben sich zu internationalen Standardwerken entwickelt, die zudem in zahlreiche Sprachen \u00fcbersetzt wurden.<\/p>\n<p>Kommen wir endlich zu den mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Inhalten, die das Nobelpreiskomitee unter dem Titel \u201eMarktmacht und Regulierung\u201c zusammengefasst hat. Zumindest im akademischen Bereich z\u00e4hlt das sogenannte Laffont-Tirole-Modell der Regulierung sicher zu den prominentesten Arbeiten (vgl. Laffont und Tirole, 1986). Wie viele von Tiroles Beitr\u00e4gen wurde auch dieser gemeinsam verfasst Jean-Jacques Laffont, mit dem Jean Tirole den Nobelpreis vielleicht geteilt h\u00e4tte, w\u00e4re Laffont nicht 2004 sehr fr\u00fch verstorbenen. In dem Modell geht es um die Frage, welchen Vertrag ein \u00f6ffentlicher Auftraggeber einem Auftragnehmer anbieten soll, wenn der Auftraggeber die Kosten des Auftragnehmers nicht kennt und diese Kosten zugleich davon abh\u00e4ngen, wie viel M\u00fche sich der Auftragnehmer gibt, die Kosten niedrig zu halten. Dieses Problem stellt sich z.B. bei \u00f6ffentlichen Bauauftr\u00e4gen oder auch bei R\u00fcstungsprojekten, bei denen die \u00f6ffentliche Hand zum einen nicht zu viel zahlen will, zum anderen die Kosten vom Verhalten des Auftragnehmers abh\u00e4ngen. Einerseits will der Auftraggeber starke Anreize zur Kostendisziplin und zur Verbesserung der Produktivit\u00e4t geben (wie etwa bei der sogenannten Anreizregulierung), andererseits will er auch so wenig wie m\u00f6glich zahlen (wie etwa bei einer kostenbasierten Regulierung). Wie Laffont und Tirole (1986) nun zeigen, l\u00e4sst sich das Problem l\u00f6sen, indem potenziellen Auftragnehmern verschiedene Vertr\u00e4ge zur Auswahl angeboten werden, bei denen die fixen und variablen Komponenten der Entlohnung variieren. Der Ansatz l\u00e4sst sich prinzipiell auf die Regulierung nat\u00fcrlicher Monopole \u00fcbertragen, ist allerdings in der regulatorischen Praxis doch nur in relativ geringem Umfang zur Anwendung gelangt.<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Dies mag daran liegen, dass es komplex ist, ein Menu an optimalen Vertr\u00e4gen zu kalkulieren, aber auch daran, dass der Auftraggeber sehr gute Informationen \u00fcber die Kosten der Effizienzsteigerung haben muss. In der Praxis wird daher sowohl bei \u00f6ffentlichen Ausschreibungen als auch bei staatlicher Regulierung den Auftragnehmern kaum mehrere Vertr\u00e4ge oder Regulierungsoptionen zur Auswahl vorgelegt. Der Einfluss des Modells, auf dem in verschiedenen Variationen nahezu das gesamte Lehrbuch von Laffont und Tirole (1993) zur Theorie der Regulierung beruht, d\u00fcrfte eher subtiler sein. Beim Entwurf guter Regulierung wird heute wesentlich st\u00e4rker als bis in die 1980er-Jahre hinein ber\u00fccksichtigt, dass die Kosten der regulierten Unternehmen endogen sind und Anreize zur Kostensenkung daher wichtig, zugleich jedoch Aufsichtsbeh\u00f6rden mit Informationsproblemen zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<p>In diversen weiteren Beitr\u00e4gen setzte sich Tirole mit den Problem der fehlenden Selbstbindung durch die Regulierungsbeh\u00f6rden und m\u00f6glichen L\u00f6sungsans\u00e4tzen auseinander (Tirole 1986; Laffont &amp; Tirole, 1988, 1990). Auch diese \u00dcberlegungen flie\u00dfen heute in das Design guter Regulierung ein, z.B. bei der Frage, wie lange ein regulierter Preis G\u00fcltigkeit haben soll.<\/p>\n<p>Noch einflussreicher auf die praktische Regulierung d\u00fcrften die teils mit Patrick Rey und Jean-Jacques Laffont verfassten Arbeiten zur Regulierung von Telekommunikationsnetzen sein (Laffont &amp; Tirole, 1996, Laffont, Rey &amp; Tirole, 1998a, b), die ebenfalls \u2013 basierend auf Vorlesungen in M\u00fcnchen \u2013 in ein kleines Lehrbuch m\u00fcndeten (Laffont und Tirole, 2000). In den Beitr\u00e4gen arbeiten Laffont und Tirole die Notwendigkeit einer Regulierung der Netznutzungsentgelte heraus, um eine Kartellierung des Marktes zu verhindern. Zudem zeigen sie, dass sich bei einer Regulierung von Preisk\u00f6rben (an Stelle einer Einzelpreisgenehmigung) in der Struktur wohlfahrtssteigernde Ramsey-Preise ergeben \u2013 ein Befund, der in diversen Regulierungsverfahren immer wieder eine erhebliche Rolle gespielt hat und heute zum Beispiel im Postmarkt