{"id":1774,"date":"2009-12-06T01:03:43","date_gmt":"2009-12-06T00:03:43","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=1774"},"modified":"2009-12-05T12:45:13","modified_gmt":"2009-12-05T11:45:13","slug":"gastbeitrag-die-stoerung-des-preissystems-hat-die-krise-verursacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=1774","title":{"rendered":"<small>Gastbeitrag:<\/small><br\/> Die St\u00f6rung des Preissystems hat die \u201eKrise\u201c verursacht"},"content":{"rendered":"<p>Preise sagen uns, was wir zu tun haben \u2013 und h\u00e4ufig ist das etwas anderes, als wir beabsichtigt haben. So lautet Friedrich August von Hayeks Erkenntnis \u00fcber das Herzst\u00fcck der Marktwirtschaft. In seinem auch als Gegenentwurf zum Keynesianismus wegweisenden Vortrag <a href=\"http:\/\/books.google.com\/books?id=SkIu9eHrDHUC&amp;dq=hayek+strom+der+g\u00fcter+und+leistungen&amp;printsec=frontcover&amp;source=bl&amp;ots=Zv5Fa0zwqN&amp;sig=XUtmVry9Y4cOYhozWLjscr0b3EA&amp;hl=de&amp;ei=djTOSqqqOI_wmwOupPH-Ag&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1#v=onepage&amp;q=&amp;f=false\" target=\"_blank\">\u201eDer Strom der G\u00fcter und Leistungen\u201c<\/a> brachte Hayek zum Ausdruck, dass die Analyse der Preise bei der Lenkung der Produktion in den Mittelpunkt der \u00f6konomischen Theorie geh\u00f6re: \u201eHierf\u00fcr ist die Behauptung von entscheidender Bedeutung, da\u00df die Koordination der wirtschaftlichen T\u00e4tigkeiten, der wir unsere F\u00e4higkeit zur Erhaltung der gegenw\u00e4rtigen Weltbev\u00f6lkerung verdanken, unserem Vertrauen auf die F\u00fchrung durch Preise zuzuschreiben ist, die auf wettbewerblichen M\u00e4rkten bestimmt werden und die die unentbehrlichen Signale erzeugen, die uns sagen, was wir zu tun haben.\u201c<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Diese weitreichende Feststellung sollte bei der Analyse der sogenannten \u201eFinanzkrise\u201c st\u00e4rker im Vordergrund stehen, das gilt besonders f\u00fcr den deutschsprachigen Raum. Traditionell geh\u00f6rt das Preissystem zum Kanon der Determinanten, die die \u201e\u00d6sterreichische Schule der Volkswirtschaftslehre\u201c von anderen Schulen unterscheidet. Ludwig von Mises hatte als Kopf der dritten Generation vielleicht die bedeutsamste einzelne \u00f6konomische Entdeckung des 20. Jahrhunderts gemacht: Die Unm\u00f6glichkeit des Sozialismus, rational zu kalkulieren \u2013 mangels marktwirtschaftlicher Preise. Hayek f\u00fcgte dem die Vermittlung von Wissen \u00fcber Preise hinzu. Tats\u00e4chlich bildet das Preissystem, besser die St\u00f6rung des Preissystems, einen Schl\u00fcssel zur Erkl\u00e4rung der vergangenen Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre (\u201eGreat Depression\u201c) wie der aktuellen (<a href=\"http:\/\/fee.org\/audio\/166\/\" target=\"_blank\">\u201eGreat Recession\u201c<\/a>). Aus \u00f6sterreichischer Sicht gilt: Die Folgen dieser St\u00f6rungen halten an, die St\u00f6rungen werden durch Interventionen noch versch\u00e4rft und die damit verbundenen Kosten\u00c2\u00a0 untersch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Im Einzelnen: Zun\u00e4chst l\u00e4sst sich die \u201eFinanzkrise\u201c als <a href=\"http:\/\/www.forum-ordnungspolitik.de\/zur-inflationskrise\" target=\"_blank\">\u201eInflationskrise\u201c<\/a> charakterisieren. Ohne das Zentralbankmonopol und das damit verbundene Mindestreservesystem f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsbanken h\u00e4tte es keine derartige Ausdehnung der Geldproduktion, also eine Mehrung der Geldmenge, geben k\u00f6nnen. Das gilt f\u00fcr die Zeit vor und nach dem Sichtbarwerden der Kalamit\u00e4ten im August 2007. Die (Niedrig-)Zinspolitik der Zentralbanken ist dabei ein wesentlicher Bestandteil des gr\u00f6\u00dferen Problems: Die Geldproduktion im staatlichen W\u00e4hrungsmonopol ist weder dem Wettbewerbsmarkt als Entdeckungsverfahren der \u201erichtigen\u201c Geldmenge unterworfen noch existiert eine Einhundertprozentdeckung. Zu den Folgen geh\u00f6ren ein Aufbl\u00e4hen der <a href=\"http:\/\/www.hayek.de\/images\/pdf\/ueberwindung%20der%20krise%20durch%20gutes%20geld.pdf\" target=\"_blank\">Geldmenge<\/a> (Verdopplung in den USA und im Euroraum von 1999 bis 2009) und infolgedessen massive Geldentwertung (in den USA und im Euroraum mehr als 80 Prozent Kaufkraftverlust seit Anfang der 1960er Jahre gemessen anhand der Konsumentenpreise). Ein beh\u00f6rdlich festgesetzter Zinssatz hat aus \u00f6sterreichischer Sicht zudem weitreichende Folgen f\u00fcr die Koordination der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten: Der Zins kann als Preis f\u00fcr die intertemporale Ressourcenkoordination verstanden werden. Wird dieser Preis durch andere als marktwirtschaftliche Aktivit\u00e4ten gebildet, f\u00fchrt das zu einer St\u00f6rung des Preisgef\u00fcges. Die Marktteilnehmer werden durch das falsche Signal irregef\u00fchrt. Ihnen wird suggeriert, dass ausreichend Kapital f\u00fcr Investitionen vorhanden ist, tats\u00e4chlich sind die Investitionen aber nicht durch Sparen gedeckt, sondern Ergebnis einer Aufbl\u00e4hung der Geldmenge durch Kreditsch\u00f6pfung \u2013 noch dazu bei gleichbleibendem Konsumverhalten. Letztlich gibt es keine Alternative als die eigentlich unrentablen Projekte durch fortgesetztes Inflationieren aufrecht zu erhalten oder sie durch eine Verringerung der Geldmenge zu liquidieren.<\/p>\n<p>F\u00fchrt die Geldpolitik der Zentralbanken zu einer Ausdehnung der Geldmenge, verf\u00fcgen nicht schlagartig alle Marktteilnehmer gleichzeitig und gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber mehr Geld (Helikopter-Effekt). Vielmehr gibt es zun\u00e4chst Gewinner, darunter insbesondere die Finanzinstitute, die bereits \u00fcber frisches Geld verf\u00fcgen, w\u00e4hrend die Preise noch nicht durch den monet\u00e4ren Schub ver\u00e4ndert wurden. Hinzu kommen Verlierer, die zus\u00e4tzliches Geld erst nach dem Anstieg der Preise erhalten (Cantillon-Effekt). Das gleichsam top-down einsickernde Geld ver\u00e4ndert das Preisgef\u00fcge, weil frisches Geld nun f\u00fcr diejenigen Projekte verf\u00fcgbar ist, die bisher mangels Geld (und Ressourcen) nicht realisiert werden konnten. Der monet\u00e4re Stimulus ver\u00e4ndert die Investitions- und Konsumf\u00e4higkeit sowie die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse der Marktteilnehmer im Verh\u00e4ltnis zur urspr\u00fcnglich knapperen Geldmenge, was in ver\u00e4nderten Preisen zum Ausdruck kommt. Denn Preise werden durch den existierenden Bestand an G\u00fctern und (!) Geld sowie die Wertma\u00dfst\u00e4be der Anbieter und Nachfrager gebildet.<\/p>\n<p>Joseph T. Salerno hat in <a href=\"http:\/\/mises.org\/journals\/qjae\/pdf\/qjae9_4_5.pdf\" target=\"_blank\">\u201eThe Quarterly Journal of Austrian Economics\u201c<\/a> 9 (2006) darauf hingewiesen, dass der aggregierte Strom des ausgegebenen Geldes durch den Wert des Geldes bestimmt wird und nicht anders herum: \u201e&#8217;spending,&#8216; is completely governed by the money price that has been antecedently established by the exchanging parties. &#8230; In other words, the aggregate flow of money spending is determined by the value of money and not the other way around\u201c. Das ist der Hintergrund die von Thorsten Polleit in diesem Blog mehrfach treffend geschilderten Verm\u00f6genspreisinflation. Die durch Aufbl\u00e4hen der Geldmenge herbeigef\u00fchrte Geldentwertung erm\u00f6glicht es, unter anderem im Immobiliensektor die Produktion (\u00fcber das eigentliche Marktniveau hinaus) auszudehnen, bei (durch