{"id":17427,"date":"2015-07-08T05:33:35","date_gmt":"2015-07-08T04:33:35","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=17427"},"modified":"2018-09-07T08:01:19","modified_gmt":"2018-09-07T07:01:19","slug":"saekulare-stagnation-1-nachfragemangel-schwaecht-langfristiges-wachstum-gute-idee-oder-heisse-luft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=17427","title":{"rendered":"<small>S\u00e4kulare Stagnation (1)<\/small> <br>Nachfragemangel schw\u00e4cht langfristiges Wachstum<br> <font size=3; color=grey>Gute Idee oder hei\u00dfe Luft?<\/font>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><em>\u201eSecular stagnation, we have learned, is an economist\u2019s Rorschach Test. It means different things to different people.&#8220;<\/em> (Barry Eichengreen)<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8222;Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.\u201c Dieser Spruch von Mark Twain hat was, auch f\u00fcr die \u00d6konomie. Es ist bald schon ein Jahrzehnt her, dass die Finanzkrise ausbrach, die weltweit gr\u00f6\u00dfte Krise seit der \u201eGro\u00dfen Depression\u201c. \u00d6konomen sprechen von der \u201eGro\u00dfen Rezession\u201c. Nach wie vor ist die wirtschaftliche Entwicklung entt\u00e4uschend. Die Arbeitslosigkeit ist noch immer meist h\u00f6her als zuvor. Das wirtschaftliche Wachstum ist weiter an\u00e4misch. Auf den ersten Blick \u00e4hnelt die Entwicklung heute der nach der \u201eGro\u00dfen Depression\u201c. Das ist die Zeit der Pessimisten, damals wie heute. Alvin Hansen sprach im Jahre 1938 von \u201eS\u00e4kularer Stagnation\u201c. Heute sehen prominente \u00d6konomen eine \u00e4hnliche Entwicklung heraufziehen. Das wirtschaftliche Wachstum stockt. Der Harvard-\u00d6konom Lawrence Summers bem\u00e4ngelt die unzul\u00e4ngliche gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Robert Gordon von der Northwestern University eine r\u00fcckl\u00e4ufige Rate der Innovation. Die historische Entwicklung hat den Pessimisten allerdings nicht Recht gegeben. Eine \u201eS\u00e4kulare Stagnation\u201c fand nicht statt. Wird die Entwicklung dieses Mal anders verlaufen?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Schwaches Wachstum<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr die Pessimisten war fr\u00fcher vieles besser. Die wirtschaftliche Entwicklung folgte einem klaren Muster. Langfristig wuchsen die L\u00e4nder stetig mit einer positiven Rate, die einen mehr, andere weniger. F\u00fcr die USA etwa lag das Wachstum seit 1880 bei ungef\u00e4hr 2 % pro Jahr. \u00dcberall schwankte die Konjunktur um die l\u00e4nderspezifischen Wachstumsraten. Waren die Einbr\u00fcche schwer, waren die Aufschw\u00fcnge steil. Mehr Nachfrage schloss die aufgetretene Output-L\u00fccke. Als die Dot-Com-Blase im Jahre 2001 platzte, \u00e4nderte sich etwas. Der Aufschwung kam nur m\u00fchsam in Gang. Eine sehr expansive Geld- und Fiskalpolitiken machten ihm wieder Beine. Allerdings zog sich der Abbau der Arbeitslosigkeit hin. Es war lange ein Aufschwung \u201eohne\u201c Arbeitspl\u00e4tze. Dieses Mal scheint aber alles anders. Nach dem starken Einbruch 2007 l\u00e4sst der steile Aufschwung auf sich warten. Das Wachstum ist an\u00e4misch. Die Arbeitslosigkeit geht nur sehr langsam zur\u00fcck. Die Output-L\u00fccke schlie\u00dft sich, allerdings oft vor allem deshalb, weil das Produktionspotential schrumpft. Kein Wunder, dass die Angst vor \u201es\u00e4kularer Stagnation\u201c umgeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/sestag1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Outputl\u00fccke\" src=\"\/wordpress\/bilder\/sestag1.png\" alt=\"Outputl\u00fccke\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich zeigt die Trendrate des wirtschaftlichen Wachstums aber schon seit einiger Zeit nach unten. Der Wurm ist offensichtlich schon l\u00e4nger drin. Die Wachstumswunderjahre nach dem 2. Weltkrieg waren sp\u00e4testens mit den \u00d6lpreiskrisen Mitte der 70er Jahre zu Ende. Das galt f\u00fcr die USA wie f\u00fcr Europa. Bis Anfang der 00er Jahre stabilisierten sich allerdings die Wachstumsraten sowohl in den USA als auch in Europa, mit Vorteilen f\u00fcr die USA. Sp\u00e4testens seit dem Dot-Com-Desaster zu Beginn des Jahrtausends st\u00fcrzten sowohl das amerikanische als auch das europ\u00e4ische Wachstum ab. W\u00e4hrend es aber in den USA nach der Finanzkrise 2007 einen Boden bei \u00fcber 1,6 % fand, ging der freie Fall in Europa weiter. Dort liegt das Trendwachstum mittlerweile im negativen Bereich. Diese seit fast 15 Jahren anhaltende Entwicklung sch\u00fcrt die Angst vor \u201es\u00e4kularer Stagnation\u201c. Die Ursachen des langfristigen Trends des wirtschaftlichen Wachstums sind nach wie vor umstritten. Angebots- und nachfrageseitige Gr\u00fcnde spielen eine prominente Rolle in der Diskussion. Vieles spricht allerdings eher f\u00fcr strukturelle Treiber.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/sestag2.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Trendwachstum\" src=\"\/wordpress\/bilder\/sestag2.png\" alt=\"Trendwachstum\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Ein Paradigmenwechsel<\/b><\/p>\n<p>Der Blick auf die empirischen Fakten zeigt: Vor allem reiche L\u00e4nder leiden schon seit l\u00e4ngerem unter einer anhaltenden Schw\u00e4che des wirtschaftlichen Wachstums. Das wird nicht von allen so gesehen. Viele sprechen eher von einer R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t. Die hohen Wachstumsraten der Nachkriegszeit waren die Ausnahme, nicht die Regel. Vor allem Europa profitierte von einem Aufholprozess zum amerikanischen technologischen Spitzenreiter. Danach herrschte in der Zeit nach den \u00d6lpreiskrisen und dem Platzen der Dot-Com-Blase wieder wachstumspolitische Normalit\u00e4t. Erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist allerdings der R\u00fcckgang des Trendwachstums seit Beginn des neuen Jahrtausends. Das gilt f\u00fcr die schw\u00e4cheren, sich allerdings stabilisierenden Wachstumsraten der USA. Es trifft aber noch st\u00e4rker f\u00fcr den Absturz des wirtschaftlichen Wachstums in Europa zu. Die traditionelle Theorie ist eindeutig: Das Wachstum des Produktionspotentials wird langfristig von der Menge und der Qualit\u00e4t der Produktionsfaktoren bestimmt. Die treibende Kraft ist das aggregierte Angebot, nicht die gesamtwirtschaftliche Nachfrage.<\/p>\n<p>Das sehen keynesianische \u00d6konomen wie Lawrence Summers oder Paul Krugman, grunds\u00e4tzlich anders. Sie stellen die traditionelle Sicht von Konjunktur und Wachstum auf den Kopf. Nach \u201ealter\u201c Vorstellung schwankt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage kurzfristig um den langfristigen Pfad des potentiellen Outputs. Sie beeinflusst aber den langfristigen Trend nicht. Daf\u00fcr sorgen allein angebotsseitige Faktoren. Die Neu-Keynesianer sind hingegen der Meinung, die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beeinflusst das Trendwachstum selbst. Damit wird sie zu einem wichtigen Treiber des wirtschaftlichen Wachstums. Ein Mangel an Nachfrage produziert einen Angebots\u00fcberhang auf dem G\u00fctermarkt, nicht nur tempor\u00e4r, sondern dauerhaft. Die relativen Preise (L\u00f6hne, G\u00fcterpreise, Zinsen) k\u00f6nnen ihn nicht beseitigen. Sie sind anhaltend nach unten inflexibel. Das tr\u00e4gt dazu bei, dass die Produktionskapazit\u00e4ten dauerhaft unterausgelastet bleiben. Die Anpassung muss \u00fcber die Mengen (G\u00fcter, Faktoren) erfolgen. Das Produktionspotential passt sich nach unten an. Ein stagnierendes wirtschaftliches Wachstum ist unvermeidlich.