{"id":18911,"date":"2016-03-15T06:46:13","date_gmt":"2016-03-15T05:46:13","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=18911"},"modified":"2016-03-15T06:46:13","modified_gmt":"2016-03-15T05:46:13","slug":"gibt-es-einen-zwang-zu-wachsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=18911","title":{"rendered":"Gibt es einen Zwang zu wachsen?"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Pariser Abkommen hat sich die Staatengemeinschaft auf neue, ambitionierte Ziele im Klimaschutz geeinigt. Im Zusammenhang damit wird h\u00e4ufig die Frage in den Raum gestellt, ob diese Klimaziele mit weiterem Wirtschaftswachstum vereinbar seien. Schon seit Jahren diskutiert unsere auf Industrie basierende und damit rohstoffintensiv wirtschaftende Gesellschaft, ob weiteres oder gar permanentes Wachstum m\u00f6glich und sinnvoll sei. Gerade von Anh\u00e4ngern der Postwachstumsgesellschaft wird dabei erstens gerne postuliert, dass die Grenzen des Wachstums in naher Zukunft erreicht seien, und zweitens kritisch bem\u00e4ngelt, dass Wirtschaftswachstum und (damit zumeist in einem Atemzug genannt) Kapitalismus f\u00fcr die Menschheit sch\u00e4dlich seien. Die Wachstumskritiker sehen ein Ende des Wachstums in absehbarer Zeit, denn nicht erneuerbare Ressourcen und \u00d6kosystemleistungen st\u00fcnden nicht unbegrenzt zur Verf\u00fcgung. Die zunehmende Knappheit an \u00d6l, Gas, fossilen Brennstoffen und Wasser sowie die Zunahme an Klimaemissionen w\u00fcrden die fortdauernde Existenz der Menschheit gef\u00e4hrden, weil sie Konflikte schaffen w\u00fcrden, ja sogar zu Krieg f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Hier sei, so sagen die Wachstumskritiker, ein Umdenken hin zu alternativen Energiesystemen, zu Einschr\u00e4nkungen im Konsum und eine Abwendung vom Wachstumsgedanken erforderlich. Bislang seien aber die meisten Versuche gescheitert, entsprechende Ideen umzusetzen, welche die Umweltprobleme l\u00f6sen k\u00f6nnten. Oft werde durch die Verwendung ressourcenschonender Technologien die Nachfrage nach Produkten, die zu Lasten der Umwelt produziert w\u00fcrden, sogar noch gesteigert. Zudem werde durch die Einf\u00fchrung alternativer Energiesysteme bisweilen an anderen Stellen der Wertsch\u00f6pfungskette oder (im Falle einer Auslagerung umweltsch\u00e4digender Produktionsschritte in anderen L\u00e4ndern) im Ausland die Umwelt belastet. Fortschritt d\u00fcrfe nicht nur auf Effizienz, sondern m\u00fcsse auch auf Suffizienz ausgerichtet sein. Ebenso sind die Wachstumskritiker der Auffassung, dass Lebensqualit\u00e4t und Wohlstand unabh\u00e4ngig vom wirtschaftlichen Wachstum gew\u00e4hrleistet sein m\u00fcssten. Wichtiger seien das eigene Gl\u00fcck, ethisch verantwortungsvolles Handeln, Solidarit\u00e4t und die kritische Reflexion und Weiterentwicklung der eigenen Person, nicht aber Konsum, Gewinne oder Statusdenken.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite wird angezweifelt, ob unsere Gesellschaft \u00fcberhaupt in der Lage sei, ohne Wachstum zu existieren. Die Wende zu einer nachhaltigen Gesellschaft funktioniere nicht ohne einen neuen Lebensstil, und dieser Lebensstil sehe Einschr\u00e4nkungen in Produktion, Einkommen und Konsum vor. Hierzu sei unsere Gesellschaft nicht bereit. Also stellen sich die folgenden Fragen: L\u00e4sst sich ohne Wachstum auskommen und l\u00e4sst sich eine solche Gesellschaft verwirklichen? Ist dies notwendig? Wollen wir es? Oder gibt es einen Zwang, immer weiter zu wachsen?