die Geldentwertung k\u00fcnstlich) gesteigerten Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr Immobilien und infolgedessen steigenden Preisen. Der Strom des Geldes in den Immobiliensektor wird durch die Geldentwertung erm\u00f6glicht. Dort wird der Boom durch die Unternehmer angefacht, die stets durch Ausn\u00fctzen der Preisunterschiede Gewinne erzielen, \u201esie kaufen, wo und wann sie die Preise f\u00fcr zu niedrig halten, und verkaufen, wo und wann sie die Preise f\u00fcr hoch ansehen. Die Spekulation der Unternehmer ist die Triebkraft der Marktbewegungen, wie sie die Triebkraft der Produktion ist.\u201c konstatiert <a href=\"http:\/\/mises.org\/books\/nationaloekonomie.pdf\" target=\"_blank\">Mises<\/a> in National\u00f6konomie. Allerdings wurden sie dazu kr\u00e4ftig durch staatliche Aktivit\u00e4ten stimuliert, teilweise regelrecht gezwungen.<\/p>\n<p>Warum ausgerechnet der US-Immobiliensektor? Ein ma\u00dfgeblicher Grund ist die verfehlte Sozialpolitik in Verbindung mit einer ebenso verfehlten Regulierung diverser US-Regierungen. Insofern handelt es sich bei der sogenannten \u201eFinanzkrise\u201c \u00fcber die Inflationskrise hinaus um eine Regulierungskrise. Thomas Sowell hat in <a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/Housing-Boom-Bust-Thomas-Sowell\/dp\/0465018807\" target=\"_blank\">\u201eThe Housing Boom and Bust\u201c<\/a> den kaum zu \u00fcberschauenden Regulierungswust dargelegt, darunter Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung des Wohneigentums im Sinne einer \u201eH\u00e4user f\u00fcr jedermann\u201c-Politik, umfassende Eingriffe in die Verf\u00fcgungsrechte \u00fcber Eigentum und in die Finanzierungspraktiken. Sowell kommt zu dem Ergebnis, dass die Regierung Immobilienpreise (mit) in die H\u00f6he getrieben hat und die laxen Kreditstandards nicht einem Mangel an Regulierung und Aufsicht durch die Regierung geschuldet, sondern gerade Ergebnis der Regulierung und Aufsicht sind. Zu einem \u00e4hnlichen Ergebnis mit dem Schwerpunkt auf verfehlten Regulierungen des Kapitalmarktes kommt auch Arnold Kling, dessen Studie \u00fcber die unbeabsichtigten Folgen der jahrzehntelangen interventionistischen Wirtschaftspolitik den bezeichnenden Titel tr\u00e4gt <a href=\"http:\/\/www.mercatus.org\/PublicationDetails.aspx?id=28118\" target=\"_blank\">\u201eNot what they had in mind: A History of Policies that Produced the Financial Crisis of 2008\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>Selbst John B. Taylor (Taylor-Regelung zur Steuerung der Zentralbankzinsen) kommt in seinen umfangreichen empirischen Untersuchungen, die er dem schmalen Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/Getting-Off-Track-Interventions-Institution\/dp\/0817949712\" target=\"_blank\">\u201eGetting off track\u201c<\/a> zusammengefasst hat, zu dem Ergebnis: \u201eI have provided empirical evidence that government actions and interventions caused, prolonged and worsened the financial crisis.\u201c Taylor f\u00fchrt die exzessive Geldpolitik und insbesondere zu niedrige Zinss\u00e4tze an. Hinzu komme eine verfehlte Liquidit\u00e4tspolitik, statt das Eigenkapital zu st\u00e4rken. Schlie\u00dflich habe die Wirtschaftspolitik massiv Unsicherheit gesch\u00fcrt.<\/p>\n<p>Kurzum, Inflation und Regulierung haben dem Preissystem massiv zugesetzt und (falsche) Anreize geschaffen, die entscheidend f\u00fcr das Handeln der Akteure sind. So lassen sich Preise als Signaltransporteure begreifen, als eine Art Signal, das in einen Anreiz eingewickelt ist (Tyler Cowen). Sie sind kein absoluter, sondern ein relativer Wertanzeiger, ein Anzeiger relativer Knappheit, und dieses Wissen helfen sie zu vermitteln. Preise geben den Wert eines Gutes als Ausdruck einer Wertsch\u00e4tzung vor dem Hintergrund knapper Ressourcen in Relation zu allen anderen G\u00fctern an \u2013 und alle Preise sind Vergangenheitspreise, sie sind \u201ewirtschaftsgeschichtliche Tatsachen\u201c (Mises). Zudem gibt es einen Unterschied zwischen der Entdeckungsfunktion von Preisen und ihrer Informations\u00fcbermittlungsfunktion.