{"id":177,"date":"2008-11-07T07:32:33","date_gmt":"2008-11-07T06:32:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177"},"modified":"2008-11-07T08:05:49","modified_gmt":"2008-11-07T07:05:49","slug":"gastbeitragnicht-nur-aussenhandel-und-oekonomische-geografie-wirtschafts-nobelpreis-fuer-us-forscher-krugman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177","title":{"rendered":"<small>Gastbeitrag:<\/small><br\/>Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman"},"content":{"rendered":"<p>Die K\u00f6nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am 13. Oktober 2008 entschieden, den \u201eSveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2008\u201c an den 55-j\u00e4hrigen Paul Krugman, Princeton University, NJ, USA, f\u00fcr seine Analyse der Au\u00dfenhandelsmuster und Ansiedlung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t zu vergeben. Krugman gilt dabei als der Begr\u00fcnder der Neuen \u00d6konomischen Geographie. Unvergessen sind aber auch seine Beitr\u00e4ge zu vielen anderen \u00f6konomischen Themenbereichen wie beispielsweise der Theorie von W\u00e4hrungskrisen und der Hysterese (Zeitpfadabh\u00e4ngigkeit) im Au\u00dfenhandel und von Wechselkursentwicklungen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Preis geht damit an einen gro\u00dfen Theoretiker, zugleich aber auch \u2013 und das wenige Wochen vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen in den USA\u00c2\u00a0 &#8211; an einen scharfen Kritiker der von ihm als neo-konservativ bezeichneten Wirtschaftspolitik der US-Regierung unter Pr\u00e4sident George W. Bush. Auch als Berater und Redner war Krugman gefragt \u2013 1999 unter anderem bei dem sp\u00e4teren Skandalkonzern Enron. F\u00fcr drei Tage Arbeit l\u00e4sst er sich 37 000 Dollar bezahlen. Konservative unterzogen ihn daf\u00fcr sp\u00e4ter massiver Kritik.<\/p>\n<p>Zugegeben: mit derart lukrativen Nebent\u00e4tigkeiten war es ab dem Jahr 2000 erst einmal vorbei. Die \u201eNew York Times\u201c besch\u00e4ftigte ihn als Kolumnisten; wegen der Ethikrichtlinien dieser Zeitung musste er die meisten seiner Beratervertr\u00e4ge aufgeben. Es handelt sich um den ersten Nobelpreis f\u00fcr einen ausgewiesenen Blogger. Krugmans Blog in der \u201eNew York Times\u201c hat ihn zu einer \u00f6ffentlichen Institution gemacht, und zwar so sehr, dass ein bedeutender Teil der US-amerikanischen Wirtschaftselite sein Urteil \u00fcber Bushs Rettungspaket erst dann f\u00e4llen wollte, als er es in seinem Blog rezensierte und einem Check unterzog. Viele sprechen dabei schon von einer \u201ezweiten Karriere\u201c Krugmans.<\/p>\n<p>Krugmans neuestes Buch ist mit dem Titel \u201eThe Conscience of a Liberal\u201c versehen &#8211; wobei \u201eliberal\u201c in den USA eher linksliberale oder sozialdemokratische Positionen impliziert. Auf Deutsch \u00fcbersetzt tr\u00e4gt sein neuestes Buch den nach Marketinggesichtspunkten gew\u00e4hlten Titel \u201eNach Bush: Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten\u201c. In diesem Opus streitet er vehement f\u00fcr die \u00dcberwindung der wachsenden Ungleichheit in der US-amerikanischen Gesellschaft. Der seit dem Jahr 1969 an zweiundsechzig Preistr\u00e4ger verliehene Nobelpreis f\u00fcr Wirtschaftswissenschaftler galt bisher als ausgepr\u00e4gte Dom\u00e4ne marktwirtschaftlich orientierter \u00d6konomen, die sich tendenziell eher gegen staatliche Eingriffe positionieren.<\/p>\n<p>Die Vergabe des Nobelpreises an Krugman hat nach allgemeiner Einsch\u00e4tzung weder mit seinen Op Ed-Kolumnen noch mit der gegenw\u00e4rtigen Finanzkrise zu tun und w\u00e4re ihm wohl selbst dann gew\u00e4hrt worden, wenn er keine Kolumne verfasst h\u00e4tte. Die Vergabe orientierte sich an seinen wissenschaftlichen Leistungen und nicht an seiner Performance in der politischen Arena. Deshalb erscheint es am allerwichtigsten, zusammenzufassen und zu kl\u00e4ren, was denn seine bedeutenden wissenschaftlichen Errungenschaften sind. F\u00fcr das tiefere Verst\u00e4ndnis der Aufregung um den Nobelpreistr\u00e4ger Krugman k\u00f6nnte die folgende Herausarbeitung von Punkten, die weniger seine nobelpreisrelevanten Arbeiten als seine zweite politischere Karriere pr\u00e4gen, aber ebenso wichtig sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Paul Krugman und der Monetarismus<\/strong><\/p>\n<p>Im letzten Jahr hat Paul Krugman mit seiner unverbr\u00e4mten Kritik an dem Ende 2006 verstorbenen \u00d6konomie-Nobelpreistr\u00e4ger Milton Friedman neue Schlagzeilen produziert. Friedman habe einen ideologischen Kreuzzug gegen John Maynard Keynes und den Keynesianismus gef\u00fchrt, formulierte Krugman in einem intensiv und heftig diskutierten Essay f\u00fcr den &#8222;New York Review of Books&#8220;. In dem Aufsatz warf Krugman dem Nobelpreistr\u00e4ger von 1976 intellektuelle Unredlichkeit, Engstirnigkeit und \u00fcberzogene Marktgl\u00e4ubigkeit vor. Der von Friedman begr\u00fcndete Monetarismus sei wissenschaftlich \u00fcberholt. Was die Welt jetzt dringend und mehr denn je ben\u00f6tige, sei eine Art Gegen-Gegenreformation zum \u201eFriedmanismus\u201c.<\/p>\n<p>Bei seinem Einsatz f\u00fcr die freie Marktwirtschaft habe Friedman deutlich \u00fcberzogen und sich dabei von einem Wissenschaftler zu einem reinen Ideologen gewandelt. Grunds\u00e4tzlich treffe seine Einsch\u00e4tzung, die Interaktion von Angebot und Nachfrage f\u00fchre zu optimalen Resultaten, in vielen F\u00e4llen zwar zu. Friedman sei aber geradezu abgeglitten in Behauptungen, dass der Markt immer funktioniere und dass nur der Markt funktioniere, moniert Paul Krugman. Mit seiner Verabsolutierung des Laisser-faire habe er ein geistiges Klima gestiftet, in dem der unverr\u00fcckbare Glaube an den Markt und die Verachtung von Regierungen h\u00e4ufig den Fakten widersprachen.