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Negative Realzinsen<\/b><\/p>\n<p>Die keynesianische Theorie analysiert den Konjunkturzyklus. Ein Mangel an Nachfrage treibt die Arbeitslosigkeit. Inflexible Zinsen verhindern Vollbesch\u00e4ftigung. Das ist aber allenfalls ein tempor\u00e4res, kein permanentes Problem. Zinsen sind zwar kurz- aber nicht langfristig nach unten starr. Aus diesem vor\u00fcbergehenden Ungleichgewicht konstruieren die keynesianischen Stagnationstheoretiker ein dauerhaftes. Die These lautet: Private Ersparnisse steigen dauerhaft an, private Investitionen gehen anhaltend zur\u00fcck. Der Angebots\u00fcberhang bleibt l\u00e4nger erhalten. Mit h\u00f6heren Ersparnissen ist weltweit zu rechnen, weil (1) die Bev\u00f6lkerung \u00e4lter wird und mehr f\u00fcr das Alter spart, (2) die Schwellenl\u00e4nder reicher werden und verst\u00e4rkt Ersparnisse bilden und (3) die Einkommen ungleicher verteilt werden und h\u00f6here Einkommensschichten mehr sparen. Die Investitionen sind dauerhaft niedriger, weil (1) die Kapitaltiefe moderner Produktion (\u201esoftware\u201c versus \u201ehardware\u201c) zur\u00fcckgeht, (2) die Preise f\u00fcr Investitionsg\u00fcter weiter sinken und (3) ein globalisierungsgetriebener intensiver Strukturwandel\u00c2\u00a0 die Risikopr\u00e4mie erh\u00f6ht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/sestag33.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Negative Realzinsen\" src=\"\/wordpress\/bilder\/sestag33.png\" alt=\"Negative Realzinsen\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>In dieser Welt kann nur ein negativer Realzins f\u00fcr Abhilfe sorgen. Er sollte sich allerdings am \u201enat\u00fcrlichen Zins\u201c (Knut Wicksell) orientieren. Das ist der Zins, bei dem alle Produktionsfaktoren bei flexiblen relativen Preisen voll besch\u00e4ftigt sind. Der \u201enat\u00fcrliche Zins\u201c wird von realen Faktoren bestimmt. Das sind alle Faktoren, die \u00fcber die Lage von Spar- und Investitionskurve bestimmen, etwa die individuelle Zeitpr\u00e4ferenzrate, die demographische Entwicklung, die erwartete Kapitalproduktivit\u00e4t, das Steuer- und Ausgabengebaren des Staates und viele andere mehr. Er ist aber in der Realit\u00e4t nicht direkt beobachtbar, da er der kontrafaktische Zins ist, bei dem alle Faktoren vollbesch\u00e4ftigt w\u00e4ren. Der \u201enat\u00fcrliche Zins\u201c h\u00e4ngt nicht von geldpolitischen Aktivit\u00e4ten ab. Die Geldpolitik sollte allerdings versuchen herauszufinden, wie hoch er ist und sich an ihm orientieren. Nur so kann es gelingen, weitere allokative Verzerrungen zu vermeiden. Wenn der \u201enat\u00fcrliche Zins\u201c gegenw\u00e4rtig und m\u00f6glicherweise auch k\u00fcnftig negativ ist, muss die Geldpolitik versuchen, den direkt beobachtbaren langfristigen Realzins negativ zu gestalten.