<br \/>\nPreise reichen zur Koordination allerdings nicht allein aus. Sie m\u00fcssen bewertet werden. Genau das tun die Unternehmer. Preise k\u00f6nnen Fehlinformationen enthalten; vor dem zuvor genannten Hintergrund beruhen Preise in der Zukunft daher stets auf Vermutungen. In einer Marktwirtschaft belohnt der Gewinn- und Verlustmechanismus die erfolgreichen Spekulanten.<\/p>\n<p>Sobald der Staat allerdings in den freien Preismechanismus eingreift oder ihn gar zerst\u00f6rt, zerst\u00f6rt er mit Wilhelm R\u00f6pke das einzige Instrument, die Konsumentenw\u00fcnsche in ihrer un\u00fcbersehbaren Vielfalt zu ermitteln und als Impulse an die Produktion weiterzuleiten. Sowohl die Entdeckungs- als auch die Informations\u00fcbermittlungsfunktion wird mit unbeabsichtigten und zumeist kontraproduktiven Folgen gest\u00f6rt. Preise schaffen Ordnung, die die Bed\u00fcrfnisse der Menschen sichtbar macht. F\u00fcr \u00d6sterreicher gilt, dass M\u00e4rkte sich stets in einem Zustand des Werdens befinden und niemals in einem Gleichgewicht \u2013 ein Strom steht nie still.<\/p>\n<p>Eine freie Marktwirtschaft koordiniert Pl\u00e4ne durch die kommunikativen Eigenschaften von Preisen sowie Gewinn und Verlust. Peter Boettke schreibt im Blog <a href=\"http:\/\/austrianeconomists.typepad.com\/\" target=\"_blank\">\u201eThe Austrian Economists\u201c<\/a>, er fasse den Punkt f\u00fcr seine Studenten wie folgt zusammen: \u201eProperty, Prices, and Profit\/loss (3 P&#8217;s) give us the I&#8217;s of incentives, information, innovation. Without the 3 P&#8217;s we get distortions to (often downright perversions of) the 3 I&#8217;s that drive wealth creation and economic progress.\u201c Deshalb ist es so wichtig, dass Preise frei sein m\u00fcssen, um die Wahrheit erz\u00e4hlen zu k\u00f6nnen, wie es Henry Hazlitt mit den Worten \u201ePrices must be free to tell the truth\u201c popularisiert hat. Aber die Regierungen respektive die Zentralbanken haben mit ihrem Interventionismus genau das Gegenteil getan und die Preise manipuliert.<\/p>\n<p>Mario Rizzo fasst in \u201eseinem\u201c Blog <a href=\"http:\/\/thinkmarkets.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">\u201eThink Markets\u201c<\/a> die Essenz der \u00f6sterreichischen Theorie zur Krisenerkl\u00e4rung zusammen, die er in der heutigen Forschungslandschaft sogar als \u201eMiddle Ground\u201c bezeichnet: Investitionen, relativ weit weg von der Konsumstufe, und Konsumausgaben wurden zulasten der bestehenden Kapitalstruktur und ihrer Aufrechterhaltung stimuliert (traditionelle Sichtweise). Au\u00dferdem haben niedrige Zinss\u00e4tze eine gr\u00f6\u00dfere Risikoneigung der Marktakteure stimuliert (neue Sichtweise, insbesondere Tyler Cowen). Niedrige Zinss\u00e4tze haben haben demnach die Risikopr\u00e4ferenzen ver\u00e4ndert, nicht irrationale \u201eanimal spirits\u201c.<\/p>\n<p>Die Geldentwertung ist \u2013 wie die Regulierung auch \u2013 mit betr\u00e4chtlichen Kosten verbunden. Im \u00f6konomischen \u201eMainstream\u201c wird Inflation als Anstieg des Preisniveaus (miss)verstanden. Die Folgen der Inflation konzentrieren sich in dieser Sicht auf die Geldentwertung, die Umverteilung von Wohlstand weg von den Gl\u00e4ubigern hin zu den Kreditnehmern und eine Ressourcenvergeudung bei Anpassung an h\u00e4ufiger wechselnde Preise (sogenannte Men\u00fckarten-Kosten). \u00d6sterreicher gehen einen Schritt weiter und beziehen die durch Geldentwertung ver\u00e4nderten relativen Preise mit ein. Durch