<\/p>\n<p>Dies habe schwere wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen provoziert \u2013 zum Beispiel bei der Einsch\u00e4tzung, wie schnell sich Entwicklungsl\u00e4nder dem internationalen Kapitalmarkt \u00f6ffnen sollten. Besonders in Bezug auf Lateinamerika sei die Bilanz der von Friedman auf dem Schild vor sich her getragene angebotsorientierten Wirtschaftspolitik verheerend. Auch in Industriel\u00e4ndern sei es, in bedeutendem Umfang auch von Friedman inspiriert, zu \u00fcberzogener und fehlgeleiteter Deregulierung und Privatisierung gekommen. Dieser Vorwurf greift zu kurz: gegenw\u00e4rtig befasst sich die in Journals erfolgreiche Literatur im Gegensatz hierzu mit der Polit\u00f6konomie des Zur\u00fcckbleibens des Ausma\u00dfes von Privatisierung und Deregulierung hinter dem Optimum in Industriel\u00e4ndern. Das wesentliche Ergebnis lautet: Regierungen verz\u00f6gern Reformprozesse aus Eigeninteresse, da unter anderem Versorgungsposten f\u00fcr verdiente Beamte und\/oder Politiker, die teilweise f\u00fcr Aufsichtsratst\u00e4tigkeiten deutlich weniger qualifiziert sind, oder Melkk\u00fche f\u00fcr eigene finanzielle Zwecke wegfallen (wie in Deutschland die \u00f6ffentlichen Banken).<\/p>\n<p>Neben der \u00f6ffentlichen Rolle Friedmans l\u00e4sst Krugman auch an dessen geldpolitischen Vorstellungen\u00c2\u00a0 kaum ein gutes Haar. Der Monetarismus sei in der \u00f6konomischen Debatte lange eine starke Partei gewesen, heute aber pr\u00e4sentiere er sich als ein Schatten seiner selbst. Diese Aussage ist richtig. Die abnehmende Bedeutung der Geldmengenorientierung im Rahmen der geldpolitischen Strategie der Europ\u00e4ischen Zentralbank beispielsweise vermittelt einem tats\u00e4chlich den Eindruck, dass dem so ist. Die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in der politischen Realit\u00e4t scheinen sich tats\u00e4chlich zuungunsten des Monetarismus verschoben zu haben. Paradoxerweise erst recht seit Beginn der Finanzkrise, da Politiker den Menschen suggerieren, die marktradikale Sichtweise von Monetaristen, \u201edie Dinge laufen zu lassen\u201c, h\u00e4tten entscheidend zur Krise beigetragen. Unterschlagen wird dabei, dass eine konsequentere Orientierung der Geldpolitik an Entwicklungen der Geldmengen- und Kreditvolumina und eventuell eine Orientierung an Friedmans \u201ek-percent rule\u201c das Entstehen der Subprime-Krise in den USA wohl verhindert h\u00e4tte. Lassen Sie uns nun Krugmans Aussagen zum Monetarismus weiter verfolgen.<\/p>\n<p>Die Notenbanken seien bei ihren Versuchen, monetaristische Konzepte anzuwenden, deutlich gescheitert. Anders als von Friedman antizipiert habe zum Beispiel stetiges Geldmengenwachstum nicht zur Abwesenheit von Rezessionen gef\u00fchrt. Seit Mitte der achtziger Jahre habe sich die Fed wieder auf die von Friedman vehement abgelehnte \u201ediskretion\u00e4ren Feinsteuerung\u201c monet\u00e4rer Gr\u00f6\u00dfen festgelegt und damit nachhaltige Erfolge in Form niedriger Inflationsraten und stetigen Wachstums erzielt.<\/p>\n<p>Dieser Gedankengang Krugmans verdient allerdings prinzipiellen Widerspruch. Wie \u201eerfolgreich\u201c und \u201enachhaltig\u201c diese Geldpolitik tats\u00e4chlich war, l\u00e4sst sich aber daran bemessen, wie stark die gegenw\u00e4rtige Finanzkrise durch eine im Vorfeld dauerhaft zu laxe Geldpolitik bef\u00f6rdert wurde. Gerade in den letzten Wochen, in denen der Schattenpreis f\u00fcr Liquidit\u00e4t, zum Beispiel der Tagesgeldzins und dessen Spread gegen\u00fcber dem Leitzins, verzerrt, nicht aussagekr\u00e4ftig und teilweise sogar ganz ausgefallen (sic!) war, zeigt sich einmal mehr die hohe Bedeutung der Analyse von Kredit- und Geldmengenaggregaten. Der aktuelle Guru der Geldtheorie und -politik Woodford wurde durch die Finanzkrise eigentlich eines Besseren belehrt. Woran sonst, wenn nicht an der Entwicklung von Geld- und Kreditvolumina &#8211; sollte sich die Geldpolitik denn gegenw\u00e4rtig ausrichten? Etwa im Rahmen einer Taylor-Regel an der Abweichung des gegenw\u00e4rtigen Leitzinses vom Realzins, der ohnehin schwierig zu ermitteln ist und zudem durch die Finanzkrise einen deutlichen Strukturbruch erfahren hat? Oder an stark verzerrten Zinss\u00e4tzen am Tagesgeldmarkt? Der Zins kann gegenw\u00e4rtig in der Finanzkrise nicht die dominierende Steuerungs- und Orientierungsgr\u00f6\u00dfe der Geldpolitik sein! Dar\u00fcber hinaus wird die empirische Evidenz immer \u00fcberzeugender, dass die Vorteile einer Geldmengensteuerung besonders dann zu Tage treten, wenn Verm\u00f6genspreisentwicklungen mit ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund reagierten Weggef\u00e4hrten und Anh\u00e4nger von Friedman wohl zu Recht emp\u00f6rt und betroffen auf Krugmans Kritik. Er sei zwar ein zu respektierender Au\u00dfenhandelstheoretiker, auf dem Gebiet der Geldtheorie und -politik fehle es ihm aber eindeutig an wissenschaftlicher Expertise, schrieb Anna J. Schwartz in einer gemeinsam mit Edward Nelson von der Federal Reserve Bank of St. Louis verfassten Replik. Zur Erinnerung: sie war im Jahr 1963 gemeinsam mit Milton Friedman Autorin des epochalen Werks \u201eA Monetary History of the United States\u201c. Sein wissenschaftlicher Hintergrund qualifiziere ihn nicht als Autorit\u00e4t zur Beurteilung der Arbeiten Friedmans. Krugman habe deshalb kein Recht, \u00fcber Friedman abschlie\u00dfend zu urteilen. Friedmans Reputation sei gerade wegen der N\u00fctzlichkeit monetaristischer ans\u00e4tze zur Erkl\u00e4rung des Entstehens der Finanzkrise nach wie vor intakt \u2013 trotz Krugmans kl\u00e4glicher Versuche, ihn und seine Leistungen zu verunglimpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Paul Krugman und die Bush-Regierung \u2013 Bush als \u201eL\u00fcgner und Versager\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Paul Krugman hat sich sp\u00e4testens seit dem 11. September 2001 zu einem der sch\u00e4rfsten Kritiker des amerikanischen Pr\u00e4sidenten George W. Bush aufgeschwungen. Etwa