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Keynesianische Politikvorschl\u00e4ge<\/b><\/p>\n<p>Was ist zu tun, damit der Realzins negativ wird? Ein erster Ansatzpunkt sind sinkende Nominalzinsen. Dieser Weg ist allerdings versperrt, wenn sich die L\u00e4nder an der Null-Zins-Grenze befinden. Das ist heute fast \u00fcberall der Fall. Ein Versuch, die langfristigen Zinsen zu senken, ist der massive Kauf von Staatspapieren durch die Notenbanken. Eine solche Politik des QE st\u00f6\u00dft aber an Grenzen der Wirksamkeit und Legitimit\u00e4t. In den USA und Japan war sie nicht erfolgreich, in der EWU ist monet\u00e4re Staatsverschuldung verboten. Ein zweiter Ansatzpunkt ist der Weg, die Erwartungen \u00fcber das allgemeine Preisniveau nachhaltig zu erh\u00f6hen. Mit einer Selbstheilung ist in einer keynesianischen Welt von Angebots\u00fcberh\u00e4ngen auf den G\u00fcterm\u00e4rkten nicht zu rechnen. Disinflation und Deflation sind eher wahrscheinlich. Ob eine glaubw\u00fcrdige Anhebung des Inflationsziels durch die Notenbanken funktioniert, ist h\u00f6chst ungewiss und gef\u00e4hrlich. Sie m\u00fcssten glaubw\u00fcrdig versprechen, geldpolitisch nachhaltig unverantwortlich zu handeln (Paul Krugman). Die Geldpolitik d\u00fcrfte deshalb scheitern, einen permanent negativen Realzins zu installieren.<\/p>\n<p>Als dritter Ansatzpunkt bleibt die Fiskalpolitik. Der Staat muss die st\u00e4ndige Nachfragel\u00fccke durch immer neue Defizite schlie\u00dfen. Werden Human- und Realkapital unterbesch\u00e4ftigt, entwerten sie sich. Dieser Hysterese-Effekt verringert Menge und Qualit\u00e4t von Arbeit und Kapital dauerhaft. Das wirtschaftliche Wachstum stagniert. \u00dcber diesen Kanal kann mangelnde gesamtwirtschaftliche Nachfrage stagnierendes Wachstum ausl\u00f6sen. Um ihn nachhaltig zu verstopfen, muss der Staat sich st\u00e4ndig neu verschulden und die Nachfragel\u00fccke schlie\u00dfen. Investiert er in Projekte, die sich rechnen, wie etwa Bildung und Infrastruktur, ist in der Tat mit positiven Effekten auf das Wachstum zu rechnen. Die Gefahr ist bei niedrigen Zinsen allerdings gro\u00df, dass die Politik auch unrentable Projekte finanziert. Damit l\u00e4sst sich aber das Wachstum nicht st\u00e4rken, im Gegenteil. Wachsende Schuldenberge produzieren ein weiteres Problem. Sie machen Staaten anf\u00e4lliger gegen exogene Schocks. Geraten etwa systemrelevante Banken in Schieflage, ist staatliche Hilfe kaum mehr m\u00f6glich. Staatsverschuldung ist selbst bei Null-Zinsen nicht kostenlos.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Offene Fragen<\/b><\/p>\n<p>Lawrence Summers zimmert aus einer kurzfristigen Konjunktur- eine langfristige Wachstumstheorie. Er hat allerdings mit mindestens zwei grunds\u00e4tzlichen Problemen zu k\u00e4mpfen. Seine \u00dcberlegungen basieren auf der Annahme, dass der vollbesch\u00e4ftigungskonforme Realzins negativ ist, auch in der langen Frist. Der \u201enat\u00fcrliche Zins\u201c ist nicht direkt beobachtbar. Es gibt aber einige <a href=\"http:\/\/libertystreeteconomics.newyorkfed.org\/2015\/05\/why-are-interest-rates-so-low.html#.VWVbhEY4tG1\">Versuche<\/a> f\u00fcr die USA, ihn zu quantifizieren. Danach geht er schon seit den 60er Jahren zur\u00fcck, bleibt aber positiv. Erst nach der Finanzkrise wird er leicht negativ, hat aber die Null-Zins-Grenze inzwischen schon wieder \u00fcberschritten. Der \u201eAusrutscher\u201c in den negativen Bereich war der wachsenden wirtschaftlichen Unsicherheit von Haushalten und Unternehmen im Zuge der Finanzkrise 2007 und dem Mangel an sicheren staatlichen und seit der Lehman-Pleite auch privaten Wertpapieren geschuldet (<a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/content\/secular-stagnation-facts-causes-and-cures\">Ricardo J. Cabellero und Emmanuel Farhi<\/a>). In Zeiten gro\u00dfer Unsicherheit