Anwendung findet. Zudem thematisieren Laffont und Tirole (2000) den Trade-off zwischen effizientem Markteintritt einerseits und effizienten Investitionen in eigene Infrastrukturen durch Wettbewerber andererseits \u2013 ein Thema, das z.B. beim Breitbandausbau noch immer aktuell ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wettbewerbspolitik bedeutsam sind auch Tiroles mit Rochet verfassten Arbeit \u00fcber sogenannte mehrseitige M\u00e4rkte (vgl. Rochet &amp; Tirole 2003, 2006), die zeigen, wie kompliziert die Preisbildung auf mehrseitigen Plattformen ist, bei denen die Attraktivit\u00e4t der Plattform f\u00fcr eine Marktseite von der Teilnehmerzahl auf der gegen\u00fcberliegenden Marktseite abh\u00e4ngt. Beispiele f\u00fcr die Relevanz dieser Modelle sind traditionelle und neue Medien, Kartenzahlsysteme oder auch zahlreiche Internetplattformen wie Google, eBay, Amazon, Facebook, Uber, Expedia, HRS etc. Die Beitr\u00e4ge von Jean Tirole haben hier erheblich dazu beigetragen, die Preispolitik auf diesen M\u00e4rkten besser zu verstehen und wettbewerbspolitisch beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eine weitere Arbeit Jean Tiroles hat vor kurzem erhebliche Aufmerksamkeit in der deutschen Wettbewerbspolitik erfahren. Gemeinsam mit seinem Doktorvater Eric Maskin hat Tirole spieltheoretisch modelliert, wie es zu sogenannten Edgeworth-Zyklen auf M\u00e4rkten kommt, bei denen Preise immer wieder schlagartig nach oben schnellen, um dann erst langsam wieder schrittweise zu fallen. Das Bundeskartellamt (2011, S. 115 ff.) hat das Modell von Maskin and Tirole (1988) ausf\u00fchrlich diskutiert, um die Preisbewegungen an deutschen Tankstellen zu analysieren.<\/p>\n<p>Exemplarisch f\u00fcr Tiroles spieltheoretische Fundierung der Wettbewerbspolitik ist auch seine Arbeit mit Oliver Hart (1990) zum Thema vertikale Fusionen (also einem Zusammenschluss z. B. zwischen einem Hersteller und einem Einzelh\u00e4ndler). Im Gegensatz zu horizontalen Fusionen (bei der sich Unternehmen auf derselben Ebene der wertsch\u00f6pfungskette zusammenschlie\u00dfen) wird eine wettbewerbsbeschr\u00e4nkende Wirkung von vertikalen Fusionen oft generell verneint. Daf\u00fcr hatten Vertreter der Chicago School in der 1970er Jahren sehr gute Argumente geliefert. Sie hatten dar\u00fcber hinaus argumentiert, dass vertikale Fusionen oftmals effizienzsteigernd sein k\u00f6nnen. Tirole hingegen zeigt, dass die effizienzsteigernden Effekte sich \u2013 zumindest theoretisch \u2013 auch durch einfache Vertr\u00e4ge erzielen lassen, ein Zusammenschluss ist dann also nicht erforderlich. Die Effizienzgewinne sind nicht fusionsspezifisch, wie z.B. die europ\u00e4ischen Fusionsrichtlinien es im Rahmen der sog. Effizienzverteidigung verlangen. Vertikale Fusionen k\u00f6nnen nach Tirole aber durchaus wettbewerbsbeschr\u00e4nkendes Potenzial haben. Verkauft ein monopolistischer Produzent sein Gut an zwei oder mehr Zwischenh\u00e4ndler, so gestaltet er seine Angebote opportunistisch. Er wird versuchen, einen H\u00e4ndler gegen den anderen auszuspielen, um so einen noch h\u00f6heren Gewinn zu erzielen. Im spieltheoretischen Gleichgewicht antizipieren die H\u00e4ndler dieses opportunistische Verhalten und der monopolistische Hersteller erreicht nicht einmal den einfachen Monopolgewinn. Fusioniert nun der Monopolist mit einem der H\u00e4ndler, verschwindet der Anreiz zum Opportunismus; schlie\u00dflich ist das vertikal integrierte Unternehmen nun sowohl als Hersteller als auch als H\u00e4ndler aktiv. Ein opportunistisches Angebot an den nicht-integrierten H\u00e4ndler w\u00fcrde also seinen eigenen Gewinn mindern. Die vertikale Fusion erm\u00f6glicht die Wiedererlangung des Monopolgewinns und ist somit wettbewerbsbeschr\u00e4nkend. Diese Arbeit ist beispielhaft f\u00fcr die moderne, theoretische Industrie\u00f6konomik und somit das Werk Tiroles: Sie ist spieltheoretisch sauber fundiert (und auf dem Weg zu diesem Ergebnis galt es, einige theoretische H\u00fcrden zu nehmen); sie rei\u00dft vermeintliche Gewissheiten ein (die der Chicago School) und best\u00e4tigt wiederum im Endeffekt \u00e4ltere Theorien (hier die <i>Leverage<\/i>-Theorie), die man l\u00e4ngst widerlegt glaubte.