sechshundert seiner seit dem Jahr 2000 erschienenen achthundert Beitr\u00e4ge enthalten den Namen des US-Pr\u00e4sidenten. Sollte McCain Pr\u00e4sident werden, werde sogar alles noch schlimmer, so Krugman. Mit seinen Hasstiraden auf den Noch-US-Pr\u00e4sidenten erreicht Krugman innerhalb k\u00fcrzester Zeit den Status eines Popstars. Die Medien formulieren Passagen wie \u201eWann immer der Professor den elit\u00e4ren Campus der Universit\u00e4t Princeton verl\u00e4sst, um in Europa \u00fcber die verheerende politische Lage in den USA zu philosophieren, stehen die Medien Schlange. Detailliert und mit vielen Zahlen unterlegt zeichnet Krugman nach, wie Amerika sich ver\u00e4ndert hat, seitdem neokonservative Ideologen das Ruder \u00fcbernommen haben\u201c. Es ist ein d\u00fcsteres und bedrohliches Bild, das er zeichnet. \u201eDie Finanzkrise\u201c, so sagte er zum Beispiel vor wenigen Tagen, \u201eist nicht allein die Schuld dieser Administration. Aber sie ist die Frucht der Philosophie dieser Regierung\u201c.<\/p>\n<p>Als Krugman vor einigen Monaten auf Einladung der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) und des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI)\u00c2\u00a0 in der Essener Philharmonie \u00fcber sein neues Buch \u201eThe Conscience of a Liberal\u201c diskutierte, lenkte er anhand eines mittlerweile zum Standard gewordenen Slogans die Aufmerksamkeit auf das Entstehen neuer sozialer Ungerechtigkeit. Erziehung und Ausbildung entschieden \u00fcber die Chancen eines Individuums in der Gesellschaft. Gute Ausbildung garantiere in der Wirklichkeit heutzutage aber gar nichts mehr, au\u00dfer die Option, nicht zur untersten Unterschicht zuz\u00e4hlen. Hierzu passe, dass der bestbezahlte Hedge Fund-Manager der USA innerhalb eines Jahres etwa soviel verdiene wie die Gesamtheit der Lehrer des Bundesstaates New York innerhalb von drei Jahren.<\/p>\n<p>George W. Bush sei nicht nur unlegitimiert Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten geworden. Gehe in den USA die Schere zwischen Arm und Reich auf (so wie in vielen anderen L\u00e4ndern der Welt auch, aber weniger in Europa), finde dies vor allem in der desastr\u00f6sen Wirtschaftspolitik des George W. Bush seine Begr\u00fcndung. Beschlie\u00dfe die US-Regierung (wie gegenw\u00e4rtig viele andere im Gefolge der Finanzkrise auch) milliardenschwere Staatsausgaben zur St\u00fctzung der Konjunktur, sei dies \u2013 obwohl er sich anderenorts als Keynesianer outet &#8211; als armseliger Schwachsinn (sic!) einzustufen. Reduziere die Bush-Regierung die Steuerlast, dann einzig und allein deshalb, um die Superreichen der USA noch zu belohnen.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident, der die USA regiere, sei einer der unf\u00e4higsten, die Amerika jemals hatte. Und dabei bel\u00e4sst er es nicht: die US-Regierung habe sich in die H\u00e4nde von religi\u00f6s-reaktion\u00e4ren Politikern begeben, die die Vereinigten Staaten radikalisierten, die Ungleichheit drastisch versch\u00e4rften und dem Ansehen der USA in der Welt immens schadeten. Nichts weniger als T\u00e4uschung der \u00d6ffentlichkeit, unsolide Haushaltspolitik, Verschwendung \u00f6ffentlicher Gelder in bislang nicht gekanntem Ausma\u00df, Vetternwirtschaft, Korruption und brutalen Missbrauch der Macht zur Einsch\u00fcchterung der Kritiker warf Krugman in Essen wie auch in seinen zahlreichen Kolumnen der Bush-Administration vor.<\/p>\n<p>Seit Jahren liefert Krugman daher \u2013 so auch in Essen \u2013 Pl\u00e4doyers f\u00fcr einen Politikwechsel nach links, f\u00fcr den er in seinem Buch \u201eNach Bush: Das Ende der Neokonservativen und die Stunde der Demokraten\u201c zahlreiche Gr\u00fcnde anf\u00fchrt. Darin strebt er ein sozial ausgeglicheneres Amerika an, angelehnt an die Epoche des New Deal unter Franklin D. Roosevelt. Anzustreben sei durchaus jene soziale Marktwirtschaft, die in Deutschland unter den vom Bush-Amerika \u00fcbernommenen Neoliberalismus-Theorien versch\u00fcttet zu werden drohe. Die einzigartige \u00f6konomische Verfallsbilanz der Mittelschichten in den Vereinigten Staaten sei gewiss h\u00e4rter als die sozialen Einbu\u00dfen hierzulande. Auch sei nicht in Zweifel zu ziehen, dass die Ungleichheit in den USA noch deutlich gr\u00f6\u00dfer ausfalle als in Deutschland. Aber \u2013 so Paul Krugman und ein Gro\u00dfteil seiner Essener Zuh\u00f6rer -\u00c2\u00a0 Indikationen f\u00fcr ein kr\u00e4ftiges Aufholen Deutschlands in Richtung Abgrund seien bereits sichtbar. Die \u00f6konomische Bedrohung der Mittelschichten und der noch gef\u00e4hrdetere \u00f6konomische Aufstieg der unteren Schichten seien unbestritten das gro\u00dfe Thema unserer n\u00e4chsten Jahre.<\/p>\n<p>Paul Krugman zeichnete dann in Fallstudien nach, wie die Bush-Regierung \u00f6ffentliche Gelder in die \u201eTaschen von G\u00fcnstlingen\u201c (um)leite. Im Oktober 2001 trat das Konjunkturf\u00f6rderungsgesetz rechtlich in Kraft. Der Zuschnitt sei dergestalt gewesen, dass davon wegen der inkludierten Steuererleichterungen in erster Linie die Unternehmen Chevron-Texaco, Enron, Philips Petroleum, IMC Global und CMS Energy profitierten. Und was sei der gemeinsame Hintergrund dieser Unternehmen? Sie geh\u00f6ren s\u00e4mtlichst zu den gr\u00f6\u00dften Wahlkampfspendern der Republikanischen Partei von George Bush. Die Summe dieses\u00c2\u00a0 Steuergeschenks an keineswegs notleidende Konzerne habe 25 Milliarden Dollar betragen. Hier ist seine polit-\u00f6konomische Analyse der Lobbyismus-bedingten Umlenkungs- und Versickerungseffekte stimmig, wenngleich wenig \u00fcberraschend und typisch f\u00fcr die meisten staatlichen Programme zur Konjunkturf\u00f6rderung in aller Welt. Dar\u00fcber hinaus sei zugegeben: Parallelen zum Westeuropa Sarkozys (und neuerdings auch der deutschen Gro\u00dfen Koalition?) erscheinen nicht allzu weit hergeholt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sei die ruin\u00f6se Haushaltslage der USA verheerend f\u00fcr das Wachstum. Derartige Konjunkturst\u00fctzung unterlasse, wer auch nur ein Qu\u00e4ntchen Verantwortungsbewusstsein f\u00fcr die Zukunft der amerikanischen Nation besitze. Krugman weiter: \u201cVielleicht sind die Zeiten vorbei, in denen offen Bestechungsgelder gezahlt wurden, daf\u00fcr sind die Zeiten der extrem wertvollen Geschenke an die Unternehmen angebrochen.