<\/p>\n<p>Folgende Antworten lassen sich hierzu geben:<\/p>\n<p>1) Die deutsche Bev\u00f6lkerung und auch die deutsche Politik sind sehr stark auf Wachstum fokussiert. 81 Prozent der Deutschen erkl\u00e4ren (laut dem Soziologen Meinhard Miegel): \u00c2\u00bbWir brauchen weiterhin wirtschaftliches Wachstum\u00c2\u00ab. 73 Prozent sagen: \u00c2\u00bbOhne wirtschaftliches Wachstum kann Deutschland nicht \u00fcberleben\u00c2\u00ab. 61 Prozent bejahen die Aussage: \u00c2\u00bbOhne Wachstum ist alles nichts\u00c2\u00ab. Obwohl Wachstum differenziert zu betrachten ist, finden die meisten Menschen pauschal Wachstum wichtig und gut. Randers (2012, S.392ff) (einer jener Autoren, die 1972 erstmals unter dem Namen Club of Rome \u00f6ffentlichkeitswirksam die Grenzen des Wachstums thematisierten) beschreibt dies als ein Bauchgef\u00fchl, das allerdings in die Irre f\u00fchre. Es erkl\u00e4re sich aus unserer j\u00fcngeren Geschichte, denn Wirtschaftswachstum habe in den vergangenen Jahrzehnten viele Probleme verringert. Die Einkommen, der Wohlstand und der durchschnittliche Lebensstandard sind im Durchschnitt deutlich gestiegen. Wachstum ging einher mit Kapitalakkumulation und Investitionen, wovon auch das Gesundheits- und das Sozialsystem profitierten. Die Lebenserwartung ist h\u00f6her als fr\u00fcher, das Bildungsniveau ebenso. Auch die Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze und der Anstieg der L\u00f6hne werden mit Wachstum verbunden. Wir assoziieren alle diese positiven Entwicklungen mit Wirtschaftswachstum, und dies sicherlich nicht von ungef\u00e4hr. Wirtschaftswachstum hat viele Errungenschaften mit sich gebracht. Auch wird Wachstum, vor allem das Wachstum des BIP, in den Medien als positiv dargestellt.<\/p>\n<p>Die Aussagen der Menschen klingen jedoch, als w\u00e4re Wachstum ein Ziel an sich, fast schon ein Selbstzweck. Doch das ist es eigentlich nicht \u2013 Wirtschaftswachstum ist an sich ein Ergebnis, dass sich als Nebenprodukt unseres Ideenreichtums und unserer Anstrengungen einstellt, die darauf ausgerichtet sind, uns ein besseres Leben zu erm\u00f6glichen. Doch folgt man den Aussagen der Menschen, ist man schon geneigt festzustellen, dass Wachstum fast schon einen Wert an sich abbildet.<\/p>\n<p>2) F\u00fcr die deutsche Politik ist ein angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum sogar als Ziel im Gesetz zur F\u00f6rderung der Stabilit\u00e4t und des Wachstums der Wirtschaft verbindlich vorgeschrieben. Hier hei\u00dft es: \u201eBund und L\u00e4nder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Ma\u00dfnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Ma\u00dfnahmen sind so zu treffen, dass sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilit\u00e4t des Preisniveaus, zu einem hohen Besch\u00e4ftigungsstand und au\u00dfenwirtschaftlichem Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen\u201c (\u00c2\u00a7 1 Gesetz zur F\u00f6rderung der Stabilit\u00e4t und des Wachstums der Wirtschaft). Es gibt damit sogar eine gesetzliche Norm, die unser Staatswesen zu Wirtschaftswachstum verpflichtet.<\/p>\n<p>3) Doch f\u00fchrt \u2013 wie die Postwachstumsgesellschaftsprediger richtig bem\u00e4ngeln \u2013 Wachstum nicht nur zu Verbesserungen, es ver\u00e4ndert auch unsere Umwelt und beeinflusst dadurch wiederum auch unsere Lebensumst\u00e4nde, und dies bisweilen auch mit negativen Folgen. Es ist nicht frei von Nebenwirkungen. Beispielsweise hat sich die Rate der Hautkrebserkrankungen drastisch erh\u00f6ht, weil die Abholzung der W\u00e4lder sowie die Verbrennung fossiler Brennstoffe Treibhausgase in der Atmosph\u00e4re freigesetzt haben, die zur Vergr\u00f6\u00dferung des Ozonlochs f\u00fchrten. Mit dem Wachstum der letzten Jahrzehnte haben wir unsere Welt ver\u00e4ndert \u2013 und vielleicht (die Wachstumskritiker w\u00fcrden hier sagen: gewiss) sind wir gar nicht dabei, sie permanent zu verbessern, sondern verschlechtern sie stattdessen.