{"id":19,"date":"2007-02-06T16:07:59","date_gmt":"2007-02-06T15:07:59","guid":{"rendered":"http:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19"},"modified":"2007-04-27T11:40:04","modified_gmt":"2007-04-27T10:40:04","slug":"die-regierung-bekampft-die-schattenwirtschaft-besser-ware-es-sie-wurde-von-ihr-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wirtschaftlichefreiheit.de\/wordpress\/?p=19","title":{"rendered":"Die Regierung bek\u00e4mpft die Schattenwirtschaft. &#8211; Besser w\u00e4re es, sie w\u00fcrde von ihr lernen."},"content":{"rendered":"<p>Gut funktionierende M\u00e4rkte zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus: <strong>Freiwilligkeit und \u00c4quivalenz im Tausch<\/strong>. Was hei\u00dft das? Freiwilligkeit bedeutet, da\u00df die Anbieter und Nachfrager von niemandem gezwungen werden zu handeln, also Tauschpartner zu werden, sondern da\u00df sie miteinander handeln, weil sie es f\u00fcr sich selbst als n\u00fctzlich ansehen. Ein freiwilliger Tausch ist deshalb f\u00fcr beide Seiten von Nutzen, sonst f\u00e4nde er gar nicht statt. Und das bedeutet zugleich, da\u00df die Tauschpartner offensichtlich das Gef\u00fchl haben, da\u00df sie beim Handeln nicht mehr geben, als sie bekommen, aber auch nicht mehr fordern k\u00f6nnen, als sie zu geben bereit sind. Der Tauschhandel ist dann wert\u00e4quivalent. Jedenfalls im Gro\u00dfen und Ganzen. Und unter der Voraussetzung, da\u00df Wettbewerb herrscht. So funktionieren freie M\u00e4rkte, in die der Staat nicht st\u00e4ndig regulierend hineininterveniert. <strong>Diese M\u00e4rkte schaffen Wohlstand.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Aus solchen freien M\u00e4rkten besteht die <strong>Schattenwirtschaft<\/strong>. Sie ist eine <strong>Ausweichwirtschaft<\/strong> f\u00fcr diejenigen Anbieter und Nachfrager, die Freiwilligkeit und \u00c4quivalenz beim Handeln suchen, diese aber auf den offiziellen M\u00e4rkten der Volkswirtschaft nicht mehr gen\u00fcgend finden, weil dort der <strong>Staat<\/strong> den Handelnden zu viele und zu hohe <strong>Abgaben<\/strong> aufb\u00fcrdet und weil er die Handlungsfreiheiten durch zu viele einengenden <strong>Regulierungen<\/strong> einschr\u00e4nkt. Das zerst\u00f6rt Freiwilligkeit und Wert\u00e4quivalenz in den Beziehungen zwischen Anbietern und Nachfragern und erzeugt Zwang und Wertungleichheit. Vor allem auf dem total \u00fcberregulierten und abgabe\u00fcberh\u00f6hten Arbeitsmarkt ist dies der Fall. Deshalb ist auch die <strong>Schwarzarbeit<\/strong> das Herzst\u00fcck der Schattenwirtschaft.<\/p>\n<p>Obwohl die Schwarzarbeit offiziell verboten ist und unter Strafe steht, ist sie also <strong>wohlstandsf\u00f6rdernd<\/strong>. Das ist kein Wunder, denn sie ist ein <strong>freier Arbeitsmarkt<\/strong>, auf dem es keine Arbeitszeitvorschriften gibt, keine Gewerkschaften und Arbeitgeberverb\u00e4nde, die Fl\u00e4chentarifvertr\u00e4ge aushandeln und damit Ungleiches gleichmachen wollen, keine staatlichen Allgemeinverbindlichkeitserkl\u00e4rungen, keine K\u00fcndigungsschutzvorschriften, keine Mindestl\u00f6hne. Aber auch keine Sozialabgaben als Kollektivl\u00f6hne, die den Arbeitnehmern durch staatlichen Zwang von ihrem Bruttolohn abgezogen werden. Brutto gleich Netto hei\u00dft es in der Schattenwirtschaft, und dabei richten sich die L\u00f6hne an den individuellen Arbeitsproduktivit\u00e4ten aus, also an der Leistungsf\u00e4higkeit