\u201c Wunderbar und treffend charakterisiert; aber dies spricht nicht f\u00fcr mehr Konjunkturprogramme, sondern weniger! Dies zeigen nicht nur die Studien zu ideologie- und wiederwahlmotivierten politischen Konjunkturzyklen in der Fiskalpolitik, sondern auch der Forschungsstrang Public Choice zu Gen\u00fcge.<\/p>\n<p>Welche Alternativen zur aktivistischen Makropolitik Bushs bietet Krugman denn an? Die Antwort lautet etwas widerspr\u00fcchlich: ebenfalls staatlichen Aktionismus! Der Kolumnist Krugman outet sich hier durchweg als Keynesianer: \u201cK\u00f6nnen wir die Steuereinnahmen steigern? Die Antwort lautet: das ist \u00fcberhaupt kein Problem. Besonders, weil die Reichen die niedrigsten Steuers\u00e4tze haben seit Herbert Hoover Pr\u00e4sident gewesen ist.\u201c\u009d Sodann m\u00fcsse die Ankurbelung der US-Wirtschaft \u00c3\u00a0 la Roosevelt beginnen: staatliche Investitionsprogramme sollen die inl\u00e4ndische Konsumnachfrage st\u00e4rken. Dies wiederum stimuliere wie gehabt \u00fcber den Akzelerator die Nachfrage nach Investitionsg\u00fctern. Die Arbeitslosenhilfe solle ebenfalls erh\u00f6ht werden. Die Bundesstaaten der USA sollen aus Washington signifikante Finanzspritzen erhalten. Schlie\u00dflich seien die einfachen Leute steuerlich zu entlasten.<\/p>\n<p>Leider sind die L\u00fccken im Gegenprogramm des Paul Krugman nicht zu \u00fcbersehen. Diese betreffen nicht nur die unverzeihliche Vernachl\u00e4ssigung der Spuren im Staatsbudget und im Niveau der Staatsverschuldung mit den damit verbundenen Erwartungen zuk\u00fcnftig h\u00f6herer Steuern- und Zinsbelastungen (Ricardianisches \u00c4quivalenztheorem, \u201eContractionary Fiscal Expansion\u201c-Effekt). Nein: Unternehmer sind heutzutagebeileibe\u00c2\u00a0 nicht mehr auf Gedeih und Verderb auf die inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4fte angewiesen. Sie k\u00f6nnen die Produktion nach Belieben \u00fcberallhin in die Welt auslagern. Und wie will Krugman denn verhindern, dass die Reichen ihr Verm\u00f6gen im Falle h\u00f6herer Besteuerung auf Offshore-Pl\u00e4tze wie die Cayman-Inseln ausgelagern werden? Beschlie\u00dft die US-Regierung (wie viele andere Regierungen gegenw\u00e4rtig auch) milliardenschwere Staatsausgaben zur St\u00fctzung der Konjunktur, wird dies vom \u201eLiberal-Keynesianer\u201c Paul Krugman, der f\u00fcr die USA selber massive staatliche Investitionsprogramme fordert, als armseliger Schwachsinn eingestuft. Senkt die Bush-Regierung die Steuerlast, dann nach Krugman einzig und allein, um die Superreichen der USA zu belohnen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat die zweite \u201epolitische\u201c Karriere der Forschungsproduktivit\u00e4t sowie auch der intellektuellen Eindeutigkeit Krugmans nicht sonderlich gut getan. Sein Kollege aus Princeton, Avinash Dixit, hatte das bereits 1991 vorhergesehen. \u201eWir m\u00fcssten ihn auf Lebenszeit als \u00dcbersetzer von \u00f6konomischen Fachzeitschriften in normale Sprache anstellen\u201c, \u00e4u\u00dferte er in einer Laudatio auf Krugman, \u201eaber daf\u00fcr ist seine eigene Forschung viel zu wertvoll.\u201c Interessanterweise beklagt sich Paul Krugman selber noch im Jahr 2001 dar\u00fcber, dass der Nobelpreis f\u00fcr \u00d6konomie &#8222;ends up going to people who are not only long past their productive research years but even past the mentoring stage.&#8220; Dies deutet darauf hin, dass die Ereignisse um den 11. September 2001 einen schweren Strukturbruch im Denken und Wirken Paul Krugmans und seinen Sprung von der ersten (wissenschaftlichen) in die zweite (politische) Karriere bewirkt haben muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ist Bush-Kritik nobelpreisw\u00fcrdig? <\/strong><\/p>\n<p>Drei Wochen vor der Pr\u00e4sidentschaftswahl in den USA bedeutete die Entscheidung des Preiskomitees f\u00fcr den Kandidaten der Demokraten, Barack Obama, faktisch eine unerwartete Wahlkampfhilfe. Denn Paul Krugman ist bekennender Anh\u00e4nger der Demokraten und mischt sich wie kaum ein anderer \u00d6konom in die politische Debatte ein. Einen politischen Zusammenhang mit der Wahl wies der schwedische Juror Mats Persson jedoch zur\u00fcck: &#8222;Das ist reiner Zufall.&#8220; Das Nobelkomitee k\u00f6nne seine Entscheidungen nicht von solchen Ereignissen abh\u00e4ngig machen.<\/p>\n<p>Kommentatoren wie der Essener Politologe Leggewie (KWI) argumentieren hingegen, sie verst\u00fcnden die politische Funktion von Nobelpreisverleihungen richtig. Es gelte als sicher, dass das Komitee mit der verdienten Auszeichnung Krugmans auch eine politische Aussage getroffen habe. Man habe eben nicht nur brav die wirtschaftswissenschaftlichen Papiere und B\u00fccher Krugmans studiert, sondern seine Rolle als Kritiker seiner Disziplin und Antagonist der Bush-Administration zur Kenntnis genommen, also auch seine Kolumnen und Blogs, und diese mit ausgezeichnet. Der Nobelpreis f\u00fcr Krugman in dieser Situation sei auf jeden Fall ein politisches Signal.<\/p>\n<p>Man tue Krugman Unrecht, wenn man seine Rolle als politischer \u00d6konom verschweige, der er erkl\u00e4rterma\u00dfen sei. In Verkennung der beachtenswerten Forschungsleistungen der Bereiche Public Choice und Politische \u00d6konomie f\u00fcgt Leggewie hinzu: anders als der Mainstream der Wirtschaftswissenschaft hebe Krugman die politische Einflussnahme auf Markt- und Investitionsentscheidungen hervor. Dass er nun den Wirtschafts-Nobelpreis bekommen habe, sei &#8211; nach dem Medizin-, und dem Literatur-Nobelpreis &#8211; der dritte Schlag gegen Bushs Amerika. \u201eSchlechte Moral, schlechte \u00d6konomie\u201c, habe er lakonisch in einem aktuellen Kommentar vermerkt.