sorgt die Liquidit\u00e4tspr\u00e4mie sicherer Papiere f\u00fcr niedrige, oft negative Zinsen. L\u00e4ngerfristig ist der \u201enat\u00fcrliche Zins\u201c positiv. Daf\u00fcr sorgen allein schon unsinnige Investitionen bei negativen Zinsen (<a href=\"http:\/\/www.brookings.edu\/blogs\/ben-bernanke\/posts\/2015\/03\/31-why-interest-rates-low-secular-stagnation\">Ben Bernanke<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"\/wordpress\/bilder\/sestag4.png\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Der nat\u00fcrliche Zins\" src=\"\/wordpress\/bilder\/sestag4.png\" alt=\"Der nat\u00fcrliche Zins\" width=\"400\" \/><\/a><br \/>\n<small>&#8211; zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken &#8211; <\/small><\/p>\n<p>Der keynesianischen Stagnationstheorie f\u00e4llt es auch schwer zu erkl\u00e4ren, wie die gesamtwirtschaftliche Nachfrage das langfristige Wachstum treiben kann. Keynes und die heutigen Keynesianer glauben daran, dass langfristig die relativen Preise flexibel sind und allein Angebotsfaktoren das Wachstum bestimmen. In der kurzen Frist entscheidet wegen inflexibler relativer Preise aber die aggregierte Nachfrage \u00fcber Output und Besch\u00e4ftigung. Der \u00dcbertragungskanal von Nachfrage zu Wachstum, den keynesianische Stagnationstheoretiker anbieten, l\u00e4uft \u00fcber den Hysterese-Effekt der Besch\u00e4ftigung. Geringe G\u00fcternachfrage entwertet das Humankapital arbeitsloser Arbeitnehmer und verringert langfristiges Angebot und wirtschaftliches Wachstum. Wie tragf\u00e4hig dieses Argument empirisch ist, bleibt abzuwarten. Wichtiger ist allerdings, dass bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, nicht klar ist, ob er auf Angebots- oder Nachfragefaktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Gefahr ist gro\u00df, dass die Politik abwartet, Aktivit\u00e4ten zu ergreifen. Ist der Hysterese-Effekt erst einmal eingetreten, ist die Fiskalpolitik besch\u00e4ftigungspolitisch allerdings weitgehend wirkungslos.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Der Keynesianismus erlebt gegenw\u00e4rtig eine Renaissance. Lawrence Summers w\u00e4rmt seit einiger Zeit die These der \u201eS\u00e4kularen Stagnation\u201c von Alvin Hansen aus der Zeit nach der \u201eGro\u00dfen Depression\u201c wieder auf. Er erkl\u00e4rt das stagnierende wirtschaftliche Wachstum seit der Jahrtausendwende mit einem dauerhaften Mangel an gesamtwirtschaftlicher Nachfrage. Schuld daran sei ein zu hoher Realzins. Nur ein fiskalpolitisch hyper-aktiver Staat k\u00f6nne die Nachfragel\u00fccke schlie\u00dfen. Dazu m\u00fcsse er sich st\u00e4ndig neu verschulden. Das probate Mittel gegen \u201es\u00e4kulare Stagnation\u201c sei mehr Staat. Lawrence Summers liegt heute nach der \u201eGro\u00dfen Rezession\u201c genauso falsch wie Alvin Hansen nach der \u201eGro\u00dfen Depression\u201c. Damals wie heute ist die Angst vor einem Mangel an gesamtwirtschaftlicher Nachfrage unbegr\u00fcndet. Die Wirtschaft ist noch nie nachhaltig gewachsen, weil der Staat einen immer gr\u00f6\u00dferen Schuldenberg angeh\u00e4uft hat. Der Schl\u00fcssel f\u00fcr Wachstum liegt auf der Angebotsseite. Ein besserer Ordnungsrahmen ist die ad\u00e4quate Antwort. Darauf sollte sich die Politik konzentrieren und nicht auf nachfragepolitische Strohfeuer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/b293f0f6c6294ac894393269b5c3a63d\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSecular stagnation, we have learned, is an economist\u2019s Rorschach Test. 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