<\/p>\n<p>4) Durch Wachstum sollen die Lebensbedingungen der Menschen verbessert werden \u2013 gemessen wird dies \u00fcblicherweise daran, dass den Menschen mehr G\u00fcter oder wertvollere G\u00fcter zur Verf\u00fcgung stehen. Wachstum muss sich also keinesfalls auf die Steigerung wirtschaftlicher Gr\u00f6\u00dfen beschr\u00e4nken, sondern kann auch darauf ausgerichtet sein, unsere nat\u00fcrlichen Ressourcen besser im Sinne der Nachhaltigkeit zu nutzen. Derzeit wird Wachstum mit der Ver\u00e4nderungsrate des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gemessen. Der Ressourcenverbrauch und die Klimasch\u00e4digung finden damit keine ausreichende W\u00fcrdigung in unserer Wachstumsmessung. Eigentlich ist die Entwicklung des BIP die falsche Gr\u00f6\u00dfe, um Wirtschaftswachstum zu messen.<\/p>\n<p>5) Verl\u00e4ssliche und g\u00fcnstige Energie gilt als ein wichtiger Faktor f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand. Ihre g\u00fcnstige Verf\u00fcgbarkeit ist aber kein unverzichtbarer Eckpfeiler: Unser Wohlstand wie auch unser Wachstum sind nicht notwendigerweise von g\u00fcnstiger Energie abh\u00e4ngig. Denn es geh\u00f6rt zum Wesen des Kapitalismus respektive der Marktwirtschaft, sich \u00e4ndernden Knappheitsverh\u00e4ltnissen anzupassen. Steigen die Kosten f\u00fcr Energie (oder werden f\u00fcr die Nutzung der nat\u00fcrlichen Ressourcen knappheitsad\u00e4quate und damit h\u00f6here Preise gezahlt), so werden energieintensiv hergestellte Konsumg\u00fcter eben entsprechend teurer und in Folge weniger nachgefragt. Dies f\u00fchrt aber keineswegs zu einem generellen Konsumverzicht; es werden lediglich Substitutionsprozesse zwischen den G\u00fctern stattfinden. Zudem setzen h\u00f6here Energiekosten Anreize, in Richtung einer Substitution des Faktors Energie im Produktionsprozess zu forschen. Technischer Fortschritt k\u00f6nnte dann statt auf eine m\u00f6glichst intensive Nutzung von Energie auf eine energiesparende Produktion ausgerichtet sein. Ein solcher Fortschritt ist aber nicht zu erwarten, solange die nicht erneuerbaren Rohstoffe so g\u00fcnstig sind wie derzeit. Fortschritt ergibt sich aus Notwendigkeiten. Er erfolgt, wenn Bedarf entsteht. Derzeit signalisieren die Preise hier keinen Bedarf. Wachstum kann jedoch auch weniger klimasch\u00e4dlich erfolgen, und es muss keineswegs zwingend auf einer zunehmenden Nutzung nicht erneuerbarer Ressourcen basieren. Daf\u00fcr m\u00fcssen die nicht erneuerbaren Ressourcen aber erst teurer werden.<\/p>\n<p>6) Es ist durchaus m\u00f6glich, dass im Falle einer abrupten Umstellung hin zu einer ressourcenschonenden \u00d6konomie tempor\u00e4r Wachstumseinbr\u00fcche (oder sogar ein Wohlstandsr\u00fcckgang) zu verzeichnen sind. Insofern ist es wichtig, die Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen nicht zu verschleppen. Vor allem m\u00fcssen die nat\u00fcrlichen, nicht erneuerbaren Ressourcen zu Preisen gehandelt werden, die ihrer tats\u00e4chlichen Knappheit entsprechen. Dies ist nicht der Fall, wenn der Preis lediglich die Kosten f\u00fcr den Abbau der Ressource