<\/p>\n<p>Ob das Verdikt Leggewies zutrifft, wird im Folgenden noch zu analysieren sein. Zweifellos aber ist die diesj\u00e4hrige Vergabe des Nobelpreises an Krugman von den Demokraten in der Endphase des Wahlkampfs bereits dankbar aufgegriffen worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Paul Krugman als Antiliberaler und Sozialist?<\/strong><\/p>\n<p>Wirtschaftspolitisch ist Krugman eindeutig links von der ehemaligen Mitte angekommen. Im pluralistischen Spektrum der in der \u201eNew York Times\u201c vertretenen Meinungen spielt Krugman in Gemeinschaft mit der mit viel Sprachwitz ausgestatteten und bissigen Maureen Dowd und dem eher n\u00fcchternen und ernsten Sozialkritiker Bob Herbert auf der im heutigen Amerika als eher links einzustufenden Klaviatur. Dies muss nicht zwingend nur mit Krugmans Selbstverortung zu tun haben, denn der politische Mainstream in den USA selbst hat sich deutlich nach rechts \u2013 hier neben der politischen Ausrichtung verstanden als Protektionismus und eine starke fiskalpolitische Rolle des Staates auf der (R\u00fcstungs-) Ausgabenseite &#8211; verschoben. Und Krugman, ein Verfechter des freien Marktes, der einst vom Verbraucheranwalt Ralph Nader sogar als Rechter beschimpft wurde, k\u00f6nnte streng genommen seine inhaltliche Position sogar gehalten haben. Vieles spricht sogar daf\u00fcr. Er ist eher vordergr\u00fcndig zu einem \u00d6konomen wider das Establishment geworden, wettert gegen eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Marktgl\u00e4ubigkeit und macht sich im Rahmen seiner Monetarismus-Kritik f\u00fcr die Rehabilitation von John Maynard Keynes stark.<\/p>\n<p>Krugman widerspricht in der Tat in seinen Kolumnen s\u00e4mtlichen Binsenweisheiten der so genannten Mainstream-\u00d6konomen. Zu viel Markt, zu wenig Staat \u2013 schon Ende der 80er Jahre macht dies Krugmans Mantra aus. Seine Sch\u00e4rfe und Bissigkeit sollten ihn schnell bekannt machen. \u00c4tzend bemerkt er, bei der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik handele es sich \u201eeher um Kult als eine wissenschaftliche Denkschule\u201c. Wenn die Supply side Economics nicht die Vorurteile der Reichen bedient h\u00e4tte, w\u00e4re sie weniger einflussreich gewesen. Allerdings geht Krugman regelm\u00e4\u00dfig auch mit den Linken kritisch ins Gericht. Die Argumente der Globalisierungskritiker seien blo\u00df \u201eintellektuelles junk food\u201c. Auch hieran zeigt sich einmal mehr die Ambivalenz in Krugmans Selbstverortung.<\/p>\n<p>Paul Krugman ist, um jeglichem Missverst\u00e4ndnis vorzubeugen, alles andere als ein Antiliberaler, und alles andere als ein Sozialist oder Au\u00dfenseiter. Vielmehr ist er Angeh\u00f6riger jener Elite, die in den reichen Ivy League-Privatuniversit\u00e4ten studiert und die Schl\u00fcsselpositionen der USA weitgehend unter sich aufgeteilt hat. Krugman graduierte ebenso wie sein bevorzugtes Feindbild George W. Bush an der Yale-Universit\u00e4t und begann seine Forscherkarriere dann am Massachussetts Instititute of Technology (MIT). Gegenw\u00e4rtig lehrt er als Professor in Princeton und ist zudem Mitglied im Council on Foreign Relations. Er ist also ein Mahner, der nicht aus einer Au\u00dfenseiterposition wider das Establishment k\u00e4mpft, sondern selber direkt aus dem Establishment kommt. Bezeichnend ist, dass Krugman auch alle Clinton-\u00d6konomen bis auf Finanzminister Robert Rubin \u201czweitrangig\u201c\u009d fand &#8211; also auch Nobelpreistr\u00e4ger Joseph Stiglitz, der heute zu den prominentesten Kritikern des Internationalen W\u00e4hrungsfonds geh\u00f6rt. Auch hier: Ambivalenz!<\/p>\n<p>Um den Nobelpreistr\u00e4ger Paul Krugman ist j\u00fcngst eine Kontroverse zweier Ruhrgebietswissenschaftler entbrannt. Dass der &#8222;politische \u00d6konom&#8220; den Nobelpreis f\u00fcr Wirtschaft bekomme, sei eine verdiente Ohrfeige f\u00fcr die etablierte Wirtschaftswissenschaft, argumentierte k\u00fcrzlich der\u00c2\u00a0 Politologe Claus Leggewie, der Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Die Lehrstuhl-\u00d6konomie sei durch die aktuelle Banken- und B\u00f6rsenkatastrophe ebenso blamiert wie all die Banker und B\u00f6rsianer, die uns diesen Schlamassel eingebrockt haben und als TV-Experten auftreten, als h\u00e4tten sie nicht vor wenigen Wochen auf jenen Staat geschimpft, den sie nun als Krisenmanager rufen.<\/p>\n<p>Wer Paul Krugman vor kurzem in Essen erlebt hat \u2013 das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) hatte ihn gemeinsam mit der WAZ zur Diskussion seines neuen Buches in die Philharmonie eingeladen, Klaus Leggewie moderierte \u2013 sah aber keinen schroffen Anti-Kapitalisten. Leggewie selbst dr\u00fcckte seine Eindr\u00fccke wie folgt aus: \u201eEs sprach ironisch und gelassen als Wirtschaftskenner, der registrierte, wie Wall Street und der Bush-Administration das Ruder aus den H\u00e4nden geglitten war.\u201c Das bedeutete nicht, dass Krugman den Staat \u00fcber alles pries. Im Gegenteil m\u00fcsse die Wirtschaft sich selbst heilen. Dazu ben\u00f6tige man eine realit\u00e4tsnahe Wirtschaftswissenschaft und eine an den Menschen orientierte \u00d6konomie. Hierzu allerdings Leggewie: \u201eHoffen wir mit Krugman, dass die Herolde des freien, allesk\u00f6nnerischen Marktes einmal so lange, pardon: den Schnabel halten, bis sich alternative Wirtschaftskonzepte wieder Geh\u00f6r verschaffen.\u201c\u00c2\u00a0 Der Chef des Essener RWI, Christoph Schmidt, konterte postwendend auf diese \u00d6konomen-Schelte. Wer leugne, dass der Nobelpreis f\u00fcr wissenschaftliche Hochleistung vergeben werde\u00c2\u00a0 und von \u201eeiner Ohrfeige f\u00fcr die etablierte Wirtschaftswissenschaft\u201c\u009d spreche, wisse nicht, wovon er rede, fasele und werde der modernen \u00d6konomik und erst recht Krugman nicht gerecht.