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr Tiroles Ansatz \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer rationalen Verdr\u00e4ngungspreissetzung (Fudenberg &amp; Tirole 1986). Nachdem die Chicago School dargelegt hatte, dass Verdr\u00e4ngungspreise bei rational agierenden Unternehmen kaum vorkommen d\u00fcrften und sich die Wettbewerbspolitik besser anderen Problemen zuwenden sollte, belegten Fudenberg und Tirole (1986), dass Verdr\u00e4ngungspreise sehr wohl eine rationale Strategie etablierter Anbieter sein k\u00f6nnen. Dies gilt dann, wenn neue Anbieter weniger gut \u00fcber die Marktbedingungen (Produktionskosten der Konkurrenz, Nachfrage) informiert sind. Durch gezielte Preissenkungen kann ein etablierter Anbieter dann neue Anbieter zu dem Glauben verleiten, die Marktbedingungen w\u00e4ren schlechter als vermutet, sodass die Neulinge den Markt ggf. wieder verlassen. Diese Arbeit war \u2013 gemeinsam mit anderen \u2013 wichtig, um darzulegen, dass Verdr\u00e4ngungspreise sehr wohl ein wettbewerbspolitisches Problem darstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Hinweis<\/strong>: Der vollst\u00e4ndige Beitrag ist in <a href=\"https:\/\/vahlen-online.beck.de\/default.aspx?vpath=bibdata%2fzeits%2fWIST%2f2014%2fcont%2fWIST.2014.H12.gl3.htm\">WiSt &#8211; Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 2014, H. 12<\/a> erschienen.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economic-sciences\/laureates\/1982\/press.html\">http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economic-sciences\/laureates\/1982\/press.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economic-sciences\/laureates\/2014\/press.html\">http:\/\/www.nobelprize.org\/nobel_prizes\/economic-sciences\/laureates\/2014\/press.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Die Top-10-\u00d6konomen, gemessen an der Publikationsleistung \u00fcber ihr gesamtes bisheriges Lebenswerk, waren 2013: Bruno Frey, Martin Hellwig, Roman Inderst, Oded Stark, Ernst Fehr, Kai Konrad, Helmut L\u00fctkepohl, Hans-Werner Sinn, Gerard van den Berg und Enno Mammen (vgl. http:\/\/tool.handelsblatt.com\/tabelle\/index.php?id=132&amp;so=1a&amp;pc=50)<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Als Erg\u00e4nzung: Wer bei Google Scholar \u201eJean Tirole\u201c eingibt, erh\u00e4lt atemberaubende 80.000 Zitationen. Sage und schreibe 115 seiner Werke sind 115 Mal oder h\u00e4ufiger zitiert worden (h-Index). Dieser Umfang an Arbeiten und Zitationen ist, auch verglichen mit anderen Nobelpreistr\u00e4gern oder -anw\u00e4rtern, enorm.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Eine Ausnahme sind z.B. die Regulierung von Strom- und Gasnetzen durch die britischen Energieregulierer Ofgem sowie von Wasserversorgern durch die britische Regulierungsbeh\u00f6rde Ofwat, deren Regulierungsansatz prinzipiell auf den Ideen von Laffont und Tirole (1986) beruht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Blog-Beitr\u00e4ge zum Nobelpreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften:<\/strong><\/p>\n<p>Norbert Schulz, <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=16125\">Die industrie\u00f6konomische Revolution<\/a><\/p>\n<p>Michael Wohlgemuth, <a href=\"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=7342\">Wie sinnvoll ist der \u00d6konomie-Nobelpreis?<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmals seit \u00fcber 30 Jahren ist der Nobelpreis f\u00fcr \u00d6konomie bzw. \u2013 genauer gesagt \u2013 der von der Schwedischen Reichsbank gestiftete Alfred-Nobel-Ged\u00e4chtnispreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaften wieder &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=16129\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<small>Nobelpreis (2)<\/small><\/br>Viel Nutzen f\u00fcr die praktische Regulierung\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":199,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1766,23],"tags":[1768,1767,686,1769,1770],"class_list":["post-16129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-industrieoekonomisches","category-wettbewerbliches","tag-industrieoekonomik","tag-jean-tirole","tag-nobelpreis","tag-regulierungsoekonomik","tag-wettbewerbsoekonomik"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - 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