der Beteiligten. Es herrscht mithin das, was man Leistungsgerechtigkeit nennen k\u00f6nnte, und nicht das, was in der politisch korrekten Terminologie als &#8222;soziale Gerechtigkeit&#8220; wohlklingend, aber nichtssagend und irref\u00fchrend bezeichnet wird. In der Schattenwirtschaft gibt es deshalb <strong>keine Arbeitslosigkeit<\/strong>, es herrscht dort <strong>Vollbesch\u00e4ftigung<\/strong> &#8211; also eine Situation, die wir uns f\u00fcr den offiziellen Arbeitsmarkt, der seit Jahren durch Massenarbeitslosigkeit gekennzeichnet ist, doch w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Und dennoch versucht der <strong>Staat<\/strong>, die Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit, die er durch seine \u00fcberh\u00f6hten Abgaben und Regulierungen als <strong>Hauptverursacher<\/strong> selbst erzeugt, durch zunehmende <strong>Kontrollen<\/strong> und h\u00f6here <strong>Strafen<\/strong> wieder einzud\u00e4mmen. <strong>Der Brandstifter ruft nach Polizei und Feuerwehr.<\/strong> Viel besser w\u00e4re es aber doch, der Brandstifter unterlie\u00dfe das Z\u00fcndeln. Viel besser w\u00e4re es also, wenn der Staat seine Abgaben und Regulierungen f\u00fchlbar zur\u00fccknehmen und damit die Hauptursachen f\u00fcr das massenhafte Ausweichen in die Schattenwirtschaft beseitigen w\u00fcrde. Kurz gesagt, viel besser w\u00e4re es, wenn die Regierenden <strong>von der Schattenwirtschaft lernen<\/strong> w\u00fcrden. Was k\u00f6nnen sie lernen?<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen lernen, da\u00df die Wirtschaftsb\u00fcrger als Anbieter und Nachfrager prinzipiell das tun, was ihnen &#8211; ihren Pr\u00e4ferenzen entsprechend &#8211; am meisten n\u00fctzt, und staatlichen institutionellen Arrangements auszuweichen trachten, die sie daran hindern. Das ist moralisch nicht verwerflich, <strong>vielmehr mu\u00df die Moral des Staates eingeklagt werden<\/strong>, wenn er versucht, an den individuellen Pr\u00e4ferenzen der B\u00fcrger vorbei- oder ihnen sogar entgegenzuregulieren. Instituionelle Arrengements des Staates, die dauerhaft die Marktprinzipien der Freiwilligkeit und Wert\u00e4quivalenz verletzen, provozieren <strong>Exit-Optionen in regulierungsfreie Zonen<\/strong>. Die Schattenwirtschaft ist deshalb das &#8222;Ventil des kleinen Mannes&#8220;, der sich dem leviathanischen Gebaren des Staates widersetzt. Insofern ist die Gr\u00f6\u00dfe der Schattenwirtschaft f\u00fcr ein Land ein ziemlich guter Indikator f\u00fcr die \u00dcberh\u00f6hung der staatlichen Abgabenlast und Regulierungsintensit\u00e4t  . In Deutschland betr\u00e4gt die Wertsch\u00f6pfung in der Schattenwirtschaft wohl etwa 15-20 % des offiziellen BIP, in den weniger staatsregulierten L\u00e4ndern Schweiz und USA jedoch nur weniger als  10 %.<\/p>\n<p>Wenn man in die Details geht, so k\u00f6nnen die Regierenden von der Schattenwirtschaft lernen, da\u00df der <strong>Abbau der Steuer- und Abgabenlast<\/strong> erste Priorit\u00e4t hat. Die Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer ab 1. Januar dieses Jahres ist das genaue Gegenteil und f\u00f6rdert deshalb die Schwarzarbeit in Deutschland. Die Strukturen der geplanten sogenannten Gesundheitsreform, die fast alle &#8222;guten Regeln&#8220; eines dauerhaft funktionierenden Gesundheitsmarktes verletzen, werden abermals zu Steuererh\u00f6hungen f\u00fchren und zudem noch die Sozialabgaben in die H\u00f6he treiben. Das stimuliert wiederum die Schwarzarbeit. Notwendig ist zudem die <strong>Abkoppelung der Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge von Arbeitsvertrag und Lohn<\/strong>. Sie ist notwendig, damit es keine schattenwirtschaftsf\u00f6rdernde Schere zwischen Produzenten- und Konsumentenlohn mehr gibt. Auch das ist im gegenw\u00e4rtigen Regierungsprogramm Tabu.