<\/p>\n<p>In Fortsetzung der Kontroverse \u00fcber Nobelpreistr\u00e4ger Krugman wunderte sich der Politologe Leggewie dann im Gegenzug \u00fcber das ungebrochene Selbstbewusstsein der \u00d6konomen angesichts der Finanzkrise und stellte die Frage nach der Selbstkritik der \u00d6konomen. Diese Gegen-Gegenattacke kann nicht ganz \u00fcberzeugen, denn Leggewie \u00fcbersieht bei seiner Argumentation geflissentlich, dass gerade liberale \u00d6konomen schon lange vor den Gefahren einer zu laxen Geldpolitik f\u00fcr das Platzen der Immobilienblase gewarnt hatten, die urs\u00e4chlich f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige verheerende Finanzkrise ist. Was die Verehrer Krugmans dar\u00fcber hinaus ebenfalls gerne verdr\u00e4ngen, ist der Umstand, dass Krugman nicht nur ein gl\u00fchender Verfechter von mehr Redistribution durch den Staat, sondern in bester liberaler Tradition in seinen von der Nobelpreiskommission ausgezeichneten Schriften vor allem ein ganz gro\u00dfer Anh\u00e4nger des Freihandels war. In richtungsweisenden Aufs\u00e4tzen erweiterte Krugman die Theorie komparativer Kostenvorteile David Ricardos, wonach sich intensiver Au\u00dfenhandel f\u00fcr alle Beteiligten von Zusatznutzen sei. Krugman entmythifizierte hiermit die popul\u00e4re und schon wieder weit verbreitete These, wonach der freie Welthandel einen Verdr\u00e4ngungswettbewerb initiiere, der zu Arbeitsplatzverlusten vor allem in den Hochlohnl\u00e4ndern f\u00fchre. Bef\u00fcrchtungen negativer Konsequenzen der Globalisierung negiert Krugman mit dem Argument, dass mit der globalen Vernetzung der Lebensstandard in aller Welt gewachsen sei. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr konjunkturelle Einbr\u00fcche hingegen seien h\u00e4ufig im Inland zu suchen. In bester liberaler Manier argumentiert er, dass vor allem exzessive Regulierungen sowie strukturelle Rigidit\u00e4ten das Wirtschaftswachstum einschr\u00e4nken. Warum dann aber der sp\u00e4tere Vorwurf an Friedman, er habe \u00fcberzogene Privatisierung und Deregulierung gepredigt?<\/p>\n<p>Mit seiner kritischen Haltung gegen\u00fcber George W. Bush und dem Anprangern der ausgepr\u00e4gten \u00f6konomischen Ungleichheit in der amerikanischen Gesellschaft spricht Paul Krugman dennoch vielen akademischen \u00d6konomen gerade heterodoxer Provenienz aus der Seele. Nur, und hier hat der RWI-Pr\u00e4sident Schmidt recht: gerade die Ungleichheit der Einkommensverteilung ist nicht das Problem Kontinentaleuropas. Ein europ\u00e4ischer \u00d6konom, der zum publizistischen Format Krugmans aufschlie\u00dfen wollte, m\u00fcsste europ\u00e4ische \u201eSkandale\u201c beleuchten, etwa dass seit der ersten \u00d6lpreiskrise Millionen von Erwerbspersonen durch die Tarifpolitik aus der Besch\u00e4ftigung ausgegrenzt werden (Insider-Outsider Problem) oder dass die Privatisierung staatlicher Unternehmen nicht zuletzt deshalb suboptimal ausf\u00e4llt, da hiermit Versorgungsposten f\u00fcr verdiente Beamte und\/oder Politiker wegfallen w\u00fcrden (Polit\u00f6konomie der Privatisierung).<\/p>\n<p>Interessant f\u00fcr Autoren wie Leggewie d\u00fcrfte sein, dass Krugman selbst schon h\u00e4ufiger den \u201eRevierschutz amerikanischer Gewerkschaften gegen globalisierte Reservearmeen\u201c kritisierte. In einem mit viel Beschimpfungen \u00fcberzogenen Artikel in Slate vom M\u00e4rz 1997 lobpreiste Krugman zudem die Existenz von Billigjobs in Drittweltl\u00e4ndern nach dem Motto: schlechtbezahlte Jobs sind besser als gar keine Jobs. Krugman abstrahierte dabei zur Emp\u00f6rung der Linken\u00c2\u00a0 sogar davon, dass diese Arbeitspl\u00e4tze meistens eher die \u00f6rtliche Infrastruktur zerst\u00f6ren anstatt den Anfang einer besseren Infrastruktur darzustellen.<\/p>\n<p>Fazit: Die Hauptaussagen der Schriften, f\u00fcr die Krugman ausgezeichnet wurde, rechtfertigen in keiner Weise das Verdikt Leggewies, dass die Preisverleihung eine Ohrfeige f\u00fcr die liberale \u00d6konomie bedeutet. Inwieweit die Aktivit\u00e4ten des Bush-Banging und die Beschimpfung des Monetarismus vom Nobelpreiskomitee bei der in die hei\u00dfe US-Wahlkampfphase fallende Preisvergabe ebenfalls ber\u00fccksichtigt wurden, ist interessante Spekulation. Leggewie ist zuzustimmen, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Preisvergabe auch durch Krugmans zweite politische Karriere getrieben worden ist. Es w\u00e4re zur Kl\u00e4rung dieser Frage wohl an der Zeit, eine seri\u00f6se polit-\u00f6konomische Analyse der Determinanten der Nobelpreisvergabe durchzuf\u00fchren. Denn die unvermeidbare Subjektivit\u00e4t und Willk\u00fcrlichkeit bei der Auswahl bietet prinzipiell hinreichend Spielraum auch f\u00fcr nicht streng publikationsorientierte Faktoren. Schon gar nicht hat das Komitee ausschlie\u00dflich auf quantitative Indikatoren wie die Zahl der Nominierungen oder die H\u00e4ufigkeit der Zitationen abgestellt. Dies zeigt schon die Zahl an Preistr\u00e4gern, die wenige Nominierungen inne hatten und die auch im Publikationsranking weiter hinten lagen. Prominente Beispiele sind Kantorovich, Stone, Haavelmo, Allais, Meade und Ohlin (obwohl in der Literatur sehr h\u00e4ufig auf das Heckscher-Ohlin Bezug genommen wurde). Einseitig beg\u00fcnstigende Faktoren wurden von verschiedener Seite schon h\u00e4ufiger genannt: die FAZ beispielsweise betont (und kritisiert) regelm\u00e4\u00dfig im Oktober eines jeden Jahres die Verwendung formal \u2013 mathematischer oder \u00f6konometrischer Methoden, \u00d6konominnen immer wieder\u00c2\u00a0 m\u00e4nnliches Geschlecht der Kandidaten (!) und die Presse das Wohlwollen Assar Lindbecks, der lange Jahre das Komitee dominierte, als Kandidaten f\u00fcr erstere.