widerspiegelt. Oft verkaufen Staaten ihre nat\u00fcrlichen Ressourcen weit unter Wert (teilweise geben sie sogar noch Subventionen zur F\u00f6rderung), da sie am schnellen Abbau der Rohstoffe interessiert sind, denn dieser Abbau geht mit der Ansiedlung entsprechender Industrie und damit mit einer St\u00e4rkung der regionalen Wirtschaft einher. W\u00e4ren die nat\u00fcrlichen Ressourcen in Privatbesitz, w\u00fcrden sie erheblich schonender genutzt werden. Private Eigner denken hier langfristiger als staatliche Handlungstr\u00e4ger. Anders gesagt: W\u00e4ren z.B. \u00d6lquellen vorwiegend in privatem Besitz, w\u00fcrden die privaten Eigner wesentliche Anteile des \u00d6ls im Boden lassen, um sie erst sp\u00e4ter zu verkaufen, wenn f\u00fcr das \u00d6l aufgrund gestiegener Preise h\u00f6here Erl\u00f6se zu erwarten sind. Solange Firmen aber lediglich Konzessionen f\u00fcr den Abbau erhalten, haben sie keinen ausreichenden Anreiz, die F\u00f6rderung zu verschieben.<\/p>\n<p>7) Es w\u00e4re also auch in einem kapitalistischen System sehr wohl m\u00f6glich, erheblich ressourcenschonender zu produzieren. Und unsere Marktwirtschaft bricht auch ohne Wachstum nicht zusammen \u2013 das Wesen der Marktwirtschaft ben\u00f6tigt Wachstum nicht als Voraussetzung, sondern produziert es als Ergebnis. Anders ist dies mit dem politischen System &#8211; mit den heutigen gesellschaftlichen Institutionen wird es in Deutschland schwierig, ohne Wachstum auszukommen. Prim\u00e4res Problem ist das Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die j\u00fcngere Generation alimentiert die jeweils \u00e4ltere Generation; und wenn die j\u00fcngere Generation aufgrund des demografischen Wandels zahlenm\u00e4\u00dfig kleiner ist als die \u00e4ltere Generation, dann muss sie pro Kopf mehr produzieren, um das Rentenniveau konstant zu halten. Dies macht Wachstum notwendig. Allerdings lassen sich langfristig solche Institutionen \u00e4ndern \u2013 eine allm\u00e4hliche Umstellung der Alterssicherung vom Umlageverfahren auf ein Kapitaldeckungsverfahren macht insofern Sinn. Zudem ist die Staatsverschuldung zu reduzieren, da die Politik ansonsten Wachstum ben\u00f6tigt, um die Zinsen auf die Staatsschulden dauerhaft zahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>8) Denn Wachstum hilft auch, st\u00e4ndig steigende (private wie staatliche) Ausgaben zu finanzieren. Gerade von der \u00f6konomischen Theorie wird dem Menschen zugeschrieben, dass er stets an einem Mehr oder Besser interessiert sei. Sein Nutzenmaximum liegt bei einem Warenkorb, der unendliche Mengen aller G\u00fcter vorsieht \u2013 es gilt die Annahme der Nichts\u00e4ttigung. Selbstbeschr\u00e4nkung oder M\u00e4\u00dfigung existieren im \u00f6konomischen Ansatz nicht. Daf\u00fcr kennt die \u00d6konomie das Knappheitsprinzip: G\u00fcter sind nur in endlicher Menge vorhanden. Dies restringiert das Konsumverhalten des Einzelnen und damit auch der Gesellschaft. Zwar macht Wachstum mehr Konsum m\u00f6glich und steigert so den Nutzen des Einzelnen, doch bleiben die m\u00f6glichen Ausgaben letztlich immer begrenzt, egal wie weit man die Restriktion verschiebt. Vielleicht wollen wir Menschen tats\u00e4chlich immer mehr ausgeben, aber Wirtschaftswachstum kann und wird uns nicht ins Paradies f\u00fchren, wo es keine Knappheit und keinen Mangel mehr gibt. Folglich macht es keinen Sinn, positive Wachstumsraten als gesellschaftliches Ziel zu betrachten.