<\/p>\n<p>Neben der notwendigen <strong>Senkung der Steuer- und Abgabenlast<\/strong> und der damit verbundenen Absenkung der Staatsquote (von zur Zeit etwa 47 %) m\u00fcssen die <strong>Arbeits- und G\u00fcterm\u00e4rkte massiv dereguliert<\/strong> werden. Alle kollektivvertraglichen Arbeitszeitregelungen, die zum Beispiel als Arbeitszeitverk\u00fcrzungen gegen die W\u00fcnsche der Arbeitnehmer durchgesetzt worden sind, m\u00fcssen fallen, wenn man das Schwarzarbeitspotential vermindern will. <strong>Flexibilisierung der Arbeitszeiten<\/strong> steht auf der Agenda. Bei der <strong>Flexibilisierung der Laden\u00f6ffnungszeiten<\/strong> ist ja schon ein guter Anfang gemacht worden. Auch der <strong>K\u00fcndigungsschutz<\/strong> geh\u00f6rt auf den Pr\u00fcfstand, wenn man bedenkt, da\u00df dieser nur f\u00fcr die Arbeitsplatzbesitzer (insider), nicht aber f\u00fcr die Arbeitsplatzbewerber (outsider) &#8222;sozial&#8220; ist. Finden die offiziellen Outsider aber keine Besch\u00e4ftigung, steht ihnen ja der Schattenarbeitsmarkt offen, in dem sie dann zu inoffiziellen Insidern werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Von der Schattenwirtschaft kann man auch lernen, da\u00df alle <strong>Sozialtransferleistungen auf den Pr\u00fcfstand<\/strong> geh\u00f6ren, weil auch sie vielf\u00e4ltig die Schwarzarbeit f\u00f6rdern. Kontraproduktiv wirken alle Regulierungen, wie sie im Entsendegesetz gelten. Und einen regelrechten <strong>Wachstumsschub f\u00fcr die Schwarzarbeit<\/strong> wird es geben, wenn die Regierung tats\u00e4chlich offizielle <strong>Mindestl\u00f6hne<\/strong> branchenbezogen oder gar generell durchsetzt: Die Exit-Option in die Niedrigl\u00f6hne der Schwarzarbeit bietet dann vor allem f\u00fcr die weniger Leistungsf\u00e4higen die Alternative zur Arbeitslosigkeit.<\/p>\n<p>Die Schattenwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten mit Wachstumsraten von zwischen 5 und 8 % in Deutschland zu einer inoffiziellen boomenden &#8222;Sonderwirtschaftszone&#8220; herangewachsen, von der man lernt, da\u00df zu viel Staat Wachstum und Wohlstand behindert und da\u00df weniger Staat &#8211; zum Beispiel eine Staatsquote von unter 40 % &#8211; das genaue Gegenteil bef\u00f6rdert: Mehr Wachstum, mehr Besch\u00e4ftigung, mehr Wohlstand.<\/p>\n<p><strong>Die Schattenwirtschaft bek\u00e4mpfen hei\u00dft, von der Schattenwirtschaft lernen<\/strong>: die offizielle Wirtschaft vom \u00dcberma\u00df staatlicher Abgaben- und Regulierungsintensit\u00e4t zu befreien, um f\u00fcr die wirtschaftlich Handelnden Bedingungen zu schaffen, wie sie auf funktionierenden freien M\u00e4rkten bestehen: Freiwilligkeit und Wert\u00e4quivalenz im wettbewerblich organisierten Tausch.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><!-- AddThis Related Posts generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut funktionierende M\u00e4rkte zeichnen sich durch zwei Eigenschaften aus: Freiwilligkeit und \u00c4quivalenz im Tausch. 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