<\/p>\n<p>Der arrivierte Status des Nobelpreises hat aller Wahrscheinlichkeit nach das Timing und die Auswahl der Preistr\u00e4ger beeinflusst. Das Preiskomitee \u2013 bestehend aus f\u00fcnf Akademiemitgliedern, urspr\u00fcnglich alles Schweden \u2013 hat sich traditionell bem\u00fcht, Skandalen jeglicher Art aus dem Weg zu gehen. Das Komitee vermied es beispielsweise, Milton Friedman den Preis bereits in den fr\u00fchen 70er Jahren zu verleihen, als seine Sichtweisen noch deutlich weniger popul\u00e4r waren. Dieses implizite Prinzip deckt sich angesichts des Ausma\u00dfes der gegenw\u00e4rtigen Finanzkrise, dem schrumpfenden subjektiven Vertrauen der Bev\u00f6lkerung in liberale \u00d6konomie und der extremen Unpopularit\u00e4t der Bush-Regierung in der US-Wahlkampfphase voll mit der Preisverleihung an Krugman.<\/p>\n<p>Nervosit\u00e4t bez\u00fcglich potenzieller PR-Desaster machte letztlich auch die Chancen Joan Robinsons, der einzigen jemals in die N\u00e4he des Preises gelangte Frau, den Nobelreis vor ihrem Tod 1983 zu erhalten, zunichte. Assar Lindbeck, der das Preiskomitee bis vor Kurzem dominierte, berichtete einem Nobelpreistr\u00e4ger, dass Ms. Robinson, eine Sch\u00fclerin von John Maynard Keynes und sp\u00e4ter eine gro\u00dfe Bewunderin Maos, nicht zu Zuge gekommen sei, da er bef\u00fcrchtete, dass sie ihn entweder ablehnen w\u00fcrde oder, noch schlimmer, die Strahlkraft des Nobelpreises dazu nutzen k\u00f6nnte, die Mainstream-\u00d6konomie substanziell zu attackieren. Eine \u00e4hnliche Kontroverse gab es 1994, als die Preisvergabe an John Forbes Nash Jr., John C. Harsanyi und Reinhard Selten von der Akademie mit Blick auf John Nashs Geisteskrankheit um ein Haar abgelehnt wurde.<\/p>\n<p>Durch all diese Diskussionen aufgeschreckt, \u00f6ffnete die Akademie das Entscheidungsgremium wie auch den Kreis der\u00c2\u00a0 potenziellen Empf\u00e4nger des Preises auch f\u00fcr andere Sozialwissenschaftler, deren Werk einen Effekt auf die Wirtschaftswissenschaft hatte. Zu den wachsenden Spannungen in der Akademie trugen einige Jahre bei, in denen \u201cFree-market champions\u201c\u009d, einschlie\u00dflich einer (zu?) gro\u00dfen Zahl von der University of Chicago, anscheinend eine Garantie auf den Preis hatten. 1998 jedoch ging der Preis an Amartya Sen, was die Wellen wieder ein wenig gl\u00e4ttete. Sen wurde n\u00e4mlich zum Teil explizit f\u00fcr seine Betonung der ethischen Dimension \u00f6konomischer Entscheidungen einschlie\u00dflich Armut, Ungleichheit und Menschenrechte geehrt. Die Vergabe an Krugman passt voll in dieses Schema \u2013 ein Preis an einen \u201eMarktrelativierer\u201c war einfach mal wieder dran. Zumal der Nobelpreis wichtiger und begehrter denn je ist. &#8222;The media make heroes every day of pop artists, politicians, sports figures,&#8220; \u00e4u\u00dferte Lindbeck k\u00fcrzlich einmal mehr, &#8222;I think it&#8217;s important that one day every year the mass media celebrates someone who has been awarded a prize for intellectual achievement.&#8220; Krugman erf\u00fcllt angesichts seiner medialen Wirksamkeit in seiner zweiten Karriere auch dieses Profil perfekt.<\/p>\n<p>Daher ist offen, ob das Nobelpreiskomitee bei der diesj\u00e4hrigen Nobelpreisvergabe an Paul Krugman Kriterien zugrunde gelegt hat, die \u00fcber die reine wissenschaftliche Publikationsleistung Krugmans hinaus gehen. Es steht also 1,5 zu 0,5 f\u00fcr Schmidt gegen Leggewie.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Abschlie\u00dfende W\u00fcrdigung<\/strong><\/p>\n<p>Paul Krugman ist jemand, der es genie\u00dft, Teil des Establishments in der akademischen \u00f6konomischen Profession zu sein und gleichzeitig seit Jahrzehnten das Fach wegen seiner vermeintlichen Engstirnigkeit kritisiert. Er ist ein \u00d6konom, der mit derben Tiraden den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Glauben an die freien M\u00e4rkte einer heftigen Kritik unterzieht, aber gleichzeitig doch ein \u00fcberzeugter Anh\u00e4nger marktwirtschaftlicher Prinzipien ist &#8211; ein nicht selten cholerischer Querdenker mit \u2013 gottseidank &#8211; ausgepr\u00e4gtem Hang zur Selbstironie.<\/p>\n<p>Krugman als Kolumnist nimmt eindeutige Positionen ein, die ihm Bewunderung oder Hass eintragen. Seine zeitungslesenden Anh\u00e4nger waren und sind noch hoch erfreut \u00fcber die Nobelpreisvergabe 2008; seine Widersacher reagierten geschockt und best\u00fcrzt. Beide liegen falsch! Krugmans politische Positionen sind n\u00e4mlich &#8211; ganz anders als seine theoretische Forschung, f\u00fcr die er den Nobelpreis wirklich verdient hat &#8211; insgesamt ambivalent, man k\u00f6nnte sie treffend als \u201eFreihandels-Keynesianismus\u201c bezeichnen.<\/p>\n<p>Zugegeben: manchmal ist es nicht einfach, Krugmans recht polemischen und aggressiven Stil in den Kolumnen zu ertragen, obgleich viele mit der Substanz seiner Kritik vor allem an den Allokations- und Verteilungswirkungen der gigantischen US-Konjunkturprogramme unter Bush einverstanden sein d\u00fcrften. Aber die Hochachtung der Profession vor den wissenschaftlichen Errungenschaften dieses gro\u00dfen \u00d6konomen \u00fcber die letzten drei Jahrzehnte ist \u00fcberall sp\u00fcrbar gro\u00df. Krugmans wohl wichtigste Botschaft einer zweiten Karriere lautet bei aller inhaltlichen Ambivalenz aber, und dies kommt i nder gegenw\u00e4rtigen Debatte viel zu kurz: \u00d6konomen, bitte nicht im Elfenbeinturm verharren!