ver\u00e4nderte, falsche Preissignale kommt es zu Fehlallokationen von Ressourcen. Nun wird deutlich, dass Inflation (als Aufbl\u00e4hung der Geldmenge) gravierende Sch\u00e4den anrichtet, weil Preise von den ihnen zugrunde liegenden Einflussfaktoren getrennt werden, darunter Geschmack, Technologien und Ressourcen. Inflation beeintr\u00e4chtigt die ex ante, ex post und Entdeckungsfunktion der Preise, die damit weniger verl\u00e4ssliche Indikatoren f\u00fcr Handlungen werden. Inflation st\u00f6rt die monet\u00e4re Kalkulation und damit die unternehmerischen Aktivit\u00e4ten als wesentliches Element der Marktwirtschaft. Steven Horwitz urteilt in seinem Aufsatz <a href=\"http:\/\/www.gmu.edu\/rae\/archives\/VOL16_1_2003\/5_Horwitz.pdf\" target=\"_blank\">\u201eThe Cost of Inflation Revisited\u201c<\/a>, der in <a href=\"http:\/\/www.gmu.edu\/rae\/\" target=\"_blank\">\u201eThe Review of Austrian Economics\u201c<\/a> (2003) erschienen ist und dem wesentliche vorangehende und nachfolgende Argumente entnommen sind: \u201eThe major costs of inflation are reflected in the ways in which inflation diverts resources away from the direct satisfaction of human wants toward activities that do not directly satisfy wants and would not take place in monetary equilibrium.\u201c Inflationsbedingt findet ein anderer G\u00fctereinsatz von End- und Vorprodukten statt, Unternehmer werden zu nur durch Inflation rentablen Aktivit\u00e4ten verleitet. Angesichts der Spezifit\u00e4t von Kapital- und Produktionsstruktur kann ein Wechsel von Kapital (und Arbeit) nicht einfach \u00fcber Nacht erfolgen. Kapital ist nicht einfach \u201eK\u201c. Hinzu kommen auch noch Schutzma\u00dfnahmen gegen Inflation wie teilweise erhebliche Kosten f\u00fcr Berater und die Sicherung von Verm\u00f6gen. Schlie\u00dflich erh\u00f6ht Inflation den Anreiz, statt des harten marktwirtschaftlichen Wegs den billigeren politischen Weg zur Erreichung pers\u00f6nlicher Ziele zu w\u00e4hlen. Die seit Jahrzehnten beobachtbare Interventionsschraube ist auch die Folge permanenter Geldentwertung, zumal Inflation und Staatsdefizit in einem dynamischen Verh\u00e4ltnis stehen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund erscheint es mutig, von den Zentralbanken und zus\u00e4tzlicher Regulierung eine tragf\u00e4hige \u00dcberwindung der \u201eKrise\u201c und ein besseres Finanzsystem zu erwarten. Mit den Worten von <a href=\"http:\/\/www.econlib.org\/library\/Columns\/y2009\/Jasayfreeforall.html\">Anthony de Jasay<\/a>: \u201eIt is no use saying that what we need is better regulation. We should always take something better than whatever we have, but it is infantile to think that we always can and that saying so will make it so.\u201c Vielmehr erfordert eine nachhaltige \u00dcberwindung der aktuellen \u201eGro\u00dfen Rezession\u201c eine R\u00fcckkehr zu freien Preisen. Nur so kann der Strom der G\u00fcter und Leistungen mit seiner ganzen Leistungskraft freigesetzt werden. Anschlie\u00dfend k\u00f6nnen wir \u201ezu den langwierigeren und heikleren Bem\u00fchungen zur\u00fcckkehren .., die Rahmenbedingungen zu verbessern, innerhalb derer der Markt dann wirksamer und nutzbringender funktionieren kann.\u201c <a href=\"http:\/\/books.google.com\/books?id=SkIu9eHrDHUC&amp;dq=hayek+strom+der+g\u00fcter+und+leistungen&amp;printsec=frontcover&amp;source=bl&amp;ots=Zv5Fa0AwpQ&amp;sig=LfV2kxpZgzqerPjsDs6tdC9R18c&amp;hl=de&amp;ei=WDjOSpGvLoqusAbu8ZT2AQ&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1#v=onepage&amp;q=&amp;f=false\" target=\"_blank\">(Friedrich August von Hayek)<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Preise sagen uns, was wir zu tun haben \u2013 und h\u00e4ufig ist das etwas anderes, als wir beabsichtigt haben. 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