<\/p>\n<p>9) Wachstum ist kein Ziel, es ist vielmehr eine Folge von Leistung und von Selbstverwirklichung. Menschen werden motiviert durch den Drang, etwas Bestehendes verbessern zu wollen. Sie erfinden Neues, sie setzen diese Erfindungen in Innovationen um, sie imitieren die Ideen anderer. So entsteht Fortschritt, und Fortschritt f\u00fchrt zu Wachstum. Wachstum l\u00e4sst sich nicht als Ziel festlegen, sondern es ist das Ergebnis unseres Handelns. Auch der Wunsch nach sozialer Anerkennung ist ein Treiber f\u00fcr Wachstum. Menschen streben nach Statusgewinn; sie wollen sich im gesellschaftlichen Hierarchiegef\u00fcge verbessern. Dies f\u00fchrt zu Anstrengungen, Menschen investieren Zeit und M\u00fchen, um im Wettbewerb mit den Anderen m\u00f6glichst gut dar zu stehen. Dabei sind es keineswegs der Reichtum respektive die mit dem Reichtum einhergehenden Konsumm\u00f6glichkeiten, die zu sozialer Anerkennung f\u00fchren. Platt formuliert: Anerkennung erfolgt nicht dadurch, dass man reich und sch\u00f6n ist. Soziale Anerkennung gewinnt man durch Leistung. Der mit der Leistung verbundene berufliche Aufstieg und der auf ihn folgende zunehmende Wohlstand sind eher die nach au\u00dfen sichtbaren Signale der Leistung. Wachstum entsteht aus diesen Leistungen, und Wachstum l\u00e4sst sich nur dann abschaffen, wenn Leistung nicht mehr durch Aufstieg und Ansehen honoriert wird. Doch dies will niemand, auch die Postwachstumsautoren nicht.<\/p>\n<p>10) Menschen wollen Anerkennungen f\u00fcr ihre Leistungen in Form von steigendem Wohlstand. Sie wollen in der Hierarchie nicht absteigen, sondern mithalten, auch wenn sie nicht die daf\u00fcr ben\u00f6tigte Leistung erbringen. Mit Statussymbolen versuchen sie, das Signal f\u00fcr Leistung an die Gesellschaft zu senden. Dabei wird der eigentliche Wohlstand, der durch die Leistung zustande gekommen ist, \u00fcbertrieben. Es werden finanzielle Mittel und damit gesellschaftliche Ressourcen f\u00fcr das Signalisieren von Status aufgewendet statt f\u00fcr die Erf\u00fcllung von Konsumw\u00fcnschen. Gerade dies wird von Wachstumskritikern gerne moniert \u2013 es ist jedoch unausweichlich, solange Menschen nach Anerkennung f\u00fcr Leistung streben und Leistung sich nur indirekt \u00fcber dadurch generierten Wohlstand beobachten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wir sollten positiven Wachstumszahlen nicht hinterherlaufen. Wachstum ist kein Selbstzweck. Wir m\u00fcssen aber auch nicht auf Wachstum verzichten, denn Wachstum ergibt sich von ganz allein aus unseren Bestrebungen, die Welt zu verbessern. Auf dieses Verbesserungsstreben sollten wir nicht verzichten, und deshalb ben\u00f6tigen wir auch keine Welt ohne Wachstum. Allerdings sollten wir die nicht erneuerbaren Ressourcen endlich mit ad\u00e4quaten Preisen versehen, so dass unsere Wirtschaft schonender mit ihnen umgeht und Anreize hat, sich mit Fortschritt nachhaltig zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><br \/>\nMiegel, M. (2010): Exit. Wohlstand ohne Wachstum, Berlin<\/p>\n<p>Neumann, M. (2012): Zum Gl\u00fcck wachsen. Sieben Weisheiten zu Wachstum, Wohlstand und Wohlbefinden, Diskussionspapier des Roman Herzog Instituts, Nr. 20, Berlin\/K\u00f6ln<\/p>\n<p>Randers, J. (2012): 2052 &#8211; Der neue Bericht an den Club of Rome, Eine globale Prognose f\u00fcr die n\u00e4chsten 40 Jahre, M\u00fcnchen<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Pariser Abkommen hat sich die Staatengemeinschaft auf neue, ambitionierte Ziele im Klimaschutz geeinigt. 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