<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die K\u00f6nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am 13. Oktober 2008 entschieden, den \u201eSveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2008\u201c &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e<small>Gastbeitrag:<\/small><br \/>Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on wp_trim_excerpt --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on wp_trim_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":24,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,1],"tags":[],"class_list":["post-177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-alles","category-allgmeines"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie - Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman - Wirtschaftliche Freiheit<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie - Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman - Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die K\u00f6nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am 13. Oktober 2008 entschieden, den \u201eSveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2008\u201c &hellip; \u201eGastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman\u201c weiterlesen\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Wirtschaftliche Freiheit\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2008-11-07T06:32:33+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2008-11-07T07:05:49+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Ansgar Belke\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Ansgar Belke\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"26\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\"},\"author\":{\"name\":\"Ansgar Belke\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/348ae123c4201f74ec17e64d121c5f92\"},\"headline\":\"Gastbeitrag: Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman\",\"datePublished\":\"2008-11-07T06:32:33+00:00\",\"dateModified\":\"2008-11-07T07:05:49+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\"},\"wordCount\":5143,\"commentCount\":2,\"articleSection\":[\"Alle Kategorien\",\"Allgemeines\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\",\"name\":\"Gastbeitrag: Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie - Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman - Wirtschaftliche Freiheit\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\"},\"datePublished\":\"2008-11-07T06:32:33+00:00\",\"dateModified\":\"2008-11-07T07:05:49+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/348ae123c4201f74ec17e64d121c5f92\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Gastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/\",\"name\":\"Wirtschaftliche Freiheit\",\"description\":\"Das ordnungspolitische Journal\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/348ae123c4201f74ec17e64d121c5f92\",\"name\":\"Ansgar Belke\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/belke-2.jpg\",\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/belke-2.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/belke-2.jpg\",\"caption\":\"Ansgar Belke\"},\"url\":\"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=24\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Gastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie - Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman - Wirtschaftliche Freiheit","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Gastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie - Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman - Wirtschaftliche Freiheit","og_description":"Die K\u00f6nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaften hat am 13. Oktober 2008 entschieden, den \u201eSveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel 2008\u201c &hellip; \u201eGastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman\u201c weiterlesen","og_url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177","og_site_name":"Wirtschaftliche Freiheit","article_published_time":"2008-11-07T06:32:33+00:00","article_modified_time":"2008-11-07T07:05:49+00:00","author":"Ansgar Belke","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Ansgar Belke","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"26\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177"},"author":{"name":"Ansgar Belke","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/348ae123c4201f74ec17e64d121c5f92"},"headline":"Gastbeitrag: Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman","datePublished":"2008-11-07T06:32:33+00:00","dateModified":"2008-11-07T07:05:49+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177"},"wordCount":5143,"commentCount":2,"articleSection":["Alle Kategorien","Allgemeines"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177","name":"Gastbeitrag: Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie - Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman - Wirtschaftliche Freiheit","isPartOf":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website"},"datePublished":"2008-11-07T06:32:33+00:00","dateModified":"2008-11-07T07:05:49+00:00","author":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/348ae123c4201f74ec17e64d121c5f92"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=177#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Gastbeitrag:Nicht nur Au\u00dfenhandel und \u00f6konomische Geografie &#8211; Wirtschafts-Nobelpreis f\u00fcr US-Forscher Krugman"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#website","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/","name":"Wirtschaftliche Freiheit","description":"Das ordnungspolitische Journal","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/#\/schema\/person\/348ae123c4201f74ec17e64d121c5f92","name":"Ansgar Belke","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/belke-2.jpg","url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/belke-2.jpg","contentUrl":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/bilder\/belke-2.jpg","caption":"Ansgar Belke"},"url":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?author=24"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/24"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=177"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1326,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/177\/revisions\/1326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}